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Thema: Wohin mit dem Atommüll ?

  1. #1
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    Standard Wohin mit dem Atommüll ?

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    Hallo zusammen,

    angeregt durch ein Thema im Nachbarforum: http://www.quantenforum.de/viewtopic.php?f=6&t=636 möchte ich hier die Idee des sogenannten Laufwellen-Reaktors (Wikipedia) vorstellen. Für mich persönlich ist dieses Reaktorkonzept noch relativ neu, aber ich sehe darin auch ein gewisses Potential, um die Frage nach der Beseitigung des vorhandenen Atommülls zu beantworten.

    Um sich einen Überblick über diese Thematik zu verschaffen, empfehle ich den Wikipedia-Link und auch einen Blick auf die Homepage der Firma TerraPower: http://terrapower.com/people/john-gilleland

    Seht Ihr hier auch reelle Möglichkeiten, um den Atommüll wenigstens teilweise wieder loszuwerden, bzw. sinnvoll (d.h. zum Wohle der Menschheit) zu nutzen?
    Freundliche Grüße, B.

  2. #2
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    Standard

    Hallo Bernhard,

    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    ... Für mich persönlich ist dieses Reaktorkonzept noch relativ neu, aber ich sehe darin auch ein gewisses
    Potential, um die Frage nach der Beseitigung des vorhandenen Atommülls zu beantworten...
    komisch, ich dachte auch von Dir schon vor Jahren Beiträge im Thread "Brauchen wir die Kernenergie"
    gelesen zu haben und dort wird doch schon seit längerem von derartigen Reaktoren berichtet, oder
    irre ich mich da? - wieso ist das dann neu für Dich?

    Gruß oldphys

    P.S.: Sorry, eigentliche Antwort beinahe vergessen - natürlich sehe auch ich hier eine reelle Chance,
    aber mit den derzeit in D regierenden Spitzenkräften wird sich da wohl eher nichts tun. Mich
    wundert es sogar, dass für Fusionsforschung noch Geld zur Verfügung gestellt wird. Wahrscheinlich
    hat den verantwortlichen Politikern noch keiner klargemacht, dass auch am Lebensende eines
    Fusionsreaktors 'ne ganze Menge verstrahlter Müll übrig bleibt!
    Geändert von oldphys (21.05.2016 um 16:01 Uhr)

  3. #3
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    Zitat Zitat von oldphys Beitrag anzeigen
    komisch, ich dachte auch von Dir schon vor Jahren Beiträge im Thread "Brauchen wir die Kernenergie"
    gelesen zu haben und dort wird doch schon seit längerem von derartigen Reaktoren berichtet, oder
    irre ich mich da? - wieso ist das dann neu für Dich?
    Hallo oldphys,

    ich hatte vor Erstellung dieses Thema zumindest nach dem Stichwort "Laufwellenreaktor" gesucht und dazu nichts gefunden. Gut möglich, dass ich damals die Möglichkeiten dieser Reaktoren auch nicht gut genug erkannt habe. Wie auch immer, wollte ich dieses Konzept in ein neues Thema packen, so dass etwas spezialisierter darüber diskutiert werden kann.
    Freundliche Grüße, B.

  4. #4
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    Hi,

    und was bleibt dann als Müll übrig? Ausserdem auch ein Kernreaktor, dann auch mit gleichen Risiken? Also mal unabhängig von dem separaten Natriumkreislauf...

    Ich sehe die Grenzen zwischen (unverantwortlichen Größen-)Wahnsinn und Innovation eher fließend, in diesem gesamten Technologiebereich.

    Gruß,
    Dgoe

  5. #5
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    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    und was bleibt dann als Müll übrig?
    Das im LWR entstehende waffenfähige Plutonium ist tatsächlich ein Problem.

    Ausserdem auch ein Kernreaktor, dann auch mit gleichen Risiken?
    Der LWR kann bauartbedingt nicht überkritisch werden. Er entspricht in dieser Hinsicht dem Naturreaktor Oklo (Wikipedia).

    Vielleicht sollte man ja den bestehenden Atommüll "einfach" in ausgebeuteten oder bestehenden Uran-Minen endlagern?
    Geändert von Bernhard (22.05.2016 um 01:08 Uhr)
    Freundliche Grüße, B.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Das im LWR entstehende waffenfähige Plutonium ist tatsächlich ein Problem.
    Uuups, vielleicht ein Grund, dass man jede Entwicklung bis zur schlüsselfertigen Technologie tunlichst vermieden hat? Könnte ja sonstwer...

    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Der LWR kann bauartbedingt nicht überkritisch werden. Er entspricht in dieser Hinsicht dem Naturreaktor Oklo (Wikipedia).
    Schon besser...

    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte man ja den bestehenden Atommüll "einfach" in ausgebeuteten oder bestehenden Uran-Minen endlagern?
    Dort will man aber gerade eventuell noch mehr finden. Minen sind ja so eine Sache. Das passt dann wie ein Propfen drauf, für immer dicht. Dort wird es also wahrscheinlich noch am Wenigsten je geschehen.

    Gruß,
    Dgoe
    Geändert von Dgoe (22.05.2016 um 22:13 Uhr)

  7. #7
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    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    Schon besser...
    Es gibt ein kleines Update im quantenforum. Jens behauptet jetzt, dass man im LWR den Atommüll so weit bearbeiten kann, dass die verbleibenden Isotope nur noch eine Halbwertszeit von 300 Jahren haben. Das wäre ein interessantes Ziel. Die Frage ist nur, ob das auch stimmt und zu welchem Preis dieses Ziel zu erreichen ist.

