Anzeige
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 17

Thema: Zukunft des Universums

  1. #1
    Registriert seit
    16.09.2005
    Beiträge
    8.267

    Standard Zukunft des Universums

    Anzeige
    Hallo zusammen.

    Was meint Ihr, wie die Zukunft unseres Universums aussehen könnte ? Bleiben wir mal bei unserer guten Sonne; die wird immer heisser und damit das Leben auf der Erde auslöschen (Zeitrahmen 500 Mio - 1 Mrd. Jahre), sich zu einem Roten Riesen aufblähen und dabei einige innere Planeten einverleiben - je nach den modellierten Anfangs- und Randbedingungen wird nur der Merkur, möglicherweise auch die Venus und vielleicht sogar auch die Erde betroffen sein und schliesslich wird unsere Sonne zu einem Weissen Zwerg werden, der langsam und unspektakulär auskühlt.

    Irgendwann wird er dabei die 100°C Grenze unterschreiten und da dieser Weisse Zwerg etliche Jahrmilliarden eine Temperatur zwischen 0° und 100° C aufweisen wird, könnte sogar eine Evolution auf der Sonne in Gang kommen und wenn denen dann die Rohstoffe ausgehen werden die vielleicht sogar Raketen bauen und die Rohstoffe der Erde abbauen. Vielleicht entdecken die dann sogar die Überreste der Freiheitsstatue, wer weiss ?

    Das sind dann Zeiträume, in denen es dunkel geworden ist in unserer Galaxie, aber auch Zeiträume, in denen der Einfang oder gar die Kollision mit einem durch die mit dem Andromedanebel und den beiden Magellan'schen Wolken längst vereinigten Milchstrasse wandernden Braunen oder Roten Zwerges die 50%-Grenze übersteigt (so grob 100 Milliarden Jahre), so dass ein neuer Stern aufleuchten kann - je nach Abschätzung gibt es dann pro Galaxie vielleicht 4 leuchtende Hauptreihensterne.

    In diesen Zeiträumen wird auch der Einfluss der Dunklen Energie, falls es sie wirklich gibt, längst eine wesentliche Rolle spielen.

    Kennt jemand neue Publikationen zu diesem Thema ? - Viel Spass bei der Diskussion !

    Freundliche Grüsse, Ralf

  2. #2
    Registriert seit
    12.04.2006
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    311

    Standard

    Hallo Ralf,

    mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, wie wohl intelligente Lebewesen empfinden würden, die in einem dunklen Universum zu leben haben und ihre Energie nicht von einer Sonne, sondern von der Wärme der Sternleiche, auf der sie leben, bekommen. Würden solche Wesen überhaupt auf die Idee kommen, Raketen zu bauen und die unsichtbaren Trabanten zu besuchen, oder würden sie sich mehr auf das innerer ihrer Welt konzentrieren? Wir (Menschen) wissen mehr über das Weltall, als über die Meerestiefen, einfach weil uns die Sterne ständig vor Augen sind und schon immer fasziniert haben. Welchen Antrieb hätten wir in einem dunklen Universum, den Weltraum zu erkunden?

    Gruss,
    Joachim

  3. #3
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.487

    Standard

    Ich dachte bisher, dass die Venus keine Chance hätte, und dass es lediglich bei der Erde strittig ist, ob sie aufgrund der durch den heftigeren Sonnenwind abnehmenden Sonnenmasse schneller nach aussen wandert, als die zusätzliche Reibung der expandierenden Sonnenatmosphäre sie auf die Sonne zuwandern lässt. Ich glaube allerdings, dass selbst, wenn die Freiheitsstatue die Bildung von Pangäa Ultima in etwa 150 Millionen Jahren überleben wird (immerhin findet dann an der Ostküste der ehemaligen USA ein Teil der Gebirgsbildung statt!), den Einschlag des Mondes auf der Erde (abgebremst durch die expandierende Sonnenatmosphäre) dürfte sie nicht überleben - ich bezweifle, dass es irgend eine Oberflächenstruktur gibt, die diesen Einschlag überleben könnte. Dieser Einschlag hat allerdings auch einen Vorteil: Der Magmaozean, der sich dann bildet, wird noch für viele Jahrmillionen die sterile Oberfläche der Erde warm halten, während die Sonne zum weissen Zwerg wird...

