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Thema: MarsOne: Ethische Bedenken

  1. #21
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    Hallo Ralf,

    ich kann allen Deinen Ausführungen in Post 20 folgen, nicht aber Deiner Übertragung auf Mars.

    Wir leben (noch) nicht auf Mars, 'jetzt' dorthin zu gehen, ist keine alternativlose Entscheidung, sondern bis auf Weiteres, für uns und besonders unsere Reproduktion eben nicht per Risikoprofil bezifferbar, aber sehr wohl vermeidbar. Und das muß auch nicht bis zum St.Nimmerleinstag so bleiben.

    Herzliche Grüße

    MAC

  2. #22
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    Zitat Zitat von mac Beitrag anzeigen
    Hallo Ralf,

    ich kann allen Deinen Ausführungen in Post 20 folgen, nicht aber Deiner Übertragung auf Mars.

    Wir leben (noch) nicht auf Mars, 'jetzt' dorthin zu gehen, ist keine alternativlose Entscheidung, sondern bis auf Weiteres, für uns und besonders unsere Reproduktion eben nicht per Risikoprofil bezifferbar, aber sehr wohl vermeidbar. Und das muß auch nicht bis zum St.Nimmerleinstag so bleiben.
    Hallo Mac,

    das habe ich schon vermutet. Sehr gut, dann haben wir ja den wunden Punkt gefunden

    Was genau ist es, was den Mars von anderen "Expeditionen" auf der Erde, bei denen es auch kein Zurück mehr gibt, unterscheidet ? Letztlich - zugegebenermassen etwas weit hergeholt - müsste man mit Deiner Argumentation sogar jede Gefängnisstrafe verbieten, denn wenn einer unschuldig verurteilt wurde, so kann man ihn die verlorenen Lebensjahre ja auch nicht mehr zurückgeben.



    Freundliche Grüsse, Ralf

  3. #23
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Nun kann man sich beim Arzt ein Risikoprofil erstellen lassen und dann feststellen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, ein behinderte Kind zu bekommen, und sich dann sterilieren lassen, wenn einem diese Wahrscheinlichkeit zu hoch ist.

    Auch das müssen potentielle Eltern selber entscheiden dürfen, d.h. ich bin der Meinung, dass man ihnen das in einer freien und menschenwürdigen Gesellschaft nicht vorschreiben darf.
    Einverstanden.

    Und so ist es meines Erachtens auch mit Schwangerschaften auf dem Mars: auch das müssen die betroffenen Eltern selber entscheiden dürfen und darf ihnen nicht vorgeschrieben werden.
    Das würde m.E. allerdings dem Fall entsprechen, daß die Eltern sich zunächst ohne Not den Erbschaden selbst zufügen würden (entspräche dem "Auswandern"), und dann das Kind zeugten. Das scheint mir ethisch nicht vertretbar. Wenn allerdings das Kind einmal gezeugt ist, hätte es natürlich allen Anspruch auf Gleichbehandlung mit einem Kind im erstern Fall.

    Gruß, zabki

  4. #24
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    Zitat Zitat von zabki Beitrag anzeigen
    Das würde m.E. allerdings dem Fall entsprechen, daß die Eltern sich zunächst ohne Not den Erbschaden
    Hallo zabki,

    hier setzst Du stillschweigend voraus, dass es einen solchen Erbschaden gibt. Meines Erachtens nimmt man einen solchen schlimmstenfalls billigend in Kauf.

    Dabei wird aber ausgeblendet, dass das Ganze auch eine Chance darstellen würde. Die Evolution funktioniert übrigens auch sehr viel nicht anders.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  5. #25
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    Die kosmische Strahlung lässt sich doch eh hinreichend gut abschirmen.
    101010

  6. #26
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    Zitat Zitat von Kibo Beitrag anzeigen
    Die kosmische Strahlung lässt sich doch eh hinreichend gut abschirmen.
    Hallo Kibo,

    wenn ich das richtig verstanden habe gab es Bedenken, dass es Komplikationen bei Schwangerschaften unter geringerer Schwerkraft als auf der Erde geben könnte.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  7. #27
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    Hallo Kibo,

    der "Erbschaden" war Teil eines Vergleichs in der Debatte.

    Ralf:
    Eltern, die zum Mars auswandern, um dort Kinder zu bekommen mit der Gefahr einer Schädigung wg. verminderter Schwerkraft sollten dazu dasselbe Recht haben wie erbgeschädigte Eltern Kinder bekommen dürfen, deren dann selber geschädigt sein könnten.
    zabki:
    Zum Mars auswandern wäre so, also würden die Eltern sich den Erbschaden absichtlich zufügen und dann Kinder bekommen.

  8. #28
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    hier setzst Du stillschweigend voraus, dass es einen solchen Erbschaden [d.h. Schwerkraftschaden] gibt. Meines Erachtens nimmt man einen solchen schlimmstenfalls billigend in Kauf.
    Es ist doch bekannt, daß bei Schwerelosigkeit bei Erwachsenen nach relativ kurzer Zeit (Wochen/Monate) gravierende Probleme auftreten. Aus einem Text der NASA:
    http://ntrs.nasa.gov/archive/nasa/ca...2006255315.pdf

    ein paar herausgegriffene Sätze:

    More immediate physical effects are those induced by prolonged exposure to weightlessness. These include the loss of bone density, muscle mass, and red blood cells, cardiovascular, circulatory, and sensory-motor deconditioning, and changes in the immune system.

