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Thema: Alpha Centauri A&B, Proxima und das Leben

  1. #1
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    Standard Alpha Centauri A&B, Proxima und das Leben

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    Neue Untersuchungen zu Alpha Centauri zeigen, dass Proxima Centauri wohl tatsächlich an die beiden anderen Stene gebunden ist und diese damit umkreist. Das hat interessante Konsequenzen für allfällige Planeten im Alpha Centauri System: Proxima Centauri könnte im Periastron nämlich eine Menge Kometen aus der Oortschen Wolke des Systems ablenken und damit die ansonsten vermutlich staubtrockenen terrestrischen Planeten um die Sterne A und B mit Wasser versorgen - und damit Leben ermöglichen.

    Auführlicher hab ich das hier erklärt:
    http://www.final-frontier.ch/index.p..._und_das_Leben

    Die Infos darin habe ich vor allem von hier:
    http://www.oklo.org/
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  2. #2
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    Hallo Bynaus,

    ein solcher bewohnbarer Planet müsste aber so weit von den beiden Hauptsternen entfernt sein, dass die Temperaturunterschiede durch die unterschiedlichen Positionen zu den beiden "nicht zu gross" sind ...

    Gibt es dort so einen Bereich ? - Also ich habe schon vereinfachend vorausgesetzt, dass Proxima Centauri per default keinen thermischen Einfluss auf diesen Planeten hat.

    Freundliche Grüsse, Ralf

  3. #3
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    Standard

    Hallo Ralf,

    Alpha 1 und Alpha 2 Centauri sind unserer Sonne sehr änlich. A1 ist etwas größer, A2 etwas kleiner. Sie liegen beide ca. 33 AU's auseinander. Also jeder für sich könnte in seiner habitablen Zone durchaus Planeten beherbergen, die erdähnlich sind.

    Proxima ist knapp 14000 AU's von beiden entfernt; spielt also für geeignete Planeten thermisch keine Rolle. Ich glaube man würde mit bloßen Augen sogar Schwierigkeiten haben ihn zu sehen?

    Auf meinem Gartentischmodell (Sonnensystem bis Pluto auf dem 120 cm Gartentisch), wären alle Drei ca 4,2 km entfernt und Proxima etwa 140 m von A1 und A2 entfernt. A1 und A2 hätten Platz mit einem Sonnensystem wie unserem, auf zwei Beistelltischen mit je 0,5 m Durchmesser, die man aneinander gestellt hat. (Die Erde ist in diesem Modell 1,5 cm von der Mitte des Tisches entfernt, Jupiter ca. 7,5 cm)

    Herzliche Grüße

    MAC

    PS Tut mir leid Bynaus, aber die Gelegenheit mit meinem Gartentischmodell anzugeben konnte ich nicht verstreichen lassen
    Geändert von mac (05.07.2006 um 21:22 Uhr)

  4. #4
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    @mac: Kein Problem, ich mag Gartentische... Ganz korrekt wäre es allerdings, zu sagen, dass Alpha Centauri B (oder Alpha 2 Centauri) zwischen 11.2 und 36 AU von Alpha Centauri A entfernt ist.

    Die zusätzliche Strahlung von B auf einem Planeten von A dürfte daher nur sehr gering ausfallen, das sind ja Entfernungen, die mit Saturn / Neptun vergleichbar sind, und dabei ist B noch 50% lichtschwächer als die Sonne. Anders wäre es wohl auf einem Planeten von B, allerdings auch dort, Saturn bis Neptundistanz, knapp 50% mehr Strahlung als im Fall der Sonne - das sorgt für eine zusätzliche Jahreszeitenvariation, nicht mehr.
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  5. #5
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    Zitat Zitat von Bynaus
    Ganz korrekt wäre es allerdings, zu sagen, ...
    Hallo Bynaus,

    auf Dich ist echt Verlass!

    Ich hab die AE's aus Celestia und den Gartentisch aus dem Gedächtnis

    Herzliche Grüße

    MAC

  6. #6
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    Hallo Bynaus,

    wie ist man eigentlich auf die Idee gekommen, dass Proxima nicht an Alpha Centauri AB gebunden sein könnte? Gut, da gab es das Anosova Paper (ist in deinen 2. Link), aber die Schlussweise darin ist eher fragwürdig.

