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Thema: Astrofotografie

  1. #11
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    Ich dachte es mir schon :-) Ich glaube egal von welchem Hersteller ein max. 300mm Objektiv ist...das ist zu wenig! Bei einer DSLR lohnt es sich eigentlich ein "spezielles" Objektiv (ich sage mal ab 600mm) zu kaufen oder ist man mit einem Teleskop welches einen digitalen Ausgang (ich hoffe das ist richtig) besitzt besser beholfen?

    LG Norman

  2. #12
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    Hallo Norman,

    für Planeten solltest Du als "spezielles Objektiv" ein Teleskop einsetzen. Das hat zwei Vorteile gegenüber Teleobjektiven:
    1) im Allgemeinen eine größere Öffnung, d.h. es wird mehr Licht gesammelt (kürzere Belichtungszeiten möglich) und die Auflösung ist besser (kleinere Details werden sichtbar)
    2) meistens eine größere Brennweite bis hin zu mehreren Metern (größeres Abbild des Planeten auf dem Kamera-Chip)

    Dafür werden übrigens keine speziellen Teleskope benötigt! Eine Kamera wird einfach mittels Adapter wie ein Okular an das Teleskop angeschlossen. Bei einer DSLR wird das Teleskop dabei zum (Tele-) Objektiv.

    Für Planeten eignen sich m.M.n. DSLR's nur sehr bedingt. Der typische Ablauf der Planetenfotografie sieht meistens eher so aus:
    1) Kamera an das Teleskop und auf möglichst kurze Belichtungszeit einstellen
    2) Aufnahme eines Films(!) über mehrere Sekunden bzw. Minuten (als Ergebnis sind möglichst viele Einzelbilder gewünscht)
    3) Stacken des Films bzw. der Einzelbilder des Films zu einem einzelnen Bild

    Hintergrund für dieses Vorgehen ist in erster Linie das Seeing (Luftunruhe). Der aufgenommene Film besteht aus einzelnen Bildern. Bei einer Einstellung von z.B. 5 B/s enthält ein 1-minütiger Film insgesamt 300 einzelne Bilder. Beim Stacken werden vom Programm zuerst die qualitativ schlechtesten Bilder (verschwommen durch das Seeing) aussortiert und aus den besten Bildern ein Gesamtbild gemittelt.

    Eine Nachführung des Teleskops ist bei der Planetenfotografie zwar hilfreich, aber wegen der kurzen Belichtungszeiten nicht unbedingt notwendig.

    Planetenfotografie unterscheidet sich eben sehr von der Deep-Sky-Fotografie!

    Gruß,
    Christian

  3. #13
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    Vielen Dank Chrischan :-)
    So ich hatte grad mal die besagte Freundin die ich im Eingangspost erwähnt hatte hierher verwiesen.
    Habe noch ein paar Fragen^^ Und zwar in welcher Preisklasse befinden sich die geeigneten Teleskope und hast du wenn enventuell eine Empfehlung? Dann noch eine weitergereichte Frage an mich die ich stellen soll....ist auch so ein "billig"Teleskop ausreichend?
    LG Norman
    Geändert von XXSBLACK (30.01.2013 um 19:03 Uhr) Grund: fehlende Buchstaben eingerreicht :-D

  4. #14
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    Hallo Norman,

    bei der Planetenfotografiererei (bzw. Filmerei) brauchst mindestens 3 Meter effektive Brennweite, damit Du auf dem Planet Details erkennen kannst. Soooo lange Teleskope sind unpraktisch. Daher nimmt man entweder ein kürzeres Teleskop und verlängert die Brennweite durch eine Barlow-Linse oder Okularprojektion, oder man nimmt ein Teleskop, bei dem die erforderliche Brennweite durch Reflektion an mehreren Spiegeln in relativ kurzer, gedrungener Bauweise erreicht wird - das sind dann RC oder SC Teleskope sowie Schiefspiegler. Die Minimumöffnung für "schöne, große" Planetenbilder ist 150 mm. Oder 6", wie wir Amateurastronomen sagen.

    Man nimmt auch keine Einzelbilder mit einer DSLR auf sondern minimum 900 Bilder mit einer astrotauglichen Webcam oder einer besseren Kanmera. Je nach Luftunruhe sind davon dann 5 - 25% brauchbar. Die werden im Rechner durch spezielle Software übereinander gelegt (gestackt) und das entstandene Summenbild dann kräftig durch die Bildbearbeitung gejagt. Diese Bildbearbeitung hat überhaupt nichts mit dem zu tun, was man an einem Urlaubsbild oder Portrait nachträglich retuschiert.

