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Thema: Suche Teleskop für Einsteiger

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
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    Standard Suche Teleskop für Einsteiger

    Hallo,

    ich bin auf dieses schöne Forum gestoßen, als ich mich etwas mit dem Astronomie vertraut gemacht habe. Nicht unbedingt für mich, eher als Geschenk für eine angehende "Hobby-Astronomin".

    Genauer gesagt suche ich ein "Einsteiger-Teleskop"

    Das Teleskop sollte für einen Anfänger geeignet sein, also nicht zu schwer zu bedienen usw. Es sollte trotzdem eine gute "Leistung" haben (Lichtstärke, Stabilität, Vergrößerung usw.) und von der Bauart Stabil und qualitativ hochwertig sein. Vielleicht auch schon ein paar geeignete Filter dabei haben.

    Sehr schön wäre es damit Bilder aufnehmen zu können und diese via USB oder andere Schnittstellen zu speichern oder auf den PC zu übertragen.

    Ich selbst bin nicht so stark mit der Materie vertraut, habe mich aber schon ein wenig schlau gemacht und anschließend verschiedene Modelle betrachtet.
    Allerdings bin ich mir doch relativ unsicher "das Richtige" auszusuchen, da es eine breites Angebot gibt, wie z.b. im Astroshop

    Ich habe jetzt auch öfter die folgende Frage gelesen: "Was willst du überhaupt mit dem Teleskop beobachten? Deep Space? Mond? Sonne?" - Dazu kann ich nur sagen, dass gerne vieles möglich sein soll, wenn auch nur durch den Nachkauf von Filtern etc. Generell wäre es natürlich schön eine möglichst gute Vergrößerung hinzubekommen, um z.B. den Mond genauer zu betrachten oder "Gaswolken" im Deep Space zu sehen.

    Ich hoffe ich kann hier etwas Hilfe, Tips, Anregungen oder Empfehlungen finden

    Bei dem Budget dachte ich erstmal so an max. 400 €

    Viele Grüße

  2. #2
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    Hallo chimi,


    sorry, wenn ich dich gleich enttäuschen muss. Immer wieder gibt es diese Wünsche – ein Teleskop für alle Objekte, stabil und qualitativ gut, auch für Fotografie geeignet – in der Kombination mit einem niedrigen Budget.


    Dein Wunschteleskop wirst Du allerdings nicht einmal für das 10-fache deines angegebenen Budgets bekommen… Rechne eher mit €10.000,-
    Deshalb wird immer gefragt „Was willst Du denn beobachten?“. Deep-Sky bedeutet viel Öffnung (großer Objektivdurchmesser). Will man nicht nur den Orion-Nebel und ein paar Sternhaufen beobachten, dann würde ich einen Objektivdurchmesser von mindestens 200mm veranschlagen. Das macht das Teleskop gleich etwas größer und schwerer und bedeutet auch eine stabilere Montierung.

    Fotografie treibt den Preis nochmal in die Höhe. Zum Fotografieren wird neben der Kamera und Filtern auch noch eine besonders stabile Montierung mit guter (motorischer) Nachführung benötigt. Die Montierung muss dann auch immer gut aufgestellt sein (saubere Ausrichtung der RA-Achse parallel zur Erdachse).
    Wenn das alles noch anfängertauglich sein soll, dann wären Goto-Montierungen ratsam…

    Manchmal ist also die Frage nicht „Welches Teleskop?“, sondern „Was kann ich damit machen?“.

    Für €400,- bekommt man etwas was zum Schnuppern gut taugt. Ein kleines Teleskop, mit dem man den Mond, die Ringe des Saturn, die Jupitermonde, den Orion-Nebel und ein paar (Kugel-)Sternaufen beobachten kann. Mit einem Objektivsonnenfilter geht dann auch noch die Sonne.

    Für das Budget kann man also feststellen, ob Astronomie wirklich zum Hobby wird und ob es sich lohnt mehr zu investieren. Man bekommt dafür aber nicht die eierlegende Wollmilchsau.

    Gruß,
    Christian

    Meine Astro-Page: www.Jeffer.de

  3. #3
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    Hi Christian,

    es soll wie gesagt dem Einstieg dienen. Wenn Fotografie zu teuer ist, muss ich halt darauf verzichten. Sollte jetzt kein Muss sondern ein "nice to have" sein.


