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Thema: Philosophie und Physik

  1. #1
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    Standard Philosophie und Physik

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    Philosophie und Physik waren bis ins 18 Jht. das Gleiche (nicht dasselbe!). Dann trennten sich bedauerlicherweise die Wege. Ich habe den Versuch gemacht durch ein neuartiges philosophisches Prinzip Physik und Philosophie wieder einander anzunähern. Das Ganze nennt sich "Transzendentaler Konditionalismus". Wen's interessiert: http://www.sine-metaphysica.de/ZeitExistenz.pdf

  2. #2
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    Standard

    völlig überflüssig
    meine Signatur

  3. #3
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    Zitat Zitat von pauli Beitrag anzeigen
    völlig überflüssig
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    Alles schon in besserer Form gelesen:
    - Philosophie und Physik der Raum-Zeit
    - Der Zeitbegriff in der Physik

    Zitat Zitat von Hajoe Beitrag anzeigen
    Die Naturwissenschaften zeigen Kausalzusammenhänge auf, sie zeigen, dass ein Sachverhalt notwendigerweise so und so gesehen werden muss. Ihre Methode besteht in der Abstraktion alles Zeitlichen
    Seit nun beinahe 100 Jahren nicht mehr!
    Geändert von FrankSpecht (04.04.2014 um 00:47 Uhr)
    cs, Frank
    frank-specht.de

  4. #4
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    Hallo Hajoe,

    wilkommen im Forum.

    Schaue ich mich in meiner Wohnung um, finde ich viele Gegenstände, die von Physikern und Ingenieuren erforscht/ausgedacht/umgesetzt wurden, die mein Leben erleichtern. Der einzige Bezug meinerseits zur Philosophie ist ein verstaubter Wälzer von Kant, den ich nach dem 5. Anlauf frustriert unverstanden ins Regal zurückgestellt hab. Geh mir weg mit dem Kram. Das ist ne Beschäftigung für Männer, die von anderen ernährt und am Leben gehalten werden.

    Also, ich für meinen Teil bin sehr froh, daß sich Physik und Philosophie getrennt haben. Physik ist verständlich, anschaulich und bringt überwiegend vorhersagbare und nachvollziehbare Ergebnisse. Physik und die gesamten Naturwissenschaften ernähren die Welt. Ich sehen Null Bedarf, sie wieder mit der Philosophie zu "verheiraten". Und ein Buch, welches das Wort "Transzendenter Konditionalismus" hat, werde ich nicht lesen. Transzendent ist für mich ein Reizwort. Da kommen sehr unangenehme Erinnerungen an völlig durchgeknallte, spinnerte Esotheriker hoch. Und alles, was "Meta" vor der eigentlichen Bezeichnung hat, fällt für mich in die selbe Schublade.

    Sorry, daß ich das so hart formuliere, aber ich bin gebranntes Kind. Hab schlechte Erfahrungen mit Philosophen gemacht... Diese Zunft hatte früher ihre Berechtigung, heute ist sie für mich so überflüssig wie ein Kropf.

    Sissy

  5. #5
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    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Transzendent ist für mich ein Reizwort. Da kommen sehr unangenehme Erinnerungen an völlig durchgeknallte, spinnerte Esotheriker hoch.
    Hallo Sissy,

    in der Mathematik gibt es auch Transzendenz. Das sind Zahlen, die nicht Nullstelle eines Polynoms mit rationalen Koeffizienten sein können. Eine rationale Zahl, also p/q beispielsweise, ist Nullstelle des Polynoms qx-p=0, und die Quadratwurzel von 2 ist Nullstelle des Polynoms x^2-2=0. Auch die imaginäre Einheit i ist Nullstelle eines solchen Polynoms, nämlich von x^2+1=0.

    Man nennt solche Zahlen, die Nullstelle eines Polynoms mit rationalen Koeffizienten sein können, "algebraisch", und man kann mit Hilfe des Hauptsatzes der Algebra zeigen, dass sie gleichmächtig zu den natürlichen Zahlen sind, also "abzählbar unendlich".

    Cantor hat in seinem berühmten Diagonalbeweis gezeigt, dass die Menge aller reellen Zahlen zwischen 0 und 1 aber nicht "abzählbar unendlich" ist, d.h. man kann keine Bijektion dieser Menge in die Menge der natürlichen Zahlen finden. Man nennt die Menge der nicht-algebraischen Zahlen "transzendent" und kommt damit in die verwunderliche Situation, dass man zwar eine riesig grosse Menge an Zahlen hat, die "überabzählbar unendlich" gross ist, aber kein einziges Element dieser Menge angeben kann, weil alle Zahlen, die wir üblicherweise kennen, eben algebraisch sind.

