Anzeige
Seite 1 von 12 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 120

Thema: Wahlsysteme

  1. #1
    Registriert seit
    08.04.2013
    Beiträge
    3.535

    Standard Wahlsysteme

    Anzeige
    Diese Wissenschaftszweige beschäftigen sich mit Wahlsystemen:

    • Statistik
    • Politikwissenschaft (früher meist Politische Wissenschaft, Wissenschaft von der Politik, Wissenschaftliche Politik oder auch Politologie) bzw. Politwissenschaften
    • Angrenzend noch Publizistik, Soziologie, Psychologie, Philosophie, ...


    Aus aktuellem Anlass ein Blick auf das Wahlsystem der USA. Hierzu gute Links:



    Im Endeffekt wählt das Wahlmännerkollegium (welches seinerseits bei der entsprechend indirekten "Präsidentschaftswahl" gewählt wurde) am Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember (19.12.2016) den Präsidenten. Das Ergebnis wird am folgenden 3. Januar ausgezählt, kann jedoch unentschieden ausfallen, woraufhin in diesem Fall das Repräsentantenhaus so oft eine absolute Mehrheit versucht zu wählen (keine Obergrenze an Wahlrunden), bis die Entscheidung steht. Dies kann sich auch über den geplanten Amtsantritt am 20. Januar hinauszögern, woraufhin in diesem Fall der Vizepräsident (und falls dieser auch noch nicht feststeht der Sprecher des Repräsentantenhauses) solange die Amtsgeschäfte übernimmt, bis eine Wahl erfolgreich war.

    Soviel zusammengefasst zum Ablauf. Das aktuell Interessante daran ist, dass die Wahlmänner trotz allem wählen dürfen, wen sie wollen (auch wenn in einigen Staaten eine kl. Geldstrafe droht bei "Untreue") und das in der gerade erfolgten Wahl die Popular-Vote (Wählerstimmen) Hillary gewonnen hat und Trump nur mehr Wahlmänner gewonnen hat, was allerding zählt, wenn sie ihn anschließend ohne Abweichler wählen, wenn!

    Zitat Zitat von Obelix
    Die spinnen die Römer.

    Gruß,
    Dgoe
    Geändert von Dgoe (11.11.2016 um 11:49 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    08.04.2013
    Beiträge
    3.535

    Standard

    Hier noch weitere Links zum aktuellen Teil des Themas:

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2...n-donald-trump
    https://welt.de/amp/politik/ausland/...lte-Trump.html
    https://www.change.org/p/electoral-c...on-december-19


    Einige Details zur Übersicht noch:

    Der US-Kongress besteht aus dem Senat und dem Repräsentantenhaus (letzteres auch Unterhaus genannt).

    • 435 Repräsentanten/innen bzw. Abgeordnete gibt es insgesamt. Siehe:
      Zitat Zitat von Wikipedia_Electoral-College
      Die Verteilung der Abgeordneten auf die Staaten wird durch das Hill-Huntington-Verfahren nach den Bevölkerungszahlen bestimmt, die alle 10 Jahre in der Volkszählung, dem United States Census, erhoben werden.
    • 100 Senatoren/innen gibt es derzeit. Weil jeder Staat (derzeit 50 St.) jeweils 2 Senatoren/innen stellen darf, unabhängig seiner Größe.
    • Kongress = 435 + 100 = 535



    535 +3 = 538 Wahlmänner gibt es, weil jeder Staat, soviele Wahlmänner/-frauen (übrigens manchmal Wahlmännerinnen genannt:-) stellen darf, wie er Senator/innen (also 2) plus Abgeordnete hat.
    Mit andere Worten alle Senatoren/innen + Abgeordnete (entsprechend dem Kongress) +3 ergibt die Anzahl an WahlmännerInnen.
    Plus 3 deswegen, weil der Bundesdistrikt (bestehend aus der Stadt Washington) wie ein kleiner Staat mitgezählt wird, also wie 2 Senatoren/innen + 1 Abgeordnete(r). Dies gilt nur für die Wahlmänner..., ansonsten zählt er nicht als Staat, stellt keine Senatoren... etc.

