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Thema: Luftdruckveränderung in der Erdgeschichte?

  1. #1
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    Standard Luftdruckveränderung in der Erdgeschichte?

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    Hallo allerseits,

    mich hat heute mal interessiert wie weit sich die irdische Atmosphäre in den letzten etwa 300 Millionen Jahren abgebaut hat bzw. weiter abgetragen wurde. (Meine Vermutung ist dass der ohnehin eher abnehmende Vulkanismus seit der Erdentstehung auch immer weniger Gase nach oben befördert die das ausgleichen könnten)

    Suchmaschinen liefern leider nichts Brauchbares weil man mit Klimamodellen überschüttet wird sobald man irgendwas mit Atmosphäre und Erdgeschichte sucht...

    Mich interessieren dazu nun keine tiefgreifenden Doktorarbeiten sondern eher zusammenfassende Artikel die den Stand der Forschung widergeben. Gibt es sowas?

    Gruß Alex

  2. #2
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    Moin Alex,

    suche mal mit diesen Stichwörtern "air pressure earth history".

    Gleich der erste Treffer liefert bei mir dieses Ergebnis:
    • The pressure could have been at 1 bar throughout Earth’s earlier life, risen to 4–5 bar ~100 Mya (just at the time when the giant fliers needed it), and then returned to 1 bar (curve A).
    • The pressure could have been ~4–5 bar from Earth’s beginning, 4600 Mya; and ~65 Mya, it could have begun to come down to today’s 1 bar (curve B).
    • The atmosphere could have started at higher pressure and then decreased continuously through Earth’s life to ~4–5 bar ~100 Mya and down to 1 bar today (curve C).
    cs, Frank
    frank-specht.de

  3. #3
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    Hallo Alex74,

    hab auch was gefunden https://www.uni-due.de/unikate/resso...4-Beckmann.pdf

    vor 4,7 Mrd Jahren 60 bar und 260° H2O-dominiert, also Sauna und Druck kommt durch Wasserdampf
    Abkühlung und viel Regen mit Bildung der Ozeane und ...
    vor 2 Mrd Jahren noch 2 bar und 30° - ca. 2% H2O, 75% N2, 23% CO2
    danach kommen Chemie und Biologie - C wird gebunden und O2 freigesetzt

    heute 21% O2 und 1 bar bei 14° mittlere Temperatur durch Treibhauseffekt, sonst würden wir bei -18° frieren.
    Das mit den fliegenden Dinos bei 5 bar scheint eine gewagte These zu sein, die Eiszeiten sprechen gegen Drücke > 1 bar.

    Grüße Senf

  4. #4
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    Zitat Zitat von Herr Senf Beitrag anzeigen
    Das mit den fliegenden Dinos bei 5 bar scheint eine gewagte These zu sein, die Eiszeiten sprechen gegen Drücke > 1 bar.
    Während der Dino-Zeit gab es keine echte Eiszeit, oder?

    PS: Ich habe mal nach "luftdruck co2" gesucht - alter Schwede - nur Waffenergebnisse
    Ich habe nur deshalb danach gesucht, weil mir 2 bar bei 23% CO2 zu gering erscheinen.
    Geändert von FrankSpecht (24.04.2015 um 04:40 Uhr)
    cs, Frank
    frank-specht.de

  5. #5
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    Hallo Alex,

    die Gesamtmenge der Gase die die Erdatmosphäre bilden, ist mit Ausnahme der des Sauerstoffs, in den letzten 300 Millionen Jahren nahezu konstant geblieben. Größere relative Veränderung gab es nur bei CO2, H20 und Spurengasen, die aber auf die Gesamtmenge nicht viel ausmachen.
    Die einzigen Veränderungen der Gesamtmenge der Atmosphäre betrifft den Sauerstoff. Der Sauerstoffgehalt nahm von ca. 30-35% vor 300 Millionen Jahren (Karbon/Perm) auf ca. 12-15% vor 250 Millionen Jahren (Perm/Trias) ab, um dann auf etwa 14-18% vor 200 Millionen Jahren (Trias/Jura) wieder anzusteigen.
    Für Jura, Kreide und Tertiär gibt es etwas unterschiedliche Rekonstruktionen. In vielen steigt das Sauerstoffgehalt mit nur geringen Schwankungen auf den heutigen Wert, der aber in der Kreide schon fast erreicht wird. In einigen anderen gibt es ein Zwischenmaximum in der Kreide bei 22-28% Sauerstoff, danach fällt der Sauerstoffgehalt bis heute hin ab.
    Hier eine sehr kurze Übersicht in der Wikipedia. Die Grafik geht von der hohen Entwicklung in der Kreide aus.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Entwick...tmosph.C3.A4re

