Anzeige
Seite 5 von 7 ErsteErste ... 34567 LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 69

Thema: MarsOne/"MerkurOne": Langfristige Evakuierung der Erde

  1. #41
    Registriert seit
    10.11.2009
    Ort
    bei Koblenz
    Beiträge
    163

    Standard

    Anzeige
    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    In 1 Milliarde Jahre ist die Sonne immer noch ein Hauptreihenstern, etwas kühler, etwas grösser und etwas heller als heute. Der Weisse Zwerg steht am Endpunkt der Entwicklung, in ca. 7.7 Milliarden Jahren.

    Siehe etwa: http://www.astronomy.ohio-state.edu/.../vistas97.html
    fett von mir

    Hallo Bynaus,

    dass die Sonne in 1,1 Mrd Jahren etwas kühler sein wird, steht mE in dem von Dir verlinkten Artikel so nicht,
    es heißt da:

    "Mid-Life Crisis for the Earth

    T=5.6 Gyr (1.1 Gyr from today):

    Sun will be 10% brighter than today.
    Extra solar energy causes a Moist Greenhouse Effect.

    The Earth's atmosphere will dry out as water vapor is lost to space. Such a situation will probably spell the end of large surface life on Earth. Some types of marine life and simpler life forms will likely survive in the oceans and localized pools of water."

    Mit anderen Worten, die Atmosphäre wird nach einem starken, feuchten Treihauseffekt, Wasserdampf ins All verlieren und zunehmend austrocknen. Höheres Leben (zumindest auf der Oberfläche) somit also weitgehend unmöglich machen. Wann die "Spezies Mensch" trotz aller Technik auf diesem Planeten nicht mehr überleben kann...? Oder verstehe ich da was falsch?

    Ich meine gelesen zu haben, dass von anderen Forschern (hab jetzt leider keinen link dazu) in verschiedenen Szenarien eine Maximalgrenze von max. 500 Mio für höheres Leben errechnet wurde. Je nach dem, welche technischen Voraussetzungen man unseren Nachkommen für die Zukunft unterstellt. Aber 200 Mios hin oder her, dass ist alles weit vor der Zeit des Roten Riesen-Stadiums.

    Somit brauchen wir uns mE keine Gedanken über Umlaufbahnverschiebungen machen. Doch selbst für den Fall, dass es zu der fernen Zukunft noch Menschen im Sonnensystem gäbe, der Planet Erde wäre längst komplett ausgebeutet und vermutlich für die Weiterexstistenz unserer fernen Nachfahren nicht mehr nötig. Aber an der Stelles wirds jetzt natürlich ziemlich spekulativ und philosopisch.
    Geändert von Stevie (18.12.2018 um 14:05 Uhr) Grund: Rechtschreibung
    Gruß Stevie

  2. #42
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.382

    Standard

    dass die Sonne in 1,1 Mrd Jahren etwas kühler sein wird, steht mE in dem von Dir verlinkten Artikel so nicht,
    Das stimmt, mein Fehler. Der Punkt ist, dass die Sonne im Verlauf ihrer Hauptreihenentwicklung langsam heisser wird, dann wieder kühler. Aber der Umkehrpunkt dieser Entwicklung ist in 1.1 Mrd Jahren noch nicht erreicht.

    Mit anderen Worten, die Atmosphäre wird nach einem starken, feuchten Treihauseffekt, Wasserdampf ins All verlieren und zunehmend austrocknen.
    Genau. Hier wird nicht erwähnt, was das genau mit den Oberflächenbedingungen macht, aber unter einem "moist greenhouse" kann die Oberfläche sehr hohe Temperaturen (>100°C) erreichen. Das dürfte das Schicksal des Lebens auf der Oberfläche (vielleicht mit Ausnahme einiger polnaher Gewässer?) besiegeln.

    Ich meine gelesen zu haben, dass von anderen Forschern (hab jetzt leider keinen link dazu) in verschiedenen Szenarien eine Maximalgrenze von max. 500 Mio für höheres Leben errechnet wurde. Je nach dem, welche technischen Voraussetzungen man unseren Nachkommen für die Zukunft unterstellt. Aber 200 Mios hin oder her, dass ist alles weit vor der Zeit des Roten Riesen-Stadiums.
    Diese Voraussage ist unabhängig von technischen Voraussetzungen. Das ist einfach die von Menschen unbeeinflusste Natur. Vor allem deshalb, weil der Kohlenstoff-Silikat-Zyklus bei einer immer stärkeren Sonne dazu führt, dass alles CO2 aus der Atmosphäre gewaschen wird und schliesslich die Pflanzen eingehen, von denen alles höhere Leben abhängig ist (Nahrung / Sauerstoff). Zwar führt das Ende der Pflanzen wieder zu einem höheren CO2-Gehalt, aber das sorgt dann eben wieder für höhere Temperaturen, mehr Verdampfung aus den Ozeanen etc. Ich glaube, als Zeithorizont sollte man da 1 Milliarde +- 500 Millionen ansetzen, man ist da wieder etwas optimistischer geworden.

