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Thema: MarsOne/"MerkurOne": Langfristige Evakuierung der Erde

  1. #31
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    vielleicht finde ich den Link, dann werde ich ihn hineinstellen.
    Hallo zusammen,

    da wäre mal ein Anfang: Sonne wird Erde schlucken

    Einige Ausschnitte:

    „Wir hatten ursprünglich kalkuliert, dass die Sonne bei ihrer Ausdehnung Masse in Form eines starken Winds verlieren wird, der sehr viel stärker ist als der heutige Sonnenwind”, erklärt Smith. „Das würde dann die Anziehungskraft der Sonne auf die Erde reduzieren und es dem Erdorbit ermöglichen, sich nach außen zu bewegen.“
    „Wenn das der einzige Effekt wäre, würde die Erde ihrer endgültigen Zerstörung entgehen“, so Smith. „Aber die äußere Atmosphäre der Sonne erstreckt sich weit über deren Oberfläche hinaus und es zeigt sich, dass die Erde innerhalb dieser dünnen äußeren Schichten kreisen würde.“ Die Zugkraft dieses Gases reicht trotz dessen geringer Dichte aus, um die Erde nach innen driften zu lassen. Dort wird sie letztlich von der Sonne eingefangen und verdampft.

    Freundliche Grüsse, Ralf

  2. #32
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    Es ist nur der Massenverlust (via stärkerem Sonnenwind) der alternden Sonne, der die Bahnen nach aussen wandern lässt. Die Grösse der Sonne spielt dafür keine Rolle (höchstens bei Gezeiteneffekten, aber die sind in diesem Kontex egal), man muss sich auch bewusst sein dass der aufgeblähte Teil der Sonne nur einen winzigen Bruchteil ihrer Masse enthält. Tatsächlich ist ein Roter Riese viel stärker zu seinem Zentrum hin kompaktiert als die Sonne! Der Wandereffekt durch Massenverlust dürfte aber für alle Planeten ähnlich sein, in dem Sinn dass das einzige, was sich in der Keplergleichung ändert, der Term M für die Masse der Sonne ist.

    Langfristig sind grosse rotierende Habitate im freien Raum sehr viel attraktivere Wohnsitze für Menschen als die Erde. Sie haben frei wählbare Gravitation, kontrollierte Umweltbedingungen, einfachen Zugang zu Ressourcen und Energie, und sie sind mobil. Man kann sie nach Bedarf nach aussen im Sonnensystem bewegen - oder gleich zu einem anderen Stern schicken.
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  3. #33
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    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    Wenn die gesamte Sonnenmasse an einem einzigen Punkt wäre, dann würde die gesamte Anziehungskraft zu diesem Punkt hin wirken. Umso mehr die Sonne hingegen aufgebläht ist, desto weniger einheitlich wirkt die Anziehungskraft in eine Richtung. Nehmen wir mal an die Sonne wäre "rechts" von der Erde, dann würde bei einer aufgeblähten Sonne ein Teil der Anziehungskraft auch nach "rechts-vorne", "rechts-hinten", "rechts-oben" und "rechts-unten" gehen. Dadurch schwächt sich der Effekt insgesamt ab. Je mehr sich der Raumwinkel, den die Sonne am Himmel einnimmt, in aboluten Zahlen ändert, desto mehr vergrößert sich die Umlaufbahn, also beim Merkur wesentlich mehr als beim Neptun.
    Die Summe der Vektorlängen ändert sich nicht, und damit auch die Wirkung auf die Erdbahn. Bzw, die Summe nimmt ab, und darauf reagiert die Erde, nicht auf den Raumwinkel, den die Vektoren öffnen. Dazu kommt, wie gesagt, sass bei einem Roten Riesen der Vektor, der zum Kern zeigt, einen grösseren Anteil an der Sunme hat wie bei der Sonne!
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  4. #34
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Die Summe der Vektorlängen ändert sich nicht, und damit auch die Wirkung auf die Erdbahn. Bzw, die Summe nimmt ab, und darauf reagiert die Erde, nicht auf den Raumwinkel, den die Vektoren öffnen.
    Wenn die Sonne sich ausdehnt, wird mit der Entfernung der Sonnenpartikel von der Achse Erdmittelpunkt-Sonnenmittelpunkt, auch die Entfernung dieser Teilchen von der Erde zunehmen. Hinzu kommt, dass sie nicht mehr alle in dieselbe Richtung hin anziehen werden, was die Gesamtwirkung abschwächt. Auf der anderen Seite wird sich die Anziehungskraft durch die Aufblähung direkt in Richtung Erde stärker erhöhen als sie durch die Aufblähung in die genau entgegengesetzten Richtung abnehmen wird. Es ist sehr kompliziert, vielleicht gleichen sich die Effekte bei einer kugelförmigen Verformung genau aus. Ich weiß es nicht.

