Anzeige
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 48

Thema: Trägheitsdämpfer für interstellare Raumschiffe

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Registriert seit
    30.12.2017
    Ort
    Dessau-Roßlau
    Beiträge
    202

    Standard Trägheitsdämpfer für interstellare Raumschiffe

    Ein Trägheitsdämpfer ist eine technische Vorrichtung im interstellaren Raumschiff,
    die den Astronauten vor Organschäden bei einer sehr hohen Beschleunigung schützt.

    Aufbau:
    Der Dämpfer ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Kugel, in denen die Astronauten sitzen.

    Funktion:
    Die Astronauten und die Flüssigkeit in der Kugel werden gleich schnell beschleunigt.
    Der Körper und Organe werden dabei geschützt.

    Physik:
    Bei einer extremen Beschleunigung bis ca. 300g müssen die Astronauten eine Flüssigkeitsatmung
    benutzen, damit die Lunge nicht komprimiert wird.
    Die Reisezeit reduziert sich bei 300g um den Faktor 600 für Beschleunigung und Abbremsung im Vergleich
    zu 1g.

    Gruß,
    Jens

  2. #2
    Registriert seit
    04.06.2007
    Beiträge
    1.191

    Standard

    Was uns interessiert ist der Antrieb
    meine Signatur

  3. #3
    Registriert seit
    08.06.2008
    Beiträge
    416

    Standard

    Die existierenden Methoden zur Flüssigkeitsatmung können zwar wahrscheinlich prinzipiell so weiterentwickelt werden, dass ein Mensch ein paar Tage damit überleben könnte. Aber leider haben alle funktionierenden Flüssigkeiten eine Dichte, die deutlich höher ist als die von Wasser. Für Trägheitsdämpfung sind sie daher ungeeignet.

  4. #4
    Registriert seit
    11.03.2006
    Beiträge
    6.506

    Standard

    Hallo Jens,

    ok, wir schreiben also über interstellaren Raumflug. Du hast jetzt allerdings das Thema, Beschleunigung mit 1g von Orion-Burger verlassen, ohne zu schreiben welche Rahmenbedingungen gelten sollen. Soll weiter gelten: Energie spielt keine Rolle? Wenn das weiter gilt, dann spielt allerdings Masse des Schiffes auch keine Rolle. Es macht aber auch nicht wirklich Sinn.

    Die Frage von Orion-Burger, zielte auf die Beschreibung eines, von allen technischen Rahmenbedingungen befreiten Phänomens. Du würdest nun zu dieser Rahmenbedingung wieder ein technisches Korsett einführen.

    Würden wir uns auf diese Kombination einlassen, dann wäre es schwierig bis unmöglich, eine vernünftige Diskussion zu führen, denn beliebig viel Energie zur Verfügung haben, hat ja nicht nur Einfluß auf den Antrieb.

    Du kennst das vielleicht: ‚Wenn er doch zaubern kann, wieso zaubert er dann nicht?‘


    Wenn aber Dein Antrieb seinen Impuls aus mitgeführter Energie/Masse erzeugen muß, dann kenne ich zur Zeit nur Kernfusion oder Kernspaltung als vielleicht mal denkbare Energiequelle zur Beschleunigung und Abbremsung. Damit kommt man aber im theoretischen Idealfall auf vielleicht 3% c (wenn man wieder ‚abbremsen‘ will) und dann ist der Zeitgewinn durch stärkere Beschleunigung lächerlich bei interstellaren Entfernungen und nur die Schiffs und Treibstoffmasse wird größer, ohne daß die mitzuführende Biosphärenmasse deshalb kleiner würde.



    Zitat Zitat von JensU Beitrag anzeigen
    Ein Trägheitsdämpfer ist eine technische Vorrichtung im interstellaren Raumschiff,
    die den Astronauten vor Organschäden bei einer sehr hohen Beschleunigung schützt.

    Aufbau:
    Der Dämpfer ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Kugel, in denen die Astronauten sitzen.

    Funktion:
    Die Astronauten und die Flüssigkeit in der Kugel werden gleich schnell beschleunigt.
    Der Körper und Organe werden dabei geschützt.
    dein 'Trägheitsdämpfer' funktioniert nicht so, wie Du Dir das anscheinend vorstellst.

    In einem getauchten U-Boot bist Du nicht schwerelos. Auch als Taucher unter Wasser weißt Du immer noch, wo oben und unten ist, eben weil die Statolithen in Deinem Innenohr der Schwerkraft ausgesetz sind.
    Das Gefühl der Schwerelosigkeit ist also nicht das was man im Wasser hat, sondern entspricht dem des freien Falls (ohne Windwiderstand).

    Das hat z.B. zur Folge, daß bei der 300 fachen Erdbeschleunigung der Druckunterschied im Wasser nicht mehr 1 Bar pro 10 m Wassersäule beträgt, sondern 1 Bar pro 3,3 cm Wassersäule. Selbst bei einem Blutdruck von 1/3 Bar (rund 200 mm HG, normal wären systolisch etwa 120 mm Hg) bekommst Du im wahrsten Sinne des Wortes ein gravierendes Problem mit dem Kreislauf, zumindest im Hirnschädel. Das liegt wie gesagt nicht am Wasserdruck, sondern am Druckunterschied auf so kurzer Strecke, selbst im Liegen.

