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Thema: Lösemittel für hypothetische Ausserirdische

  1. #1
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    Standard Lösemittel für hypothetische Ausserirdische

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    Menschen, Tiere, Pflanzen und alles irdisches Leben benutzt ja Wasser als Lösungsmittel. Die hypothetischen Lebewesen auf Titan, die theoretisch beschrieben wurden, hätten als Lösungsmittel Methan. Welche können ausserirdische Lebensformen noch benutzen/weshalb. Wenn ihr mir den Grund nennt, kann ich ja selbst danach suchen.

    Im Buch von Harald Lesch namens "Sternstunden des Universums" steht:
    Es könnte doch auch Lebensformen geben, die sich nicht in Wasser, sondern in alternativen Lösungsmitteln wie Ammoniak, Ethan, Formamid, Methan, Schwefelsäure oder auch Wasser-Ammoniak-Gemischen entwickelt haben.
    LLG THundercotttage

  2. #2
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    149

    Standard

    Hallo Thundercotttage,
    der User Monod hat hier im Forum schon häufiger Beiträge zu diesem Thema verfasst. Ich erlaube mir einfach mal einen dieser Beiträge exemplarisch zu verlinken und einen Auszug zu zitieren. Es geht im Beitrag explizit um Ammoniak und Methan.

    Zitat Zitat von Monod Beitrag anzeigen
    ...
    Auch Ammoniak statt Wasser ist keine wirkliche Alternative, weil Ammoniak in Wasser löslich ist und niemals in Reinform entsteht. Wasser ist als Planetenbaumaterial überall vorhanden und dominiert folglich immer auf Planetenoberflächen über Ammoniak, falls sich beide Substanzen dort anreichern können. Da Ammoniak als Biosolvens schlechtere Eigenschaften als Wasser hat, wird zudem Wasser dem Ammoniak stets den Rang ablaufen, was biochemische Verwertbarkeit betrifft. Bei der Polykondensationsrektion von Aminosäuren zu Peptiden entsteht übrigens Wasser als Nebenprodukt, so dass sich dieses im Reaktionssystem anreichern würde.

    Methan scheidet als Biosolvens aus, da es zum einen nur bei sehr tiefen Temperaturen flüssig ist, so dass eine eventuelle Biochemie gar nicht in Gang kommen könnte, weil es zu kalt ist. Andererseits handelt es sich hier um eine unpolare Flüssigkeit, die denkbar ungeeignet ist, um polare Chemikalien wie Aminosäuren oder andere, potenziell polymerisierbare Chemikalien in Lösung zu halten und zu transportieren. Also auch hier Fehlanzeige!
    ...
    Viele Grüße,
    FUNtastic

  3. #3
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    Beiträge
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    Standard

    Ammoniak (wenn jetzt aus irgendeinem Grund kein Wasser da ist) könnte DANN als Lebensgrundlage sein. Und Methan ist auch geeignet.

  4. #4
    Monod ist offline Registriertes Mitglied
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    354

    Standard

    @ Thundercotttage:

    Ein weiterer Beitrag zum Thema "Alternativen zu Wasser" ist hier nachzulesen. Methan ist definitiv NICHT geeignet - zum einen wegen der niedrigen Temperaturen, in denen es flüssig ist, zum anderen wegen des unpolaren Charakters, der Polykondensationen, die zum Polymerwachstum ablaufen müssen, unmöglich macht.

    Ammoniak kann sich nirgends in Reinform absondern, da Wasser bei Planetenbildungsprozessen STETS präsent ist und mit Ammoniak ein eutektisches Gemisch bildet, welches einen niedrigeren Schmelzpunkt hat als reines Ammoniak. Das Wasser kann also nicht ausfrieren, so dass reines Ammoniak übrig bliebe und als Biosolvens zur Verfügung stände. Folglich steht hier ständig Wasser in Konkurrenz zu Ammoniak, so dass wegen der günstigeren Eigenschaften sich Wasser als Biosolvens durchsetzen wird.
    Das Universum trug weder das Leben, noch trug die Biosphäre den Menschen in sich. Wenn er diese Botschaft in ihrer vollen Bedeutung aufnimmt, dann muss der Mensch endlich aus seinem tausendjährigen Traum erwachen und seine totale Verlassenheit, seine radikale Fremdheit erkennen. Nicht nur sein Los, auch seine Pflicht steht nirgendwo geschrieben. Es ist an ihm, zwischen dem Reich und der Finsternis zu wählen.

    Jacques Monod - Zufall und Notwendigkeit

  5. #5
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    Standard

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    Sowohl die Beiträge áls auch die jeweilige Meinung von Monod erschienen mir immer als guter "Ratgeber". Monods Beiträge sind fundiert und die jeweilige Begründung scheint von großem Fachwissen auf diesem Gebiet zu zeugen. Zumindest wirkt dies auf mich, einen nicht-Fachmann, so.
    Zum Thema selbst habe ich leider nichts Weiteres beizutragen. Angesichts des von mir zitierten Beitrages von Monod, der ganz offensichtlich Experte zu sein scheint, würde es mich dennoch interessieren, was deine Begründung dazu ist dies hier
    Ammoniak (wenn jetzt aus irgendeinem Grund kein Wasser da ist) könnte DANN als Lebensgrundlage sein. Und Methan ist auch geeignet.
    zu behaupten.

    EDIT: Die Beiträge von Monod und mir haben sich überschnitten. Monod, schön, dass du dich hier zu Wort meldest! Ich finde es immer sehr interessant, deine Beiträge zu lesen, auch wenn diese mir schon das ein oder andere Mal so manche Illusion geraubt haben.
    Viele Grüße,
    FUNtastic
    Geändert von FUNtastic (17.10.2012 um 22:03 Uhr)

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