    Zitat Zitat von Chrischan Beitrag anzeigen

    Für €400,- bekommt man etwas was zum Schnuppern gut taugt. Ein kleines Teleskop, mit dem man den Mond, die Ringe des Saturn, die Jupitermonde, den Orion-Nebel und ein paar (Kugel-)Sternaufen beobachten kann. Mit einem Objektivsonnenfilter geht dann auch noch die Sonne.
    Das hört sich für mich schon ganz gut an, für den Einstieg.

    Gibt es verschiedene Modelle für diesen Zweck mit einer gescheiten Vegrößerung die den Rahmen nicht völlig sprengen? Es soll ja dann schon Möglich sein z.B. den Mond relativ deutlich zu betrachten.

    In welchem preislichen Verhältnis stehen solche Teleskope dann mit denen die Fotounterstützung haben? oder einem mit größerem Durchmesser für Deep Space Beobachtungen?


    Viele Gruß

  4. #4
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    Standard

    Hallo chimi,
    Zitat Zitat von chimi Beitrag anzeigen
    Gibt es verschiedene Modelle für diesen Zweck mit einer gescheiten Vegrößerung die den Rahmen nicht völlig sprengen? Es soll ja dann schon Möglich sein z.B. den Mond relativ deutlich zu betrachten.
    kümmere dich erstmal nicht um die Vergrößerung. Das wird in der Werbung eh immer nur schön gerechnet und bringt in der Realität nichts. Grob kann man sinnvoll nur bis zum 1- bis 2-fachen des Objektivdurchmessers in mm vergrößern.

    Zitat Zitat von chimi Beitrag anzeigen
    In welchem preislichen Verhältnis stehen solche Teleskope dann mit denen die Fotounterstützung haben? oder einem mit größerem Durchmesser für Deep Space Beobachtungen?
    Stelle das Thema Fotografie bitte komplett zurück. Die Anforderungen an Teleskop und (besonders) Montierung sind recht hoch. Beherrscht man das Teleskop und die ganze Technik, dann kann man auch mit kleineren (billigeren) Geräten was schaffen, aber das ist definitiv nichts für Anfänger!


    Es gibt Unterschiede bei den Teleskopen und bei den Montierungen. Es ist immer eine Frage des eigenen Geschmacks und des Geldbeutels. Und gaaanz wichtig: Was ist man bereit zu investieren - nicht das Geld, sondern zu lernen!

    Zuerst ein paar Begriffe:

    Teleskope:
    Refraktoren (Linsenteleskope)
    Reflektoren nach Newton (Spiegelteleskope)
    Weitere würde ich für den Anfänger mal aussen vor lassen.

    Montierungen:
    Alt-Azimutal
    Parallaktisch

    Zu nennen sind noch zwei:
    Dobson (Ein Newton-Reflektor auf einer minimalistischen Alt-Azimutal Montierung)
    Goto (Computersteuerung für die Montierung)


    Die billigsten Teleskope sind oftmals Refraktoren. Das liegt meistens an (unbrauchbaren) billig Objektiven... In deiner Preisklasse würde ich zum Newton-Reflektor raten. Wichtig beim Newton: Der Hauptspiegel muss parabolisch und nicht sphärisch sein!

    Alt-Azimutale Montierungen sind meistens billiger und einfacher zu gebrauchen. Da die Gewichtsbelastung durch das Teleskop besser verteilt wird, kann solch eine Montierung etwas schwächer dimensioniert werden, was den Preis senkt.
    Jedoch bei der astronomischen Beobachtung sind sie schwerer nachzuführen. Bei einer parallaktischen Montierung wird eine Achse (Die RA-Achse) parallel zur Erdachse ausgerichtet. Zur Nachführung (Ausgleich der Erddrehung) muss deshalb nur um eine Achse gedreht werden mit konstanter Geschwindigkeit.

    Was bekommt man für sein Geld? Will man eine parallaktische Goto-Montierung mit Teleskop haben, teilt sich das Budget für das Teleskop, die Montierung und die Steuerung auf. Bei einem Dobson geht das Budget fast komplett in das Teleskop - die minimalistische Montierung und kein Stativ sparen erheblich.

    Was muss man können? Bei einem Goto Teleskop eigentlich nur: Einschalten - Lesen was die Steuerung anzeigt und entsprechend handeln - Der Montierung sagen was man beobachten möchte - beobachten. Die Steuerung weiß ob z.B. Saturn gerade am Himmel zu beobachten ist und wenn ja, stellt das Teleskop automatisch auf ihn ein. Astro for Dummies...
    Ohne Goto muss man schon mit Sternkarten umgehen können. Der Dobson stellt dabei die höchsten Anforderungen.

