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Thema: Wortwahl

  1. #1
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    Standard Wortwahl

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    Das "Bild des Tages" am 24. August 2015 ist informativ und schön, nicht aber der Text dazu:

    "...Kelly war im Frühjahr auf die ISS gekommen und soll insgesamt ein Jahr lang im All bleiben. Sein Zwillingsbruder, auch ein Astronaut, blieb auf der Erde und steht so als "Vergleichsobjekt" für die Folgen eines Langzeitaufenthalts im All zur Verfügung. ..."

    Auch wenn "Vergleichsobjekt" in Anführungszeichen gesetzt ist: ein Mensch ist kein Objekt. Man kann doch ganz einfach "Vergleichsperson" sagen.

    Beste Grüße,
    bolibo

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von bolibo Beitrag anzeigen
    Auch wenn "Vergleichsobjekt" in Anführungszeichen gesetzt ist: ein Mensch ist kein Objekt.
    Hallo bolibo,

    selbstverständlich ist ein Mensch ein Objekt. Nur die Umkehrung gilt nicht, d.h. nicht jedes Objekt ist ein Mensch. Oder mathematisch korrekt ausgedrückt: es gibt mindestens ein Objekt, welches kein Mensch ist, beispielsweise eine Katze oder der Stern Sirius oder eines der Elektronen um einen Gold-Atomkern.

    Zitat Zitat von bolibo Beitrag anzeigen
    Man kann doch ganz einfach "Vergleichsperson" sagen.
    Eine "Vergleichsperson" ist irreführend, denn das könnte auch ein Nicht-Verwandter sein. Man möchte möglichst "ähnliche" Objekte vergleichen und das wird von einem verwandten Menschen natürlich besser erfüllt als von einem nicht-verwandten Menschen.

    Natürlich kann man die Wortwahl "Objekt" auch zynisch verstehen, in dem Sinne, dass beispielsweise Frauen oftmals als "Sex-Objekte" oder "Objekte der Begierde" betrachtet werden, aber eine solche Qualifizierung reduziert die betrachtete Person, die über zahlreiche Merkmale verfügt, auf ein einziges Merkmal.

    Es ist unwissenschaftlich, ein Objekt mit vielen Merkmalen auf ein einziges Merkmal zu reduzieren, und wird im allgemeinen auch zu unzutreffenden Resultaten führen.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  3. #3
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    Standard

    Hallo zusammen,

    intuitiv schließe ich mich bolibo an, nach kurzer Recherche könnte man es in etwa so zusammenfassen:

    "Als Objekt bezeichnet man für gewöhnlich einen Gegenstand, während ein Mensch eher als Subjekt angesehen wird, entweder als Abwertung oder allgemein wegen seiner geistigen, sich seiner selbst bewußten 'Komponente'.

    Ein Gegenstand, als existierende Entität, kann ontologisch auch ein Mensch sein, wobei die Betrachtung eher etwas Passivem gilt, sozusagen die geistigen Inhalte ausblendend."


    Im wissenschaftlichen Kontext mag eine solche Verwendung, ein solcher Gebrauch des Begriffs "Objekt" vielleicht gerade noch durchgehen, besonders wortgewandt ist er jedoch keinesfalls mMn. In jedem Fall würde ich persönlich auch "Vergleichsperson" dem "Vergleichsobjekt" vorziehen, womit jeglicher Stein des Anstoßes im Vorfeld ausgeräumt wäre. Zumal es sich um einen Text handelt, der sich an ein breites Publikum, an die Öffentlichkeit und nicht etwa nur an die Fachwelt richtet.

    Ich sehe auch nicht, wie das Eine dem Umstand der Verwandtschaft (Zwillinge) mehr Rechnung trägt, als das Andere. Das ergibt sich doch (ausschließlich) aus dem Kontext.

    Gruß,
    Dgoe
    Geändert von Dgoe (28.08.2015 um 15:29 Uhr)

  4. #4
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    1.204

    Standard

    Schon Immanuel Kant stellte fest, dass ein Mensch niemals nur Mittel, sondern immer auch Zweck an sich ist. Vom moralischen Standpunkt her ist die Wortwahl mit Sicherheit verfehlt. Vielleicht kann man sich auf "Vergleichsorganismus" einigen, da es sich ja primär um medizinische Sachverhalte zu handeln scheint, die man miteinander vergleichen will.

  5. #5
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    Ich verwende in meinen Posts häufig Worte mit 'einem' oder "zwei" Anführungszeichen mit dem Anspruch: "Hallo Leser, ich habe mir bei dieser Wortwahl etwas gedacht, denk da mal hin!"

    Wie dieser Thread zeigt, funktioniert das auch bei Anderen.
    Raum IST, Zeit IST.

  6. #6
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    Standard

    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    "[...] während ein Mensch eher als Subjekt angesehen wird, entweder als Abwertung [...]
    Nun ist der Zwilling zwar männlich, aber wäre er weiblich,
    Zitat Zitat von bolibo Beitrag anzeigen
    Man kann doch ganz einfach "Vergleichsperson" sagen.
    dann könnte auch der Gebrauch von "...person" unter Umständen nicht ganz politisch korrekt sein
    umgangssprachlich, abwertend in schlechtem Ruf stehende, nicht geachtete Frau, Weibsperson
    (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache)

    Grüsse galileo2609
    Geändert von galileo2609 (28.08.2015 um 21:52 Uhr)
    RelativKritisch | Pseudowissenschaft auf dem Sezierteller

  7. #7
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    Standard

    Hallo Galileo,

    In dem digitalen Wörterbuch a) zu Person:
    Mensch

    Personen mit der Bahn, mit dem Schiff befördern
    Schon besser b):
    Einzelmensch hinsichtlich seiner äußeren und inneren Eigenschaften
    Alleine schon, weil a) ein Zirkelschluß ist, die Definition enthält den zu definierenden Begriff.

    Zwar istder Mensch 'maskulin' und die Person "feminin", na und? Political correctness kann man auch maßlos übertreiben, um letztendlich doch nur davon abzulenken, wie es tatsächlich ist. Gibt es dadurch mehr Frauen in Vorständen?

    Ich hab wahrscheinlich nur die Pointe nicht verstanden.

    Gruß,
    Dgoe


    edit: ok, die Definition a) ist 'Mensch' ganz kurz, darunter nur die Erklärung.
    Geändert von Dgoe (29.08.2015 um 06:55 Uhr)

  8. #8
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    4

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    Dann schlage ich vor, ganz unverfänglich und neutral einfach zu schreiben; "... steht zum Vergleich ... zur Verfügung".
    Geändert von bolibo (19.09.2015 um 09:31 Uhr)

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