    Der Nachweis der ersten nicht-algebraischen, also transzendenten Zahl gelang Liouville im Jahre 1844, es handelt sich dabei aber um eine "theoretische" Zahl, nämlich um 0.11000100000000000000000100... - überall, wo die Kommastelle die Nummer einer Fakultät hat, ist sie 1, ansonsten 0. Diese Zahl hat also nur an der ersten (1!) Kommastelle, an der zweiten (2!) Kommastelle, and der 6. (3!) Kommastelle, an der 24. (4!) Kommastelle und dann wieder an der 120. (5!) Kommastelle eine 1. Der Beweis ist recht elementar und verwendet im Wesentlichen nur den Mittelwertsatz der Infinitesimalrechnung.

    Im Jahre 1873 gelang Hermite der Beweis, dass die Euler'sche Zahl e transzendent ist; der Beweis verwendet die partielle Integration der Funktion e^x * x^n; wäre die Euler'sche Zahl algebraisch, so wäre sie Nullstelle eines rationalkoeffizientigen Polynoms n.-ten Grades und der Beweis untersucht dann wenn ich mich recht entsinne ein Polynom P= (e^x * x^n) * (x-1)*(x-2)*...*(x-n), wobei n der Grad des vorher genannten Polynoms ist. Das dann alles richtig zusammenzusetzen und einen Widerspruch herzuleiten erfordert aber noch "ein bisschen" Aufwand.

    Im Jahre 1882 gelang Lindemann darauf aufbauend dann der Beweis, dass auch die Kreiszahl pi transzendent ist.

    Damit war ein Problem der Klassik gelöst, nämlich die Unmöglichkeit der Quadratur des Kreises mit Zirkel und Lineal (und unmarkiertem Einheitsmaßstab).

    Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Nachweis der beiden ersten "prominenten" transzendenten Zahlen vor dem Cantor'schen Diagonalbeweis gelang, der ja aussagt, dass die Menge der transendenten Zahlen riesig gross ist.


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Geändert von ralfkannenberg (04.04.2014 um 09:56 Uhr)

  6. #6
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    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Das ist ne Beschäftigung für Männer, die von anderen ernährt und am Leben gehalten werden.
    Hallo Sissy,

    [zeigefinger]in gewisser Weise ist diese Aussage sexistisch[/zeigefinger]. Zudem blendest Du dabei aus, dass nicht nur Berufsphilosphen von Steuergeldern finanziert werden.

    Da kommen sehr unangenehme Erinnerungen an völlig durchgeknallte, spinnerte Esotheriker hoch. Und alles, was "Meta" vor der eigentlichen Bezeichnung hat, fällt für mich in die selbe Schublade.
    Das finde ich ehrlich gesagt ziemlich schade, weil die Philosophie auch heute noch wichtige Aufgaben in der Politik übernimmt, zumindest nach meiner persönlichen Einschätzung.

    Sorry, daß ich das so hart formuliere, aber ich bin gebranntes Kind.
    Da solltest Du Dir auf jeden Fall enen anderen Zugang zur Philosophie verschaffen. Anfänger auf diesem Gebiet sollten Philosophie eher mit Geschichte oder Archäologie vergleichen. Die alten Philosophen aus der griechischen Antike, wie Platon oder Aristoteles, werden auch heute noch gelesen. Ich gebe aber zu, dass man sich da oftmals durch ziemlich altmodische Ansichten durchkämpfen muss. Man braucht dabei wohl eine gewisse Freude daran sich in andere und fremde Welten versetzen zu lassen, so ähnlich wie Exoplaneten-Jäger . Die modernere Philosophie mit Hegel und Marx (*duck*) bis hin zur Frankfurter Schule hat und hatte immer starke Bezüge zur Politik und oder Soziologie und dafür muss man bekanntlich auch eher berufen sein.

    Kant wird immer wieder gerne als Schnittstelle zur Naturwissenschaft hergenommen. Sein Hauptverdienst liegt in der Entwicklung einer modernen Logik, die später von Gödel und vielen anderen weiterentwickelt wurde.