    Was kann man beobachten? Für Deep-Sky muss das Objektiv Licht sammeln können. D.h. der Durchmesser sollte möglichst groß sein. Ein typischer Spruch unter Sternguckern: Öffnung ist nur durch mehr Öffnung zu ersetzen...
    Übrigens erwarte mit keinem Teleskop etwas sehen zu können was nur annähernd den schönen Fotos entspricht.
    Deep-Sky und Farben visuell kann man vergessen. Den Orion-Nebel in einem leicht grünlichem Schimmer ab 300mm Objektivdurchmesser. Hab' gerade von einem Anderen gelesen, daß er rötliche Farben im Orion-Nebel erahnen konnte - mit einem 800mm Objektiv...
    Wie schon oben erwähnt ist die Vergrößerung auch abhängig vom Objektivdurchmesser.

    Für €400,- kann man schon Dobsons mit 200mm oder sogar 250mm Objektivdurchmesser bekommen...
    Parallaktisch montiert ca. 150mm Objektivdurchmesser...
    Goto mit 130mm Objektiv...

    Einige Euros wirst Du noch für Zubehör spendieren, früher oder später.

    BTW: Der Tipp von Ralf mit den Feldstechern ist auch nicht verkehrt. Ich selbst greife auch gerne mal zum 10x60 und schaue spazieren... Damit kann man wunderbar die Orientierung am Himmel erlernen.

    Soweit erst mal das Grobe. Über das Thema kann man in einer Runde mit mehreren Sternguckern Tagelang diskutieren (und es wird auch immer unterschiedliche Meinungen geben). Insofern: Vielleicht beteiligen sich ja noch ein paar andere aktive Beobachter...

    Gruß,
    Christian

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  5. #5
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    Standard

    Zitat Zitat von Chrischan Beitrag anzeigen
    Alt-Azimutale Montierungen sind meistens billiger und einfacher zu gebrauchen. Da die Gewichtsbelastung durch das Teleskop besser verteilt wird, kann solch eine Montierung etwas schwächer dimensioniert werden, was den Preis senkt.
    Jedoch bei der astronomischen Beobachtung sind sie schwerer nachzuführen. Bei einer parallaktischen Montierung wird eine Achse (Die RA-Achse) parallel zur Erdachse ausgerichtet. Zur Nachführung (Ausgleich der Erddrehung) muss deshalb nur um eine Achse gedreht werden mit konstanter Geschwindigkeit.
    Hallo zusammen,

    zur Nachführung: der Anfänger mag das für überflüssig halten, aber die Erde dreht sich überraschend schnell.

    Ich selber habe damals folgende Erfahrung gemacht: 30x Vergrösserung: der Stern ist ohne Nachführung nach 20 Sekunden (!!) aus dem Gesichtsfeld gewandert, bei 60x Vergrösserung bereits nach 8 Sekunden. Ersteres mag noch gehen, aber zweiteres ist sehr lästig, wenn man da keine automatsiche Nachführung hat. Und 60x-Vergrösserung ist nun auch nicht gerade ein Luxus; bei 30facher Vergrösserung ist der Jupiter gerade mal erbsengross mit Streifen, und der Saturn knapp erbsengross mit Streifen und Ring.

    Und in der Sternwarte in Zürich, in der die Erddrehung natürlich automatisch nachgeführt wird, war nachdem alle Besucher mal den Mond durch das Fernrohr angeschaut haben der Mond (!) bereits auf seiner 28tägigen Umlaufbahn weitergewandert, nur ein bisschen zwar aber immerhin.


    Was ich sagen will: Nachführungs-Effekte nicht unterschätzen ! Man sollte sich also sehr gut überlegen, ob man sich wirklich die azimutale Montierung antun will. Hier sollte man also das eigene Beobachtungsgeschick richtig einschätzen; ein Aufpreis für eine bessere Nachführung ist also keine schlechte Investition.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  6. #6
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    Hallo Ralf,
    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Was ich sagen will: Nachführungs-Effekte nicht unterschätzen !
    100% d'accord.
    Ich selbst habe keinerlei eigene Erfahrung mit Dobsons und wundere mich immer, wie die "Jungs" das per Hand bei hohen Vergrößerungen machen. Im Nachbarforum läuft gerade ein Thread über einen 33" Dobson. Manuell bei 1400x auf der Leiter in 3m Einblickhöhe... Schwer vorzustellen.

