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Thema: Überreste einer Stadt und ein Schiff auf dem Mars?

  1. #61
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    Hallo Sissy,

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    merci, jetzt kann man was damit anfangen.
    nichts zu danken. Man tut ja, was man kann, um Klarheit zu schaffen ... ^^

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Ich habe das Bild mal ganz grob beschriftet, damit wir uns über die selben Strukturen unterhalten können.
    Hervorragend! Damit kann man arbeiten.
    Auch ich habe übrigens (auf Deinen Wunsch hin) das Bild mit "Paint" markiert und beschriftet und stelle es hier ebenfalls zur Diskussion:
    Das (künstliche?) "Mars-Becken"

    Zunächst aber zurück zu Deinem Bild ...
    Die "Nahtstelle vom Zusammenfügen verschiedener Bilder" dürfte klar sein. Diese "Nähte" sieht man besonders gut, wenn man den Mars aus großer Höhe betrachtet.
    Ebenso die "Farbfehler beim Mixen der einzelnen gefilterten Aufnahmen" sind mir (und wahrscheinlich auch den übrigen Lesern) völlig klar.
    Das gleiche gilt, denke ich, für die "Pixelartefakte durch ungenügende Auflösung". Dass diese keine Bedeutung für die durch "Mythenjäger" vorgebrachte Deutung dieser merkwürdigen Struktur haben, dürfte ebenfalls jedem klar sein.
    Die von Dir markierten Einschlagskrater sind hingegen interessant. Diese dürften erst entstanden sein nachdem das gesamte Gebiet eine staubtrockene Wüste wurde. Allerdings lassen sich anhand der Verwitterungsspuren dieser Krater von Experten Rückschlüsse auf deren Alter ziehen. Man kann also in etwa heraus bekommen, seit wann in diesem Gebiet kein fließendes Wasser mehr für Erosion in Frage kommt und somit auch daraus ableiten, seit wann dieses Becken und der dazugehörige Abfluss/Zufluss trockenliegt.
    Zu den von Dir als "Schwemmfächer" bezeichneten Stellen lässt sich eventuell vortrefflich streiten. ^^ Allerdings würde ich diese Formationen als Hang-Abrutschungen bezeichnen, wo feinkörniges Material von den hohen Fels-Plateaus durch Wind-Erosion herunter geweht wurde - ähnlich dem sich auftürmenden Sand in einer Sanduhr. - Wenn man sich das gesamte Gebiet in seiner wahren Größe anschaut (und nicht nur den relativ kleinen Bildausschnitt, den ich für meinen Schnappschuss gewählt habe), dann wird dies wesentlich deutlicher.
    Weiterhin finde ich auch die "Rinnen" recht interessant. Die Rinnen rechts oben und rechts unten sind insgesamt gesehen recht geradlinig, was eigentlich gegen eine natürliche Entstehung durch Wasser spricht. Es könnten "Dehnungsfugen" des durch Frosteinwirkung sich zusammenziehenden feuchten Marsbodens sein - oder aber künstlich angelegte Ent- oder Bewässerungskanäle ... Eine Entstehung durch Lavaröhren (wie Du unter anderem angeführt hast) halte ich in Anbetracht fehlender Vulkane in dieser Gegend für ausgeschlossen. Die Rinne links, welche südlich des Ab- oder Zulusses des Beckens erstreckt, scheint mir ebenso durch einen Einschlagskrater unterbrochen zu sein? Wenn man dessen Alter ermitteln könnte, dann könnte man auch auf das Mindestalter dieser Rinne sowie des gesamten Ab- oder Zuflusssystems wie auch des Beckens überhaupt schließen! Dieser schwach ausgeprägte Krater besitzt also eine Art "Schlüsselfunktion" in der Lösung dieses Rätsels!
    Die schwachen Hügelchen, welche Du ebenfalls markiert hast, dürften allerdings so gut wie keinerlei Bedeutung haben oder zur Lösung beitragen.

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Bist Du studierter Geologe? Oder woher stammt Deine Gewissheit zu dieser Aussage?
    Nein. Aber Geografie war schon seit meiner frühesten Kindheit (noch vor der Astronomie!) eines meiner größten Hobbys! ^^ Ich habe bereits mit 7 Jahren von meinem Opa (der Lehrer für Deutsch und Geschichte war und der meine Interessen sehr gut kannte) eine Globus und einen Weltatlas geschenkt bekommen, ein Jahr später mein erstes Buch über Astronomie und Raumfahrt! - Das war 1967 bzw. '68.
    Und dass es sich um ein Becken (welcher Art auch immer?) handelt, wird Dir jeder bestätigen, der auch nur halbwegs ein bissel Ahnung von Geografie bzw. Geologie hat!
    Ich habe übrigens nie behauptet, dass dies ein Hafen-Becken sei! - Das war "Mythenjäger".
    Falls es künstlichen Ursprungs sein sollte, dann ist es vermutlich ein Wasser-Rückhalte- oder Sammelbecken. Falls es natürlichen Ursprungs ist, dann handelt es sich meiner bescheidenen Einschätzung nach um ein geologisches Einsturzbecken. Doch dagegen sprechen (meiner Meinung nach) die ursprünglich sehr geraden Kanten an der West- und der Süd-Seite. Auch der an der Südseite offensichtlich durch Wasser entstandene Einströmungsfächer spricht meines Erachtens für eine unkontrollierte Wasserflutung. Das Gebilde scheint mir nach einer einstmals künstlichen Nutzung durch die Gewalten der Natur im Laufe der Zeit so weit erodiert zu sein, dass es fachmännische Augen auf den "ersten Blick" nicht als "künstliche Struktur" zu erkennen vermögen ... Vielleicht auch, weil sie es unter allen Umständen ausblenden wollen ...? ^^

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Bitte zeichne in mein Bild das Hafenbecken ein. Ich seh das einfach nicht!
    Hab' ich in dem von mir bearbeiteten Bild gemacht ...

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Nein. Gerade Kanten sind absolut nichts ungewöhnliches in der Natur.
    Das mag schon sein ... aber wenn diese in rechten Winkel an ein und dem selben Objekt und dann auch noch in gleicher Längenausdehnung auftreten, dann erlischt mein Glaube an Natürlichkeit.
    Das pyramidenartige Gebilde, welches man auf meinem zweiten Bild sehen kann, hat nicht nur Seitenkantenlängen von genau 2500 Metern, sondern es besitzt auch eine Höhe (an der stark erodierten Spitze) von mindestens 800 Metern! - Diese Angaben kann man mittels "Google Earth" und der Differenz zwischen dem ebenen umgebenden Gelände und der angezeigten Höhe der Spitze errechnen.

