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Thema: In x Jahren

  1. #41
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    Für längere Reisen müßte die irdische Schwerkraft simuliert werden, z.B. durch Rotationsmodule. Ich verstehe die NASA nicht, daß sie nicht gleich so eine Station konstruiert haben (/mit eigenem Antrieb übrigens).
    Eine ständig rotierende Station (oder noch komplexer: eine Station, von der gewisse Teile ständig rotieren) ist viel komplexer als du dir das jetzt vielleicht vorstellst. Wenn du einen nicht-rotierenden Teil hast, brauchst du zusätzlich zum rotierenden Teil einen gegenrotierenden Teil (mit gleichem Drehmoment), da sonst aufgrund der Reibung bald alles im Gleichschritt rotiert. Reibung und vakuumdichte Räume vertragen sich auch nicht ohne weiteres. Reibung (und jegliche beweglichen Teile) bedeutet auch Verschleiss und entsprechender Unterhalt. Und so weiter. Die ISS kann man einerseits als politisches Projekt sehen, andererseits als einfaches Weltraumlabor der ersten Generation (wobei sie natürlich selbst schon deutlich komplexer und grösser als die erste Multimodul-Station, die Mir, war). Die nächste Station wird immer noch keine rotierenden Elemente habe, dafür aber vielleicht einen Antrieb (das, was man heute provisorisch das "Cislunar Habitat" nennt).

    Ich verstände den Sinn nicht, zu Alpha oder Proxima Centauri eine (zu) langsame Mission starten zu lassen, die dann womöglich vor dem Erreichen von einer nachfolgenden überholt würde, die mit viel besserer Technologie ausgestattet ist. Das selbe beim Mars. Wieso 6 Monate in Kauf nehmen, wenn die nächsten Entwicklungen (z.B. Antriebstechnologien) schon in der Warteschleife sind? Man wird wohl wertvolle Erfahrungen sammeln, aber sonst, 6 Monate... schad um die Zeit.
    Beim Mars gibt es das Problem vom "überholen" natürlich nicht. Aber man kann sich in beiden Fällen fragen: warum warten? Jeder Flug bedeutet zusätzliche Erfahrung, zusätzliche Erkenntnis, die in die Missionen der nächsten Generationen einfliessen kann. In beiden Fällen (Mars oder Proxima Centauri) ist keinesfalls klar, dass das "Fenster" für solche Flüge beliebig lange offen bleiben wird. Insofern, wenn einem die Ausbreitung der Menschheit ins All ein Anliegen ist, sollte man es bald tun - so bald es eben möglich ist.

    Bei einem Flug nach Proxima Centauri wäre es zumindest denkbar, dass jene, die voraus gingen, später nochmals zusätzlich beschleunigen, um zu jenen aufzuschliessen, die sie einholen.

    Ich sähe nur 1 Problem: Hier im Sonnensystem könnte eine Kolonie auf dem Mars die Folge haben, daß die Kinder anders werden.
    Gut möglich - aber warum wäre das ein Problem? Die Mars-Siedler hätten dann sogar zwei Welten mit ca. 0.38 Ge zur Verfügung: Mars und Merkur.

    Und der von seiner Anziehungskraft her erdähnlichste Planet, die Venus, steht uns nicht zur Verfügung.
    Nur so lange man auf einer Siedlung auf der Oberfläche beharrt. Atmosphärische Siedlungen sind durchaus denkbar, was uns nicht nur eine, sondern gleich vier zusätzliche Welten mit ca. 1 Ge Oberflächenbeschleunigung geben würde: Venus, Saturn, Uranus und Neptun. Die kumulierte "Oberfläche" dieser vier Welten beträgt etwa 133 Erdoberflächen...

