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Thema: FUKUSHIMA wie gehts weiter ?

  1. #301
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    Nachgang : Kostenrechnung der AKW's ... ??? http://www.ecoquent-positions.com/wi...rks-berechnet/

  2. #302
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    @Mahnanda: Trotzdem: auch die Kraftwerke in NRW werden pro Jahr 4 Mio Tonnen Kohle pro GW verbrennen. Selbst bei rekordtiefen 0.2 ppm sind das 800 kg Uran pro GW (ich weiss nicht, wieviele GW Kohlekraftwerke in NRW installiert sind). Wie ich schon eingeräumt hatte, kann es in diesem speziellen Fall (dank Filter) sein, dass nur ein Teil davon wirklich als Aschepartikel direkt in die Luft kommt. Das ändert nichts daran, dass die Asche mit den genannten Uran-Konzentrationen bzw. Mengen anfällt und entsorgt werden muss. Da diese Asche oft auf Deponien entsorgt wird, gibt es keine Garantie, dass sie nicht danach wieder in der Umwelt landet (etwa durch Windverwehung).
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  3. #303
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    Hallo Bynaus,

    auch von mir ein "Trotzdem!"

    Die anfallenden 800 kg Uran verteilen sich nun mal nicht im Umkreis von 10 km als Niederschlag um das Kraftwerk herum. Zur Asche-Entsorgung muss ich mich noch einmal kundig machen (P.S.: Habe ich getan - siehe unten!). Ich denke, das meiste davon landet entweder unter Tage oder wird als Baustoff mit verwertet (Zuschlagstoff in Beton?). Die Filterrückstände sind, denke ich, Sonderabfall und gelangen deshalb in entsprechende Deponien, wo eher nicht mit Windverwehung gerechnet werden muss. Das heißt, der größte Anteil der anfallenden Uranmenge bleibt in irgend einer Form gebunden bzw. isoliert und scheidet damit als Umweltschadstoff aus.

    Die Idee der Chinesen, die Asche als Uranrohstoff zu erschließen, gelingt ja ebenfalls nur, wenn man die Asche daran hindert, z.B. über Windverwehung verteilt zu werden. Wie man aus der Ofenfeuerung sehr schön erkennt, verbleibt die meiste Asche im Verbrennungsraum und sammelt sich in einem Aschenbehälter, nachdem sie durch den Rost gefallen ist. Bei Kraftwerksasche ist das nicht anders. Also darf man davon ausgehen, dass die Uran-Emission sich in engen Grenzen hält, weil die Hauptmenge an Ort und Stelle verbleibt.

    EDIT: Gerade gefunden - Kraftwerksasche wird als Baustoff weitergenutzt.
    Geändert von Mahananda (22.02.2014 um 11:58 Uhr) Grund: Links aktualisiert

  4. #304
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    Die anfallenden 800 kg Uran verteilen sich nun mal nicht im Umkreis von 10 km als Niederschlag um das Kraftwerk herum.
    Ja, das stimmt. Der grösste Teil bleibt wohl in der Asche im Kraftwerk zurück. Wobei man genau genommen die folgenden vier Werte wissen müsste, um zu berechnen, was mit dem Uran genau geschieht:

    1) Die Konzentration Uran in der Kohle (ca. 0.2 ppm für Rheinische Braunkohle)
    2) Die Menge Kohle (ca. 4 Mio Tonnen pro GW)
    3) Die Menge Asche (??? Tonnen pro GW)
    4) Die Konzentration Uran in der Asche (80-135 ppm gemäss Wikipedia)

    Danach erst könnte man abschätzen, wo das meiste Uran wirklich hinkommt.

    Die Filterrückstände sind, denke ich, Sonderabfall und gelangen deshalb in entsprechende Deponien, wo eher nicht mit Windverwehung gerechnet werden muss.
    Da wäre ich mir nicht so sicher. Hier ein Beispiel davon, was ich finde, wenn ich "Aschedeponie" google: https://kraftwerkfarge.wordpress.com.../aschedeponie/
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  5. #305
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    Hallo Bynaus,

    zu DDR-Zeiten wurde die Kraftwerksasche mit Wasser vermischt und in Tagebaurestlöcher gespült. Dort bildete sie eine mehrere Meter dicke Schicht, die wegen des ständig nach oben sickernden Grundwassers nur selten trocken fiel. Nach der Wende wurden die Deponien abgedeckt und z.T. als Hausmülldeponie genutzt oder aber mit Bauschutt und Erdschichten eingeebnet und bepflanzt. Ich will da nichts beschönigen, aber die meiste Staubbelastung entstand eher in den Tagebauen, wo infolge der künstlichen Grundwasserabsenkungen die Abraumschicht trocken lag. Zur Information: Ich stamme aus der Nähe von Bitterfeld, wohne aber heute nicht mehr dort.