    Dort will man aber gerade eventuell noch mehr finden.
    Mal sehen.

    EDIT: Zu Pfingsten gab es kurzfristig die Meldung, dass in D von den Erneuerbaren angeblich kurzfristig mindestens genauso viel Strom erzeugt, wie auch verbraucht wurde. Obwohl sich das als Ente entpuppte, so würde es mich nicht wundern, wenn sich die Erneuerbaren langfristig auch weltweit durchsetzen würden. Die Argumente dafür sind einfach zu offensichtlich. So wünschenswert das auch ist, es bleibt das Problem des bestehenden Atommülls, den eigentlich niemand haben will.
    Geändert von Bernhard (22.05.2016 um 23:29 Uhr)
    Freundliche Grüße, B.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Die Argumente dafür [Erneuerbare] sind einfach zu offensichtlich.
    Schön, das von einem Physiker zu hören!

    Gruß,
    Dgoe

    P.S.: Wollte sagen (zu weiter oben): "Gerade dort will man eventuell noch mehr finden." Also nicht unbedingt zur Zeit.
    Geändert von Dgoe (22.05.2016 um 23:50 Uhr)

  9. #9
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    Hallo Bernhard,

    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    ...Zu Pfingsten gab es kurzfristig die Meldung, dass in D von den Erneuerbaren angeblich kurzfristig
    mindestens genauso viel Strom erzeugt, wie auch verbraucht wurde. Obwohl sich das
    als Ente entpuppte, so würde es mich nicht wundern, wenn sich die
    Erneuerbaren langfristig auch weltweit durchsetzen würden. Die Argumente dafür sind
    einfach zu offensichtlich...
    also ich lese aus dem verlinkten Beitrag eher etwas anderes heraus! Ich zitiere dazu mal eine der mir wesentlichsten
    Feststellungen:

    "Die "neuen Erneuerbaren" Windkraft und Fotovoltaik trugen im vergangenen Jahr trotz milliardenschwerer Förderung
    lediglich 3,7 Prozent zur Deckung des deutschen Primärenergiebedarfs bei.
    ."

    Das bedeutet automatisch, dass die fehlenden 96,3% Primärenergie weiterhin hauptsächlich durch "konventionelle" Kraftwerke
    auf Basis der Verbrennung fossiler Energieträger bzw. Atomkraftwerke bereitgestellt werden muss. Das wiederum heißt, dass
    ein weiterer Ausbau der "sog. erneuerbaren Energien" solange unsinnig ist, solange keine effektiven Speicherelemente für diesen
    Energiesektor gleichzeitig mit deren Ausbau zur Verfügung stehen, denn nachts bei Windstille is' nix mit "Erneuerbarer" und
    mindestens solange müssen auch alle "Konventionellen" in Betrieb bleiben, da die zur Absicherung der Grundlast erforderlich sind;
    bei schnellem Ausbau der E-Mobilität müssten wir sogar "konventionell" Aufstocken!

    Damit wären wir bei alternativen "Aufstockungs- oder Ersatzmöglichkeiten", die ich auch in den LWR- bzw. besser gesagt in den
    TypIV-Modellen neuer Kernkraftwerke insgesamt sehe (vor allem, da dort weit über das Plutonium hinaus energiegewinnend
    "abgebaut" werden kann).

    Wie ich bereits erwähnte, sehe ich allerdings hier kurzfristig keine Möglichkeiten für Deutschland und wir werden wohl wertvolles
    Grundlagenwissen darüber zukünftig von anderen Nationen, die heute schon daran arbeiten, teuer erkaufen müssen.

    Irgendwie ist der momentan nicht zu gebrauchende Atommüll viel zu schade zum "Verbuddeln", wenn man dessen Energiegehalt
    auch mit entsprechendem Willen ohne mögliche "GAUs" in preiswerten Strom verwandeln könnte - und wenn es keiner macht,
    haben wir das Problem ewig an der Backe.

    Gruß oldphs

  10. #10
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    Zitat Zitat von oldphys Beitrag anzeigen
    Ich zitiere (...): "Die "neuen Erneuerbaren" Windkraft und Fotovoltaik trugen im vergangenen Jahr trotz milliardenschwerer Förderung
    lediglich 3,7 Prozent zur Deckung des deutschen Primärenergiebedarfs bei.."
    Hallo oldphys,

    ich weiß nicht welche Quelle da bemüht wurde, denn laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hatten die erneuerbaren Energien des Stromsektors (davon 74% von Windkraft, Sonnenenergie und Wasserkraft) einen Anteil von 2015: 32,6% und 2014: 27,4% und 2011 ca. 20% (mein letzter Stand) und erst 1990 bei 3,4%.

    Zitat Zitat von oldphys Beitrag anzeigen
    Das bedeutet automatisch, dass die fehlenden 96,3% Primärenergie weiterhin hauptsächlich durch "konventionelle" Kraftwerke auf Basis der Verbrennung fossiler Energieträger bzw. Atomkraftwerke bereitgestellt werden muss.
    Oder das bedeutet automatisch, dass die fehlenden 96,3% (heute 67,4%) Primärenergie weiterhin hauptsächlich durch den Ausbau der Erneuerbaren angegangen werden sollte.

    Muss man halt eine Menge Schwungrad-Speicherkraftwerke bauen, wie gesagt. Gibt schlimmeres.

    Gruß,
    Dgoe

    P.S.: Was ist dann der Sekundärenergiebedarf? Dieselgeneratoren
    Geändert von Dgoe (23.05.2016 um 20:18 Uhr) Grund: Tippfehler & Detailergänzung

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