    Herzliche Grüße

    MAC

  5. #5
    Registriert seit
    04.06.2007
    Beiträge
    1.191

    Standard

    Ich glaube die Idee mit dem Flüssigkeitsschutz hat er von Mission to Mars
    meine Signatur

  6. #6
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.368

    Standard

    Zitat Zitat von JensU
    Die Reisezeit reduziert sich bei 300g um den Faktor 600 für Beschleunigung und Abbremsung im Vergleich zu 1g.
    Das ist falsch. Es ist ganz sicher falsch, wenn der Antrieb nach Erreichen einer bestimmten Geschwindigkeit (oder nach Verbrennen einer bestimmten Menge Treibstoff) abgeschaltet wird (siehe mac's Beispiel im Nachbarthread). Aber selbst wenn der Antrieb angeschaltet bleibt (sagen wir, wir hätten irgend einen exotischen, reaktionslosen Antrieb), gilt:

    s = a/2 * t^2

    (s = Strecke, a = Beschleunigung, t = Zeit um die Strecke zu überwinden)

    Das heisst: t = ( 2s / a )^0.5

    Da die Strecke gleich bleibt, ist die Verkürzung der Reisezeit proportional zur Wurzel der inversen Beschleunigung, für 300g also (1/300)^0.5 = 0.0577. Die Reisezeit bei konstanter Beschleunigung mit 300 Ge verkürzt sich gegenüber 1 Ge also nur um einen Faktor 17.
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  7. #7
    Registriert seit
    30.12.2017
    Ort
    Dessau-Roßlau
    Beiträge
    202

    Standard

    Zitat Zitat von MGZ Beitrag anzeigen
    Die existierenden Methoden zur Flüssigkeitsatmung können zwar wahrscheinlich prinzipiell so weiterentwickelt werden, dass ein Mensch ein paar Tage damit überleben könnte. Aber leider haben alle funktionierenden Flüssigkeiten eine Dichte, die deutlich höher ist als die von Wasser. Für Trägheitsdämpfung sind sie daher ungeeignet.
    Das ist richtig.
    Die Flüssigkeitsatmung muss extern unterstützt werden, weil die Dichte höher ist.

    Gruß,
    Jens

  8. #8
    Registriert seit
    08.06.2008
    Beiträge
    416

    Standard

    Zitat Zitat von JensU Beitrag anzeigen
    Das ist richtig.
    Die Flüssigkeitsatmung muss extern unterstützt werden, weil die Dichte höher ist.

    Gruß,
    Jens
    Das ist gar nicht mal das Problem. Wenn man seine Lunge mit 2 g/cm³ Flüssigkeit gefüllt hat dann hält man nicht viel mehr Beschleunigung aus als mit Luft. Da sie träger ist als der Rest des Körpers würde die Flüssigkeit bei starker Beschleunigung trotzdem Lunge und Brustkorb schädigen.

  9. #9
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.368

    Standard

    Die beste Lösung wäre ohnehin, Uploads statt Menschen auf eine interstellare Reise zu schicken. Die brauchen nicht viel Platz, haben kaum Bedürfnisse, die während des Fluges befriedigt werden müssen, und halten sehr hohe Beschleunigungen aus. Zudem könnten sie ihre subjektive Erfahrung des Zeitablaufes soweit herunterregeln, dass der Flug für sie nur ein paar Tage dauern würde.
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  10. #10
    Registriert seit
    30.12.2017
    Ort
    Dessau-Roßlau
    Beiträge
    202

    Standard

    Zitat Zitat von MGZ Beitrag anzeigen
    Das ist gar nicht mal das Problem. Wenn man seine Lunge mit 2 g/cm³ Flüssigkeit gefüllt hat dann hält man nicht viel mehr Beschleunigung aus als mit Luft. Da sie träger ist als der Rest des Körpers würde die Flüssigkeit bei starker Beschleunigung trotzdem Lunge und Brustkorb schädigen.
    Im Trägheitsdämpfer werden alle Flüssigkeiten gleich schnell beschleunigt. Also auch die Atemflüssigkeit.
    Wie ist der Dichteunterschied zum Körpergewebe?
    Extreme Dichteunterschiede wären schädigend.

    Gruß,
    Jens

Ähnliche Themen

  1. Interstellare Planeten - zahlreicher als Sterne?
    Von Bynaus im Forum Extrasolare Planeten
    Antworten: 118
    Letzter Beitrag: 03.09.2013, 20:52
  2. Interstellare Reise
    Von Sandzaklija im Forum Blick in die Zukunft allgemein
    Antworten: 173
    Letzter Beitrag: 28.11.2011, 10:51
  3. Interstellare Raumfahrt: AI & Uploads vor Antrieben
    Von Bynaus im Forum Raumfahrt allgemein
    Antworten: 32
    Letzter Beitrag: 19.10.2011, 19:12
  4. Zukunftstechnologie: Schutzschilde für Raumschiffe bald Realität?
    Von astronews.com Redaktion im Forum Raumfahrt allgemein
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 22.06.2007, 12:36
  5. Interstellare Sondenmissionen:
    Von defind1 im Forum Raumfahrt allgemein
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 05.11.2005, 15:00

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | Flattr & freiwilliges Bezahlen | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2013. Alle Rechte vorbehalten.  W3C