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Thema: NGTS: Kleiner Stern mit großem Planeten

  1. #1

    Standard NGTS: Kleiner Stern mit großem Planeten

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    Zwergsterne, so zumindest die bisherige Theorie, sollten eigentlich nur von relativ kleinen Planeten umrundet werden. Jetzt haben Astronomen aber mithilfe des Next-Generation Transit Survey eine massearme Sonne aufgespürt, um die ein Gasriese in der Größe Jupiters kreist. Es ist die erste Entdeckung der Teleskopanlage in der chilenischen Atacamawüste. (1. November 2017)

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  2. #2
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    Warum sollte das nicht gehen. Wenn er so groß ist wie Jupiter und der Stern die halbe Sonnenmasse dann müsste der Planet etwa 0.7% der Sternenmasse haben.

    Das ist groß im Vergleich aber dennoch sehr klein. Es entwickeln sich ja auch Doppelsternsysteme mit Riesensternen und kleinen Sternen.

    Ich empfinde das jetzt nicht völlig außerhalb der zu erwartenden Relation.
    Geändert von Ned Flanders (02.11.2017 um 19:13 Uhr)

  3. #3
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    Ich weiss nicht genau, was halb so gross wie die Sonne bedeuten soll. Sinnvoll ist da wohl nur von der Masse auszugehen. Halbe Sonnenmasse ist nicht besonders klein. Es gibt noch sehr viel kleinere Sterne.

    Ich glaube, man geht davon aus, dass Planeten anders entstehen als Sterne. Aber ob das so stimmt, weiss ich auch nicht. Sicherlich ist die Erde anders entstanden als die Sonne, aber Jupiter könnte auch nur ein verhinderter Stern sein, der nicht genug Masse hat. Umgekehrt, vielleicht hat auch die Sonne einen Kern aus schwereren Elementen. Keine Ahnung, was das für Konsequenzen hätte. Auf dem Kern lastete einen enormen Druck und er kann keinen Gegendruck aufbauen, da eine Kernfussion unmöglich ist.

    Mit freundlichen Grüssen
    pane

  4. #4
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    Im Text wird eine hohe maximale Masse der Planeten und anderer Körper eines Sternensytems angegeben mit ca 1% der Sternenmasse.
    Dies liegt in unserem Sonnensystem deutlich niedriger
    Obwohl Jupiter 318 Erdmassen hat, hat er nur 1/1048 der Sonnenmasse. Zusammen mit den anderen Planeten, Zwergplaneten, Asteroiden, Kometen, Monden etc haben diese Körper nur rund 0,25 % der Sonnenmasse.
    Der NGTS Stern hat ca 0,6 Sonnenmassen und der Planet ca 0,8 Jupitermassen. Dei den Durchmessern sind es ca 800.000 km und knapp 200.000 km, also 4:1 anstatt wie bei der Sonne und Jupiter 10:1. Der Planet hat nach Berechnungen eines Users eines anderen Forums ca 0,125% der Masse seines Sternes.
    Ich schätze die Wissenschaftler sind erstaunt, weil die Metallizität bei roten Zwergsternen niedrig ist, wobei der NGTS Stern mit M 0,5 ein relativ großer roter Zwerg ist.
    Als engagierter und faszinierter Laie freue ich mich über Hinweise, die meinen Horizont erweitern.

  5. #5
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    Vielleicht ist der Planet ja vom Stern eingefangen worden. Oder weil er o,5 M unserer Sonne hat eben kein "Normaler" Roter Zwerg ist!

  6. #6
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    "Warum sollte es nicht gehen" - es geht, aber man würde es bei allem, was man in den vergangenen Jahrzehnten über Exoplaneten gelernt hat, nicht so erwarten würde. Kleine Sterne haben kleinere Planeten - es gibt kaum Rote Zwerge mit grossen Gasriesen (aber es gibt sie!). Vermutlich deshalb, weil ein kleinerer Stern eine kleinere Staub- und Gasscheibe hat, die in der Zone nahe am Stern (wo sie am dichtesten wäre) auch sehr schnell "weggepustet" wird. Insofern kann die Beobachtung von solchen seltenen Planetensystemen helfen, die Planeten-Entstehungs-Modelle zu verbessern (das geht ja nur da, wo das Modell versagt).

    Umgekehrt, vielleicht hat auch die Sonne einen Kern aus schwereren Elementen.
    In der Sonne gibt es sicher auch schwere Elemente (aus früheren Sterngenerationen), diese überwiegen sogar in ihrer Masse jene, die in den Planeten stecken! Aber diese Elemente sind nicht im Kern versammelt und machen sicher nicht einen beträchtlichen Anteil der Sonnenmasse aus - das weiss man, weil es Auswirkungen auf das Gravitationsfeld, das Rotations- und Pulsationsverhalten der Sonne haben würde, wenn es so wäre.

    Vielleicht ist der Planet ja vom Stern eingefangen worden.
    Eher unwahrscheinlich - denn zum Einfang eines Körpers um einen anderen braucht es entweder einen "Bremsmechanismus" (z.B., eine Atmosphäre oder einen Raketenantrieb ) oder dann einen dritten Körper, der dafür sorgt, dass Energie und Impuls insgesamt erhalten bleiben. Oder nochmals anders ausgedrückt: jede Umlaufbahn hat eine ihr zugeordnete Energie, die Summe aus kinetischer und potentieller Energie des Planeten. Bei gebundenen Bahnen ist die Bahnenergie negativ, bei ungebundenen positiv. Um also von einer ungebundenen auf eine gebundene Bahn zu kommen, muss die Energiedifferenz (vorher / nachher) irgendwie freigesetzt / übertragen werden.
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  7. #7
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    " Um also von einer ungebundenen auf eine gebundene Bahn zu kommen, muss die Energiedifferenz (vorher / nachher) irgendwie freigesetzt / übertragen werden.
    Ja klar, darum waren vorher 3 kleine Mini Erden dort wo jetzt der Riese ist und die Erden sind " Freefloating" ;-)

  8. #8
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    Es müsste dann energetisch immer noch aufgehen - diese Mini-Erden hätten im Vergleich zum Gasriesen eben auch Mini-Massen, und müssten auf entsprechend hohe Geschwindigkeiten gebracht werden, um genügend Energie und Impuls fortzutragen. Das ist nicht zwingend möglich. Wie gesagt, natürlich kann man spezielle Szenarien konstruieren, aber diese müssen - gegenüber der Möglichkeit, dass wir vielleicht einfach die Planetenbildung noch nicht ganz verstanden haben - dann als eher unwahrscheinlich gelten.
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  9. #9
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    dann als eher unwahrscheinlich gelten.
    Aber auszuschließen ist es nicht und bei der Masse an Planetensystemen die wir in den letzten 5 Jahren entdeckt haben, war es doch nur eine Frage der Zeit bis die Ausnahme die Regel bestätigt. Und wie du es selber sagst, die Möglichkeit besteht. Vor 5 Jahren war es auch sehr unwahrscheinlich, dass wir so viele "Super Erden " finden

  10. #10
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    Vor 5 Jahren war es auch sehr unwahrscheinlich, dass wir so viele "Super Erden " finden
    Nein, war es nicht. Wir wussten einfach nicht, was wir finden würden, daraus lässt sich keine Wahrscheinlichkeit für oder gegen etwas ableiten.

    Aber in diesem Fall brauchst du ein sehr spezifisches Szenario, von dem man auch erst mal noch zeigen müsste, dass es physikalisch möglich und statistisch plausibel ist.
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