    Gruß,
    Christian
    Geändert von Chrischan (15.11.2013 um 20:40 Uhr) Grund: IE10 will kein ENTER... Mit Firefox jetzt korrigiert...

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  7. #7
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    Zitat Zitat von Chrischan Beitrag anzeigen
    Hallo chimi,
    kümmere dich erstmal nicht um die Vergrößerung. Das wird in der Werbung eh immer nur schön gerechnet und bringt in der Realität nichts. Grob kann man sinnvoll nur bis zum 1- bis 2-fachen des Objektivdurchmessers in mm vergrößern.

    Stelle das Thema Fotografie bitte komplett zurück. Die Anforderungen an Teleskop und (besonders) Montierung sind recht hoch. Beherrscht man das Teleskop und die ganze Technik, dann kann man auch mit kleineren (billigeren) Geräten was schaffen, aber das ist definitiv nichts für Anfänger!


    Es gibt Unterschiede bei den Teleskopen und bei den Montierungen. Es ist immer eine Frage des eigenen Geschmacks und des Geldbeutels. Und gaaanz wichtig: Was ist man bereit zu investieren - nicht das Geld, sondern zu lernen!

    Zuerst ein paar Begriffe:

    Teleskope:
    Refraktoren (Linsenteleskope)
    Reflektoren nach Newton (Spiegelteleskope)
    Weitere würde ich für den Anfänger mal aussen vor lassen.

    Montierungen:
    Alt-Azimutal
    Parallaktisch

    Zu nennen sind noch zwei:
    Dobson (Ein Newton-Reflektor auf einer minimalistischen Alt-Azimutal Montierung)
    Goto (Computersteuerung für die Montierung)


    Die billigsten Teleskope sind oftmals Refraktoren. Das liegt meistens an (unbrauchbaren) billig Objektiven... In deiner Preisklasse würde ich zum Newton-Reflektor raten. Wichtig beim Newton: Der Hauptspiegel muss parabolisch und nicht sphärisch sein!

    Alt-Azimutale Montierungen sind meistens billiger und einfacher zu gebrauchen. Da die Gewichtsbelastung durch das Teleskop besser verteilt wird, kann solch eine Montierung etwas schwächer dimensioniert werden, was den Preis senkt.
    Jedoch bei der astronomischen Beobachtung sind sie schwerer nachzuführen. Bei einer parallaktischen Montierung wird eine Achse (Die RA-Achse) parallel zur Erdachse ausgerichtet. Zur Nachführung (Ausgleich der Erddrehung) muss deshalb nur um eine Achse gedreht werden mit konstanter Geschwindigkeit.

    Was bekommt man für sein Geld? Will man eine parallaktische Goto-Montierung mit Teleskop haben, teilt sich das Budget für das Teleskop, die Montierung und die Steuerung auf. Bei einem Dobson geht das Budget fast komplett in das Teleskop - die minimalistische Montierung und kein Stativ sparen erheblich.

    Was muss man können? Bei einem Goto Teleskop eigentlich nur: Einschalten - Lesen was die Steuerung anzeigt und entsprechend handeln - Der Montierung sagen was man beobachten möchte - beobachten. Die Steuerung weiß ob z.B. Saturn gerade am Himmel zu beobachten ist und wenn ja, stellt das Teleskop automatisch auf ihn ein. Astro for Dummies...
    Ohne Goto muss man schon mit Sternkarten umgehen können. Der Dobson stellt dabei die höchsten Anforderungen.

    Was kann man beobachten? Für Deep-Sky muss das Objektiv Licht sammeln können. D.h. der Durchmesser sollte möglichst groß sein. Ein typischer Spruch unter Sternguckern: Öffnung ist nur durch mehr Öffnung zu ersetzen...
    Übrigens erwarte mit keinem Teleskop etwas sehen zu können was nur annähernd den schönen Fotos entspricht.
    Deep-Sky und Farben visuell kann man vergessen. Den Orion-Nebel in einem leicht grünlichem Schimmer ab 300mm Objektivdurchmesser. Hab' gerade von einem Anderen gelesen, daß er rötliche Farben im Orion-Nebel erahnen konnte - mit einem 800mm Objektiv...
    Wie schon oben erwähnt ist die Vergrößerung auch abhängig vom Objektivdurchmesser.

