Anzeige
Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 38

Thema: Bostroms Simulations-Hypothese

  1. #1
    Registriert seit
    13.09.2007
    Beiträge
    139

    Standard Bostroms Simulations-Hypothese

    Anzeige
    Hallo Forum,

    hat einer von euch eine Idee, warum sich Nick Bostrom in seiner Simulation Hypothesis exklusiv auf Ancestor Simulation fokussiert?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Simulationshypothese
    https://en.wikipedia.org/wiki/Simulation_hypothesis
    https://www.youtube.com/watch?v=nnl6nY8YKHs&t=583s

    Wenn eine [posthumane] Zivilisation fähig ist, die beschriebenen Simulationen durchzuführen, warum sollte sie kein Interesse daran haben, völlig artfremde Wesen mit Bewußtsein "digital" entstehen zu lassen,
    statt ständig ihren eigenen virtuellen Vorfahren zusehen zu müssen?

    Meines Erachtens ändert dieses Detail im Ergebnis der Hypothese nichts, aber halt mal so gefragt...

    Grüße
    void
    Geändert von void (10.10.2017 um 22:58 Uhr) Grund: Links korrigiert

  2. #2
    Registriert seit
    13.09.2007
    Beiträge
    139

    Standard

    Das deutsche Wiki muss man vorsichtig lesen, z.B.
    Annahmen 1. Die menschliche Zivilisation... ist natürlich Unsinn. Es geht um human-level civilizations

  3. #3
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.383

    Standard

    Nun, wenn wir in einer Simulation sind, die von einer posthumanen Zivilisation betrieben wird, dann sind wir - relativ zu dieser Zivilisation - eben in deren Vergangenheit. Die Simulationshypothese schliesst nicht aus, dass experimentell auch ganz andere Arten von Bewusstsein simuliert würden (wobei ich mir das schwierig vorstelle: wie soll man etwas derart komplexes simulieren wenn man keine Vorlage hat?). Die Simulationshypothese erfordert nur, dass die überwiegende Mehrheit der Simulationen "Ancestor simulations" sind.
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  4. #4
    Registriert seit
    20.01.2007
    Beiträge
    389

    Standard

    wenn eine Simulation wie die beschriebene möglich wäre, müßte dann nicht noch viel leichter die Simulation eines "einsamen Bewußtseins" (mit sozusagen "fast nichts drumrum") möglich sein, bevor man ein ganzes Universum simuliert? Müßte dann die Existenz solcher einsamer Bewußtseine nicht viel wahrscheinlicher sein, als die Situation, in der wir uns vorfinden? Man könnte einwenden, die Simulation eines solchen "einsamen Bewußseins" sei unethisch. Aber wie will man den technischen Fortschritt zur Simulation eines Universums durchführen, ohne die Zwischenstufe "einsames Bewußtsein"? Zudem, wenn das "einsame Bewußtsein" simuliert ist, wird man die Simulation doch wohl so einrichten können, daß dieses nicht darunter leidet.

  5. #5
    Registriert seit
    13.09.2007
    Beiträge
    139

    Standard

    Ja, so eine Simulation nur eines Gehirns ("Boltzmann Gehirn") würde natürlich weitaus weniger Ressourcen benötigen.
    Für den Betrachter/Spieler/Wissenschaftler wäre dies halt ein anderes Experiment als die Simulation einer Kultur.

    Ein komplettes Universum mit sämtlichen Teilchen zu simulieren, wäre ohnehin nicht effizient. Es müssen immer nur die Impressionen
    aller simulierten Instanzen simuliert werden, egal um wie viele es sich handelt.

    Bei der Simulation einer Menge von Individuen müssen die Impressionen mehrerer Bewußtseine synchronisiert und in Konsistenz gehalten werden.
    D.h. wenn alle eine Vorstellung vom Mond haben, muss das Mond-Abbild unter allen Beteiligten synchronisiert werden. Wenn nur ich meinen Kühlschrank zur Kenntnis nehme,
    ist dieses Objekt nur im Bewußtsein einer Instanz konsistent zu halten.

    Gruß
    void

  6. #6
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.383

    Standard

    Eine einzelne Simulation würde aber gerade dadurch, dass sie kaum Beobachter hat, auch kaum beobachtet werden. Wenn es eine Million Universen gibt mit einem einzigen Beobachter, und ein einziges Universum mit 10 Milliarden Beobachtern, dann ist es für einen zufällig gezogenen Beobachter immer noch 10'000 Mal wahrscheinlicher, dass er sich in dem einen, dicht bevölkerten Universum befindet verglichen mit allen anderen.

    Insofern tut selbst ein Übergang mit simulierten Universen, die nur ein paar einzelne Bewusstseine enthalten, der Simulationshypothese keinen Abbruch.