  5. #35
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    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    vielleicht gleichen sich die Effekte bei einer kugelförmigen Verformung genau aus. Ich weiß es nicht.
    Hallo Aries,

    bei einer kugelförmigen Verteilung darfst Du das Birkhoff-Theorem anwenden und somit die Masse im Schwerpunkt konzentriert annehmen.

    Ich habe nicht überprüft, ob das auch für Probe-Massen innerhalb der Zentralmasse gültig ist, also beispielsweise einer Erde innerhalb der Sonnenoberfläche, aber das ist m.E. auch gar nicht nötig, weil Du schwerkraftmässig die äusseren Schichten der Sonne vernachlässigen darfst. Oder wenn Du es genau wissen möchtest spaltest Du die Sonne in zwei Bereiche auf, einen Bereich innerhalb der Erdbahn und einen Bereich ausserhalb der Erdbahn.

    Der andere Effekt ist dann derjenige der "Reibung", weil sich die Erde durch die äusseren Sonnenschichten bewegen wird und deswegen gebremst wird. Das hat aber nichts mit der Schwerkraft der Partikel in den äusseren Sonnenschichten zu tun: wenn Du durch Wasser oder durch Honig schwimmst, so kommst Du im Honig langsamer voran. Aber nicht deswegen, weil der Honig auf Dich irgendwie mehr Schwerkraft ausüben würde, sondern wegen dessen Zähigkeit.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  6. #36
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    Hallo Ralf,

    Danke für den Link und der letzte Textteil:
    "Das könnte bereits ausreichen, um das Leben um fünf Milliarden Jahre länger zu erhalten und möglicherweise sogar die Phase des Roten Riesen zu überstehen. „Es klingt wie Science Fiction“, so Smith. „Aber es scheint, dass wir den Energiebedarf für so etwas gerade decken können und die Technologie in den nächsten Jahrhunderten entwickelt werden könnte.“ Eine realistischere Lösung wäre demgegenüber vermutlich, bis zu diesem Zeitpunkt andere Planeten in sicherer Entfernung zu kolonialisieren…"
    gefällt mir am besten. Ich frage mich dennoch, was nützt es 5 Mrd. Jahre den Roten Riesen zu überleben, wenn er dann schon 2 oder 3 Mrd. Jahre ein kalter Weißer Zwerg ist. Aber die Frage erübrigt sich, wenn andere bewohnbare Planeten gefunden würden oder noch besser, wenn die "grosse rotierende Habitate im freien Raum" kommen. Dafür hat die Zivilisation viele Millionen Jahre Zeit und wenn das nichts würde, was kann dann überhaupt werden? Letztendlich steht bei Zeiträumen von Mrd. Jahren auch die Frage im Raum: Wie lange kann eine Zivilisation überhaupt existieren - schaffen wir es überhaupt bis zum Roten Riesen oder dessen Beginn in einer Mrd. Jahre?
    Geändert von astrofreund (17.12.2018 um 12:45 Uhr)

  7. #37
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    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    Wenn die Sonne sich ausdehnt, wird mit der Entfernung der Sonnenpartikel von der Achse Erdmittelpunkt-Sonnenmittelpunkt, auch die Entfernung dieser Teilchen von der Erde zunehmen. Hinzu kommt, dass sie nicht mehr alle in dieselbe Richtung hin anziehen werden, was die Gesamtwirkung abschwächt. Auf der anderen Seite wird sich die Anziehungskraft durch die Aufblähung direkt in Richtung Erde stärker erhöhen als sie durch die Aufblähung in die genau entgegengesetzten Richtung abnehmen wird. Es ist sehr kompliziert, vielleicht gleichen sich die Effekte bei einer kugelförmigen Verformung genau aus. Ich weiß es nicht.
    Wenn dem so wäre (dass es auf die Massenverteilung ankommt) dann müsste in der Formel der gravitativen Anziehung eben ein Term drin sein, der die Massenverteilung innerhalb der gravitierenden Körper (oder deren Grösse) berücksichtigt. Das gibt es aber nicht und ist auch nicht nötig. Die Anziehung, die die Erde von der Sonne erfährt, ist immer gleich, unabhängig von ihrer Grösse. Die könnte instantan in ein schwarzes Loch kollabieren und ihre Anziehungskraft auf die Erde würde sich nicht ändern.
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  8. #38
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    Zitat Zitat von astrofreund Beitrag anzeigen
    Hallo Ralf,