    Für €400,- kann man schon Dobsons mit 200mm oder sogar 250mm Objektivdurchmesser bekommen...
    Parallaktisch montiert ca. 150mm Objektivdurchmesser...
    Goto mit 130mm Objektiv...

    Einige Euros wirst Du noch für Zubehör spendieren, früher oder später.

    BTW: Der Tipp von Ralf mit den Feldstechern ist auch nicht verkehrt. Ich selbst greife auch gerne mal zum 10x60 und schaue spazieren... Damit kann man wunderbar die Orientierung am Himmel erlernen.

    Soweit erst mal das Grobe. Über das Thema kann man in einer Runde mit mehreren Sternguckern Tagelang diskutieren (und es wird auch immer unterschiedliche Meinungen geben). Insofern: Vielleicht beteiligen sich ja noch ein paar andere aktive Beobachter...

    Gruß,
    Christian
    Puh, erstmal danke für die ausgiebige Erläuterung

    Also stellt sich für mich eigentlich nur die Frage, GoTo oder nicht GoTo? (bzw. für den Empfänger des Geschenks ;-))

    Da es für dein Einstieg so einfach wie mögilch sein sollte, wäre wahrscheinlich die GoTo Lösung am besten.

    Ich habe mir vorhin verschiedene GoTo-Lösungen angeschaut, unter anderem diese beiden hier:
    http://www.astroshop.de/skywatcher-t...b_bar_0_select
    http://www.astroshop.de/skywatcher-m...b_bar_0_select

    Bei der nicht GoTo Lösung bin ich bei folgendem Teleskop gelandet:
    http://www.astroshop.de/skywatcher-t...-neq-3/p,15330

    Was sagst du zu diesen Modellen?
    Gibt es Andere die du in die ängere Auswahl nehmen würdest? Gibt es Ausschlusskriterien?
    Wie sieht es mit der Erweiterbarkeit aus, Filter für Sonne/Mond?

    Viele Grüße

  8. #8
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    Standard

    Zitat Zitat von chimi Beitrag anzeigen
    Also stellt sich für mich eigentlich nur die Frage, GoTo oder nicht GoTo? (bzw. für den Empfänger des Geschenks ;-))

    Da es für dein Einstieg so einfach wie mögilch sein sollte, wäre wahrscheinlich die GoTo Lösung am besten.

    Ich habe mir vorhin verschiedene GoTo-Lösungen angeschaut, unter anderem diese beiden hier:
    http://www.astroshop.de/skywatcher-t...b_bar_0_select
    http://www.astroshop.de/skywatcher-m...b_bar_0_select

    Bei der nicht GoTo Lösung bin ich bei folgendem Teleskop gelandet:
    http://www.astroshop.de/skywatcher-t...-neq-3/p,15330

    Was sagst du zu diesen Modellen?
    Gibt es Andere die du in die ängere Auswahl nehmen würdest? Gibt es Ausschlusskriterien?
    Wie sieht es mit der Erweiterbarkeit aus, Filter für Sonne/Mond?
    Hallo chimi,

    ich habe mich in letzter Zeit auch öfters im Astroshop umgesehen, als Einsteiger. Habe bisher nur ein Spiegelteleskop (Newton) der billigsten Preisklasse (von vor vielen Jahren), das zwar recht 'gut' aussieht, aber in der Praxis doch eher enttäuschend war. Ich würde also auf jeden Fall nach 'parallaktisch' greifen, was bei deinen 3 Links nur der dritte wäre.
    Das ist zwar ohne GoTo, dafür lernt man mehr, Himmelskarte etc. Bringt also mehr finde ich, wenn man sich echt interessiert. Außerdem gibt es dafür das GoTo-Aufrüstkit optional. Prima ausbaufähig also. 11 gute Kundenmeinungen sprechen für sich. Auch für mich selber eine gute Wahl, meine ich.

    Wer alles 'vorgefertigt' haben will, der kann ja auch "m13 hubble" bei Google eingeben, statt ins GoTo, oder die Hubble-Seite besuchen. Dann sogar inklusive voller Farben und Details, hehe.

    Gruß,
    Dgoe

  9. #9
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    Hi Chimi,

    wie sieht es denn mit dem Ambitionen des Beschenkten aus? Hat derjenige überhaupt schon mal durch ein Teleskop geguckt? Falls ja, wo war das? In einer Sternwarte? Bei einem Beobachtungsabend von anderen Hobbysternguckern im Garten/auf dem freien Feld? Wo ihm also andere die entsprechenden Motive am Himmel eingestellt haben?