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Bitte zeichne in mein Bild das Hafenbecken ein. Ich seh das einfach nicht!
    Wie jetzt? Noch mal??? ^^

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Wie groß soll das denn sein?
    Halte ein Lineal an Deinen Bildschirm, miss die von mir gezeichneten Striche, nimm die von "Google Earth" links unten angezeigte Massstabslinie und rechne selbst mal ein bisschen ... ^^

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Dir ist aber schon bewußt, daß die Rotationsachse des Mars im Laufe der Zeit um mindestens 60 Grad taumelt? Daß diese Strukturen jetzt in Nord-Süd oder Ost-West Richtung ausgerichtet sind, sagt nix über ihre Ausrichtung zum Entstehungszeitpunkt aus. Oder glaubst Du, daß diese Strukturen in den letzten paar tausend Jahren entstanden sind?
    Hollawetter!! Was ist das denn jetzt für ein Quatsch, Sissy??!
    Wenn die Rotationsachse eines Planeten taumelt, dann bedeutet das doch nicht, dass der Rotations-Nordpol dabei wandert??! Die Achse bleibt immer das, was sie ist: Der Rotations-Nordpol zeigt immer Norden an und befindet sich bei einem Planeten ohne Plattentektonik immer an der gleichen Stelle. Das einzige, was sich beim Taumeln ändert, ist die Rotationsachse als solche! - Das ist genau so, wie wenn man einen Globus nimmt, ihn in schnelle Drehungen versetzt und ihn dann an seiner Achse im Raum hin und her schwenkt. Der Rotations-Nordpol (dort, wo der metallische Achsen-Stab heraus ragt) bleibt dabei immer an der gleichen Stelle.

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Deine Aussage ist schlicht falsch.
    Nö.
    Laut den neuesten Erkenntnissen der Plattentektonik schiebt sich die afrikanische Platte ganz langsam unter die eurasische Platte! Dass dabei die Alpen, die Pyrenäen, das Atlas-Gebirge, die Karpaten und andere Gebirge aufgefaltet werden, liegt am Zusammenschieben des Meeresbodens der alten Thetys-See. Und durch das Absinken der afrikanischen Platte im Norden wird der südliche Teil allmählich immer weiter angehoben. Das heißt, dass Südafrika im Laufe der Jahrmillionen Stück für Stück immer mehr an Höhe gewinnt und die heutigen Strände dort dann trocken liegen werden.
    Auch die indische Platte rammt nicht nur einfach so in die Erasische Platte rein! - Diese Vorstellungen sind schon lange überholt!
    Indien sinkt allmählich unter den sich immer weiter auftürmenden Himalaya ab. Die obersten Schichten des indischen Subkontinents werden dabei aufgefaltet, während die tieferen Gesteinsschichten durch das Gewicht des Himalaya nach unten gedrückt und in den Erdmantel abgesenkt werden.

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Du scheinst doch nicht so bewandert in Geologie zu sein, sonst wüßtest Du das...
    Ich muss nicht mit Fremdworten um mich werfen, um anderen zu beweisen, dass ich ein "Fachmann" auf diesem oder jenem Gebiet bin ... ^^

    Fachmännische Grüße eines Laien
    von Toni
    Alle Vermehrung unseres Wissens endet nicht mit einem Schlusspunkt, sondern mit vielen weiteren Fragezeichen.
    Hermann Hesse

  2. #62
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    Zitat Zitat von Toni Beitrag anzeigen
    Die südliche Seitenkante dieses ... naja, "was-auch-immer" ... ist übrigens genau 2500 m lang (exakt Ost-West-ausgerichtet!) und die westliche Seitenkante - man will's kaum glauben! - ebenfalls genau 2500 m lang (exakt Nord-Süd-ausgerichtet)!
    Hallo Toni,

    Exaktheiten gibt es nur in der Mathematik. Was heisst also "genau" und was heisst "exakt" ?

    Anders gefragt:
    (1) 2500 m +/- delta: wie gross ist delta ? - Oder willst Du darauf hinaus, dass die beiden Kanten fast gleich lang sind ? Wenn ich mit dem Lineal nachmesse, so komme ich auf 6.0 cm und auf 6.6 cm, vielleicht ist da aber irgendetwas perspektivisch verkürzt ?
    (2) exakt Nord-Süd: da gibt es doch sicherlich eine Abweichung im Grad-Bereich. Wie gross ist diese ?


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Geändert von ralfkannenberg (19.04.2013 um 10:05 Uhr)

  3. #63
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    Zitat Zitat von Toni Beitrag anzeigen
    Wenn die Rotationsachse eines Planeten taumelt, dann bedeutet das doch nicht, dass der Rotations-Nordpol dabei wandert??! Die Achse bleibt immer das, was sie ist: Der Rotations-Nordpol zeigt immer Norden an und befindet sich bei einem Planeten ohne Plattentektonik immer an der gleichen Stelle. Das einzige, was sich beim Taumeln ändert, ist die Rotationsachse als solche!
    Hallo Toni,

    Bei der Präzessionsbewegung der Rotationsachse ändert sich beispielsweise der Sonnenstand ändert, d.h. alle Prozesse, die hiervon abhängen, sind beeinflusst. Bei der Erde auch noch der Mondstand, allerdings haben die Marsmonde kaum genügend Masse, um hier einen messbaren Einfluss beizusteuern.