    So als "Hausnummer" was da an Kosten entsteht:

    - ca. 1000 Euro für eine parallaktische Montierung, das Stativ und die Motoren/Steuerung
    - ca. 300 Euro für das Teleskop (6" Newton f=5) mit ordentlichem Okularauszug und kleinem Fangspiegel
    - ca. 150 Euro für die Webcam und einen UV-IR Sperrfilter oder
    - ca. 500 Euro für ne bessere Farbkamera oder
    - ca. 700 Euro für ne bessere s/w Kamera + Filterrad + Filter
    - ca. 100 Euro für eine Barlow-Linse oder
    - ca. 200 Euro für einen Okularprojektionsadapter mit allen Teilen + Okular
    - ca. 100 Euro für nen gscheiten Akkupack für die Stromversorgung von Montierung und Laptop
    - ca. 450 Euro für nen Laptop mit genügend viel Arbeitsspeicher, Festplattenkappazität sowie USB 2.0 Port(s)
    - nix für das Aufnahmeprogramm (Freeware)
    - nix für das Bildbearbeitungsprogramm (Freeware)

    Die richtig tollen Planetenbilder sind jedoch mit Teleskopen mit 9" und mehr gemacht. Da kostet dann alleine das Teleskop mehrere tausend Euro. Und die Montierung dann auch noch mal so viel, denn diese Teleskope sind schwer und stellen andere Anforderungen an die Montierung als ein popeliger 6" Newton.

    Es geht etwa um 1/3 billiger, wenn man sich über die diversen Astronomie Foren das Zeug einzeln (mit Sachverstand) zusammenkauft und (fast) umsonst, wenn man in einer Sternwarte Mitglied wird.

    Grüße
    Sissy

  5. #15
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    Hallo Norman,

    Sissy hat Dir ja schon deine Fragen beantwortet, aber im Nachbarforum habe ich gerade einen für dich interessanten Thread entdeckt: Link
    Jupiter mit einem 130/900 Newton und einer Canon DSLR...

    Die Ergebnisse erscheinen mir für die Ausstattung allerdings oberstes Niveau.

    Gruß,
    Christian

  6. #16
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    Erstmal Danke Sissy :-) Da kommt ja wirklich schon einges an Kosten zusammen. Ist das auch noch eine "Amateurausrüstung" oder dann doch schon eher für Amateur mit Willen zum Professionellen?
    Wie Chrischan schon schrieb sind DSLR ja nur bedingt einsetzbar und vermutlich nur die Notlösung. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich jetzt nicht planen will (zumindest momentan) die Menge an Geld auszugeben. :-(
    Ich denke für dich als Fortgeschrittene würdest du eher von der DSLR-Teleskopvariante abraten oder?
    Ich sollte noch erwähnen ich möchte halt eigentlich schöne Bilder vom Saturn mit Ringen zum Beispiel. Ich verstehe auf alle Fälle das eine grosse Detailtreue absolut nicht möglich ist. Also wird es sicherlich mit meiner Variante nichts oder?

    Chrischan vielen Dank für den Link :-)
    Geändert von XXSBLACK (30.01.2013 um 19:47 Uhr)

  7. #17
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    Hi,

    Ist das auch noch eine "Amateurausrüstung" oder dann doch schon eher für Amateur mit Willen zum Professionellen?
    das ist Amateurausrüstung im unteren/mittleren Preissegment.

    Normalerweise kauft man sich als "Einsteiger" ne Montierung und ein Teleskop, was vom Gewicht/Hebel gut draufpaßt und lernt den Himmel kennen. Das gibts ohne Motoren/Steuerung neu so um die 500 Euro aufwärts. Hält ein Leben lang, wenn man pfleglich damit umgeht.

    Wenn man dann nach ein paar Jahren den Himmel kennt, kommt der Wunsch nach Fotos. Dann wird die Montierung mit Motoren und Steuerung versehen. Kostet gebarucht so ca. 200 Euro. Und kauft sich noch ne Webcam für Planeten.

    Damit spielt man ne Weile. Dann ist man angefixt und will mehr. Also gibt man mehr Geld aus. Bessere Kamera. Oder gleich größeres Teleskop, größere Montierung, bessere Kamera. Je nach finanzieller Situation und Platz ...

    Ich hab im Lauf meines Amateurlebens (das sind jetzt 20 Jahre) 3x ne Montierung gekauft und 5 verschiedene Teleskope. Für jeden Zweck die richtige Brennweite, so gut wie alles gebraucht. Und die richtigen Kameras, auch gebraucht. Steht jetzt alles im Arbeitszimmer und auf dem Balkon. Das älteste Teil hat 30 Jahre auf dem Buckel und tut wie am ersten Tag. Hab dafür insgesamt etwa 5.000 Euro ausgegeben. 20 Jahre durch 5.000 Euro = 250 Euro im Jahr. Na, siehst jetzt die Relation?

    Freunde von mir geben jedes Jahr fürs Skiefahren im Schnitt 2.000 Euro pro Nase aus. Neue Skie, neue Stöcke, neue Stiefel, neue Klamotten, Schneebrille, Liftpass, Hotel, Reisekosten...

    Mein Geraffel steht auf dem Balkon und ich kann jede klare Nacht ohne anfallende Kosten ausnutzen...