    Kennt sich derjenige denn überhaupt am Himmel aus?

    Mit nem Teleskop (400 Euro ausgeben) ist es nicht getan.

    So ein Teleskop muß transportiert und dann aufgebaut werden. Wenn ein Balkon, eine Terasse oder ein Garten vorhanden ist, geht das recht problemlos. Wenn man aber erstmal aus einer hell erleuchteten Stadt raus aufs Feld an einen dunklen Ort fahren muß, braucht man ein Auto. Dann ist es dort dunkel und ein Stadtmensch hat manchmal so seine Probleme mit den Geräuschen Nachts in der Natur.

    Dann (besonders im Herbst/Winter/Frühling) ist man nach dem Beobachtungsabend müde, durchgefrohren und mit klammen Fingern alles wieder abbauen, bruchsicher verstauen und heim fahren ist nicht zu unterschätzen.

    Ich bin Mitarbeiterin einer Sternwarte, wo wir für unsere Besucher die Objekte am Himmel mit dem Teleskop einstellen und wir sie dann durchgucken lassen. Dabei erzählen mir unsere Besucher oft, daß sie sich ein Einsteigerteleskop (in Deinem Budgetrahmen) gekauft haben und nicht damit klarkommen. Sie finden am Himmel nicht die Objekte, die wir ihnen zeigen und sind etwas enttäuscht über ihr Teleskop.

    Auch, weil sie durch die Werbung in Prospekten und auf der Verpackung vom Teleskop völlig falsche und überzogene Erwartungen haben, was ihr Teleskop denn so leisten können soll. Da sind bunte Bilder von Nebeln und Galaxien abgebildet, Planeten mit fantastischen Details und völlig sinnfreie Vergrößerungen angegeben.

    Ehe Du also Geld in die Hand nimmst und etwas kaufst, solltest Du mit dem zu Beschenkenden erstmal zu einer Sternwarte gehen und gemeinsam durch ein Teleskop schauen. Damit Ihr beide live erlebt, was so ein Blick durch ein Teleskop prinzipiell zeigen kann.

    Galaxien, Planetarische Nebel, Orionnebel... sind in einem Teleskop in Deinem Preisrahmen immer nur fluffige "graue Etwasse". Wie Zigarettenrauch vor dem Hintergrund aus bunten Sternen. Schwarzweiß, nicht in Farbe! Spiralarme in Galaxien wirst Du nicht erkennen können. Die gibt es entweder in deutlich teureren Teleskopen unter richtig dunklem (Alpen-)Himmel oder auf Fotografien. Nur an Sternen (die immer winzige Pünktchen bleiben, auch im größten Teleskop) und an Planeten wirst Du Farbe erkennen können. Zahrte Pastelltöne bei Jupiters Wolkenbändern, ein blendend weißer Ring an Saturn (zahrtgelbe Kugel) oder den orangeroten Mars mit einem kleinen weißen Sahnehäubchen (Polkappe) und dunkelgrauen Strukturen auf einer winzigen Planetenkugel.

    Dann muß sich das Teleskop an die Außentemperatur angleichen können. Solange das Teleskop nicht wirklich genauso kalt ist wie die Umgebungstemperatur, hast Du eine fürchterliche Abbildung im Okular. Weil von der Linse oder dem Spiegel warme Luft aufsteigt und sich mit der kalten Nachtluft vermischt. Diese Verwirbelungen werden dann beim durchgucken vergrößert und alles zittert und schwabbelt und man kann nicht scharf stellen. Je nachdem, wie groß der Spiegel des Teleskopes ausfällt, kann das 30 Minuten oder mehrere Stunden dauern.

    Also Teleskop aus dem warmen Wohnzimmer auf den Balkon stellen, sofort durchgucken und mal eben für 5 oder 10 Minuten Mond genießen is net. Dir und Deinem Freund muß klar sein, daß man immer die Zeit fürs Auskühlen mit einrechnen muß. Astronomie ist ein Hobby für geduldige Menschen.

    Dann sollte auch die Bereitschaft da sein, sich mit Theorie zu beschäftigen. Ein paar Sernbilder und die Position der Hauptsterne auswendig lernen. Denn auch ein Goto-Teleskop findet die Objekte nur, wenn man es vorher korrekt eingenordet hat.

