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Thema: Was macht Philae?

  1. #11
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    Standard Die Position nach der Drehung

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    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    Ende im Gelände? Verschlimmbesserung?
    Hallo Doge,
    Philae hat bis jetzt schon einiges ausgehalten, da ist es wahrscheinlich das er weiter tickt solange er Energie bekommt.
    Nur ohne Kommunikation werden wir es nicht erfahren.

    Es gibt gar nicht so viele unterschiedliche Positionen die Philae einnehmen könnte:

    • 1. Philae steht auf dem Landegestell und hat drei Beine auf dem Boden. So war es geplant.
    • 2.1 Philae liegt schräg und das Landegestell hat Bein 1 und 2 auf dem Boden.
    • 2.2 Philae liegt schräg und das Landegestell hat Bein 2 und 3 auf dem Boden.
    • 2.3 Philae liegt schräg und das Landegestell hat Bein 3 und 1 auf dem Boden.
    • 3. Philae steht auf dem Kopf und das Landegestell ragt komplett nach oben.
    • 4. Dann gibt es noch die Möglichkeit das der Lander irgendwie auf den CONSERT-Antennen liegt.

    Die Consert-Antennen sind die an den schrägen Flächen angebrachten langen Stab-Antennen. Das Consert Experiment benutzt einen Frequenzbereich (90 MHz und 8 MHz) der Materie leichter durchdringen kann und wird nicht so einfach durch Hindernisse verdeckt wie es bei den Kommunikations-Antennen (S-Band 2,5 bis 2,69 GHz) der Fall ist. Durch einschalten des Consert-Signals könnte überprüft werden ob Philae noch tickt, da große Reichweite.

    Rosetta hat sich erneut den Kometen angenähert und befindet sich seit einigen Tagen in der theoretischen Sendereichweite der Philae-Antennen.
    Grüße
    Wotan

  2. #12
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    Hallo Wotan,

    es kann ja auch sein, dass Philae nicht auf ebenem Grund steht, wie herum auch immer, sondern irgendwie seitlich in einem Loch steckt. Vielleicht stand er auf Kippe und es ging noch weiter abwärts nach seiner Bewegung. Oder die Bewegung hat ihn so versetzt, dass die Antenne jetzt genau vor einen Felsen liegt, bzw unter einem Vorsprung.

    Hoffe, dass man aus irgendeinem Winkel noch mal was von ihm hört.

    Gruß,
    Dgoe

  3. #13
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    Standard

    Gutes Gerücht bei raumfahrer.net:
    Philae soll sich letzte Nacht 10 sec gemeldet haben (1x finische Quelle)

    Grüße Senf

  4. #14
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    Standard kurzer Zwischenbericht zur Nachrichtenlage

    Zitat Zitat von Herr Senf Beitrag anzeigen
    ...Philae soll sich ... gemeldet haben (1x finische Quelle) ...
    Auf finnischen Seiten wurde über einen Kontakt zu Philae berichtet. Danach wurden 51 Datenpakete übertragen, die allerdings keine sinnvollen Informationen enthalten haben.


    Wie sind diese Datenpakete aufgebaut?
    Wie kann man fehlerhafte Datenpakete erkennen?

    Packet Telemetry

    Die Pakete bestehen aus einem Paket Kopf (paket header) und einem Datenfeld dessen Länge variable ist und im Paketkopf festgelegt wird.
    Hier eine Zusammenfassung, Details können der Packet Telemetry Standard PSS-04-106 der ESA entnommen werden.

    Der Paketkopf besteht aus 48 Bit [1. word] [2. word] [3. word]
    Eine # steht für ein Bit und kann eine 0 oder eine 1 enthalten.
    Ein 16 Bit word steht in [eckigen Klammern] .

    [### # # ########### ] [ ## ############## ] [ ################ ] [1. Daten] [n. Daten]

    [1. word] enthält:
    Die Versionsnummer.
    Der Type des Pakets Telemetrie oder Telekommando (Daten oder Steuerbefehle)
    Data Field Header Flag
    und es gibt die IP des Pakets also die Quelle wo das Paket her kommt.
    Quellen können sein: SESAME, Anchor, MUPUS usw.

    [2. word]
    Segmente Kontrolle

    soll eine größere Datenmenge übertragen werden, so wird diese in Segmente zerlegt und mit mehreren Datenpaketen übertragen. Bilder zum Beispiel.

    [3. word]
    hier ist die Länge der Pakete gespeichert. Die Paketgröße ist variabel und wird hier festgelegt, für jedes Paket.

