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Thema: Was kostet ein Klick - mal anders

  1. #1
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    Standard Was kostet ein Klick - mal anders

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    Hi,

    da war eine Reportage "Die Macht der Internet-Bosse" des Senders Canal+ (Frankreich), hier gesehen mit Übersetzung auf ZDFinfo.


    Mit folgendem Inhalt ausschnittsweise und ungefähr sinngemäß:


    Silicon Valley ist um San Francisco gruppiert, der Stadt, in der die Hippiebewegung ihren Anfang nahm, eine Stadt, die für viele Gegenkulturen eine Quelle seit je her ist - keine typische amerikanische Stadt.


    Google:

    • Hauptsitz: 40 km².
    • 50.000 Angestellte weltweit, davon 1.200 Millionäre.
    • Höchster Börsenwert weltweit.



    Startgehalt:

    • Facebook $9000.
    • airb&b $7000.



    San Francisco:

    • 11 Milliardäre.
    • 20% der Bevölkerung lebt von weniger als $1/Tag.
    • Obdachlosenzahl in 2 Jahren um 25% gestiegen.
    • Einige Mieten in 1 Jahr verdoppelt.
    • 3 Zimmer-Wohnung kann schon mal € 8500,- kosten.
    • Zwangsräumungen sind alleine 2013 um 25% gestiegen.
    • Der Alice-Act (phonetisch notiert) ermöglicht es Vermietern, die ihr Vermietungsgeschäft aufgeben wollen, es zu verkaufen und Zwangsräumen zu lassen (!), dann haben sie nichts mehr damit zu tun.
    • Preise für neues 2-Zimmer-Appartement 700-1200 Tausend Euro.
    • Porprietäre Busunternehmen der Unternehmen blockieren öffentliche Haltestellen immer wieder, nutzen die Infrastrukstur der Stadt, erlauben aber nur Zutritt für Angestellte. Demos, blockierede Tanzperformances for den Bussen...
    • Polizei wird privatisiert: Polizeistationen vor der Tür (facebook) werden subventioniert, Beispiel $300,000.
    • Polizisten mit doppelten Gehalt ausgestattet, einzige Bedingung: Einen Evakuierungsplan zu erstellen.
    • Steuerzahlungsvermeidungen/-erpressung von Twitter 2011: Wenn die Stadt den Konzern nicht von Abgaben auf Löhne neuer Mitarbeitern befreit für 6 Jahre, verlässt sie (Twitter) die Stadt (Forderung entspricht einem geschätzen Verlust von 50 Millionen Dollar für die Stadt).
    • Mittlerweile wurde sogar die Steuererhebungsstruktur angepasst, mit der Twitter unzufrieden war. Alles gerechtfertigt durch die übrigen Einnahmen und die Belebung der Nachfrage durch die Firmenpräsenz, beispielsweise bei Cafés und Restaurants. Realität ist aber, dass die Angestellten autark versorgt sind, wie in einer Festung.
      Mittlerweile gibt es einen Trend, 10 andere HighTechFirmen zahlen auch keine Abgaben für Löhne mehr (!).



    Apple:

    • Apple hat in Irland die Tochter AOI (Apples Operations International) und damit 30 Milliarden Dollar Gewinn gemacht in 5 Jahren, ohne Steuern darauf irgendwo zu zahlen (!).
    • Der Trick: Die Firma in Irland muss keine US-Steuern zahlen, aber auch in Irland nicht, weil alle Vorstandstreffen ausschließlich in Silicon Valley stattfinden und das Unternehmen von dort aus gemanaged wird, ergo ein Phantom, das nirgendwo existiert.
    • Angestellte in Irland: 1 Person - die wohlgemerkt 30 Milliarden Gewinn macht. Irländische Behörden verweise auf ihre Gesetze und würden bei internationalen Steuerabkommen, die dem beikommen natürlich zustimmen, halten die Dame (die Person) aber für sehr intelligent... *kopfschüttel*
    • Tim Cook (Apple) wurde genau deswegen vom amerikanischen Senat gehört.
    • Dabei wurden gleich 3 Unternehmen zum Vorwurf gemacht, die über/von Irland aus Steuern "sparen", die goldene Gans nach Irland bringen. Rechtliche Schritte wurden nicht unternommen. Tom Cook verteidigt sich damit, keine Gesetze gebrochen zu haben, auch nicht singemäß (!).



    u.v.m.



    Ich denke, das sind die viel realeren subtileren Gefahren (nicht Cyberwar, Hacker, jemand schaltet meinen Kühlschrank aus, etc.).
    Die wir oft mit jedem Klick unterstützen. Auch hier, jeder Klick hier wird von einem amerikanischen Server verwertet - right around the corner von Silicon Valley. Deutsche Rechtsprechung ist sehr lokal. Was drüben passiert, macht jeder Klick von DIR hier mit Anteil.