    Danke für den Link und der letzte Textteil:
    "Das könnte bereits ausreichen, um das Leben um fünf Milliarden Jahre länger zu erhalten und möglicherweise sogar die Phase des Roten Riesen zu überstehen. „Es klingt wie Science Fiction“, so Smith. „Aber es scheint, dass wir den Energiebedarf für so etwas gerade decken können und die Technologie in den nächsten Jahrhunderten entwickelt werden könnte.“ Eine realistischere Lösung wäre demgegenüber vermutlich, bis zu diesem Zeitpunkt andere Planeten in sicherer Entfernung zu kolonialisieren…"
    gefällt mir am besten. Ich frage mich dennoch, was nützt es 5 Mrd. Jahre den Roten Riesen zu überleben, wenn er dann schon 2 oder 3 Mrd. Jahre ein kalter Weißer Zwerg ist. Aber die Frage erübrigt sich, wenn andere bewohnbare Planeten gefunden würden oder noch besser, wenn die "grosse rotierende Habitate im freien Raum" kommen. Dafür hat die Zivilisation viele Millionen Jahre Zeit und wenn das nichts würde, was kann dann überhaupt werden? Letztendlich steht bei Zeiträumen von Mrd. Jahren auch die Frage im Raum: Wie lange kann eine Zivilisation überhaupt existieren - schaffen wir es überhaupt bis zum Roten Riesen oder dessen Beginn in einer Mrd. Jahre?
    Die erste Rote-Riesen-Phase kommt erst in ca. 7 Milliarden Jahren. In 1 Milliarde Jahre ist die Sonne immer noch ein Hauptreihenstern, etwas kühler, etwas grösser und etwas heller als heute. Der Weisse Zwerg steht am Endpunkt der Entwicklung, in ca. 7.7 Milliarden Jahren.

    Siehe etwa: http://www.astronomy.ohio-state.edu/.../vistas97.html
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  9. #39
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Die erste Rote-Riesen-Phase kommt erst in ca. 7 Milliarden Jahren. In 1 Milliarde Jahre ist die Sonne immer noch ein Hauptreihenstern, etwas kühler, etwas grösser und etwas heller als heute. Der Weisse Zwerg steht am Endpunkt der Entwicklung, in ca. 7.7 Milliarden Jahren.

    Siehe etwa: http://www.astronomy.ohio-state.edu/.../vistas97.html
    Sehr interessant - so genaue Rechnungen kannte ich bisher nicht. Am Ende hat die Sonne fast die Hälfte ihrer Masse verloren und die Erde bewegt sich fast in doppelter Entfernung von der Sonne wie heute. Nur ohne "Rettungsboote" (wenn ich richtig verstanden habe) wird sie die 2.Pulsphase der Sonne nicht überleben und wenn nach 7,7 Milliarden Jahren alles vorbei ist, die Erde in "sicherer" Entfernung kreist, dann bekommt sie zu wenig Energie vom Weissen Zwerg, um davon "leben" zu können. Na gut, ist noch genug Zeit - auch für meine Nachfahren - nach neuen Energiequellen, neuen bewohnbaren Planeten zu suchen und umzusiedeln - und wenn es die Habitate sind.

  10. #40
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    Hallo Ralf,

    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Ich habe nicht überprüft, ob das auch für Probe-Massen innerhalb der Zentralmasse gültig ist
    Das hatte Sir Isaak Newton freundlicherweise schon mal 'überprüft'.

    Zitat Zitat von Wiki
    hier
    Im Innern einer elliptischen oder kugelsymmetrischen homogenen Massenverteilung, z. B. einer Hohlkugel, ist die von dieser Masse ausgehende Gravitationskraft null. Daraus folgt, dass in einem beliebigen Abstand
    r vom Mittelpunkt einer kugelsymmetrischen Massenverteilung die Gravitationskraft genau von dem Anteil der Gesamtmasse erzeugt wird, der innerhalb einer Kugel mit dem Radius
    r liegt.
    Herzliche Grüße

    MAC

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