    Die 538 Wahlmänner... stellen das 'Electoral College' (Wahlmännerkollegium oder Wahlkollegium) dar. Geteilt durch 2 = 269, demnach besteht eine absolute Mehrheit aus min. 270 Stimmen. Daher die oft zitierte Zahl 270.

    Gruß,
    Dgoe


    Edit:
    Während man hier nur Zaungast ist, ließe sich dennoch diskutieren beispielsweise, inwiefern eine solche Konstellation einem gerechten (Wahl-)System entspricht, oder nicht.
    Geändert von Dgoe (11.11.2016 um 14:09 Uhr)

  3. #3
    Registriert seit
    09.10.2016
    Beiträge
    367

    Standard Zahlenmystik

    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    die Popular-Vote (Wählerstimmen) Hillary gewonnen hat
    Woher willst du das wissen wenn Michigan noch nicht einmal ausgezählt ist?

    Zuletzt lachend,

    Yukterez

  4. #4
    Registriert seit
    25.06.2005
    Beiträge
    3.223

    Standard

    Hallo Dgoe,

    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    Edit:
    Während man hier nur Zaungast ist, ließe sich dennoch diskutieren beispielsweise, inwiefern eine solche Konstellation einem gerechten (Wahl-)System entspricht, oder nicht.
    das Wahlsystem der USA zu diskutieren, weil das Ergebnis den eigenen Vorstellungen nicht gerecht wird, ist nicht unbedingt prioritär. Es hat über viele Jahrzehnte gute Arbeit geleistet. Möglicherweise bessere als in anderen Staaten. Ich empfehle den „Zaungästen“, erst einmal etwas Ruhe einkehren zu lassen. Es wird zuviel spekuliert, und das auf Basis unvollständiger Informationen.

    Das zugrundeliegende Problem dieses Wahlentscheids liegt viel tiefer als formale institutionelle Regelungen. Und ist auch keine Überraschung. Weder in den USA noch in Europa.

    Grüsse galileo2609
    RelativKritisch | Pseudowissenschaft auf dem Sezierteller

  5. #5
    Registriert seit
    09.10.2016
    Beiträge
    367

    Standard Der strahlende Gewinner

    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    Hier noch weitere Links zum aktuellen Teil des Themas
    Um zu verstehen warum die Polls Hillary favorisiert haben empfiehlt sich dieser Link:

    Zitat Zitat von Wikipedia, Landslide Victory
    A bandwagon effect, as a significant number of people may decide to vote for the party which is in the lead in the pre-election opinion polls, regardless of its politics.
    Man kann aber auch davon profitieren da die meisten Wettbüros mit den Quoten die CNN vom DNC übernommen hat arbeiten, was dazu geführt hat dass jene die so wie ich auf Trump gesetzt haben ihr Geld verfünffachen konnten.

    Zufrieden,

    Yukterez

  6. #6
    Registriert seit
    08.04.2013
    Beiträge
    3.535

    Standard

    @Yukterez:
    Zitat Zitat von Yukterez
    Woher willst du das wissen wenn Michigan noch nicht einmal ausgezählt ist?
    Oops, Danke für den Hinweis!

    @galileo:
    Zitat Zitat von galileo2609
    das Wahlsystem der USA zu diskutieren, weil das Ergebnis den eigenen Vorstellungen nicht gerecht wird, ist nicht unbedingt prioritär.
    Ich finde insbesondere die eigenen Vorstellungen des Ergebnisses hier nicht prioritär, um nicht zu sagen uninteressant (das wird woanders schon behandelt). Nur diskutiert wird dieses Wahlsystem sowieso und dies nicht zum ersten Mal. Mich persönlich würde schon eher interessieren, wie Akademiker oder wissenschaftlich Interessierte, die vielleicht auch mit Statistik [hat(te) mit Staat zu tun] bewandert sind, über so ein eher rationales Konstrukt denken - daher auch meine Mühe es nochmal kurz darzustellen - oder überhaupt. Muss aber nicht, ist ja freiwillig, wenn. Ich selber schaue mir das Hill-Huntington-Verfahren als nächstes an...