    Sollte man wissen, sollte man allgemein thematisieren.


    Gruß,
    Dgoe



    P.S.: natürlich gibt es schlimmere Probleme, ohne Frage. Ich rede aber von den USA, einem Rechtsstaat, einem HighTech-Phänomen. Und ja, Datenschutz mal außen vor für einen Moment, vernebelt nur die Sicht.
    Geändert von Dgoe (04.04.2016 um 01:50 Uhr)

  2. #2
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    Ich verstehe nicht, was kostet denn nun ein Klick
    Und was genau möchtest du, das wir in Zukunft nicht mehr machen
    cs, Frank
    frank-specht.de

  3. #3
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    Zitat Zitat von FrankSpecht Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht, was kostet denn nun ein Klick ...
    kostet ein wenig Informationsfreiheit.

    ...Und was genau möchtest du, das wir in Zukunft nicht mehr machen
    keine Monopole fördern.


    Google ist ein gutes Beispiel.
    Die Informationen die wir von G bekommen sind gut, aber sie haben eine Farbe (Richtung),
    die Färbung liegt im billigen Ermessen von G und G weiß genau welche Farben du magst.

    bedenklich ist.
    Der Normaluser ist nicht mehr in der Lage Google zu umgehen.


    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    Google: ...
    50.000 Angestellte weltweit, davon 1.200 Millionäre...
    @Dgoe
    was für einen Browser benutzt du gerade ?
    Klick mal tüchtig die 50.000 wollen am nächsten 1. Geld sehen.
    Grüße
    Wotan

  4. #4
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    Hallo Dgoe,

    die Probleme, die Du nennst, betreffen nicht nur Internet-Firmen, sondern alle Firmen. Unsere Grossväter haben für bessere Arbeitsbedingungen gekämpft und dafür manch' Nachteile hinnehmen müssen, aber das war eine kurze Periode Utopia und wird längst verwässert.

    Tatsächlich hat irgendein statistisches Amt in Zürich festgestellt, dass die Menschen in Zürich weniger arbeiten. Genauer nachsehen will man dort nicht, obgleich eigentlich jeder hier weiss, dass das daher kommt, dass man pro Woche nur noch 45 Stunden arbeiten darf, und was darüber hinausgeht halt heimlich zu Hause geschieht, weil man seinen Job nicht riskieren möchte. Das geht dann, wenn einem der Job Spass macht und man sich für ein Projekt bzw. dessen Erfolg verantwortlich fühlt.

    Dass Familie dabei auf der Strecke bleibt hat natürlich andere Gründe - sonst würde man nicht als "belastbar" gelten, was einem beruflichen Todesurteil gleichkommt.

    Was ich sagen will: es wird mehr gearbeitet, aber die sozialdemokratisch-grüne Regierung hat dafür gesorgt, dass man das "zum Schutz der Arbeitnehmer" nicht mehr aufschreiben darf und deswegen auch keine Überstunden mehr ausbezahlt bekommt. Und in der Statistik steht nur die aufgeschriebene Arbeitszeit.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  5. #5
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    Hallo zusammen,

    mir ging es vor allem darum, dass man sich der Dinge bewusst ist/wird, die da geschehen. Und dass man darüber spricht letztendlich...
    Die Arbeit von Canal+ ist sehr lobenswert und zitatwürdig, daher steht sie da oben auch.

    Man kann aus Deutschland aus nun nicht direkt auf die neuen Oligarchen in San Francisco Einfluss nehmen beispielsweise.
    Man sollte aber wieder einmal das Internet nicht unterschätzen: Je größer die internationale Empörung im Web und darüber hinaus, desto größer wird der Druck auf die Unternehmen, denn vom Web und den Trends sind sie so abhängig, wie sie mitspielen wollen.
    Dass der Community der Dreck vor deren Haustür nicht entgeht, macht sie erst dafür sensibel. Normale Demos gibt es dort ja schon täglich.

    Man darf sich auch ohne Internet betroffen fühlen, schließlich bedient man hauptsächlich mit Klicks (inkl. Tastaturklicks) die Computer, nutznießt die digitalen Errungenschaften. Daher ist ein Klick auch eine Art Währung über Adclicks hinaus.

    Gruß,
    Dgoe

  6. #6
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    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    ... Man kann aus Deutschland aus nun nicht direkt auf die neuen Oligarchen in San Francisco Einfluss nehmen beispielsweise...
    Hallo Dgoe,

    natürlich kann man,

    • benutzt man die Produkte der Oligarchen dann unterstützt man diese.
    • benutzt man die Produkte nicht dann unterstützt man diese auch nicht.




    Die Reportage ist bei ZDF Mediathek noch zu sehen, habe diese gerade angeschaut.
    Grüße
    Wotan

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