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Thema: Lockheed Martin spricht vom Durchbruch bei der Kernfusion

  1. #21
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    So lange man sich bewusst ist, dass Dinge, die nur in Powerpoint existieren, bis zum Gegenbeweis auch nur dort funktionieren, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, über die Pläne und Absichten verschiedener Akteure im Bereich der Kernfusion zu berichten.
    Hallo Bynaus,

    dann sollen die das gefälligst aber auch schreiben, und zwar so, dass auch "der interessierte Laie" das so verstehen kann. Sonst ist es nur Propaganda, meinetwegen enhanced Propaganda, weil da bessere Fachleute an Bord sind und höhere finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen.


    Wenn so eine Meldung kommt, erwarte ich, dass es wenigstens einen Prototypen gibt, der wenigstens grundsätzlich funktioniert, also 2x wenigstens.

    Und wenn nicht, dann gibt es eben Sarkasmus, so einfach ist das. Weil eben die Fakten unzutreffend deklariert sind.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  2. #22
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Wünschenswert wären hier erreichte Temperaturen in der Versuchkammer und vor allem die Anzahl an nachgewiesenen Fusionsreaktionen. Vorher kann man den Versuchsaufbau von LM nicht wirklich als Durchbruch bezeichnen.
    Fortsetzung (weil erst jetzt gesehen):

    Genau, z.B. das wäre etwas, was auch ich erwarte. Danke Bernhard.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  3. #23
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    LM ist ein Grosskonzern mit grossen finanziellen Reserven und einem Pool von ausgezeichneten Ingenieuren. Ich würde ihnen nur schon deswegen mehr Kredit geben ...
    Das "stimmt" irgendwie, LM hat bei einem Jahresumsatz um 50 Mrd einen Reingewinn von 3 Mrd. Könnten allein finanzieren, wenn sie vom Konzept überzeugt wären.
    Aber sie haben sich lieber das mit den "Krediten" überlegt, mit dem Marketingkonzept vom Februar 2013 wollten sie Risikoinvestoren interessieren.
    Zwei Jahre sind vergangen, wie sieht's aus, gibt es Fortschritte, wo bleiben die Fakten?
    Grüße Senf

    PS: das Problem ist nicht die Hitze im (kleinen) Fusionspunkt, sondern der Neutronenfluß, muß man den innen liegenden Supraleitern "noch erklären"
    Geändert von Herr Senf (09.03.2015 um 09:55 Uhr)

  4. #24
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    Wenn so eine Meldung kommt, erwarte ich, dass es wenigstens einen Prototypen gibt, der wenigstens grundsätzlich funktioniert, also 2x wenigstens.
    In der Meldung steht ja nicht, sie hätten einen funktionierenden Prototypen. In der Meldung (z.B. hier: http://aviationweek.com/technology/s...eactor-details) steht bloss, dass sie ein Projekt gestartet haben, das einen bestimmten Ansatz in Richtung Kernfusion verfolgt. Niemand (der sich ernsthaft damit auseinander gesetzt hat) behauptet, das Problem der Kernfusion gelöst zu haben.

    Jetzt kommt aber ein ABER: Der Artikel beim Tagesanzeiger tut genau das: er behauptet, es gäbe einen "Durchbruch". Die Wissenschafts-Berichterstattung beim Tagi ist leider nicht immer über alle Zweifel erhaben, um es mal so auszudrücken. Und da hast du völlig recht. Das muss man aber dem Tagi ankreiden und nicht LM oder Usern, die hier über das Projekt berichten wollen.

    Wenn du nämlich bei LM selbst nachschaust (http://www.lockheedmartin.ch/us/news...ar-fusion.html) steht da ganz klar: "Lockheed Martin Pursuing Compact Nuclear Fusion Reactor Concept" (fett von mir; to persue = verfolgen).

    Und wenn nicht, dann gibt es eben Sarkasmus, so einfach ist das.
    Das wird bestimmt helfen, eine interessante, sachliche und attraktive Diskussion am Laufen zu halten...

