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Thema: Abdunkeln der Venus

  1. #11
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    Ich würde Schätzen, dass das Auskühlen der Kruste der Venus mindestens einige Jahrtausende in Anspruch nehmen würde. Anderseits hätte man dann auch Erdwärme ("Venuswärme") in grossen Mengen zur Verfügung...

    Ich bezweifle, dass es noch genügend Wasserstoff auf der Venus gibt, um nochmals Ozeane entstehen zu lassen. Die Schwefelsäure macht nur einen winzigen Anteil aus, für Kohlenwasserstoffe ist die obere Kruste wohl zu heiss (bei geringem Druck), so dass sie schnell zersetzt werden. Auch Wasser ist eher selten, es macht nur ca. 20 ppm aus (gem. Wikipedia). Würde man die Venus terraformen wollen, müsste man den Wasserstoff wohl importieren.

    Zu Leben auf der Venus und zu den Umständen dieser "Katastrophe" vor 500 - 800 Mio Jahren habe ich auf meiner Texte-Seite einen Artikel verfasst:
    http://www.final-frontier.ch/index.p...4re_der_Venus?
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  2. #12
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    In der Erdatmosphäre ist ein vielfaches des Oberflächen-Wassers gespeichert.

    Die Venusatmosphäre ist 90 mal höher (oder Dichter, wobei aufgrund der geringeren Gravitation wohl höher) und somit dürfte dort wohl noch das eine oder andere Welmeer in der Größe der halben Ostsee gespeichert sein...


    Wie ich das sähe, wäre die einzige Problematik, die Veus auf unter 374°C zu bringen.
    Ab diesem Punkt ist, laut Wikipedia, Wasser bei keiner Temperatur mehr flüssig.

    Bei solch einem hohen Druck würde es sofort zu großen Teilen ausfallen, auf die Oberfläche, verdampfen, wodurch die Oberfläche abkühlt, etc....
    Und schlussendlich sich am Boden sammeln, und flüssiges Wasser strahlt die Wärme in den Weltraum stark zurück ( - wohingegen Wasserdampf ein Treibhausgas 20mal der von CO2 ist. )

  3. #13
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    Neulich habe ich gehört, dass in der Erdatmosphäre dauernd Schwebepartikel und Aerosole sind.

    Sie bestehen aus Kohlenstoff, Schwefel, ...
    Auch aus 'Sand' vom Boden.



    Gibt es sowas auch auf der Venus, dann könnte sich Kohlendioxid damit verbinden, und Atmosphäre im Boden binden.




    Weiß man jetzt eigentlich schon näheres, wann die Venus so unerträglich heiß wurde?

    Hab ja ne Spekulation gelesen, dass sie vor der Katastophe - globaler Vulkanausbruch verbunden mit Ausdampfen der Lava und Verdichtung der Atmosphäre - noch eher gemütlicher war.
    Also halt 100 Grad statt 400.

    Die Hochatmosphäre ist relativ kalt, das könnte Wasser dort gespeichert halten. (http://www.zeit.de/1979/10/Blitz-und...-auf-der-Venus)

    Fällt die Temperatur auf der Sonnen-abgewandten Seite niemals unter 374°C?
    Der Austausch der Wärme durch die Atmosphäre soll zwar gut sein, doch in natürlichen Höhlen, könnte es da nicht noch einen Schlupfwinkel für flüssiges Wasser - und somit Leben - geben??


    Noch mal back @ topic:
    Der Boden ist nicht mit Kohlendioxid und Stickstoff angereichert, wie der der Erde. In der Atmosphäre ist zuviel. Was macht man?

    Eine Möglichkeit ist, wie schon in nem anderen Thread angesprochen, Lebensformen einzubringen, die sowas können. Eigentlich sind alle Bedingungen gegeben, es ist nur zu heiss.
    Also müsste man entweder mit Orbitalspiegel (wohl noch längere zeit utopie) oder mithilfe von Bakterien in 'kalten' Höhlen Atmosphäre binden, um das Klima zu kühlen, um weiters (extremophiles) leben an der Oberfläche zu ermöglichen, das wiederum atmosphäre bindet.

    Nanobots, können die sowas? Die müssten sich ja selbst replizieren können, und dann nicht kaputt gehen, das liegt wohl eher doch noch in der zukuft.