    Ich weiss nicht, ob sich auf der Sonne jemals "Leben" bilden wird: es gibt ja kein Fluid, und der kollabierte Sonnenkern besteht ja praktisch nur aus Kohlenstoff, Sauerstoff und ein bisschen Neon. Ob das reicht, um eine Evolution zu starten? Ob die erdrückende Gravitation (1 Sonnenmasse auf 1 Erdradius zusammengedrückt gibt so etwa 333000 Ge...) überhaupt grössere Strukturen erlaubt?

    Eine bessere Perspektive hätten vielleicht weit entfernte Eismonde (weiter als Uranus, denn alle Eismonde, die näher an der Sonne sind, werden in den letzten Jahrmillionen der Sonne verdampfen bzw. fast all ihr Wasser verlieren), die eventuell noch einen Subeisozean bilden könnten - eventuell Triton?

    Im Allgemeinen kann man sagen, dass in ferner Zukunft Leben, das bei tieferen Temperaturen existieren kann als das irdische, eindeutig einen "Universellen" Selektionsvorteil hat: je tiefer die "Betriebstemperatur", desto höher die Chance, auch in einem auskühlenden Universum eine Nische zu finden.
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  4. #4
    Registriert seit
    30.12.2005
    Ort
    Ansbach
    Beiträge
    1.217

    Standard

    Hallo Ralf,

    Fred Adams und Greg Laughlin haben die Ergebnisse ihrer Untersuchungen in einem allgemeinverständl. Buch dargelegt:

    Fred Adams und Greg Laughlin, Die fünf Zeitalter des Universums, dtv-Verlag

    http://www.amazon.de/exec/obidos/ASI...721985-9320811

    Die Autoren beschreiben darin die weitere Entwicklung des Universums vom Urknall bis 10 hoch 100 Jahre danach.
    Die 5 Zeitalter sind unterteilt anhand der Kriterien:

    * Welche Objekte sind die Hauptenergielieferanten?
    * In welchem Zustand liegt der überwiegende Teil der im Universum vorhanden Masse vor?

    ß ist das jeweilige Zeitintervall als Zehnerpotenz angegeben
    Die Vorhersagen bezüglich der Prozesse in den späteren Zeitaltern sind zunehmend spekulativer.

    Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung der Studie:

    1) Das Zeitalter der Urmaterie: -50<ß<5
    Strahlung ist der Hauptenergielieferant
    es gibt keine Sterne

    2) Das Zeitalter der leuchtenden Sterne: 6<ß<14
    * der größte Teil der im Universum erzeugten Energie kommt von Kernfusionen in Sternen
    diese Epoche endet:
    * mit dem erkalten der langlebigsten Sterne, den roten Zwergsternen (die langlebigen und leuchtschwachen roten Zwergsternen mit 0,08 bis 0,43 Sonnenmassen sind so zahlreich, daß ihre Gesamtmasse diejenige aller größeren Sterne deutlich übertrifft)
    * wenn aller Wasserstoff in den Galaxien zur Sternbildung verwendet wurde und somit die Sternbildung endet