    PS:

    Zitat Zitat von void
    Ja, so eine Simulation nur eines Gehirns ("Boltzmann Gehirn")
    Boltzmann-Gehirne sind nicht einzelne simulierte Gehirne, sondern zufällige Anordnungen von Materie und/oder Energie, die für einen kurzen Moment ein Bewusstsein erlangen. Boltzmann hat sie eingeführt um zu demonstrieren, dass das Universum nicht beliebig alt werden kann, weil es sonst vor allem von ebensolchen Boltzmann-Gehirnen bevölkert sein müsste.
    Geändert von Bynaus (11.10.2017 um 00:18 Uhr)
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  7. #7
    Registriert seit
    20.01.2007
    Beiträge
    389

    Standard

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Eine einzelne Simulation würde aber gerade dadurch, dass sie kaum Beobachter hat, auch kaum beobachtet werden. Wenn es eine Million Universen gibt mit einem einzigen Beobachter, und ein einziges Universum mit 10 Milliarden Beobachtern, dann ist es für einen zufällig gezogenen Beobachter immer noch 10'000 Mal wahrscheinlicher, dass er sich in dem einen, dicht bevölkerten Universum befindet verglichen mit allen anderen.
    Von dem jeweils einen Beobachter würde es beobachtet. Warum sollte es nicht Milliarden von simulierten Beobachtern mit
    Minimal-Universum geben, u.U. viel mehr als simulierte Beobachter in einem furchtbar komplizierten, gemeinsamen Universum?

    (die wesentliche Komplikation eines solchen Universums läge ja gerade in der großen Zahl seiner Beobachter).
    Geändert von zabki (11.10.2017 um 14:48 Uhr)

  8. #8
    Registriert seit
    11.01.2010
    Beiträge
    71

    Standard

    Wenn das gesamte Universum tatsächlich nur eine Simulation wäre, wäre es doch sinnvoll, dass man dem Computer nur das zum Berechnen vorliegt, was auch relevant ist. Sprich, alles, was gerade einen Beobachter hat. Dinge, die gerade nicht beobachtet werden, müssen auch nicht exakt berechnet werden.
    Aber ist Universum nicht genau so beschaffen? Teilchen "entscheiden" sich erst dann für einen Zustand, wenn sie beobachtet werden? Solange ein Teilchen nicht beobachtet wird, verharrt es in einer Superposition?
    Wäre das dann nicht eine Art Hinweis auf eine Simulation?

  9. #9
    Registriert seit
    07.08.2009
    Ort
    Neubrandenburg, Deutschland
    Beiträge
    2.061

    Standard

    Hiernach leben wir nicht in einer Simulation.

    https://www.popsci.com/quantum-hall-...E0MTI4NTcwMQS2
    101010

  10. #10
    Registriert seit
    13.09.2007
    Beiträge
    139

    Standard

    Anzeige
    Hallo,

    das Boltzmann-Gehirn hatte ich falsch zugeordnet, sorry.

    Zitat Zitat von Kibo Beitrag anzeigen
    Hiernach leben wir nicht in einer Simulation.
    "that storing the information required to simulate certain behaviors of even a couple hundred electrons would take more atoms than exist in the universe"

    Es wird soweit ich weiß auch von Bostrom nicht behauptet, daß eine Simulation bis auf atomare Ebene detailliert sein muss, das wäre auch sensationell verschwenderisch.
    Bei einem Computerspiel reicht es auch, Gegenstände und Abläufe so zu modellieren, daß ein Spieler eine hinreichend genaue Illusion erfährt - wie auch hier schon gesagt wird:
    Zitat Zitat von Wolverine79 Beitrag anzeigen
    Dinge, die gerade nicht beobachtet werden, müssen auch nicht exakt berechnet werden.
    Das zitierte Argument gilt also nicht für den Allgemeinfall.


    Zitat Zitat von zabki Beitrag anzeigen
    Warum sollte es nicht Milliarden von simulierten Beobachtern mit Minimal-Universum geben, u.U. viel mehr als simulierte Beobachter in einem furchtbar komplizierten, gemeinsamen Universum?
    Das hinge wohl von den Absichten der Simulierenden ab. Vielleicht ist es einfach interessanter, eine Kultur bewußter Individuen zu studieren als nur eines.

    Aber eine sinnvolle Variante einer Single-Simulation gibt es doch: du selbst bist in Wirklichkeit ein Angehöriger der Spezies, welche diese Simulationen
    durchführt. Du hast dir vor kurzem erst die neueste Sim-Station gekauft, dich angeschlossen und im Menu hast du "Mensch", "Erde 21.Jh" und noch ein paar Details
    ausgewählt und dann den Start-Knopf gedrückt.

    Deine echten Alien-Erinnerungen werden blockiert, und du befindest dich in der Ego-Simulation, und führst deine Mensch-Leben-Illusion. Natürlich alles irgendwie
    zeitlich gedehnt, denn nach Lebens- äh -- Spiel-Ende, wenn du dich wieder ausgestöpselt hast, sind erst ein paar Alien-Stunden vergangen.

    Grüße
    void

Ähnliche Themen

  1. Interactive Simulations
    Von Bernhard im Forum Software & Programmierung
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 07.12.2011, 16:24
  2. Antworten: 19
    Letzter Beitrag: 21.05.2007, 11:29
  3. Planetenentstehung: Hypothese zu Sednas Entstehung
    Von KurtEwald im Forum Sonnensystem allgemein
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 30.12.2005, 13:57

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | Flattr & freiwilliges Bezahlen | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2013. Alle Rechte vorbehalten.  W3C