    Zitat Zitat von Toni Beitrag anzeigen
    Ich muss nicht mit Fremdworten um mich werfen, um anderen zu beweisen, dass ich ein "Fachmann" auf diesem oder jenem Gebiet bin ...
    Es hilft, Missverständnisse zu vermeiden, wenn man sich einer einheitlichen Notation bedient. Zudem kann dann der stille Mitleser mal etwas nachgooglen und ist nicht auf Verdeih und Verderb auf seine Übersetzungsfähigkeiten von Privatnotationen auf offizielle Notationen angewiesen.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  4. #64
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    Hi Toni,

    Die "Nahtstelle vom Zusammenfügen verschiedener Bilder" dürfte klar sein. Diese "Nähte" sieht man besonders gut, wenn man den Mars aus großer Höhe betrachtet. Ebenso die "Farbfehler beim Mixen der einzelnen gefilterten Aufnahmen" sind mir (und wahrscheinlich auch den übrigen Lesern) völlig klar.
    Das gleiche gilt, denke ich, für die "Pixelartefakte durch ungenügende Auflösung". Dass diese keine Bedeutung für die durch "Mythenjäger" vorgebrachte Deutung dieser merkwürdigen Struktur haben, dürfte ebenfalls jedem klar sein.
    ok

    Die von Dir markierten Einschlagskrater sind hingegen interessant. Diese dürften erst entstanden sein nachdem das gesamte Gebiet eine staubtrockene Wüste wurde. Allerdings lassen sich anhand der Verwitterungsspuren dieser Krater von Experten Rückschlüsse auf deren Alter ziehen. Man kann also in etwa heraus bekommen, seit wann in diesem Gebiet kein fließendes Wasser mehr für Erosion in Frage kommt und somit auch daraus ableiten, seit wann dieses Becken und der dazugehörige Abfluss/Zufluss trockenliegt.
    ja. Wir wissen, daß es mindestens 2 Milliarden Jahre her sein muß.

    Schau Dir bitte mal dieses Bild an. Es ist ein Einschlagkrater auf der Erde in einem ariden Gebiet. Was schätzt Du, wie alt der ist?

    Dann betrachte die Form. Durch Perspektive und Sonnenstand sieht es aus, als wäre der rechteckig. Mit geraden Kanten und rechten Winkeln. Tatsächlich ist er aber eher abgerundet.

    Zu den von Dir als "Schwemmfächer" bezeichneten Stellen lässt sich eventuell vortrefflich streiten. ^^ Allerdings würde ich diese Formationen als Hang-Abrutschungen bezeichnen, wo feinkörniges Material von den hohen Fels-Plateaus durch Wind-Erosion herunter geweht wurde - ähnlich dem sich auftürmenden Sand in einer Sanduhr.
    einigen wir uns auf "Ablagerung von Lockermaterieal" , ob von Wasser oder Wind verfrachtet ist in dem Zusammenhang wurscht.

    Weiterhin finde ich auch die "Rinnen" recht interessant. Die Rinnen rechts oben und rechts unten sind insgesamt gesehen recht geradlinig, was eigentlich gegen eine natürliche Entstehung durch Wasser spricht. Es könnten "Dehnungsfugen" des durch Frosteinwirkung sich zusammenziehenden feuchten Marsbodens sein - oder aber künstlich angelegte Ent- oder Bewässerungskanäle ... Eine Entstehung durch Lavaröhren (wie Du unter anderem angeführt hast) halte ich in Anbetracht fehlender Vulkane in dieser Gegend für ausgeschlossen.
    Auf der Erde werden Lavaröhren bis zu 3 Dutzend km lang. Auf dem Mond an die hundert km. Siehe Schrötertal. Der Vulkan könnte also durchaus außerhalb des Bildes liegen. Die gesamte Gegend ist vulkanischen Ursprungs! Das Verzwickte bei Lavaröhren ist, daß sie nur sichtbar werden, wenn die Decke durch Beben einstürzt. Sie können also unsichtbar unter der Marsoberfläche weitergehen. Und Lava fließ halt entlang von Geländestrukturen. Kann also Richtungsänderungen machen. Wie ein Fluß...

    Aber es muß keine Lavaröhre sein. Es kann auch schlicht eine Verwerfung sein. "Dehnungsfugen in Schlammigem Grund" erreichen definitiv nicht die Breite wie auf dem Bild.

    Die Rinne links, welche südlich des Ab- oder Zulusses des Beckens erstreckt, scheint mir ebenso durch einen Einschlagskrater unterbrochen zu sein?
    ja, das könnte ein Einschlagskrater sein. Oder ein Dehnungsbruch. Leider stark verwittert und eventuell später halb verschüttet?

    Wenn man dessen Alter ermitteln könnte, dann könnte man auch auf das Mindestalter dieser Rinne sowie des gesamten Ab- oder Zuflusssystems wie auch des Beckens überhaupt schließen!
    Er ist nach Augenschein deutlich älter als die anderen Krater. Denn er weist viel stärkere Erosionsspuren auf.

    Dieser schwach ausgeprägte Krater besitzt also eine Art "Schlüsselfunktion" in der Lösung dieses Rätsels!
    Die schwachen Hügelchen, welche Du ebenfalls markiert hast, dürften allerdings so gut wie keinerlei Bedeutung haben oder zur Lösung beitragen.
    Die schwachen Hügelchen könnten Vulkankuppen sein. Oder aus anderem Material bestehen. Das ist die große Frage.

    Und dass es sich um ein Becken (welcher Art auch immer?) handelt, wird Dir jeder bestätigen, der auch nur halbwegs ein bissel Ahnung von Geografie bzw. Geologie hat!
    ein geologisches "Becken" hat viele km im Durchmesser. Das Ding hat ca. 1x1 km! Das kann ein ungewöhnlich geformter Krater sein, ein Einbruch, ein großer Block, der hochgedrückt wurde...

    Falls es künstlichen Ursprungs sein sollte, dann ist es vermutlich ein Wasser-Rückhalte- oder Sammelbecken.
    das ist reine Spekulation. Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens.

    Falls es natürlichen Ursprungs ist, dann handelt es sich meiner bescheidenen Einschätzung nach um ein geologisches Einsturzbecken. Doch dagegen sprechen (meiner Meinung nach) die ursprünglich sehr geraden Kanten an der West- und der Süd-Seite.
    siehe oben

    Auch der an der Südseite offensichtlich durch Wasser entstandene Einströmungsfächer spricht meines Erachtens für eine unkontrollierte Wasserflutung. Das Gebilde scheint mir nach einer einstmals künstlichen Nutzung durch die Gewalten der Natur im Laufe der Zeit so weit erodiert zu sein, dass es fachmännische Augen auf den "ersten Blick" nicht als "künstliche Struktur" zu erkennen vermögen ... Vielleicht auch, weil sie es unter allen Umständen ausblenden wollen ...? ^^
    Die Auflösung im Bereich der Unterbrechung ist zu mau, um das zu belegen. Da muß ein besser aufgelöstes und nicht überbelichtetes Bild her. Ich kann da nicht mal mit Sicherheit einen "Einströmungsfächer" ausmachen. Ich blende nix aus. Aber ich will ja auch nicht mit Gewalt ein "Staubecken von ET" beweisen.