    Der Gesammtdruck der Luft betrug also vor 300 Millionen Jahren etwa 115% des heutigen Wertes und vor 250 Millionen Jahren etwa 92% des heutigen Wertes. Die Veränderung ist fast ausschließlich durch die Veränderung des Sauerstoffgehaltes bedingt.

    Grüße UMa

    PS: Das was auf der von Frank in #2 verlinkten Webseite steht, ist offensichtlich Blödsinn. Sowohl das mit den 4-5 bar, damit die Flugsaurier fliegen können, als auch das mit dem riesigen CO2 Gehalt. Wirbeltiere würden ersticken. Außerdem ist der CO2 Gehalt der letzten ein paar hundert Millionen Jahre mittlerweile ganz gut rekonstruiert, sodass man das ausschließen kann.

  6. #6
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    Was ich dabei nicht verstehe, wie kann der Sauerstoffanteil sinken? Der Stickstoffgehalt in absoluten Zahlen dürfte recht konstant geblieben sein. Alles Eisen und Schwefel sind schon vor ca. 2 Milliarden Jahre oxidiert, Silizium noch früher, bleibt also nur noch Kohlenstoff übrig. Aber denn müssten wir ja grössere Mengen CO2 haben. Haben wir aber nicht.

    mit freundlichen Grüssen
    pane

  7. #7
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    @Pane: Der Sauerstoffanteil ist einfach eine Funktion von Sauerstoffproduktion und -konsumation. Pflanzen setzen Sauerstoff frei, und alle Verottungsprozesse organischer Materie konsumieren ihn wieder. Zudem ist die Ablagerung von Kalk eine CO2 (und damit auch Sauerstof-) Senke. Der Sauerstoff ist nur wegen der Biosphäre da, und damit ein Ausdruck ihrer Produktivität im Vergleich zu den geologischen Sauerstoffsenken (die auch nicht konstant bleiben müssen).

  8. #8
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    Danke für die Antworten, habe mir die Links angesehen - sehr interessant. Ich hätte den Abtrag durch Sonnenwind größer geschätzt.

  9. #9
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    Das Erdmagnetfeld schützt die dünne Atmosphäre vor dem Abtrag. Die Verlustraten bei der Venus sind viel höher - und waren es auch mal beim Mars, als noch mehr Atmosphäre da war. Das ist die wahre astrobiologische Bedeutung des Erdmagnetfeldes, viel mehr als der direkte Schutz vor kosmischer Strahlung, den auch die Atmosphäre allein leisten kann.

  10. #10
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    Wo ist eigentlich das Neon geblieben? Die Häufigkeit der Elemente auf der Erde stimmt so halbwegs mit der Häufigkeit der Elemente im Weltall überein. Grosse Ausnahme, Helium und Neon. Helium ist zu leicht als dass die Erde es halten könnte. Aber Neon ist etwa so schwer wie Wasser und Wasser hält die Erde doch auch.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Das Erdmagnetfeld schützt die dünne Atmosphäre vor dem Abtrag. Die Verlustraten bei der Venus sind viel höher - und waren es auch mal beim Mars, als noch mehr Atmosphäre da war. Das ist die wahre astrobiologische Bedeutung des Erdmagnetfeldes, viel mehr als der direkte Schutz vor kosmischer Strahlung, den auch die Atmosphäre allein leisten kann.
    Wie kommt es denn, dass die Venus eine viel dichtere Atmosphäre hat, wobei sie ja angeblich geologisch tot ist und somit keine aktive Vulkane mehr hat?

    mit freundlichen Grüssen
    pane

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