    Andererseits sehe ich eine große Chance in Orbialspiegeln, da sie irgendwann auch unsere Erde retten müssen werden...
    Das wäre eine perfekte Erprobung. Netter nebeneffekt: man hat 2 bewohnbare planeten
    Geändert von _Mars_ (02.06.2009 um 14:55 Uhr)

  4. #14
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    Hallo Mars,

    Zitat Zitat von _Mars_ Beitrag anzeigen
    In der Erdatmosphäre ist ein vielfaches des Oberflächen-Wassers gespeichert.
    wie soll denn sowas funktionieren? Mars, eine simple Überschlagsrechnung genügt: 70% der Erdoberfläche sind von Ozeanen bedeckt. Lassen wir sie im Durchschnitt 3000 m tief sein, dann entspricht das 0,7 * 3000 = 2100 Tonnen pro m^2. Die Erdatmosphäre bringt es auf 10 Tonnen pro m^2, davon sind 78% Stickstoff und 21% Sauerstoff. Maximal ca. 5% ihres Gewichtes kann sie zusätzlich als Wasserdampf halten. Also selbst bei durchgehend 40° C und 50 g/m^3 wären das nicht mehr als 0,5 Tonnen pro m^2.

    Herzliche Grüße

    MAC

  5. #15
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    Grüße, was haltet ihr von dem Artikel?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Terraforming

    Wieviel Tonnen Wasser brauchen wir den? Wieviel Kometen bräuchten wir den? Und wären eine Abdunklung mittels Balonen nicht effektiver? Anstadt alofolie Kohlenstoff-"Follie"

    Zumindest erscheint mir diese Methode besser als den Planeten vom all her Abzudunkeln...

  6. #16
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    Zu deiner Rechnung

    Man soll nicht alles glauben, was man liest... Da habe ich mich wohl irreführen lassen...

    Wieviel Tonnen Wasser brauchen wir den
    Kommt drauf an. Theoretisch wäre wenig nicht so schlecht, denn je weniger verdunstet, desto weniger Treibhauseffekt.

    Man muss ja keine Erde draus machen, Landmasse mit 75% N2 20% O2 und 2,5% Co2 + rest spurengase wäre auch schon sehr lebensfreundlich!!
    Wasser gibts dann halt nicht im Überfluss, daran muss man sich halt gewohnen.

    Mit Recycling kein (großes) Problem.

    Wieviel Kometen bräuchten wir den?
    Kometen stark umlenken halte ich noch für utopisch, aber durchrechnen ist erlaubt...
    Trotzdem dürfte es noch genug Wasser in Form von Schwefelsäure+ angezogene Feuchtigkeit+ Luftfeuchtigkeit geben.


    Anstadt alofolie Kohlenstoff-"Follie"
    Ah, In situ ressource utilization.
    Das billigste was man machen kann, aber Kohlenstoff ist schwarz, der nimmt doch wärme besser auf als Wolken. So könnten wir das Klima effektiv und kostengünstig auf 600°C steigern, und auch noch den letzten Rest Wasser eliminieren. Wenn man Pech hat, wird es dannaauch in der Hochatmosphäre nicht unter 200° und auch Schwefelsäre entweicht ohne Probleme ins Weltall...


    Woher willst du aber das Füllgas nehmen?? Stickstoff? Und der Kohlenstoffseperator müsste wohl auch fliegen (schweben mit ballon),
    Und wie will man das verarbeiten?? In einer schwebenden hoch technologisierten fabrik, die Kohlenstoff verwebt??

  7. #17
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    Du brauchst aber Wasser, sonst haben wir nur Schwefelsäure und davon kann man ja nicht leben. Wasserstoff ist ja leider keiner mehr da. Daher finde ich die Idee mit kommeten nicht schlecht. Günstig und relativ einfach umzu setzten. Utopisch ist auch der Gedanke an Terraforming von der Venus wärend wir es nichtmal schaffen die Erde "am Leben zu erhalten"...

    Das mit den Ballons halte ich auch für ziehmlich gut. Immerhin extrem dichte Atmosphere. Gas im überfluss. Man könnte ganze städte aufhängen, die unteren Atmospheren wären unsere Luftkissen.

    Wegen dem Kohlenstoff, dachte eher an reflektoren. Also keine Folie in dem sin. Sonder Reflektoren. Geht ja eigentlich nur darum der Venus die Energie zu entziehen. Und da sollte man möglichst Rohstoffe gebrauchen die es dort gibt.

    Sprich sonne und Kohlendioxid. Nur Wasser fehlt

  8. #18
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    Wasserstoff ist ja leider keiner mehr da.
    In luftfeuchtigkeit und schwefelsäure (schwefelsäure zieht wasser an, darum ist noch mehr gebunden)
    Ausserdem kommt es bei vulkanausbrüchen auch noch zu einem ausstoß von ein bisschen wasserdampf. Sicher ist sie ausgetrocknet. Aber selbst 0,0001% vom Ursprungswert sind wohl ein paar tausend liter?!