    Dazu sollte man freie Sicht auf den Polarstern haben. Und nach der Ausrichtung der Montierung nach Norden und der Einstellung der Polhöhe (muß man nur 1x machen, wenn man immer vom gleichen Fleck aus beobachtet), muß man ein paar Sterne am Himmel sicher kennen. Denn beim sogenannten Alignment wird man als Teleskopbesitzer aufgefordert, den Stern xy genau in die Mitte vom Okular zu stellen. Sodele, da oben gibt es 5.000 Sterne, die man unter dunklem Himmel sehen kann. Wenn man also von der Teleskopsteuerung aufgefordert wird, den Stern Vega zu zentrieren, dann muß man wissen, welcher Stern da oben Vega ist...

    Die Elektronik, die in einer solchen Goto-Steuerung verbaut ist, macht dann das Finden und Beobachten sehr angenehm. Aber sie kostet halt Geld. Bei einem Budget von 400 Euro bleibt dann abgesehen vom notwendigen Stativ, der Montierung, den Motoren und der Elektronik nicht mehr viel Geld für das eigentliche Teleskop übrig. Daher wird Einsteigern gerne ein Dobson empfohlen. Das ist ein Newton Teleskop in einem Holzrahmen, da muß man die Objekte selber finden und das Geld geht hauptsächlich in die Optik, also das Teleskop selber...

    Eventuell wäre die Mitgliedschaft in einem Sternwartenverein oder einer losen Beobachtergruppe für den Einstieg besser? Da könnte man zusammen mit anderen die vorhandenen Teleskope nutzen, man lernt automatisch in der Beobachtergruppe, wie man Objekte am Himmel findet und kann sich für den Anfang erstmal aufs schauen konzentrieren. Hat man dann nach einiger Zeit etwas Erfahrung gesammelt, weiß man auch, was einem persönlich mehr Freude macht. Parallaktisch montiertes Teleskop oder "Dobson schubsen". Und mit der Erfahrung kann man dann genau das Teleskop kaufen, was einem die Objekte am besten zeigt, die man am liebsten beobachtet...


    das erste Teleskop ist ein "rundum sorglos Teleskop" für den Einstieg zur Sonnen-, Mond- und Planetenbeobachtung. Durch seine kurze Brennweite kann man auch ausgedehntere Deepsky-Objekte beobachten, falls man an einem dunklen Beobachtungsplatz ist. Allerdings braucht man dann teurere Okulare mit größerem scheinbaren Gesichtsfeld als die mitgelieferten. Wirklich schnell und einfach aufgebaut, nach 40 Minuten ausgekühlt und zur Beobachtung bereit. Aber Du kannst später kein größeres Teleskop draufsetzen, das packt die Einarmgabel nicht. Die Mondkrater sind damit klasse. Du erkennst viele Details. Aber die Planeten sind bei der maximal sinnvollen Vergrößerung von 150-200 fach nur winzig kleine Murmeln. Bei Jupiter erkennst Du mit etwas Übung 2 Bänder, bei Saturn den Ring. Es ist auf Grund seiner azimutalen Montierung nicht für die Fotografie von Deepsky-Objekten wie Nebeln, Sternhaufen oder Galaxien geeignet. Webcamaufnahmen von Planeten oder Mondkratern sind machbar, eine DSLR wird an dem 1 1/4" Okularauszug schwer zu adaptieren sein und neben Fokusproblemen gibt es durch den engen Okularauszug auch deutliche Vignetierung.

    Das zweite Teleskop ist ein Spezialteleskop für Mond und Planeten. Deepsky ist entgegen der Beschreibung nur sehr eingeschränkt machbar, weil seine Brennweite viel höher ist und es somit einen viel kleineren Himmelsausschnitt zeigt als das erste Teleskop. Seine kompakte Bauform erleichtert den Transport, aber es braucht viel länger als das erste Teleskop zum Auskühlen, weil es ein geschlossenes System ist. Im Winter mußt Du mit 2 Stunden rechnen. Und Du benötigst zwingend noch eine Tauschutzkappe, sonst beschlägt Dir die Meniskuslinse vorne am Teleskop. Auch dieses Teleskop ist nicht für die Fotografie von Deepsky-Objekten wie Nebeln, Sternhaufen oder Galaxien geeignet. Webcamaufnahmen von Planeten oder Mondkratern sind machbar, eine DSLR wird an dem 1 1/4" Okularauszug schwer zu adaptieren sein und neben Fokusproblemen gibt es durch den engen Okularauszug auch deutliche Vignetierung.