    Das mag schon sein ... aber wenn diese in rechten Winkel an ein und dem selben Objekt und dann auch noch in gleicher Längenausdehnung auftreten, dann erlischt mein Glaube an Natürlichkeit.
    Du darfst glauben wollen, was Du magst. Auch auf der Erde gibt es solche Strukturen. Und die wurden nicht von ET, sondern der Natur gemacht.

    Wenn die Rotationsachse eines Planeten taumelt, dann bedeutet das doch nicht, dass der Rotations-Nordpol dabei wandert??! Die Achse bleibt immer das, was sie ist: Der Rotations-Nordpol zeigt immer Norden an und befindet sich bei einem Planeten ohne Plattentektonik immer an der gleichen Stelle. Das einzige, was sich beim Taumeln ändert, ist die Rotationsachse als solche! - Das ist genau so, wie wenn man einen Globus nimmt, ihn in schnelle Drehungen versetzt und ihn dann an seiner Achse im Raum hin und her schwenkt. Der Rotations-Nordpol (dort, wo der metallische Achsen-Stab heraus ragt) bleibt dabei immer an der gleichen Stelle.
    Die Rotationsachse samt dem Globus als "Festkörper" drumrum präzessiert. Die Rotationsachse der Erde beschreibt einen Großkreis am Himmel. Dauert bei uns ca. 26.000 Jahre. Polaris ist nur derzeit unser "Polarstern". Das war in der Vergangenheit auch schon mal Vega und wird es in 13.000 Jahren wieder sein.

    Wenn die Rotationsachse des Mars um 60 ° kippt, dann geht die Sonne an einem bestimmten Ort auf Mars in einem völlig anderen Winkel auf...

    Laut den neuesten Erkenntnissen der Plattentektonik schiebt sich die afrikanische Platte ganz langsam unter die eurasische Platte! Dass dabei die Alpen, die Pyrenäen, das Atlas-Gebirge, die Karpaten und andere Gebirge aufgefaltet werden, liegt am Zusammenschieben des Meeresbodens der alten Thetys-See.
    nein. Kontinente kollidieren, Meeresboden wird meist subduziert, manchml auch obduziert. Das Mittelmeer als winziger Überrest vom Thetys ist dünner ozeanischer Boden (andere Chemie, anderes Alter, anderes Gewicht als kontinentale Kruste) mit mächtigen Sedimentablagerungen aus diversen Austrocknungsperioden. Die vulkanische Aktivität im nördlichen Bereich des Mittelmeeres ist durch Subduktion bedingt, die Alpen bestehen größtenteils aus obduziertem Sediment vom bereits subduziertem Thetysboden...

    Und durch das Absinken der afrikanischen Platte im Norden wird der südliche Teil allmählich immer weiter angehoben. Das heißt, dass Südafrika im Laufe der Jahrmillionen Stück für Stück immer mehr an Höhe gewinnt und die heutigen Strände dort dann trocken liegen werden.
    Bitte Quellenangabe

    Auch die indische Platte rammt nicht nur einfach so in die Erasische Platte rein! - Diese Vorstellungen sind schon lange überholt!
    Bitte Quellenangaben

    Indien sinkt allmählich unter den sich immer weiter auftürmenden Himalaya ab. Die obersten Schichten des indischen Subkontinents werden dabei aufgefaltet, während die tieferen Gesteinsschichten durch das Gewicht des Himalaya nach unten gedrückt und in den Erdmantel abgesenkt werden.
    ja, der Himalaya ist derzeit das mächtigste Gebirge. Die Wurzeln ragen tief in den Mantel, werden aber eben nicht subduziert! Die Mächtigkeit beim Himalaya beträgt 80 km. Andere Kontinente bringen es zusammen mit ihren Wurzeln gerade mal auf 30-40 km...

    Großräumige Hebungen bei Kontinenten sind entweder Folge von Gebirgsbildung durch Kollision oder durch Wärmestau und daraus folgend Aufwölbung von großen Manteldiapiren verursacht. Ist ein bissy komplexer als es bei PM oder sonstigen Medien dargestellt wird...

  5. #65
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    Hallo,

    ihr solltet den rundlichen Strukturen, die etwas nördlich des "Hafen" sind, auch etwas Aufmerksamkeit schenken (vielleicht bestehen Parallelen zwischen beiden Strukturen).

    Auf 46° 13'40.56" S 96° 46'22.78" E befindet sich eine Struktur, die aussieht wie ein sitzender Mensch in einer Kutte (wobei ich hier von einer optischen Täuschung ausgehe).

    Guten Tag

  6. #66
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    Hi Sissy,

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Schau Dir bitte mal dieses Bild an. Es ist ein Einschlagkrater auf der Erde in einem ariden Gebiet. Was schätzt Du, wie alt der ist?
    ~50.000 Jahre. ^^
    Der Impaktor hatte einen Durchmesser von 50 Metern, hatte eine Masse von rund 300.000 Tonnen und bestand überwiegend aus Eisen. ^^

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Dann betrachte die Form. Durch Perspektive und Sonnenstand sieht es aus, als wäre der rechteckig. Mit geraden Kanten und rechten Winkeln. Tatsächlich ist er aber eher abgerundet.
    Sissy, ich weiß von der Existenz, dem Aussehen und seiner Entstehung seit ca. 46 Jahren. ^^
    Ich habe 2 Tanten, die jeweils 9 und 10 Jahre älter sind als ich (sind Schwestern meiner Mutter). Sie (wie auch ich) sind in der DDR aufgewachsen. In der DDR hatte man im Alter von 14 Jahren (bzw. in den letzten Monaten der 8. Klasse) Jugendweihe (es sei denn, man war streng kirchlich aufgewachsen und die Eltern sorgten dafür, dass man nicht an dieser Jugendweihe teilnahm, sondern seine Kommunion oder Konfirmation bekam). Im Rahmen dieser Jugendweihe bekam man (nebst Blumenstrauß und Urkunde) einen dicken Wälzer geschenkt(!): "Weltall, Erde, Mensch", ein äußerst umfangreiches, natur- und gesellschaftswissenschaftliches Werk von über 500 Seiten und in etwa A4-Format!
    Das Buch "Weltall, Erde, Mensch"
    Deckseite des Buches (ältere Version)
    Deckseite des Buches (jüngere Version)
    Im Alter von 7-10 Jahren begann ich also, die naturwissenschaftlichen Seiten dieses Buches (welche den Großteil dieses Wälzers ausmachten) bei jedem Besuch bei einer meiner Tanten regelrecht zu VERSCHLINGEN!! ^^
    Es wurde dort alles abgehandelt: Von der Entstehung und Beschaffenheit der Atome, des Universums, des Sonnensystems, der Erde usw. bis hin zu gesamten (damals bekannten) Entwicklungsgeschichte des Menschen. So war auch dort der von Dir nachgefragte Krater abgebildet und erklärt. Damals nannte er sich noch schlicht und einfach "Meteorkrater von Arizona" und mich hat schon damals gewundert, dass er (der landläufigen Meinung nach) nicht kreisrund, sondern eher viereckig aussah.
    Hier mal ein Bild direkt von oben und nicht perspektivisch wie Deines ...
    Ich konnte es dann auch kaum erwarten, dass ich selber Jugendweihe hatte und dieses Buch (in neuerer und verbesserter Auflage) bekam! - Ich habe es heute noch. ^^