    Ich denke für dich als Fortgeschrittene würdest du eher von der DSLR-Teleskopvariante abraten oder?
    Ich sollte noch erwähnen ich möchte halt eigentlich schöne Bilder vom Saturn mit Ringen zum Beispiel. Ich verstehe auf alle Fälle das eine grosse Detailtreue absolut nicht möglich ist. Also wird es sicherlich mit meiner Variante nichts oder?
    DSLR + Teleskop + Planeten is Kappes.

    Detailtreue? Aber ja doch. Dazu muß das Teleskop nur gut justiert sein, der Spiegel ohne gröbere Fehler und gut an die Umgebungstemperatur angepaßt. Dann noch ruhiges Seeing, Geschick bei der Bildbearbeitung und Du bekommst fantstische Bilder mit viel Detail... Guck mal hier, das sind meine gesammelten Planetenbilder. Mit unterschiedlichen Teleskopen/Kameras und an verschiedenen Standorten...

    Die Mitgliedschaft in einem Astroverein/Sternwarte, Nutzung der dort vorhandenen Teleskope + Kauf einer Webcam (150 Euro) ist die günstigste und beste Alternative zur privaten Anschaffung des teuren Geraffels. Da hast alte Hasen, um von denen den Umgang mit der Technik rund um Teleskope zu lernen, Planeten gehen mit fast jedem Teleskop selbst unter Großstadthimmel.

    Es gibt in jeder größeren Stadt Sternwarten, auch in kleinen Städten gibt es die. Hunderte. Und jede Menge Astronomievereine ohne Sternwartengebäude, aber mit Vereinsteleskopen. Schau mal hier rein. Da sind sie nach Postleitzahlen sortiert...


    Grüße
    Sissy

  8. #18
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    Moin Sissy,
    ich kann dir vollkommen zustimmen.

    Hier mal ein Bild von mir von Saturn mit 1000mm Brennweite (Refraktor 90/1000 + Webcam):
    http://www.frank-specht.de/astronomy...517-saturn.jpg

    Und hier eines mit 2000mm (Reflektor 200/2000 + Webcam):
    http://www.frank-specht.de/astronomy...109-saturn.jpg

    Beide Bilder wurden mit Hilfe der Software "Giotto" bearbeitet! Aber ohne Kenntnis der wesentlichen Parameter klappt das nicht.

    Mit einer DSLR kann man ohne Software aber zuerst mal Sternbilder gut erfassen.
    Vielleicht sollte man hier ansetzen, um zum Astrofotografen zu werden?
    Geändert von FrankSpecht (31.01.2013 um 03:36 Uhr)
    cs, Frank
    frank-specht.de

  9. #19
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    Zitat Zitat von FrankSpecht Beitrag anzeigen
    Mit einer DSLR kann man ohne Software aber zuerst mal Sternbilder gut erfassen.
    Für Stimmungsaufnahmen inklusive Milchstraße braucht man doch nur ein Stativ und 30s draufhalten. So etwas ist schön anzusehen, würde ich aber noch nicht wirklich zur Astrofotografie rechnen. Deinen Saturn bei 2m Brennweite finde ich da schon deutlich interessanter.
    MfG

  10. #20
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    Moin Bernhard,
    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Für Stimmungsaufnahmen inklusive Milchstraße braucht man doch nur ein Stativ und 30s draufhalten.
    Ja, genau. Das reicht für den Anfang allemal.

    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    ... würde ich aber noch nicht wirklich zur Astrofotografie rechnen.
    Ich schon
    Weil: Auf solchen Aufnahmen könnten bspw. bereits Kleinplaneten oder Kometen drauf sein, die 99,999% der Menschheit überhaupt nicht zur Kenntnis genommen haben.
    Selbst einige professionelle Astronomen an der ESO und sonstwo machen, wenn sie Zeit und Lust haben, genau solche Aufnahmen (natürlich auch, weil der Himmel dort extrem klar ist). Professionelle Astronomen, die auch noch Hobbyastrofotografen sind, nehmen gar ihr privates Geraffel mit zu ihrem Arbeitsumfeld. Siehe z.B. Mischa Schirmer hier: http://www.astro.uni-bonn.de/~mischa/
    Er arbeitet derzeit, wenn ich mich richtig erinnere, am Gemini Observatory (8-Meter-Spiegel) in Chile.

    [EDIT] Noch besseres Beispiel, das mir gerade einfällt: Komet C/2006 P1 McNaught.
    Viele Aufnahmen stammen von normalen DSLR mit normalen Teleobjektiven.

    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Deinen Saturn bei 2m Brennweite finde ich da schon deutlich interessanter.
    Danke! Aber mein Fehler: Das Teleskop stimmt schon (Celestron C8) mit 2000mm Brennweite. Aber es kam noch 'ne Barlowlinse (2,5fach) hinzu und bei der abschließenden Bearbeitung eine Superresolution (Drizzling) auf die zweifache Größe des Originalbilds!
    Also, im Original ist die Aufnahme viel kleiner!
    Geändert von FrankSpecht (01.02.2013 um 03:16 Uhr) Grund: Komet C/2006 P1 McNaught hinzugefügt
    cs, Frank
    frank-specht.de

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