    Grüße,
    Dgoe


    P.S.: Glückwunsch @Yukterez.
    Geändert von Dgoe (11.11.2016 um 23:29 Uhr)

  7. #7
    Registriert seit
    09.10.2016
    Beiträge
    367

    Standard Fair & Square

    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    Mich persönlich würde schon eher interessieren, wie Akademiker oder wissenschaftlich Interessierte, die vielleicht auch mit Statistik [hat(te) mit Staat zu tun] bewandert sind, über so ein eher rationales Konstrukt denken - daher auch meine Mühe es nochmal kurz darzustellen - oder überhaupt.
    Man kann nach verschiedenen Spielregeln spielen, aber wenn man kein schlechter Verlierer sein will gelten auch am Ende des Spiels immer noch die auf die man sich am Anfang geeinigt hat - selbst wenn das manchen anscheinend schwer fällt weil sie aufgrund dessen dass sie viel zu hoch gepokert haben auch sehr viel zu verlieren haben.

    Hart, aber gerecht,

    Yukterez
    Geändert von Yukterez (11.11.2016 um 23:42 Uhr)

  8. #8
    Registriert seit
    08.04.2013
    Beiträge
    3.535

    Standard

    Hallo Yukterez,

    natürlich, selbstverständlich. Eine reine direkte Popular-Vote als Ziel, würde ganz andere Kampagnen verursachen.
    Schade, dass ich schon besichtigte Maps nicht wiederfinde, aber daraus geht hervor, dass in nur einem relativ kleinen Teil der USA, nämlich den Swing-States überhaupt Kampagnen waren und auch dort die Funds, Geld für Werbung usw.

    Ändert man die Spielregeln vorher, würden andere Kampagnen viel weiter gefasst stattfinden, natürlich.
    Man kann nicht sagen, wie ungerecht ist das denn, da so gemünzt wurde. Man kann sich aber über diesen Umstand Gedanken machen, nicht verboten.

    Gruß,
    Dgoe
    Geändert von Dgoe (12.11.2016 um 03:26 Uhr)

  9. #9
    Registriert seit
    09.10.2016
    Beiträge
    367

    Standard popular vote vs electoral college

    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    Man kann nicht sagen, wie ungerecht ist das denn, da so gemünzt wurde.
    Erzähl das mal der Never Trump Crowd!

    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    Man kann sich aber über diesen Umstand Gedanken machen, nicht verboten.
    Der Hauptgrund ist der dass jeder Staat mindestens 3 Wahlmänner haben muss. Alles darüber wird nach der Anzahl der Einwohner berechnet. Hier wird genau erklärt warum das so ist: klick, und weshalb es für so ein großes Land die beste Regel ist: klack.

    Informierend,

    Yukterez
    Geändert von Yukterez (12.11.2016 um 04:45 Uhr)

  10. #10
    Registriert seit
    05.07.2011
    Beiträge
    1.365

    Standard

    Anzeige
    Das System der Wahlmänner ist ein Relikt aus den Zeiten, als diese noch per Pferd nach Washington geschickt wurden, um dort ihre Stimmen abzugeben. Heute ist das unnötig, aber auch nicht unbedingt schädlich, wenn die Bürger sich einig sind.

    Es war in der Vergangenheit so, dass ein einmal gewählter und zuvor wenig akzeptierter Präsident (~ 50% Zustimmung) nach einiger Zeit deutlich höhere Zustimmungswerte (60 - 70%) hatte - einfach weil der Präsident war.

    Spätestens seit Obama und wohl erst recht jetzt bei Trump erreicht dieser keine Einigkeit mehr, sondern vielmehr polarisiert er viel stärker. Obama hat z.B. nie diese Zustimmungswerte erreicht. Wenn dieser Trend anhält, dann steht dieses System vor ernsthaften Schwierigkeiten, weil man - um gewinnen zu können - so stark polarisieren muss, dass man später nicht mehr einen kann. Das ist aber ein Kerngedanke des Präsidialsystems der USA.
    Gruß
    Tom

    «Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.»

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | Flattr & freiwilliges Bezahlen | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2013. Alle Rechte vorbehalten.  W3C