    Immer wenn von einer Kolonie gesprochen wird, tut man das sehr naiv und blauäugig, finde ich.
    Das liegt in der Natur der Sache: wir haben eben noch keine ausserirdische Kolonie - also sind wir derzeit diesbezüglich naiv und blauäugig. Aber eben weil uns die Erfahrung fehlt, könnte die Behauptung, dass eine geringere Schwerkraft schlecht für die Entwicklung sei, genauso naiv und blauäugig sein wie die Behauptung des Gegenteils: wir wissen es einfach nicht, weil wir keinerlei Erfahrungswerte haben. Man wird es ausprobieren müssen. Je problematischer es ist, desto eher wird man auf Atmosphären-Kolonien ausweichen müssen.

    So schnell aber wohl nicht: Ich vermute, jeder weltraumfahrende Staat könnte seine eigenen Vorstellungen hinausbefördern wollen, der Russe, der Amerikaner, der Inder, der Japaner und der Chinese. Ich sehe für mich die Gefahr, daß Kolonien der Art entstehen, wie sich Länder heute repräsentieren auf der Erde, sie werden womöglich versuchen, ihre ganzen Systeme dorthin zu transferieren, auch die politischen, damit aber leider Problemherde mit hinaus befördern mitsamt ihren Mikroben und allem.
    Die Kolonisation von Amerika durch die europäischen Mächte könnte man hier als Beispiel nehmen: demnach werden das keine Kopien werden, sondern lokale Variationen. Die USA kann man als sehr idealistischer Neustart mit modernen Werten sehen - so gesehen könnte ich es mir auch für ausserirdische Kolonien vorstellen. Die Menschen, die dorthin gehen, wollen vielleicht mit den alten Problemen brechen und eine idealere Gesellschaft aufbauen.
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  2. #42
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Wenn du einen nicht-rotierenden Teil hast, brauchst du zusätzlich zum rotierenden Teil einen gegenrotierenden Teil (mit gleichem Drehmoment), da sonst aufgrund der Reibung bald alles im Gleichschritt rotiert.
    benötigt man einen nicht-rotierenden Teil z.B. zum andocken? Ist es sehr schwer, ein Versorgungsschiff so in Drehung zu versetzen, daß es sich synchron zur Station dreht?

    In beiden Fällen (Mars oder Proxima Centauri) ist keinesfalls klar, dass das "Fenster" für solche Flüge beliebig lange offen bleiben wird. Insofern, wenn einem die Ausbreitung der Menschheit ins All ein Anliegen ist, sollte man es bald tun - so bald es eben möglich ist.
    das Problem sehe ich eigentlich nicht. Wenn es tatsächlich ein Fenster gibt, das sich in absehbarer Zeit für immer schließt, dann braucht man doch gar nicht erst anzufangen, denn es handelt sich doch ohnehin um Projekte für die Jahrhunderte/Jahrtausende. Zeitweilige Stockungen (auch ein paar 100 Jahre lang) müßten doch zu verkraften sein - warum nicht?
    Geändert von zabki (17.04.2016 um 14:34 Uhr)

  3. #43
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    benötigt man einen nicht-rotierenden Teil z.B. zum andocken? Ist es sehr schwer, ein Versorgungsschiff so in Drehung zu versetzen, daß es sich synchron zur Station dreht?
    Drehen zum Andocken ist kein grosses Problem (siehe "Space Odyssey 2001" ). Ein grösseres Problem könnten z.B. Solarzellenflügel sein, die auf die Sonne ausgerichtet bleiben müssen. Oder Antriebe, die für den Gebrauch in der Schwerelosigkeit optimiert sind. Etc.

    Wenn es tatsächlich ein Fenster gibt, das sich in absehbarer Zeit für immer schließt, dann braucht man doch gar nicht erst anzufangen, denn es handelt sich doch ohnehin um Projekte für die Jahrhunderte/Jahrtausende.
    Vielleicht nicht für immer, aber vielleicht für lange Zeit. Dann wäre es nicht besser, zu warten.

    Aber wie schon oft gesagt, glaube ich nicht, dass es je "Sternkreuzer" im klassischen Sci-Fi Stil geben wird, also sehr grosse Hüllen mit erdähnlichen Atmosphären darin, in denen "heutige" Menschen über Jahrhunderte / Jahrtausende nach Proxima übersetzen.
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