    Daher finde ich die Idee mit kommeten nicht schlecht. Günstig und relativ einfach umzu setzten.
    Vorher muss aber gekühlt werden. Und weniger atmosphäre, sonst ist das wasser gleich wieder weg.
    Dann können menschen dort leben mittels wasserrecycling. Danach kann man auch wasser nachbringen, wenn man's schafft.



    Wegen dem Kohlenstoff, dachte eher an reflektoren. Also keine Folie in dem sinn. Sondern Reflektoren. Geht ja eigentlich nur darum der Venus die Energie zu entziehen. Und da sollte man möglichst Rohstoffe gebrauchen die es dort gibt.

    Sprich sonne und Kohlendioxid. Nur Wasser fehlt
    Für ballons brauchst du nicht unbedingt Wasserstoff.

    Ich habee mir dazu was überlegt:
    An einem Ballon hängt eine Fabrik. Sie spaltet CO2 in CO und O.
    Kohlenmonoxid erfährt dort einen starken auftrieb, darum steigt es auf.
    eine weitere integrierte Fabrik nimmt reinen Kohlenstoff aus CO2 und baut daraus carbon-fasern. Daraus faltet sie einen Ballon. (Nur - wie kann man es kleben? kann man es so produzieren, dass es in eiinem Stück produziert wird??)
    Natürlich läuft alles auf Sonnenenergie.

    Also, alle Rohstoffe sind dort im überfluss (-zu viel!-) vorhanden, und man kann daraus ballons aus C mit CO füllen.
    CO hat deutlich mehr auftrieb als O2 und ist gegenüber C inert. Kohlenstoffballons mit O2 wären eher bomben, da C mit reinem O2 heftig reagiert.

  9. #19
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    Auf der englischsprachigen Seite der Wikipedia gibt es interessante Ansätze...

    Z.B Atmosphäre in Gesteinen binden. Dazu bräuchte man 'Traktoren', die Land plügen und somit immer neue Oberflächen zum Korrodieren (rosten, verwittern und somit CO2 und N2 binden) freilegen...

    Da bräuchte man wohl ziemlich viele Traktoren, oder?
    Naja, wenigstens an Energie würd's ihnen nicht mangeln solange Solarbetrieben...



    Ach ja, und noch zum 'Problem' mit dem fehlenden Wasserstoff: Ich halte einen Planeten mit 1-3 Bar und -30 bis 30 Grad plus zusätzlich 0,9 g und zumindest Spuren von Wasser deutlich lebensfreundlicher als unseren eigenen Mond... Dann muss man halt sparsam mit Wasser umgehen - wie am Mond auch. Aber man könnte es auch aus der Atmosphäre in kleinem Masstab (halt nicht für die Industrie - wohl aber zum Trinken) gewinnen oder - wenn das Terraforming abgeschlossen sein wird - kan man wohl schon Kernprozesse, die Protonen abspalten beherrschen... Aus einem Goldatom beklommt man übrigens 256 Wasserstoffatome. Noch mehr aus Uran, etc...
    Geändert von _Mars_ (09.11.2009 um 21:01 Uhr)

  10. #20
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    Z.B Atmosphäre in Gesteinen binden. Dazu bräuchte man 'Traktoren', die Land plügen und somit immer neue Oberflächen zum Korrodieren (rosten, verwittern und somit CO2 und N2 binden) freilegen...
    Du meinst wohl, O2 binden (O2 aus der Produktion von Bakterien in der Atmosphäre zB). CO2 kann nicht ohne weiteres chemisch gebunden werden, weil es chemisch nahezu inert ist. Du kannst es in Wasser lösen und dann mit CaO als Kalk ausfällen, ja. Aber Wasser ist, wie schon erwähnt, ein grosses Problem bei der Venus (deshalb wäre es für ein Terraforming notwendig, nicht wegen Trinkwasser).

    Aus einem Goldatom beklommt man übrigens 256 Wasserstoffatome.
    Selten so einen Unsinn gelesen!

    1. enthält ein Goldatom nur 79 Protonen (Proton = Wasserstoffkern)
    2. selbst wenn es gelingen würde, jedes Neutron im Kern eines Goldatoms irgendwie in ein Proton umzuwandeln und einzeln freizusetzen, wäre das immer noch nur 100 zusätzliche Protonen.
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