    Was da in Bremen abläuft, ist sicher von Übel, sollte man jedoch nicht generalisieren, denke ich. Und wenn die Asche dort "vergraben" worden ist, entfällt die Verbreitung durch Wind, weil die Kraftwerksbetreiber ja hoffentlich nicht so dumm gewesen sind, die Asche dort offen liegen zu lassen. Wie das in anderen Ländern geregelt wird, weiß ich nicht, könnte mir aber eine ähnliche Verfahrensweise denken, wie sie einst in der DDR praktiziert worden ist. Das ist vergleichsweise billig und bietet zudem die Möglichkeit, die Asche für eventuelle weitere Nutzungen verfügbar zu halten. Wenn die Chinesen ernsthaft darüber nachdenken, die Asche als Uranreserve zu nutzen, werden sie ebenfalls nicht so dumm sein, alles mit dem Wind verwehen zu lassen ...

  6. #306
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    Wie erwähnt, mir geht es mehr um den qualitativen Vergleich, um das Messen mit gleichen Spiessen: selbst wenn die Asche verweht wird - die radioaktive Belastung ist ziemlich gering und die gesundheitlichen Folgen (der Uranbelastung, wohlgemerkt! Von Quecksilber etc. reden wir jetzt noch gar nicht...) sind wohl vernachlässigbar. In diesem Fall hätten wohl sogar AKW-Gegner kein Problem damit, dieser Aussage glauben zu schenken (es geht ja nicht um AKW und offenbar braucht man Kohlekraftwerke...).

    Sagt man dann aber, bei einem Unfall wie in Tricastin sei die radioaktive Belastung ziemlich gering, dann heisst es natürlich gleich, man wolle "die Katastrophe schönreden". Obwohl, wie in einem vorherigen Post gezeigt, die Kohlekraftwerke allein in NRW jeden Monat gleich viel U freisetzen (in freifliegender, nicht gefilterter Asche) wie beim Unfall in Tricastin freigesetzt wurden (um keine Zweifel aufkommen zu lassen: die radioaktive Belastung in Fukushima ist natürlich ungleich grösser als in Tricastin - aber dass sich die tatsächliche Belastung im Moment in der Nähe von der natürlichen Werte in anderen Regionen der Erde befindet, wird dann auch gerne vergessen).
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  7. #307
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    Hallo Bynaus,

    Von Quecksilber etc. reden wir jetzt noch gar nicht...
    Hierbei fällt auf, dass das Quecksilber insbesondere dort anfällt, wo neben Kohle auch Klärschlamm verbrannt wird. Mit der Kohle selber scheint das nichts zu tun zu haben. Relevanter in Bezug auf mögliche Gesundheitsschäden sind Feinstaub sowie SO2, während das anfallende CO2 natürlich als Treibhausgas zu Buche schlägt.

    Obwohl, wie in einem vorherigen Post gezeigt, die Kohlekraftwerke allein in NRW jeden Monat gleich viel U freisetzen (in freifliegender, nicht gefilterter Asche)
    Selbst wenn - die Belastung ist a) feinverteilt über eine größere Fläche und b) eben auch über einen größeren Zeitraum verteilt, während bei einem Störfall die Belastung sowohl räumlich wie auch zeitlich konzentrierter erfolgt. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung ohnehin in Bezug auf Kernkraft sensibilisiert ist. Klar, dass das dann in den einschlägig bekannten Medien hochgepuscht wird.

  8. #308
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    Selbst wenn - die Belastung ist a) feinverteilt über eine größere Fläche und b) eben auch über einen größeren Zeitraum verteilt, während bei einem Störfall die Belastung sowohl räumlich wie auch zeitlich konzentrierter erfolgt.
    Fragt sich halt, was schlimmer ist: ein einmaliger Puls - oder eine kontinuierliche, chronische Belastung des gleichen Umfangs jeden Monat, und das über Jahrzehnte.
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  9. #309
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    Hallo Bynaus,

    schwer zu sagen. Was die Strahlenexposition betrifft, vermute ich, dass ein einmaliger Puls schlimmer ist, weil die DNA-Reparaturmechanismen nicht hinterherkommen, so dass etliche Schäden im Genom erhalten bleiben. Mit jeder weiteren Zellteilung steigt dann die Gefahr bösartiger Entartungen. Wenn dann noch Co-Karzinogene hinzukommen, vergrößern sich die Risiken noch mehr. Die langfristige schwache Exposition ist etwas, womit die Reparaturmechanismen einfacher umgehen können, da ohnehin ein gewisses natürliches Level an Radioaktivität vorhanden ist.

  10. #310
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    Zitat Zitat von Mahananda
    Was die Strahlenexposition betrifft, vermute ich, dass ein einmaliger Puls schlimmer ist, weil die DNA-Reparaturmechanismen nicht hinterherkommen, so dass etliche Schäden im Genom erhalten bleiben.
    (fett von mir) Aber sicher nicht auf dem sehr tiefen Niveau von Radioaktivität, von dem wir hier sprechen...
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