    [4. word]
    hier beginnen die zu übertragenden Daten.


    [n. word]
    zum Schluß wird noch eine Fehlererkennung angehängt.
    Bei der Datenübertragung können Fehler auftreten ein Bit kann umkippen dann steht dort auf einmal eine 1 statt einer 0 oder umgekehrt. Solche Fehler werden mit Hilfe der Paket Error Control Daten erkannt. Der Reed-Solomon-Code ist ein beliebtes verfahren zur Fehlererkennung.
    Siehe Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Reed-S...ror_correction


    Besonders bei den Telekommandos ist die Fehlererkennung wichtig.
    1988 wurde der Satellit Fobos I durch ein Bitfehler abgeschaltet. Ein völlig intakter Satellit ging verloren weil ein Übertragungsfehler nicht erkannt wurde. Seit dem ist man sorgfältiger mit der Datenübertragung und der Fehlererkennung.
    Grüße
    Wotan

  5. #15
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    Standard

    Hallo Wotan,

    immerhin heißt ein Lebenszeichen, das da prinzipiell noch was geht. Nicht ganz ende im gelände.

    Wenn man mit dem Orbit noch variiert, und den peu à peu optimiert, dann besteht ja noch Hoffnung.

    Just my 2 c.
    Dgoe

  6. #16
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    Standard

    Wollten die nicht ungefähr jetzt das ganze Rosettaprogramm beenden?

    mit freundlichen Grüßen
    pane

  7. #17
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    Standard

    Zitat Zitat von pane Beitrag anzeigen
    Wollten die nicht ungefähr jetzt das ganze Rosettaprogramm beenden?
    Hallo pane,

    ich meinte, die Mission sei verlängert worden bis ungefähr September 2016 und wird dann mit der "Landung" der Rosetta-Muttersonde, die auf dem Kometen aber nur wenige Pond wiegt, abgeschlossen.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  8. #18
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    Standard

    1988 wurde der Satellit Fobos I durch ein Bitfehler abgeschaltet. Ein völlig intakter Satellit ging verloren weil ein Übertragungsfehler nicht erkannt wurde.
    Wozu zum Teufel baut man in einen Satelliten eine Funktion zum endgültigen Abschalten mit ein?!
    101010

  9. #19
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    Zitat Zitat von Kibo Beitrag anzeigen
    Wozu zum Teufel baut man in einen Satelliten eine Funktion zum endgültigen Abschalten mit ein?!
    Nur zur Sicherheit, zum Beispiel wenn er die Weltherrschaft übernehmen will, oder so...

  10. #20
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    Zitat Zitat von Kibo Beitrag anzeigen
    Wozu zum Teufel baut man in einen Satelliten eine Funktion zum endgültigen Abschalten mit ein?!
    Hallo,

    es macht schon Sinn das Komponenten ein und ausgeschaltet werden, Energiemanagement oder beim Raketenstart oder umschalten zwischen redundanten Systemen usw.

    Ein fiktives vereinfachtes Beispiel:
    Ein Satellit hat 2 Antennen zur Kommunikation mit der Erde, Antenne A und B.
    Man möchte zur weiteren Kommunikation von Antenne A nach B wechseln.
    Es wird eine Befehlssequenz gesendet: Antenne B einschalten und Antenne A abschalten.
    Wenn der erste Befehl auf Grund eines Übertragungsfehlers nicht ausgeführt wurde der zweite A abschalten wurde aber ausgeführt. Dann war es das, der Satellit kann keine Befehle mehr empfangen, da beide Antennen ausgeschaltet sind.

    Natürlich werden heute solche Übertragungsfehler erkannt, siehe weiter oben bei der Packet Telemetry.

    Beispielhaft für die Überwachungssysteme eines Satelliten beschreibe ich ein Watchdog verfahren.
    Der Bordcomputer bekommt die Aufgabe nach einer erfolgreichen Kommunikation einen Timer zu starten meinetwegen 42 h. Findet innerhalb dieser 42 h eine neue Kommunikation satt wird der Timer wieder auf 42 h gesetzt. Läuft der Timer aus da in der Timerzeit keine Kommunikation stattgefunden hat wird das Kommunikationssystem mit den Grunddaten neu gestartet.

    Das Watchdog verfahren ist also ein Zeitfenster innerhalb dem eine Reaktion der zu überwachenden Komponente erfolgen muß, sonst geht man von einer Störung aus und reagiert dem entsprechend.
    So kann auch der Bordcomputer selbst überwacht werden, dann wird nach der Timerzeit der Bordcomputer neu gestartet.
    Grüße
    Wotan

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