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    einigen wir uns auf "Ablagerung von Lockermaterieal" , ob von Wasser oder Wind verfrachtet ist in dem Zusammenhang wurscht.
    Nicht unbedingt ...
    Die Höhenzüge, die man am linken Bildrand gerade noch so erkennt, sind Teil der "normalen" Mars-Oberfläche. Das Becken und die gesamte dort erkennbare Umgebung befinden sich innerhalb eines tiefen Grabenbruchs! Dieser ist ein nördlicher Ausläufer des "Vallis Marineris" und nennt sich "Echus Chasma".
    Bild des gesamten "Echus Chasma"

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Auf der Erde werden Lavaröhren bis zu 3 Dutzend km lang. Auf dem Mond an die hundert km. Siehe Schrötertal. Der Vulkan könnte also durchaus außerhalb des Bildes liegen. Die gesamte Gegend ist vulkanischen Ursprungs! Das Verzwickte bei Lavaröhren ist, daß sie nur sichtbar werden, wenn die Decke durch Beben einstürzt. Sie können also unsichtbar unter der Marsoberfläche weitergehen. Und Lava fließ halt entlang von Geländestrukturen. Kann also Richtungsänderungen machen. Wie ein Fluß...
    Ähhhm ... der nächstgelegene Vulkan in dieser Gegend ist der über 1000 km entfernte "Tharsis Tholus". Ich denke nicht, dass er geologische Auswirkungen auf die Region "Echus Chasma" hatte ...

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Aber es muß keine Lavaröhre sein. Es kann auch schlicht eine Verwerfung sein. "Dehnungsfugen in Schlammigem Grund" erreichen definitiv nicht die Breite wie auf dem Bild.
    Die Rillen sind meinen Vermessungen nach ca. 30-50 m breit. - Ich habe Dir mal ein Bild von der Rillen- und Plattenstruktur des "Echus Chasma" gemacht, etwa südöstlich des "Beckens", welches wir hier besprechen. Darauf sieht man ganz klar, dass die Rillen tektonische oder glaziologische Ursachen haben. Die schwachen Rillen links oben und links unten sind übrigens die Gleichen, die auf dem von Dir markierten Bild rechts oben und rechts unten liegen. ^^ Nur damit Du weißt, dass es die gleiche Gegend ist ...
    Bild ...
    Bilder betrachten ist einfach nicht das Gleiche, wie wenn man selber mit dem Computer und dem Programm "Google Earth" über den Mars "fliegt"! Man hat dabei einen viel besseren Überblick, kann rein- und rauszoomen, die Perspektive wechseln und vieles mehr ...

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Er ist nach Augenschein deutlich älter als die anderen Krater. Denn er weist viel stärkere Erosionsspuren auf.
    Jetzt, nachdem ich noch mal eine genauere Aufnahme des Gebietes südlich des "Beckens" gemacht habe, komme ich allerdings zu der Überzeugung, dass es sich gar nicht um einen Krater handelt! Auf diesem viel genaueren Bild ...
    Bild ...
    sieht es nämlich eher so aus, als handele es sich um eine kleinere Ausbuchtung (welche spitze Ecken aufweist) des flussähnlichen Zu- oder Abflusses des Beckens. Innerhalb dieses Zuflusses (oder Abflusses) kann man nun allerdings auch wunderbar die Wellenstruktur des dortigen Marsbodens erkennen, welche eindeutig darauf hinweist, dass diese Fläche einstmals mit Flachwasser bedeckt war!

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Die schwachen Hügelchen könnten Vulkankuppen sein.
    Nicht im geringsten, Sissy! - Wie Du gerade auch auf dem letzten Bild deutlich erkennen kannst ...

    Hier muss ich den Beitrag leider teilen und einen zweiten Teil aus dem Rest machen. ^^
    Alle Vermehrung unseres Wissens endet nicht mit einem Schlusspunkt, sondern mit vielen weiteren Fragezeichen.
    Hermann Hesse

  7. #67
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    Fortsetzung:

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    ein geologisches "Becken" hat viele km im Durchmesser. Das Ding hat ca. 1x1 km! Das kann ein ungewöhnlich geformter Krater sein, ein Einbruch, ein großer Block, der hochgedrückt wurde...
    Ein Krater (bedingt durch einen Einschlag) sieht definitiv nicht so eckig und geradseitig wie dieses Becken aus. Das Bild aus rund 20 km Höhe, welches wir beide bearbeitet haben, ist fast eine perfekte Draufsicht. Und selbst der von Dir eingangs als Beispiel für Rechteckigkeit vorgebrachte Barringer-Krater in Arizona sieht aus großer Höhe betrachtet auch nicht mehr so schön eckig aus:
    Barringer-Krater aus großer Höhe ...
    Die Ecken des gleichen Kraters von Deinem Eingangsbild sind doch ganz schön abgeschrägt ... und aus dem scheinbar viereckigen Krater wird bei dieser Draufsicht nunmehr ein mindestens achteckiger Krater.
    Unser "Becken" hat übrigens folgende Ausmaße:
    Die linke (also westliche) Kante ist rund 1500 m lang. Die untere (also südliche) Kante ist etwa 100 m kürzer.
    Wenn man das Bild allerdings etwas länger und genauer betrachtet, dann kann man ganz, ganz schwach eine anscheinend völlig vom Wüstensand verschüttete weitere Kante im Osten erkenn, rund 1500 m von der westlichen Kante entfernt und parallel dazu verlaufend. Sogar die leichte Biegung nach innen (die ich beim ersten, von mir bearbeiteten Bild als "Abrutschung" bezeichnet habe) ist spiegelverkehrt zu "erahnen"! ^^
    Und - zu guter letzt - lässt sich ebenfalls von der Nordspitze der westlichen Kante im Winkel von 90° eine weitere, kaum zu erkennende Linie erkennen, welche komplett vom Wüstensand überdeckt ist, die sich aber irgendwie noch ganz schwach gegen den Sand (vor allem im östlichen Bereich) als leichter Höhenunterschied durchzusetzen vermag.