    Man sollte am Anfang ohne gute Lehrer also nicht mit den schwersten Themen anfangen, weil man sonst völlig verständlicherweise die Lust daran komplett verliert. Beim Begriff der Transzendenz werden sogar die Fortgeschrittenen unsicher. "Verheize" beispielsweise Dein verstaubtes Buch von Kant und schmökere lieber etwas in der Wikipedia, um schlechte Erfahrungen zu verarbeiten.
    MfG
    Geändert von Bernhard (04.04.2014 um 10:23 Uhr) Grund: rs

  7. #7
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    Zitat Zitat von FrankSpecht Beitrag anzeigen
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    Alles schon in besserer Form gelesen:
    - Philosophie und Physik der Raum-Zeit
    - Der Zeitbegriff in der Physik

    Seit nun beinahe 100 Jahren nicht mehr!
    Zunächst mal Danke für die konstruktive Kritik, sowas suche ich.
    Natürlich bezieht sich der Satz "Die Naturwissenschaften zeigen Kausalzusammenhänge auf, sie zeigen, dass ein Sachverhalt notwendigerweise so und so gesehen werden muss. Ihre Methode besteht in der Abstraktion alles Zeitlichen" nicht auf die moderne Physik, das muss ich noch deutlich machen.

  8. #8
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    Hallo Sissy,
    Zunächst mal: Ich bin Informatiker und bestreite damit auch meinen bescheidenen Lebensunterhalt.
    Zweitens sind deine Ausführungen völlig ahistorisch. Wenn du Wissen willst warum wir heute so denken, wie wir denken, gerade auch im naturwissenschaftlichen Bereich, kommst du um die Philosophie nicht herum. Ist dir z.B. der Begriff "kritischer Rationalismus" bekannt? Nein? Sollte er aber. Diese Philosophie ist ein Fundament der modernen Naturwissenschaft.
    Ich bin auch der Ansicht, dass der überwiegende Teil der Philosophie ziemlicher Schrott ist, aber der Rest hat's in sich. Vor allem: Man kommt nicht wirklich um die Philosophie herum wenn man sich um ein tieferes Verständnis der Welt um uns herum bemüht.

  9. #9
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    Hallo Ralf,

    merci für die Mühe, die Du Dir gegeben hast. Leider verstehe ich von Deinen Ausführungen nicht viel und kann vor allem die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, nicht abschätzen.

    Ich habe kein Abitur (das hat mein philosophisch angehauchter Vater verhindert, als er mich 1976 zwangsweise von der Schule nahm und mich in eine Fabrik + ein paar Stunden Berufsschule stecken wollte, damit ich die Aussteuer für meinen von ihm vorgesehenen zukünftigen Ehemann verdiene). Resultat war, daß ich abgehauen bin und mich ohne weitere Schulbildung durchschlug, bis ich endlich 18 war. Dann habe ich zuerst eine Leere gemacht und dann auf dem 2. Bildungsweg versucht, neben dem Broterwerb zusätzliche Bildung zu erhalten. Aber ab Mathematik der 12. Klasse (Infinitisimalrechnung) schauts mau aus. Das kapiere ich einfach nicht. Ich hab da anscheinend kein Talent für. So blieb es bei Fachhochschulreife (mit ner sehr wackeligen 4 in Mathe) und deshalb statt Ingenieursstudium eben Technikerberuf...

    Bodenständige Anwendung von Physik und den anderen Naturwissenschaften.

    Grüße
    Sissy

  10. #10
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    Hallo Sissy,
    ich glaube ich weiß, was du denkst. Ich konnte früher in der Schule mit der Philosophie auch nichts anfangen. Das war nicht mein Fall. Bis mir mein Bruder mal vor vielen Jahren ein Buch geschenkt hat. Bitte nicht lachen: Er hat mir Sofies Welt geschenkt. Es ist ein Lehrbuch für Kinder. Seit dem finde ich Philosopie interessant. Ich wußte vorher zum Beispiel nicht, was es mit Epikur auf sich hat. Epikur ist toll.

    Ich hatte das Glück, das ich den Film "Sofies Welt" nicht gesehen hatte. Den habe ich erst hinterher gesehen. Der Film ist Schrott. Vergiss ihn. Vom Film kann man nicht auf das Buch schließen. Das Buch ist toll.

    Jetzt habe ich schon wieder ein Buch geschenkt bekommen: "Warum gibt es alles und nicht nichts?" von Richard David Precht. Der ist übrigens noch am leben. Das ist auch ein spannendes Buch. Einfach geschrieben. Auf keinen Fall verstaubt und langweilig.

    Ich finde es im nachhinein sehr schade, das ich nicht schon früher in der Schule die Philosophie geschätzt habe. Philosophie ist toll. Das ist nicht angestaubt und trocken. Ich hätte mir gewünscht, das man statt Religionsunterricht Philosophie unterrichtet hätte...

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