    EDIT: @Herr Senf: Im Oktober 2014 hiess es, es würde ein Jahr dauern, um einen ersten (von fünf, iterativen, jährlichen) Prototypen zu bauen. Im Oktober oder November 2015 sollten wir also wieder von ihnen hören, oder vielleicht auch erst im Frühling darauf, wenn die ersten mit dem Prototypen gewonnen Daten ausgewertet sind.
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  5. #25
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    @Bynaus

    Dem stimme ich zu.
    Nach eigenen Angaben verfolgt das LM Team dem sogenannten Magnetic confinement fusion Ansatz, der am meisten entwickelt und getestet ist. Im Grunde ist dies dann ja
    ein sehr konservativer Ansatz. Im Gegensatz z.B zu ITER, wo alles größer dimensioniert ist will sich LM auf eine Kompaktbauweise konzentrieren.
    Lockheed is targeting a relatively small device that is approximately the size of a conventional jet engine. The prototype is approximately 1 meter by 2 meters in size. The company claims that this enables a much faster development cycle since each design iteration could be produced more quickly and at far lower cost than large-scale projects such as the Joint European Torus or ITER.[11]
    Erinnert mich an die Frühzeit der Halbleitertechnik. Erst mit der Miniaturisierung kam der große Durchbruch. Dieses Patent wurde dazu eingereich: US2014301519A1

    Es gibt nur wenige, harte Informationen aber immerhin etwas Scienceinsider
    The team has built its first machine and has carried out 200 shots during commissioning and applied up to 1 kilowatt of heating ... the plasma appeared very stable. He said they would be ramping up heating over the coming months
    Beim durchlesen der Comments zum Artikel fiel mir diese Aussage auf:
    Been studying this idea a bit and your patents and I have to say I like how they you all are using Faradays law of repulsion to hold the plasma is pure genius. The AC on the field coils of what would normally be very similar to a Polywell magnetic containment, truly was revolutionary idea and changed the dynamics altogether. I get your secret and I love it! I get your idea!. Rod Carlson Electrical Engineer
    Ok ich bin kein "Electrical Engineer" aber was meint er damit?
    Geändert von pmvstrm (09.03.2015 um 10:15 Uhr) Grund: quotes

  6. #26
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    Zitat Zitat von pmvstrm Beitrag anzeigen
    Ok ich bin kein "Electrical Engineer" aber was meint er damit?
    Ihm gefällt scheinbar das patentierte Verfahren, um das Plasma einzuschließen, wobei das nicht viel heißen muss. Um das Verfahren zu beurteilen, würde ich lieber auf einen Physiker mit fundierten Kenntnissen in Plasmaphysik hören. Herrn Senfs Argument könnte man noch mit vergleichsweise niedrigen Plasmadichten begegnen, allerdings mit dem Preis, dass die Anlage dann auch keine nennenswerte Energie produziert.

  7. #27
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Jetzt kommt aber ein ABER: Der Artikel beim Tagesanzeiger tut genau das: er behauptet, es gäbe einen "Durchbruch". Die Wissenschafts-Berichterstattung beim Tagi ist leider nicht immer über alle Zweifel erhaben, um es mal so auszudrücken. Und da hast du völlig recht. Das muss man aber dem Tagi ankreiden und nicht LM oder Usern, die hier über das Projekt berichten wollen.

    Wenn du nämlich bei LM selbst nachschaust (http://www.lockheedmartin.ch/us/news...ar-fusion.html) steht da ganz klar: "Lockheed Martin Pursuing Compact Nuclear Fusion Reactor Concept" (fett von mir; to persue = verfolgen).
    Hallo Bynaus,

    weisst Du, wie oft ich sowas in den vergangenen Jahren gelesen habe ? Meist mit sehr optimistischen Zeitangaben "garniert". Es ist ein bisschen wie bei der Feuerwehr: wenn man da 10x Feuer ruft, so kommen die auch dann, wenn es gar nicht gebrannt hat; man riskiert aber, dass sie beim 11.mal, wo es dann wirklich brennt, nicht kommen. Und die Kernfusion, egal ob heiss oder kalt, gehört leider in diese Rubrik und dann ist der Verantwortliche eben in der Pflicht, das ganze so nüchtern wie möglich und so transparent wie möglich darzustellen.