    Auf Grund der Schattenwürfe an allen Kratern, Gräben, Bruchkanten und Felsabhängen in der gesamten Region "Echus Chasma" kann man getrost davon ausgehen, dass der Großteil der Aufnahmen durch den Orbiter zu "nachmittäglicher" bis früher "Abendstunde" (diese Region betreffend) gemacht wurden. Dadurch bescheint die Sonne diese Region von Südwesten her.
    Mit Hilfe dieser Erkenntnis weiß man nun, dass alle Schrägen und Abhänge, welche nach Südwesten geneigt sind, vom Sonnenlicht besonders stark beleuchtet werden, die Schrägen und Abhänge, welche nach Nordosten geneigt sind, jedoch im Schatten liegen müssen.
    Aus diesen Gründen ist nun ebenfalls klar, dass die Süd- und vor allem die West-Kante des "Beckens" einen bis zu 150 m breiten Schattenwurf verursachen, während die von Nordosten her in das "Becken" gewehten Sande durch das direkter darauf strahlende Sonnenlicht heller als ihre Umgebung erscheinen. Denn wie das nun mal bei Sandverwehungen so ist, rutschen diese meist in einem Winkel von 30-45° von der Oberkannte herunter.

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    das ist reine Spekulation. Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens.
    Das ist korrekt. Das gebe ich auch zu. Aber Du musst zugeben, dass der Versuch, diese Oberflächen-"Erscheinung" als natürliche Formation zu vereinnehmen (angesichts der schlechten Bild-Auflösung), ebenso reine Spekulation ist. ^^

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Ich kann da nicht mal mit Sicherheit einen "Einströmungsfächer" ausmachen. Ich blende nix aus. Aber ich will ja auch nicht mit Gewalt ein "Staubecken von ET" beweisen.
    Vielleicht siehst Du es ja nun auf den von mir neu hochgeladenen Bildern (wo ich das "Becken" extra an den Maßstab von "Google Earth" links unten rangeschoben habe) besser, dass an der unterbrochenen Süd-Kante eine deutliche Auswaschung nebst einer halbkreisförmigen Ablagerung, welche in das "Becken" hineinragt, auffällt ...
    Merkwürdig ist dabei auch noch, dass diese Kanten-Unterbrechung genau mittig ist. Bei einem natürlichen Durchbruch hätte das an jeder x-beliebigen Stelle des "Beckens" passieren können. Bei einem künstlichen Einlass (oder Ablass) ist dies schon wesentlich wahrscheinlicher. Die meisten Schwimmbecken/Swimmingpools auf der Erde haben ihre Abfluss- oder Wassereinlass-Vorrichtung mittig an irgendeiner Seite (meist eine der beiden schmaleren).

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Du darfst glauben wollen, was Du magst. Auch auf der Erde gibt es solche Strukturen. Und die wurden nicht von ET, sondern der Natur gemacht.
    Das "glaube" ich erst, wenn ich es selber (z.B. als Foto in Draufsicht) gesehen habe. - Also, wie Du ein Stückchen weiter unten in Deinem Schreiben: Bitte Quellenangaben!

    Den Rest Deines Beitrages zur Rotationsachse beantworte ich gleich im Anschluss in einem Extra-Beitrag, da Ralf sich hierzu ebenfalls geäußert hat.

    Bis gleich ...

    Beste Grüße
    Toni
    Alle Vermehrung unseres Wissens endet nicht mit einem Schlusspunkt, sondern mit vielen weiteren Fragezeichen.
    Hermann Hesse

  8. #68
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    Hi Sissy, hallo Ralf,

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Die Rotationsachse samt dem Globus als "Festkörper" drumrum präzessiert. Die Rotationsachse der Erde beschreibt einen Großkreis am Himmel. Dauert bei uns ca. 26.000 Jahre. Polaris ist nur derzeit unser "Polarstern". Das war in der Vergangenheit auch schon mal Vega und wird es in 13.000 Jahren wieder sein.
    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Bei der Präzessionsbewegung der Rotationsachse ändert sich beispielsweise der Sonnenstand ändert, d.h. alle Prozesse, die hiervon abhängen, sind beeinflusst. Bei der Erde auch noch der Mondstand, allerdings haben die Marsmonde kaum genügend Masse, um hier einen messbaren Einfluss beizusteuern.
    Die Präzessionsbewegung der Erde (oder eines anderen planetaren Körpers mit fester Oberfläche) hat nicht im Entferntesten etwas mit der Lage der Achse und der Pole der Erde zu tun! Die Pole werden aus geodätischer Sicht immer dort sein, wo sie vor Jahrmilliarden bereits waren, heute noch sind und in Jahrmilliarden immer noch sein werden! Das Gleiche gilt für den Äquator. Auch wenn (durch die Kontinentaldrift bedingt) die Pole und der Äquator im Laufe der Jahrmilliarden ständig zu wandern scheinen, so werden die Drehpunkte (Pole) geodätisch immer exakt Norden und Süden eines Planeten anzeigen.
    Auszug aus Wikipedia:
    Gegenüber einem mit der Erde verbundenen Koordinatensystem, in dem Nord- und Südpol unveränderliche Koordinaten haben, vollzieht die wahre Erdachse ebenfalls periodische Bewegungen. Sie sind aber relativ klein, werden Polbewegungen genannt und von internationalen Diensten überwacht. Sie werden vor allem durch Massenverlagerungen im Inneren der Erde, in den Ozeanen und in der Atmosphäre verursacht und betragen bis zu 0,25 Bogensekunden, was auf der Erdoberfläche etwa 9 Metern entspricht. Die beiden größten Signalanteile haben Perioden von 435 Tagen (Chandler-Schwingung) und 365 Tagen (Jahresschwingung) mit Amplituden von ungefähr 6,3 beziehungsweise 3,2 Metern. Diese Variationen werden von kleineren Schwingungen mit Perioden von wenigen Stunden bis zu Jahrzehnten überlagert. Spontane Verlagerungen mit Amplituden von einigen Zentimetern wurden beispielsweise durch das Seebeben ausgelöst, das am 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean vor der indonesischen Insel Sumatra stattfand. Das Erdbeben in Chile 2010 hatte möglicherweise eine Verschiebung der Erdachse um ca. 8 Zentimeter zur Folge, das Tōhoku-Erdbeben von 2011 vielleicht sogar um 10 cm.
    Auf den Mars bezogen, bedeutet dies:
    Da der Mars über keinerlei Plattentektonik bzw. über eine Verschiebung der Marskruste gegenüber dem restlichen Marskörper mehr verfügt, befindet sich der Nord- wie auch der Südpol, als auch sein Äquator immer an der selben Position! Wenn die Marsachse präzessiert und am Himmels-Nordpol (der selbstverständlich nicht identisch mit dem Nordpol der Marsachse ist) im Laufe der Jahrtausende (in ähnlicher Periode wie auf der Erde) ständig ein anderer Stern den Himmelspol beschreibt, so hat dies keinerlei Auswirkungen auf den eigentlichen Drehpunkt des planetaren Körpers. Dieser bleibt immer gleich - zumindest für viele Jahrmillionen.