    Grüße UMa

  7. #7
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    Nun, die Bahnenergie sollte doch angeblich zu gross sein (innerhalb der Fehler aber knapp gebunden, zumindest glaube ich das aus dem Anosova-Paper herauszulesen). Was findest du an der Schlussweise a priori fragwürdig (mal abgesehen davon, dass sie jetzt offenbar falsch liegen)?
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  8. #8
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    Hallo Bynaus,

    ich habe mir das Paper von Anosova Orlov und Pavlova "Dynamics of nearby multiple stars. The alpha Centauri system" AA 292,115-118(1994) noch einmal durchgelesen. Allerdings habe ich die Referenzen nicht gelesen.

    Dabei habe ich folgende Kritikpunkte:

    *Datenerhebung und Messfehler:
    Bei der Eigenbewegung wurden offenbar Mittelwerte aus früheren Arbeiten genommen. Wieso wurde die Differenz von AC genommen und nicht die zwischen C und Schwerpunkt von AB? Dies führt wegen der Bahnbewegung von AB zu Fehlern. Wurde der Wert für die Präzession auf den Wert für die Epoche T0=1915 korrigiert? (Der Wert von Jenkins für (mu_delta)_C ist eindeutig zu groß.)
    Wurde berücksichtigt dass die Richtung der Eigenbewegungen nicht Parallel sind, da Proxima über 2° entfernt ist?

    Die Fehler wurden offenbar aus der Standardabweichung verschiedener Literaturwerte bestimmt. Das kann, insbesondere bei nicht unabhängigen Werten oder und einer zu geringen Anzhal den wahren Fehler beträchtlich unterschätzen. Wie dies z.B. bei der Entfernung von Proxima geschehen ist.
    Dies hat zu 0,761"±0,001" geführt. Plausibler ist ein Fehler von ~0.004". Der aktuelle Wert (gew. Mittelwert aus Yale95, Hipparcos und Hubble-Messungen) ist übrigens 0,77030"±0,00051"
    Ähnlich bei den Werten für die Masse von AB.

    Der Fehler in M_C scheint dagegen noch bemerkt worden zu sein.

    *Bahnelemente
    Zusammen mit brauchbaren Eingangswerten hätten sie einigermassen die Katalogwerte für die Bahn von AB reproduzieren können müssen. Besonderes auffällig ist die Diskrepanz von e=0,963±0,006 zum Wert von e=0,516 (man beachte die Unterschätzung des Fehlers!) was von den Autoren allerdings bemerkt wurde. Ob dies jetzt an den ungeeigneten Eingangsdaten (s.o.) liegt oder, ob ein weiterer Fehler vorliegt kann ich nicht sagen.

    Bahn von C um AB: Die Energie ist 6±6 Einheiten. D.h. formal liegt ein ungebundener Orbit vor. Allerdings beträgt die Abweichung zu E=0 nur eine Standardabweichung (ich komme für heutige Werte, außer der RV von Proxima=-16±5, auf 1,07 Standardabweichungen, scheint also OK zu sein).
    Damit kann die Vermutung, das Proxima gebunden ist, nicht wiederlegt werden. Zumal die Wahrscheinlichkeit für ein ungebundenes System, wie zu Anfang des Paper geschrieben sehr klein ist (P~1e-8).

    Dass die Monte Carlo Simulation für einen hyperbolischen Orbit P=1.0 liefert, sollte nicht verwundern, da die Fehler der Eingangsdaten relativ groß sind.

    Zum Schluss ist der Ausweg mit dem Bewegungshaufen m.E. an den Haaren herbeigezogen. Ein solcher Haufen mit einer so großen Geschwindigkeitsstreuung würde in wenigen Millionen Jahren auseinanderlaufen.


    Das Paper von Matthews and Gilmore,"Is Proxima really in orbit about alpha Cen A/B" Mon. Not. R. Astron. Soc. 261,L5-L7(1993)
    ist wesentlich besser.
    Allerdings ist nur eine Messung für die Vermutung verantwortlich, dass Proxima nicht gebunden sein könnte, die RV_C=-15.7±3.3 von Thackeray(1967).

    Bei den neueren RV-Werten von Proxima gibt es nun aber keinen Abweichungen mehr.

    Trotzdem bleibt es für mich ein Rätzel, wie jemand auf die Idee gekommen ist, Proxima könnte nicht gebunden sein.

    Grüße UMa

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