    Somit brauchen wir uns mE keine Gedanken über Umlaufbahnverschiebungen machen.
    Da stimme ich dir zu, wie gesagt denke ich, dass sich das langfristige Schicksal der Menschheit lange vorher entscheiden wird, innerhalb der nächsten paar Jahrtausende maximal. Ich glaube, ich habe mal irgendwo geschrieben, dass Gedanken über künstliche Erdbahnverschiebungen etwa gleich relevant sind wie die Frage, wie man nach der Schliessung des Mittelmeers all die Arbeitsplätze aus der verschwundenen Tourismusindustrie erhalten kann - und dabei liegt letzteres doch in unserer sehr viel näheren Zukunft!

    Zu der verlinkten Seite: Man muss vielleicht noch hinzufügen dass die langfristige Entwicklung der Sonne modellabhängig ist. Auch wenn die Seite die allgemein akzeptierte Abfolge der Ereignisse widerspiegelt, können die einzelnen Werte (Helligkeit, Temperatur, Grösse, Zeitpunkt etc.) in anderen Modellen etwas anders ausfallen.
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  3. #43
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.382

    Standard

    Zur Einordnung der Distanz und der Unsicherheiten: https://mobile.twitter.com/plutokill...44752679145476
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  4. #44
    Registriert seit
    15.11.2012
    Beiträge
    153

    Standard

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Da stimme ich dir zu, wie gesagt denke ich, dass sich das langfristige Schicksal der Menschheit lange vorher entscheiden wird, innerhalb der nächsten paar Jahrtausende maximal.
    Also entweder Ausrottung etwa durch Atomkrieg oder Klimawandel, oder Besiedlung anderer Sonnensysteme und damit langfristige Absicherung der Zukunft durch Unabhängigkeit von einzelnen Planeten/Sonnensystemen? Oder an welche Alternativen denkst Du bei dieser Entscheidung innerhalb der nächsten paar Jahrtausende?

    Aber auch wenn wir andere Planeten besiedelt haben werden, wird sich für die verbliebene irdische Menschenbevölkerung immernoch irgendwann die Frage nach einer Evakuierung stellen. Und da sage ich lieber erst einmal eine Verschiebung der Erdbahn probieren, und Evakuierung nur als ultima ratio. Dass bis dahin noch ganz andere, drängendere Probleme zu lösen sind, steht ja außer Frage.
    Geändert von Aries (19.12.2018 um 02:08 Uhr)

  5. #45
    Registriert seit
    12.11.2005
    Beiträge
    5.201

    Standard

    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    Und da sage ich lieber erst einmal eine Verschiebung der Erdbahn probieren, und Evakuierung nur als ultima ratio.
    Guter Witz. Kennst Du den energetischen Aufwand für so ein Vorhaben? Nach meinem Kenntnisstand ist der Aufwand für eine Evakuierung um viele Größenordnungen geringer.
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  6. #46
    Registriert seit
    15.11.2012
    Beiträge
    153

    Standard

    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Guter Witz. Kennst Du den energetischen Aufwand für so ein Vorhaben? Nach meinem Kenntnisstand ist der Aufwand für eine Evakuierung um viele Größenordnungen geringer.
    Bei der Evakuierung sehe ich viel mehr grundsätzliche Fragen, die nicht gelöst sind. Da ist man noch nicht einmal so weit, dass man einen energetischen Aufwand überhaupt berechnen könnte. Wie macht man bisher unbewohnten Gesteinsplaneten bewohnbar für Milliarden von Menschen? Wie betreibt man bemannte interstellare Raumfahrt? Wie macht man bemannte interstellare Raumfahrt massentauglich für Milliarden von Menschen?

    Bei der Verschiebung der Erde sehe ich weniger grundsätzliche Fragen. Man könnte z. B. auf einem Asteroiden oder Zwergplaneten im Asteroidengürtel mehrere Antriebe aufbauen, den Himmelskörper damit nah an der Erde vorbeisteuern, und die Erde so verschieben. Ist bestimmt ziemlich aufwendig, aber immerhin könnte man diesen Aufwand bereits berechnen.

  7. #47
    Registriert seit
    12.11.2005
    Beiträge
    5.201

    Standard

    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    Da ist man noch nicht einmal so weit, dass man einen energetischen Aufwand überhaupt berechnen könnte. Wie macht man bisher unbewohnten Gesteinsplaneten bewohnbar für Milliarden von Menschen?
    Da gibt es doch die entsprechenden Terraforming-Überlegungen. Der Mars bietet hier bereits einige konkrete Perspektiven.