    Falls der Mars nicht innerhalb der nächsten 100 Mill. Jahre von einem sehr großen Asteroiden getroffen wird, der nicht nur die Achsneigung, sondern der die gesamte Achse dieses Planeten verändert, dann wird auch in 100 Mill. Jahren auf dem Mars immer noch dort Norden sein, wo er heute ist.

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Wenn die Rotationsachse des Mars um 60 ° kippt, dann geht die Sonne an einem bestimmten Ort auf Mars in einem völlig anderen Winkel auf...
    Ja ... aber dadurch wird sich die Lage seines Äquators, wie auch seiner Pole auf der Oberfläche des Mars nicht im geringsten ändern.

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    nein. Kontinente kollidieren, Meeresboden wird meist subduziert, manchml auch obduziert.
    Das Kollidieren von Kontinenten ist etwas komplizierter, als Du es hier darstellst, Sissy.
    Kontinente sind oftmals nicht nur das, was wir von ihnen sehen. Zu ihnen gehört meist auch ein gehöriges Stück Kontinentalsockel, also Bestandteile dicker Kontinentalkruste, welche bei der heutigen Höhe des Meeresspiegels unter der Wasseroberfläche verborgen liegen. Dies sind schließlich die seichten Meereszonen um die kontinentalen Küsten herum, an der einen Stelle mehrere 100 km breit, an anderen Stellen nur wenige km. Der Grund (die dortige Erdkruste) der Tiefsee ist hingegen viel dünner als die kontinentale Kruste. Aber sie besteht seltsamerweise aus dichterem, also schwererem Material als die viel dickere Kontinentalkruste. Auf Grund dessen wird der dünne, aber schwerere Ozeanboden immer unter eine mit ihm kollidierende Kontinentalkruste hinunter gezogen. Laut den neuesten Theorien der Forscher soll dieser so entstehende "Sog" die eigentliche Ursache für das Aufreißen von mittelozeanischen Rücken sein! Es wird also nicht mehr aufsteigende Hitze unter den Ozeanböden für das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten verantwortlich gemacht!
    Beim Kollidieren von Kontinentalplatten kommt es darauf an, welche Ursachen das Geschehen hauptsächlich beeinflussen. Über Indien habe ich bei Wikipedia folgendes gefunden:
    Geologischer Ausblick

    Indien wird sich noch einige Zeit unter den Himalaya schieben und vielleicht völlig unter Tibet verschwinden. Dafür werden im Norden die Erhebungen in der Mongolei weiter wachsen und schließlich wird sich eine ausgedehnte Gebirgskette bis zum Baikalsee vorschieben.

    Große Veränderungen sind vor Australien zu erwarten, das rasch nach Norden driftet und sich wahrscheinlich unter die Sunda-Inseln schieben wird. Diese wachsen dann zu einer neuen Gebirgskette empor, die auf die Australische Platte aufgleitet.
    Wie Du siehst, wird sich Indien noch einige Zeit unter den Himalaya schieben und vielleicht völlig unter Tibet verschwinden!!
    Ähnliches habe ich in der vierteiligen PHOENIX-Doku über den Kontinent Europa gehört und gesehen, welches ich Dir in meinem Beitrag weiter oben auf dieser Seite geschildert hatte! - Dieses beides sind meine Quellen und gleichzeitig neuester Stand der Forschung, liebe "Fachfrau". ^^


    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Es hilft, Missverständnisse zu vermeiden, wenn man sich einer einheitlichen Notation bedient. Zudem kann dann der stille Mitleser mal etwas nachgooglen und ist nicht auf Verdeih und Verderb auf seine Übersetzungsfähigkeiten von Privatnotationen auf offizielle Notationen angewiesen.
    Ja, Ralf, das ist ja auch völlig in Ordnung. Aber es gehört sich nicht, vor anderen Usern absichtlich mit für Otto Normalbürger unverständlichen Fachausdrücken zu protzen, nur um einen anderen (unerwünschten?) Mitdiskutanten schlecht aussehen zu lassen. Dies zeugt von genau so schlechter Kinderstube wie User, die ihre verqueren Ideen nicht sofort unterstützt bekommen oder absolut uneinsichtig sind und dann ausfallend werden.

    Ruhig bleibende Grüße von Toni
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    Hermann Hesse

  9. #69
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    Unglücklich Was soll das?!

    Zitat Zitat von Mythenjäger Beitrag anzeigen
    ihr solltet den rundlichen Strukturen, die etwas nördlich des "Hafen" sind, auch etwas Aufmerksamkeit schenken (vielleicht bestehen Parallelen zwischen beiden Strukturen).

    Auf 46° 13'40.56" S 96° 46'22.78" E befindet sich eine Struktur, die aussieht wie ein sitzender Mensch in einer Kutte (wobei ich hier von einer optischen Täuschung ausgehe).

    Guten Tag
    Guten Tag, Mythenjäger!

    Du solltest vielleicht auch mal an dieser Diskussion hier teilnehmen und nicht nur irgendwelche, noch dazu viel zu kleine Bilder in die Runde werfen, frei nach dem Motto: Hier habt ihr wieder was! Nun fresst es schon ...
    Ich werde ansonsten hier nicht weiter über irgendwelche Strukturen diskutieren.