    3) Das Zeitalter der entarteten Sterne: 15<ß<39
    * der größte Teil der Masse des Universums steckt in entarteten Sternresten (in braunen und weißen Zwergen mit 0,01 bis 0,08 Sonnenmassen , Neutronensternen und Schwarze Löchern)
    * es gibt nahezu keine Strahlung mehr
    * im Mittel leuchten in einer Galaxie von der Größe der Milchstrasse nur noch sehr wenige Sterne. Diese entstanden durch den sehr seltenen Zusammenstoß von zwei braunen Zwergsternen.
    * bis zur 30.Dekade ist die Hauptenergiequelle die dunkle Materie, welche von weißen Zwergen verschluckt, oder im Halo von Galaxien in Photonen, Neutrinos, Elektronen und Protonen samt Antiteilchen umgewandelt wird. Pro Zwerg kann dadurch eine mittlere Strahlungsenergie von ca. 1 Billiarde Watt (10 hoch 15 Watt) erzeugt werden. Das ist ca 100 Milliarden mal weniger als unsere Sonne heute produziert. Die Oberflächentemperatur des Zwergs beträgt ca. 60 Kelvin. Der Energielieferant dunkle Materie reicht für ca. 20 kosmologische Dekaden (also ca. 10 Milliarden mal länger wie unsere Sonne Energie durch Kernfusion erzeugen kann). Danach ist der Vorrat an dunkler Materie in den Halos der Galaxien erschöpft.
    * am Ende des Zeitalters der entarteten Sterne entsteht die meiste Energie durch Protonenzerfall in weißen Zwergen (dieser liefert pro Zwerg im Mittel nur noch ca. 400 Watt Strahlungsleistung)

    4) Das Zeitalter der schwarzen Löcher (SL): 40<ß<100
    * die meisten Sternreste sind von SL verschluckt worden. Während zu Beginn des Zeitalter der SL diese noch durch Sternabsorption an Masse zunehmen, ändert sich dies zum Ende dieser Epoche. Dann ist keine ungebundene Materie mehr vorhanden und die Hintergrundstrahlung (von heutigen 3 Kelvin) führt selbst den größten SL weniger Energie zu, als diese durch Hawking-Strahlung verlieren. Am Ende der Epoche sind alle SL verdampft und wieder in Strahlung umgewandelt worden.
    Wie zu Beginn des Universums, dem Zeitalter der Urmaterie ist Strahlung dann wieder der Hauptenergielieferant. Die Energiedichte der Strahlung ist dann nur viel, viel geringer als heute.

    5) Das Zeitalter der Dunkelheit: ß>100
    Nach 100 kosmologischen Dekaden sind alle Protonen und SL verdunstet.
    Geblieben sind nur die Abfallprodukte dieser Prozesse: Photonen von kolossaler Wellenlänge, Neutrinos, Elektronen und Positronen.

    Gruß
    Helmut

  5. #5
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.487

    Standard

    Sehr interessant!

    Welche Einheit hat &#223;? Sekunden? Jahre?
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  6. #6
    Registriert seit
    30.12.2005
    Ort
    Ansbach
    Beiträge
    1.217

    Standard

    Sorry habe ich vergessen anzugeben. Die Einheit von ß ist Jahre.

    Das Zeitalter der leuchtenden Sterne mit: 6<ß<14
    beginnt also 1 Million Jahre nach dem Urknall und
    endet 100 Billionen Jahre nach dem Urknall.

    Gruß
    Helmut

  7. #7
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.487

    Standard

    Ich habe eine interessante Seite zum Thema "Zukunft des Sonnensystems" gefunden - dort findet sich auch die Aussage, dass sowohl die Erde als auch die Venus die Rote-Riesen-Phase der Sonne &#252;berstehen werden. Sehr interessant, wie ich finde...

    http://www-astronomy.mps.ohio-state..../vistas97.html
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  8. #8
    Registriert seit
    16.09.2005
    Beiträge
    8.267

    Standard

    Das habe ich ausgedruckt, werde ich auf dem Nachhauseweg in der S-Bahn lesen

    Freundliche Grüsse, Ralf

  9. #9
    Registriert seit
    04.01.2006
    Beiträge
    741

    Standard

    Hallo Bynaus,

    habe ich richtig gelesen, der Mond soll durch die Abbremsung der expandierten Sonnenatmosph&#228;re auf die Erde st&#252;rzen?