    Man könnte z. B. auf einem Asteroiden oder Zwergplaneten im Asteroidengürtel mehrere Antriebe aufbauen, den Himmelskörper damit nah an der Erde vorbeisteuern, und die Erde so verschieben.
    Das ändert aber nichts am Energieaufwand. Der bleibt dabei gleich und ich weiß auch nicht, ob die Bahn für so eine "Schleuder" prinzipiell ausreichend gut berechnet werden könnte. Wenn man da unvorhergesehene "Nebenwirkungen" bekommt, hätte der Betreiber so eines Projektes ein echtes Problem.
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  8. #48
    Registriert seit
    15.11.2012
    Beiträge
    153

    Standard

    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Da gibt es doch die entsprechenden Terraforming-Überlegungen. Der Mars bietet hier bereits einige konkrete Perspektiven.
    Ja gut, wenn das Terraforming dort erst einmal gelungen ist, dann müsste man nur noch Milliarden Menschen dorthin transportieren. Aber auch wenn man das alles schafft, muss man sich doch fragen, ob man die Erde einfach aufgeben will. Selbst wenn der Mars ganz erdähnlich wird, sind zwei Planeten doch besser als einer.

    Zitat Zitat von Bernhard
    Das ändert aber nichts am Energieaufwand. Der bleibt dabei gleich und ich weiß auch nicht, ob die Bahn für so eine "Schleuder" prinzipiell ausreichend gut berechnet werden könnte. Wenn man da unvorhergesehene "Nebenwirkungen" bekommt, hätte der Betreiber so eines Projektes ein echtes Problem.
    Man sollte das ganze erstmal an anderen Himmelskörpern testen. Milliarden von Jahren sind ja genug Zeit.

  9. #49
    Registriert seit
    12.11.2005
    Beiträge
    5.201

    Standard

    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    Aber auch wenn man das alles schafft, muss man sich doch fragen, ob man die Erde einfach aufgeben will.
    Mögliche Kolonisten auf dem Mars wird das möglicherweise nur noch am Rande interessieren. Der Rest der Menschheit muss dann wohl oder übel lernen sich entsprechend von Klimazielen zu verhalten oder den entsprechenden "Preis" dafür bezahlen. Mittelfristig (d.h. < 900 Mio. Jahren) wird man die Erde also sicher nicht so ohne weiteres aufgeben.

    Man sollte das ganze erstmal an anderen Himmelskörpern testen. Milliarden von Jahren sind ja genug Zeit.
    Soviel ich weiß, kann man bestenfalls die Stabilität des Sonnensystems grob untersuchen. Wie sich größere Trümmer über Milliarden von Jahren verhalten ist mit unseren Mitteln u.U. prinzipiell nicht mehr berechenbar. So ein Test wäre bei aktuellem Wissensstand deshalb auch nicht auf das Sonnensystem übertragbar.
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  10. #50
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.382

    Standard

    Anzeige
    Für die Entwicklung der Sonne zum Roten Riesen ist der Mars auch keine Lösung. Die habitable Zone verschiebt sich zeitweise sogar hinaus zur Saturn-Bahn und darüber hinweg!

    Es ist sicher einfacher, die Masse von Milliarden Menschen im Sonnensystem zu verschieben, als die Masse von Milliarden Menschen PLUS auch noch den gesamten Planeten, auf dem sie leben. Eine "Evakuierung" wird immer einfacher (=weniger Energie benötigen) sein.

    Ich denke, innerhalb der nächsten Jahrtausende wird sich zeigen, ob die Menschheit a) ausstirbt bzw. sich selbst ausrottet oder b) zumindest ein Teil der Menschheit in Habitaten und auf anderen Planeten langfristiger überleben kann. Für ein wirklich langfristiges Überleben muss "nur" die Kolonie-Gründungsrate höher sein als die Selbstzerstörungsrate der jeweiligen Kolonien, und wir brauchen noch etwas Glück in der Anfangsphase, wenn die Statistik noch Stochastik ist.
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 72
    Letzter Beitrag: 09.02.2011, 10:35
  2. Kann sich die "schwimmende" Erdkruste "schlagartig" verschieben?
    Von hank2008 im Forum Über den Tellerrand
    Antworten: 60
    Letzter Beitrag: 08.04.2010, 20:46
  3. "Anon b" - ein "anonymer" Exoplanet
    Von Michael Johne im Forum Extrasolare Planeten
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 18.03.2006, 00:51
  4. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 10.02.2005, 18:28
  5. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 10.02.2005, 18:28

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | Flattr & freiwilliges Bezahlen | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2013. Alle Rechte vorbehalten.  W3C