    die Montierung unter dem 3. Teleskop muß von Hand nachgeführt werden. Dazu dreht man an Knöpfen für die Achsenbewegung. Dabei wird aber Zittern der Hand mit auf die Montierung übertragen und das merkt man am Bild im Okular. Da kann man später Motoren anbauen und eine Steuerung für die Nachführung nachrüßten. Aber für das ausgesuchte Teleskop ist die Montierung grenzwertig. Das Teleskop ist zu schwer und zu lang. Sobald man das Teleskop berührt, oder gaaanz leichter Wind herrscht, beginnt alles zu schwingen. Eigentlich gehört dieses Teleskop auf eine EQ-5. Eine EQ-5 läßt sich auch mit Elektromotoren für die Nachführung aufrüßten. Dann hätte man ein System, bei dem man später auch mal an (einfache) Fotografie denken könnte...

    Bessere Okulare kann man zu allen ausgesuchten Teleskopen nachkaufen, Filter und Barlow-Linsen auch. Einen Filter für die Sonnenbeobachtung bastelt man sich am besten nach Anleitung auf der Baaderfolienpackung. Aber ich würde ein Teleskop mit 2" Okularauszug bevorzugen, weil man dann mehr Auswahlmöglichkeiten beim Zubehör hat und auch mal ne DSLR statt eines Okulars in den Okularauszug schieben könnte für Schnappschüsse vom Mond...

    Du kannst bei jedem Teleskophändler auch andere Kombinationen als die von Dir verlinkten Einsteigergeräte anfragen. Denn die "Einsteigergeräte" als Paket haben immer eine zu schwach dimensionierte Montierung unten drunter. An der Montierung sollte man nicht sparen. Die muß so stabil wie bezahlbar sein!

    Neben dem Teleskop samt Stativ und Montierung benötigt man unbedingt noch eine Rotlichttaschenlampe und ein Buch mit Aufsuchkarten, wenn man kein Goto-Teleskop will. Egal, ob azimutal oder parallaktisch montiert, denn dann muß man die Objekte per Starhopping aufsuchen.

    Grüße
    Sissy

  10. #10
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    Zitat Zitat von chimi Beitrag anzeigen
    Ich selbst bin nicht so stark mit der Materie vertraut, habe mich aber schon ein wenig schlau gemacht und anschließend verschiedene Modelle betrachtet.
    Hallo chimi,

    Du darfst bei aller Begeisterung nicht vergessen, dass die Sterne am Himmel nicht mit Namenschildern angeschrieben sind. Wenn man da ausser dem Grossen Wagen und dem Polarstern nichts kennt ist das rasch mal sehr frustierend und das Geld zum Fenster herausgeworfen.

    Auch mit 36 Jahren Erfahrung bevorzuge ich nach wie vor die Beobachtung von blossem Auge. und unterstütze mich nur mit 2 Feldstechern.


    Zitat Zitat von chimi Beitrag anzeigen
    Bei dem Budget dachte ich erstmal so an max. 400 €
    Für dieses Budget bekommst Du einen sehr schönen 10x50 Marken-Feldstecher. - Zusätzlich empfehle ich unbedingt auch noch ein etwas kleineres Gerät (z.B. 8x25), das man leichter in der Hand halten kann.

    Vermutlich kannst Du beide Geräte im Rahmen des von Dir genannten Budgets erwerben; falls nicht würde ich mit dem 10x50-Gerät noch etwas zuwarten, denn hier 100 € sparen zu wollen ist am völlig falschen Ort gespart, zumal man so ein Gerät sein Leben lang hat. Dann würde ich für den Einstieg mit dem kleineren Gerät vorlieb nehmen und wenn sich das bewährt hat und Dir Spass macht, und Du noch etwas mehr Geld zusammengespart hast, dann auch ein schönes 10x50 Gerät erwerben.

    Natürlich ist ein Stativ auch ganz nett, aber dann wird es schon umständlich, wenn man nur mal rasch zum Beobachten raus möchte.

    Und wenn Du merkst, dass Dir das Spass macht, erst dann würde ich mir in einem 3.Schritt Gedanken zu einem Fernrohr machen - die beiden Feldstecher werden dann übrigens trotzdem nach wie vor oft und gerne zum Einsatz kommen.


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Geändert von ralfkannenberg (15.11.2013 um 11:32 Uhr)

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