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Thema: Asteroseismologie: Der Puls eines Sterns verrät sein Alter

  1. #1

    Standard Asteroseismologie: Der Puls eines Sterns verrät sein Alter

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    Die Schwingungen von gerade entstandenen Sternen können offenbar etwas über ihr genaues Alter verraten. Dies bestätigte jetzt die Auswertung von Daten zweier Raumsonden und von erdgebundenen Teleskopen. Somit kann die Asteroseismologie den Astronomen in Zukunft helfen, die frühe Phase im Leben eines Sterns besser zu verstehen. (4. Juli 2014)

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  2. #2
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    Zwintz und ihr Team konnten nun erstmals zeigen, dass die beobachteten Schwingungseigenschaften junger Sterne tatsächlich von ihrem jeweiligen Entwicklungszustand abhängen: Die am wenigsten entwickelten jungen Sterne schwingen am langsamsten, während die am weitesten entwickelten - also die, die kurz vor dem Beginn des Wasserstoffbrennens im Kern stehen - die kürzesten Perioden zeigen.
    Verstehe ich nicht. Müsste das nicht Heliumbrennen heißen? Ich meine Wasserstoff wird doch von Anfang an im Kern Fusioniert, irgendwie ergibt das Logisch keinen Sinn, oder habe ich da nen Denkfehler? Dachte Wasserstoff wird von Anfang an im Kern Fusioniert, und ältere Sterne gehen dann über den Wasserstoff in den Schallen zu verbrennen und Helium im Kern zu Fusionieren. Und je nach Masse des Sterns geht der Zyklus weiter, über Silizium bis hin zu Eisen wo dann endgültig unabhängig von der Masse des Sterns Schluss ist.
    Geändert von lynx007 (05.07.2014 um 12:30 Uhr)

  3. #3
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    Moin lynx007,

    du hast keinen Denkfehler. Tatsächlich geht aus dem astronews-Artikel folgendes Detail nicht genau hervor: Die Untersuchung galt tatsächlich dem
    Entwicklungsweg eines jungen Sterns von seiner Geburt bis zum Beginn des Wasserstoffbrennens im Kern.
    wie es im zugehörigen Artikel der Universität Wien ganz am Anfang steht.
    cs, Frank
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  4. #4
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    Naja, aber ist die Geburt eigentlich nicht gerade der Moment wo das Wasserstoffbrennen beginnt? Vorher ist es doch nur eine Gaswolke oder ein Gasball und noch kein Stern......

    Aus diesem Grund bin ich auch etwas irritiert.

  5. #5
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    Ich bin da leider auch kein Fachmann. Im Abstract des Originalartikels heisst es jedenfalls:
    Accretion stops and the pre-main sequence star that emerges is nearly fully convective and chemically homogeneous. It will continue to contract gravitationally until the density and temperature in the core are high enough to start nuclear burning of hydrogen.
    Demnach beginnt die Geburt des Sterns, wenn die Hitze bereits so groß ist, dass kein weiteres Material akkretiert werden kann. Das ist die Vorhauptreihenphase, die Gegenstand der hier diskutierten Untersuchung ist.
    Während dieser Phase kontrahiert der Stern weiter, bis durch das Zünden der Wasserstofffusion die Hauptreihenphase beginnt.
    Geändert von FrankSpecht (05.07.2014 um 15:44 Uhr)
    cs, Frank
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  6. #6
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    Zitat Zitat von lynx007 Beitrag anzeigen
    Verstehe ich nicht. Müsste das nicht Heliumbrennen heißen? Ich meine Wasserstoff wird doch von Anfang an im Kern Fusioniert, irgendwie ergibt das Logisch keinen Sinn, oder habe ich da nen Denkfehler? Dachte Wasserstoff wird von Anfang an im Kern Fusioniert, und ältere Sterne gehen dann über den Wasserstoff in den Schallen zu verbrennen und Helium im Kern zu Fusionieren. Und je nach Masse des Sterns geht der Zyklus weiter, über Silizium bis hin zu Eisen wo dann endgültig unabhängig von der Masse des Sterns Schluss ist.
    Hallo lynx007,

