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Thema: Spitzer: Dunkle Nachbarn unserer Sonne

  1. #1

    Standard Spitzer: Dunkle Nachbarn unserer Sonne

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    Im Rahmen der Himmelsdurchmusterung des Infrarot-Weltraumteleskops WISE spürten Astronomen vor zwei Jahren die vielleicht kältesten stellaren Objekte auf. Neue Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Spitzer zeigen nun, dass diese Braunen Zwerge lediglich 20 bis 50 Lichtjahre von der Sonne entfernt sind. Sie sind allerdings etwas wärmer als zunächst angenommen. (10. September 2013)

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  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von astronews.com Redaktion Beitrag anzeigen
    "Sollte man ein solches Objekt entdecken, das um einen normalen Stern kreist, gibt es eine gute Chance, dass man es Planet nennen würde", meint Trent Dupuy vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Da die Objekte aber sehr wahrscheinlich alleine entstanden sind und nicht innerhalb einer Scheibe aus Gas und Staub um einen massereicheren Stern, bezeichnen die Astronomen sie als Braune Zwerge, obwohl sie nur eine planetenähnliche Masse aufweisen.
    Moin. Auch wenn mancher Nutzer genervt sein könnte, würde ich hier gerne aus der aktuellen Version des Wikipedia-Artikels zu Braunen Zwergen zitieren, da er für die hier schon mehrfach geführte Diskussion zur Definition von Braunen Zwergen relevant ist. Die Definition von Braunen Zwergen nach ihrer Entstehungsgeschichte ist unsinnig, da die Entstehungsgeschichte insbesondere bei weniger massereichen BZ nicht bekannt sein kann.

    Zitat Zitat von Wikipedia
    Die Massenuntergrenze liegt bei dieser Definition bei etwa 13 Jupitermassen, der Massengrenze für die Deuteriumfusion. Objekte mit einer geringeren Masse nennt man Planeten, wenn sie Begleiter von Sternen sind. Objekte, die nicht Teil eines Planetensystems sind, sondern sich frei um das Zentrum der Milchstraße bewegen, werden Objekte planetarer Masse genannt, da über die Herkunft dieser Objekte nichts bekannt ist. Viele Exoplaneten weisen neben großen Massen, die teilweise sogar im Bereich der Braunen Zwerge liegen könnten, mit hohen Exzentrizitäten und geringen Abständen vom Zentralgestirn Bahnparameter auf, die man eher von einem stellaren Begleiter als von Planeten erwarten würde. Tatsächlich wird mindestens ein Exoplanet auch als Kandidat für einen Braunen Zwerg eingestuft. Bei den Objekten unter 13 Jupitermassen ist jedoch noch keine einheitliche Benennung absehbar.

    In den ersten Untersuchungen zu Braunen Zwergen wurde das Entstehungskriterium angewandt: man nannte alle Objekte Braune Zwerge, die wie die Sterne durch Kontraktion einer Gaswolke (H-II-Gebiet, Molekülwolke) entstehen, in denen aber keine Wasserstofffusion einsetzt – im Gegensatz zu den Gesteins- und Gasplaneten, die in den Akkretionsscheiben der Sterne entstehen. Diese Definition ist jedoch sehr problematisch, da vor allem die Entstehungsgeschichte der leichteren Objekte, wenn überhaupt, nur mit sehr hohem Aufwand geklärt werden kann. Das Fusionskriterium wird zwar noch nicht allgemein verwendet, aber es wird Anfang des 21. Jahrhunderts deutlich häufiger verwendet als das Entstehungskriterium, das nur noch von einigen älteren Pionieren dieses Forschungsgebiets angewandt wird.
    Geändert von Kosmo (10.09.2013 um 14:54 Uhr)

  3. #3
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    Standard

    Zitat Zitat von Kosmo Beitrag anzeigen
    Moin. Auch wenn mancher Nutzer genervt sein könnte, würde ich hier gerne aus der aktuellen Version des Wikipedia-Artikels zu Braunen Zwergen zitieren, da er für die hier schon mehrfach geführte Diskussion zur Definition von Braunen Zwergen relevant ist. Die Definition von Braunen Zwergen nach ihrer Entstehungsgeschichte ist unsinnig, da die Entstehungsgeschichte insbesondere bei weniger massereichen BZ nicht bekannt sein kann.
    Hallo Kosmo,

    nur der Vollständigkeit halber: wenn schon Wikipedia, dann wenigstens die englische. Und bei Sterndaten mit Vorteil die franzöische, weil die ihre Daten von der SIMBAD-Datenbank haben.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  4. #4
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    Standard