    In dieses Schema passt passt eben leider auch der Satz

    Zitat Zitat von Lockheed Martin
    The Lockheed Martin [NYSE: LMT] Skunk Works® team is working on a new compact fusion reactor (CFR) that can be developed and deployed in as little as ten years.
    vom 1.Absatz der von Dir verlinkten Seite.


    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Das wird bestimmt helfen, eine interessante, sachliche und attraktive Diskussion am Laufen zu halten...
    Das Problem ist halt, dass die derzeit getätigten Ankündigungen auch nicht helfen, solche Diskussionen am Laufen zu halten. Es ist offensichtlich noch viel zu früh dazu - man befindet sich da noch in einer frühen Designphase und ich wage zu bezweifeln, dass die Spezifikationen überhaupt schon abgeschlossen sind.

    Und ja - die Verantwortlichen dürften wissen, wie die Öffentlichkeit auf Kernfusion reagiert. Da "reissen" sich einige den Ar*** auf, um irgendwelche Windmühlen und Fotozellen zu optimieren, und lösen kleinere Erdbeben aus, um Erdwärme nutzen zu können, bei denen ein paar Ziegel von den Dächern fallen, und in so eine Zeit platzt da einer mit der Nachricht rein, in 10 Jahren haben wir die Kernfusion ! Sowas ist einfach verantwortungslos und da steht auch Lockheed Martin in der Pflicht, das realistisch und nicht optimimistisch darzustellen. Und zwar so, dass auch die Grünen und ganz aktuell die Grünliberalen das verstehen.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  8. #28
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Um das Verfahren zu beurteilen, würde ich lieber auf einen Physiker mit fundierten Kenntnissen in Plasmaphysik hören.
    Dann lassen wir mal einen zu Worte kommen

    Zitat Zitat von Ian H. Hutchinson
    professor of nuclear science and engineering at the Massachusetts Institute of Technology, said the project “has no chance in working," Lockheed Martin’s research leading up to the project paid little attention to the fundamentals of fusion energy, he added.
    Grüße Senf

  9. #29
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    Zitat Zitat von Herr Senf Beitrag anzeigen
    Dann lassen wir mal einen zu Worte kommen

    Zitat Zitat von Ian H. Hutchinson
    professor of nuclear science and engineering at the Massachusetts Institute of Technology, said the project “has no chance in working," Lockheed Martin’s research leading up to the project paid little attention to the fundamentals of fusion energy, he added.
    Hallo Herr Senf,

    na, also diese "Anti-Haltung" finde ich jetzt auch nicht gut. Warum kann man so ein Thema denn nicht einfach ganz nüchtern betrachten, d.h. nicht zu optimistisch und nicht zu pessimistisch, sondern einfach mal ganz normal ?

    Ich meine - wenn ein wichtiger Durchbruch gelingt, der aber noch nicht die technische Umsetzung in 10 Jahren beinhaltet, so ist das doch ebenfalls ein gewaltiger Fortschritt, der auch ausbaufähig ist !

    Dann muss man eben während einer Übergangszeit von vielleicht 50 Jahren eine sinnvolle Mischung aus Windmühlen, modernen Atomkraftwerken, Solarzellen, modernen Gaskraftwerken, Erdwärme u.v.a. zum Einsatz kommen und inzwischen kann man dann die Forschung der Kernfusion seriös vorantreiben.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  10. #30
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    Zitat Zitat von Dgoe Beitrag anzeigen
    100 Megawatt?

    Skunk Works state that it will be operational in 10 years.
    (aus dem link)

    Was ist denn in 10 Jahren anders? Als in den üblichen "next year" seit Jahren...
    Ach so,


    es geht gar nicht um kalte Fusion
    - hörte sich, zugegebenermaßen nur oberflächlich betrachtet, zum Verwechseln ähnlich an: man wird dauernd vertröstet..

    Gruß,
    Dgoe
    Geändert von Dgoe (09.03.2015 um 13:03 Uhr)

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