    ich teile Deine Frage und bin der Meinung, dass mit dem Begriff "Wasserstoffbrennen" das normale Heliumbrennen gemeint ist; also Wasserstoff "brennt" zu Helium. Zwar gibt es auch noch ein Deuteriumbrennen und ein Lithiumbrennen - genau genommen ein Lithiumverbrennen, da das eine Kernspaltung ist - aber mir ist kein Kernprozess bekannt, bei dem Wasserstoff (und zwar das Isotop H1) entsteht. Ganz zu schweigen davon, dass ich auch nicht sehe, wie das überhaupt gehen soll, aber vielleicht gibt es ja eine energetisch lohnende Kernspaltung, bei der Wasserstoff herauskommt.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  7. #7
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    Moin Ralf,
    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    bin der Meinung, dass mit dem Begriff "Wasserstoffbrennen" das normale Heliumbrennen gemeint ist; also Wasserstoff "brennt" zu Helium.
    Ich gehe davon aus, dass genau das nicht gemeint ist. Ganz allgemein steht der Begriff "Wasserstoffbrennen" für die H-Fusion, summarisch 4 1H → 4He, die für alle Hauptreihensterne gilt.

    Hier geht es aber um Sterne der Vorhauptreihenphase. Da gibt es noch keine Fusion. Die Hitze wird allein durch die gravitative Kontraktion des jungen Sterns erzeugt.
    Geändert von FrankSpecht (05.07.2014 um 22:11 Uhr)
    cs, Frank
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  8. #8
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    Zitat Zitat von FrankSpecht Beitrag anzeigen
    Ich gehe davon aus, dass genau das nicht gemeint ist. Ganz allgemein steht der Begriff "Wasserstoffbrennen" für die H-Fusion, summarisch 4 1H → 4He, die für alle Hauptreihensterne gilt.

    Hier geht es aber um Sterne der Vorhauptreihenphase. Da gibt es noch keine Fusion. Die Hitze wird allein durch die gravitative Kontraktion des jungen Sterns erzeugt.
    Hallo Frank,

    es ist alles richtig, was Du schreibst, und es ist auch nicht ganz einfach, nur aus dem Abstract und ohne Zugriff auf den vollen Artikel eine Aussage gewinnen zu wollen.

    Nur:
    to start nuclear burning of hydrogen
    Ich kenne keinen physikalischen Prozess, der das liefert, sieht man mal vom Deuteriumbrennen ab, welches hier ja gemeint sein könnte.


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Geändert von ralfkannenberg (05.07.2014 um 22:27 Uhr)

  9. #9
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    Danke Ralf,
    deine Verwendung von Heliumbrennen hatte mich wohl verwirrt.

    Unter nuclear burning of hydrogen verstehe ich die H-Fusion selbst, die zündet, sobald die Temperatur, die sich zuvor nur durch die gravitative Kontraktion erhöhte, etwa 5 Millionen K erreicht.
    Es bedarf also keiner nuklearen Reaktion vorher.

    PS: Habe noch ein wenig recherchiert, und nun wird mir klar, was du meinst. Das Deuteriumbrennen findet tatsächlich in der Vorhauptreihenphase statt, bei Temperaturen um einige 100 000 K.
    Die Reaktion ist 2H + 1H 3He + γ

    Quelle: http://www.mpa-garching.mpg.de/~weis...synthese_5.pdf
    Geändert von FrankSpecht (06.07.2014 um 04:13 Uhr) Grund: PS hinzugefügt
    cs, Frank
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  10. #10
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    Zitat Zitat von FrankSpecht Beitrag anzeigen
    Ganz allgemein steht der Begriff "Wasserstoffbrennen" für die H-Fusion, summarisch 4 1H → 4He, die für alle Hauptreihensterne gilt.
    Hallo Frank,

    genau das ist es und ich habe es irrtümlicherweise als Heliumbrennen genannt. Aber das ist falsch, die 1.Stufe der Nukleosynthese heisst Wasserstoffbrennen und erst die 2.Stufe der Nukleosynthese heisst Heliumbrennen, d.h im Artikel ist es richtig, nur lynx007 und ich haben es falsch angewendet.

    Sorry for confusion.


    Freundliche Grüsse, Ralf

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