    Das kommt mir nicht sehr wahrscheinlich vor. Sollte die Abbremsung tats&#228;chlich so stark werden, m&#252;sste da nicht auch die Erde in der Sonne verschwinden?

    Gr&#252;&#223;e UMa

  10. #10
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.487

    Standard

    Anzeige
    Hallo UMa,
    Du beziehst dich auf den Artikel auf meiner Webseite, den ich nach dem Lesen der oben verlinkten Seite geschrieben habe?

    http://www.final-frontier.ch/index.p...kunft_der_Erde

    Nun, die Infos darin speisen sich auch noch aus einer anderen Quelle: Dem Buch "Life and Death of Planet Earth" von P.Ward und D.Brownlee (die gleichen, die auch das Buch "Rare Earth" verfasst haben).

    Ich k&#246;nnte mir vorstellen, dass der Prozess des sich aufweitenden Erdbahnradius aufgrund des Massenverlustes der Sonne wichtiger ist als die Abbremsung - f&#252;r den Mond gilt das dann nat&#252;rlich nicht. Zudem, was sind 400'000 km, verglichen mit 150'000'000? Du hast aber recht, dass man dem nachgehen sollte, ich werde in dem Buch die Referenz dazu suchen (nur leider habe ich es zur Zeit ausgeliehen).

    EDIT: Ich hab mal ein bisschen nachgerechnet: Das ganze scheint gar nicht so abwegig.
    Zun&#228;chst einmal muss man herausfinden, wieviele Arbeit am Mond durch die Reibung entlang seiner Bahn verrichtet wird. Daf&#252;r habe ich folgende Annahmen getroffen:
    - Die H&#228;lfte der Sonnenmasse ist gleichm&#228;ssig &#252;ber einen Bereich mit dem Radius 1.5 AU "verschmiert" --> Dichte von ca. 2e-5 kg/m^3
    - Der Mond ist eine Kugel (cw = 0.45), + Str&#246;mung ist turbulent (Re ~ 1e9)
    - Die mittlere Geschwindigkeit des Mondes gegen&#252;ber dem Gas betr&#228;gt ca. 1 km/s (Bahngeschwindigkeit des Mondes)

    Damit ergibt sich eine Reibungskraft von etwa 4.3e10 Newton. Entlang der Mondbahn wird damit eine Arbeit von etwa 1e20 Joule verrichtet.
    Der Mond hat eine kinetische Energie von etwa 3.7e28 Joule, und eine potentielle Energie von 7.4e28 Joule, zusammen etwa 1e29 Joule.

    Wenn man pro Umlauf davon jeweils 1e20 Joule verbraucht, dann ist die gesamte Bahnenergie des Mondes in 1.11e9 Uml&#228;ufen oder etwa 90 Millionen Jahren komplett abgebaut.
    Geändert von Bynaus (12.07.2006 um 00:21 Uhr)
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

Ähnliche Themen

  1. Zukunft
    Von Kosmicman im Forum Sonnensystem allgemein
    Antworten: 43
    Letzter Beitrag: 11.05.2010, 12:34
  2. Reise zum Mittelpunkt des Universums?!
    Von JoePopo im Forum Astronomie allgemein
    Antworten: 24
    Letzter Beitrag: 21.02.2006, 20:23
  3. Die Natur des Universums
    Von Macoy im Forum Astronomie allgemein
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 05.02.2006, 03:52
  4. Frage zur Expansion d. Universums
    Von Hosch im Forum Astronomie allgemein
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 09.01.2006, 15:21
  5. Rotation des Universums
    Von iloe im Forum Astronomie allgemein
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 24.08.2005, 04:38

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | Flattr & freiwilliges Bezahlen | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2013. Alle Rechte vorbehalten.  W3C