    Gruß Toni
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    Hermann Hesse

  10. #70
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    Hi Toni,

    ich versuche mal, Deine "Flut" an Infos abzuarbeiten:

    ~50.000 Jahre. ^^
    Der Impaktor hatte einen Durchmesser von 50 Metern, hatte eine Masse von rund 300.000 Tonnen und bestand überwiegend aus Eisen. ^^
    ok, hast also den Meteorkrater in Arizona bei Flagstaff erkannt. Prima.

    Die Höhenzüge, die man am linken Bildrand gerade noch so erkennt, sind Teil der "normalen" Mars-Oberfläche. Das Becken und die gesamte dort erkennbare Umgebung befinden sich innerhalb eines tiefen Grabenbruchs! Dieser ist ein nördlicher Ausläufer des "Vallis Marineris" und nennt sich "Echus Chasma".
    Bild des gesamten "Echus Chasma"
    bis hier bin ich mit Dir einig. Grabenbruch ist korrekt. Aber so ein Grabenbruch entsteht nicht durch Zauberhand. Er ist die Auswirkung von Hitze von unten. Ein Plume (Diapir), der einige 10 bis hunderte km weite Aufwölbung des Bodens bewirkt. So wie ein Gugelhupf im Ofen aufgeht und an der Oberfläche irgendwann einreißt. Die aufgewölbte Kruste wird dünner, plastischer und gibt der Spannung irgendwann nach, reißt auf und fließt sehr langsam seitlich weg. Der Boden senkt sich und wenn genügend Hitze von unten kommt, gibt es einzelne Schlackenkegel, Spalteneruptionen oder es bauen sich komplexe Vulkane auf. Der Rheingraben ist so ein Grabenbruch in Europa. Bei ihm sind die Grabenschultern teilweise abgerutscht, durch Erosion teilweise abgetragen und der Grund hat sich gesenkt und über eine längere Zeit wieder mit Sedimenten aufgefüllt. Im Rheingraben ist aber in jüngerer Zeit kein Vulkanismus mit lavafördernden Schloten aufgetreten. Der Rheingraben ist anscheinend vorher inaktiv geworden. Daß es in der Tiefe noch flüssiges Magma gibt, zeigen Thermalquellen, Mofetten aus denen Helium -III austritt und CO2-Geysiere.

    Ähhhm ... der nächstgelegene Vulkan in dieser Gegend ist der über 1000 km entfernte "Tharsis Tholus". Ich denke nicht, dass er geologische Auswirkungen auf die Region "Echus Chasma" hatte ...
    hier wiederspreche ich. Schau mal dieses Bild an. Wofür hältst Du das dunkelgraue/schwarze Material im roten Kreis mit der Nr. 2? Bitte messe die Entfernung von dort zum "Hafenbecken" und schreib die Zahl hier rein...

    Bei meiner letzten Exkursion in Idaho (Craters of the Moon) konnte ich einen "frischen" Grabenbruchvulkanismus (jünger als 2.000 Jahre) mit eigenen Augen sehen und hab viele Fotos gemacht. Wenn ich die Vegetation im Umfeld wegdenke, schaut das auch so aus...

    Mir stechen da auch die 2 T-förmigen Strukturen im oberen Teil des Kreises ins Auge. Überreste von kurzfristigen Spalteneruptionen? Geländestufen nach weiteren Brüchen?

    Dann schau Dir den Kreis mit der Nr. 1 an. Hier scheint es zwar eine lokale Aufwölbung mit Dehnungsrissen gegeben zu haben, aber keinen Oberflächenvulkanismus. Dafür wurde die Scholle nordwestlich davon seitlich angehoben und kam in einer gekippten Position zur Ruhe.

    Und dann Kreis Nr. 3. Noch ein "Hafenbecken"? Das habe ich damit gemeint, daß die Natur durchaus solche Strukturen hervorbringt ohne ET als Ingenieur...

    Die Rillen sind meinen Vermessungen nach ca. 30-50 m breit.
    da stimme ich Dir zu. So breit werden aber keine Trocknungsrisse von schlammigem Grund.

    Ich habe Dir mal ein Bild von der Rillen- und Plattenstruktur des "Echus Chasma" gemacht, etwa südöstlich des "Beckens", welches wir hier besprechen. Darauf sieht man ganz klar, dass die Rillen tektonische oder glaziologische Ursachen haben. Die schwachen Rillen links oben und links unten sind übrigens die Gleichen, die auf dem von Dir markierten Bild rechts oben und rechts unten liegen. ^^ Nur damit Du weißt, dass es die gleiche Gegend ist ...
    ja, wir reden schon von der gleichen Gegend. Merci für das Bild.

    Glaziologische Einflüsse schließe ich aus. Gletscher heinterlassen anderst geformte Täler. Die Kanten wären weicher, der Boden müßte langgestreckte Schleifspuren aufweisen. Ich favorisiere tektonische Ursachen, überprägt von fließendem Wasser/Schlamm oder dünnflüssiger Lava...

    Jetzt, nachdem ich noch mal eine genauere Aufnahme des Gebietes südlich des "Beckens" gemacht habe, komme ich allerdings zu der Überzeugung, dass es sich gar nicht um einen Krater handelt! Auf diesem viel genaueren Bild ...
    Bild ...
    sieht es nämlich eher so aus, als handele es sich um eine kleinere Ausbuchtung (welche spitze Ecken aufweist) des flussähnlichen Zu- oder Abflusses des Beckens. Innerhalb dieses Zuflusses (oder Abflusses) kann man nun allerdings auch wunderbar die Wellenstruktur des dortigen Marsbodens erkennen, welche eindeutig darauf hinweist, dass diese Fläche einstmals mit Flachwasser bedeckt war!
    Auf den ersten Blick sehen die Rippel halbwegs parallel aus, aber bei genauerer Betrachtung stimmen die Richtungen doch nicht überein. Sollten sie aber, wenn sie wirklich "Dünungsrippen" wären. Es kann trotzdem sein, daß sie von fließendem Wasser/Schlamm stammen. Das bestreite ich nicht. Es können aber auch Felder mit Stricklava sein. In der dünneren Marsluft wäre die Oberfläche von dünnflüssiger Lava nicht so schnell wie bei uns auf der Erde abgekühlt und durch die geringere Gravitation hätten sich auch wesentlich größere "Wargel" bilden können.

    Ob ich jetzt den 2. Post auch noch kommenteiren kann, hmmm, ich probiers mal. Auf den Rest antworte ich dann morgen, jetzt muß ich gleich arbeiten...

    Grüße
    Sissy

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