    The long bones in the legs and the vertebrae in the spine lose mass and strength during prolonged bed rest [zu Testzwecken]. Similarly, a loss of bone mineral, and its
    excretion, are observed in humans during spaceflight. Calcium is lost at a rate of about 1% per month, and the losses are reflected in the density and mass of weight-bearing bones. The rate of calcium loss is not reduced by vigorous exercise.


    [Unterstreichung von mir]

    Das reicht eigentlich schon. Zwar handelt es sich auf dem Mars "nur" um eine stark verminderte Schwerkraft, dafür handelt es sich bei dem angesprochenen Szenario um heranwachsende Kinder, die dieser dauernd ausgesetzt sind. Daher muß man m.E. gravierende Schädigungen der Kinder als sehr wahrscheinlich betrachten, und es wäre Sache von MarsOne, solche Befürchtungen zu entkräften.

    Dabei wird aber ausgeblendet, dass das Ganze auch eine Chance darstellen würde. Die Evolution funktioniert übrigens auch sehr viel nicht anders.
    Verstehe ich vielleicht falsch, aber das hört sich für mich nach einem Evolutions-Experiment mit Kindern an. Man kann doch nicht zig Generationen zuwarten, ob Kinder geboren werden mit Mutationen, die bessere Anpassung an Mars-Bedingungen ermöglichen.

    Gruß, zabki

  9. #29
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    Zitat Zitat von zabki Beitrag anzeigen
    Es ist doch bekannt, daß bei Schwerelosigkeit bei Erwachsenen nach relativ kurzer Zeit (Wochen/Monate) gravierende Probleme auftreten. Aus einem Text der NASA:
    http://ntrs.nasa.gov/archive/nasa/ca...2006255315.pdf

    ein paar herausgegriffene Sätze:

    More immediate physical effects are those induced by prolonged exposure to weightlessness. These include the loss of bone density, muscle mass, and red blood cells, cardiovascular, circulatory, and sensory-motor deconditioning, and changes in the immune system.

    The long bones in the legs and the vertebrae in the spine lose mass and strength during prolonged bed rest [zu Testzwecken]. Similarly, a loss of bone mineral, and its
    excretion, are observed in humans during spaceflight. Calcium is lost at a rate of about 1% per month, and the losses are reflected in the density and mass of weight-bearing bones. The rate of calcium loss is not reduced by vigorous exercise.


    [Unterstreichung von mir]

    Das reicht eigentlich schon. Zwar handelt es sich auf dem Mars "nur" um eine stark verminderte Schwerkraft
    Hallo zabki,

    richtig, und diese stark verminderte Schwerkraft wird eben insofern herangezogen, dass sie immer noch so stark ist, dass nach der langen Zeit der Schwerelosigkeit auf der Reise ebenfalls dieselben Probleme wie bei der Rückkehr auf die Erde auftreten.

    Gemäss der von Dir genannten Referenz ist diese "stark verminderte Schwerkraft" allerdings immer noch ziemlich stark (Seite 10):

    Given the current state of knowledge, humans arriving on Mars would be in the same bad condition as humans returning to Earth from Mir. The lower Martian gravity would not make much difference.

    Nun wieder zurück zu Deinem Beitrag:

    Zitat Zitat von zabki Beitrag anzeigen
    dafür handelt es sich bei dem angesprochenen Szenario um heranwachsende Kinder, die dieser dauernd ausgesetzt sind. Daher muß man m.E. gravierende Schädigungen der Kinder als sehr wahrscheinlich betrachten, und es wäre Sache von MarsOne, solche Befürchtungen zu entkräften.
    Dazu finde ich nichts in der von Dir referenzierten Studie.

    Zitat Zitat von zabki Beitrag anzeigen
    Verstehe ich vielleicht falsch, aber das hört sich für mich nach einem Evolutions-Experiment mit Kindern an. Man kann doch nicht zig Generationen zuwarten, ob Kinder geboren werden mit Mutationen, die bessere Anpassung an Mars-Bedingungen ermöglichen.
    Ich habe nicht von Experimenten gesprochen, sondern nur davon, dass man mögliche Nachteile, die die Eltern billigend in Kauf nehmen, damit abwägen muss, dass das ganze auch Chancen bietet. Dabei wird es zunächst einmal kurzfristige und allenfalls mittelfristige Chancen geben; über langfristige Chancen - und dazu gehören die von Dir genannten "Evolutions-Experiment mit Kindern" - zu sprechen erscheint mir zum jetzigen Zeitpunkt allerdings ausschliesslich spekulativer Natur zu sein.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  10. #30
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    wenn ich das richtig verstanden habe gab es Bedenken, dass es Komplikationen bei Schwangerschaften unter geringerer Schwerkraft als auf der Erde geben könnte.
    Achso, da hab ich den Begriff Erbschaden wohl falsch interpretiert.
    101010

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