    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    weil die ihre Daten von der SIMBAD-Datenbank haben.
    der Link dazu: http://simbad.u-strasbg.fr/simbad/

    Herzliche Grüße

    MAC

  5. #5
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    Ich glaube nicht, dass man der Wikipedia verbindliche Authorität in der Definition von Braunen Zwergen (oder von irgendwas anderem) geben sollte. Diese Rolle kommt, wenn schon, der wissenschaftlichen Literatur zu. In der wissenschaftlichen Literatur gibt es aber verschiedene Bennenungs-Traditionen für Braune Zwerge, die mit dem spezifischen Blickwinkel (der interessierenden wissenschaftlichen Frage) der jeweiligen Verfasser erklärt werden können.

    Es gibt keine "verbindliche" Definition der IAU wie im Fall des "Planeten". Und so lange das nicht so ist, gibts auch nichts daran herumzukritteln, wenn ein Wissenschaftler ein 8 Mjup-Objekt aus nachvollziehbaren Gründen zum Braunen Zwerg erklärt, oder ein 17 Mjup Objekt als Planeten bezeichnet. Beides kann aus dem Kontext absolut Sinn machen (EDIT: und es stimmt auch nicht, wie die Wikipedia behauptet, dass nur "alte" Wissenschaftler das so halten: Trent J. Dupuy, der Hauptautor des oben erwähnten Fachartikels, hat seinen PhD 2010 gemacht, dürfte also in den 30ern sein).
    Geändert von Bynaus (10.09.2013 um 16:06 Uhr)
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  6. #6
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    ein neuer "Dunkler Nachbar unserer Sonne" wurde in 101 ly Entfernung am Keck II aufgespürt und sichtbar gemacht:

    HD 19467 B

    ein Zwerg Spektralklasse T, 100 000 mal lichtschwächer als sein "host star"

    Beschreibung und Bild hier:

    http://www.centauri-dreams.org/?p=29837
    Geändert von ispom (31.01.2014 um 15:59 Uhr)
    Gruß von Ispom

  7. #7
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    Zitat Zitat von ispom Beitrag anzeigen
    ein neuer "Dunkler Nachbar unserer Sonne" wurde in 101 ly Entfernung am Keck II aufgespürt und sichtbar gemacht:
    Hallo ispom,

    das mag jetzt spitzfindig sein, aber bei 101 Lichtjahren würde ich nicht mehr von einem Nachbarn der Sonne sprechen: die Sterne des Bärenstromes - also die inneren Sterne des Grossen Wagen sowie die Gemma in der Nördlichen Krone und Menkalinan links der Capella befinden sich beispielsweise im Abstand von rund 80 Lichtjahren.


    Unter Sonnennähe verstand man früher alle Sterne bis zu einem Abstand von 5 Parsec (16.3 Lichtjahre), weil man deren Abstände trigonometrisch bestimmen konnte; seit der HIPPARCOS-Mission verwendet man diesen Begriff heutzutage meistens für Sterne innerhalb 10 Parsec, also 32.6 Lichtjahre; das ist der Umfang des Gliese-Jahreiss-Kataloges, der aber schon vor der HIPPARCOS-Mission erstellt wurde.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  8. #8
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    bei 101 Lichtjahren würde ich nicht mehr von einem Nachbarn der Sonne sprechen
    so kann man es auch sehen
    ich habe mich leiten lassen von den Angaben in " Atlas of the Universe"
    http://www.atlasoftheuniverse.com/

    da wird unterschieden:
    die nächsten Sterne bis 12.5 ly

    die solare Nachbarschft bis 250 ly
    (A large proportion of the stars visible with the naked eye are within 250 light years. This map shows this tiny section of our galaxy that surrounds our Sun)

    und auch in der zitierten Literaturquelle wird gesagt
    HD 19467 B is a T-dwarf more than 100,000 times fainter than its host, a nearby star whose distance (roughly 101 light years) is well established
    Gruß von Ispom

  9. #9
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    Standard

    Hallo Ispom,

    wenn ich Dir nicht antworte, so hängt das damit zusammen, dass ich Deinen Ausführungen im vollen Umfang zustimme.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  10. #10
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Hallo Ispom,

    wenn ich Dir nicht antworte, so hängt das damit zusammen, dass ich Deinen Ausführungen im vollen Umfang zustimme.
    danke Ralf für deine Antwort
    Gruß von Ispom

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