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Thema: Mars One

  1. #11
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    Zitat Zitat von Entropie Beitrag anzeigen
    Stellt euch nur die Werbeeinnahmen vor...


    Was mich viel mehr interessiert ist das Vorgehen bei längeren Verbindungsabbrüchen zum Mars wie wenn sich der Mars von uns aus hinter der Sonne befindet. Weiss zufällig jemand genau, wie lange sowas dauern würde?

    Noch ein Gedanke zur geplanten "Selbstversorgung". Wie genau wollen sie sich selber versorgen? Wollen sie dann dort aus heiterem Himmel anfangen Kartoffeln und Radieschen zu züchten? Wäre es nicht zuersteinmal angebracht, zu testen, inwiefern das funktioniert? Viele Pflanzen sind hier stark auf die Jahreszeiten abgestimmt und halten sich auch streng daran. Wie genau stellen die sich das vor? Sie fliegen hin und stellen ihr Gewächshaus auf? Die Pflanzen "in die Sonne stellen", weil ihnen das Licht fehlt, ist auch etwas Anderes als hier in unserer gemütlichen irdischen Atmosphäre.
    Also wenn alle Pflanzen nur zu bestimmten Jahreszeiten wachsen würden bzw. Nahrung liefern, dann könntest du wohl nicht das ganze Jahr über Tomaten aus Holland oder alles andere was du so kennst aus spanischen Gewächshäusern bekommen...mal abgesehen davon, dass es in den Regenwäldern am Äquaor nicht einmal wirklich Jahreszeiten gibt...Viele Pfanzen "orientieren" sich an den Lichtstunden pro Tagphase bzw an der Temperatur oder wie eben im Regenwald an nichts . In Gewächshäusern lässt sich sowas sehr gut regeln!Zudem gibt es auf dem Mars auf Knopfdruck noch eine günstige CO2Düngung

    Wenn du einmal einen Grundstock zum Mars bringst, an Wasser, Pflanzen und Gerätschaften, dann dürfte das mit der Selbstversorgung theoretisch auch klappen.
    Wenn die Kolonie ein geschlossenes System ist, dann geht ja auch nichts verloren.(Mit geschlossen meine ich jetzt nicht adiabat...für die Klugscheißer )
    Wasser wird von Pflanzen und Menschen zwar benötigt und erstmal verbraucht für verschiedene Stoffwechselvorgänge, aber auch wieder abgegeben.
    Anderserseits, wird ständig Energie in die Kolonie eingebracht...durch die Sonnealso haben wir sogar ein Plus an Energie ?!Und darum geht es ja im Endeffekt....
    Die 0,38 G von Mars sind auch noch im Toleranzbereich von irdischenPflanzen um ein "normales" Wachstum zu gewährleisten. Also wo ist das Problem?

    Mit der Kommunikation ist ein anderes Problem, aber das dürfte man mit "nur" einem Satelliten in LaGrange Punkt 4 oder 5 getan sein.

    Dass sich aber eine solche Mission über Werbeeinnahmen finanzieren lassen soll halte ich allerdings für "etwas" naiv...und dass eine solche Mission auch nur 1,5 Mrd Euro kosten soll...OMG schaut euch an, was das "kleine" Projekt JWST an Geld verschlungen hat...und ein Teleskop soll günstiger sein, als eine bemannte Marsmission? Wieso?

    Grüße
    CAP

  2. #12
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    Zitat Zitat von CAP Beitrag anzeigen
    Also wenn alle Pflanzen nur zu bestimmten Jahreszeiten wachsen würden bzw. Nahrung liefern, dann könntest du wohl nicht das ganze Jahr über Tomaten aus Holland oder alles andere was du so kennst aus spanischen Gewächshäusern bekommen...mal abgesehen davon, dass es in den Regenwäldern am Äquaor nicht einmal wirklich Jahreszeiten gibt...Viele Pfanzen "orientieren" sich an den Lichtstunden pro Tagphase bzw an der Temperatur oder wie eben im Regenwald an nichts . In Gewächshäusern lässt sich sowas sehr gut regeln!
    Ja, war ein wenig voreilig reingetippselt von mir. Aber ich bin mir sicher, dass sie damit noch wesentlich mehr Probleme bekommen werden, als es in ihre Balkonkästen umtopfen zu müssen.
    Was, wenn eine "Ernte" flachfällt? Sich Pilz ausbreitet?
    Bei ungefähr 100 Mio km vom nächsten Fachhandel fällt die Problemlösung schwer und die Lektionen des Bear Grylls werden dort auch keine Anwendung finden können.

  3. #13
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    Da unterschätzt du aber Bear Grylls
    Mal im Ernst. Über die vielen Fragen "Was ist wenn...?" können wir gerne sprechen....aber das wird dauern
    Die Kolonisten werden wohl nicht den Fehler machen und auf Monokultur setzten, aus verschiedenen Gründen.
    Ein Grund ist z.B. deine angesprochene Katastrophe. Zudem wäre es fahrlässig von der Hand in den Mund zu Leben.
    Es sollten immer Reserven vorhanden sein.
    Auch wenn es um Einiges einfacher ist, glaube ich nicht, dass es eine Mission ohne Rückflugticket geben wird.
    Ich denke es wird ähnlich wie auf der ISS laufen wird und immer neue Astronauten kommen und die alten wieder zurückfliegen.
    Wasser ist ja definitiv auf dem Mars vorhanden, somit hätte man den Treibstoff theoretisch schon vor Ort.
    Ich habe es jetzt nicht durchgerechnet, aber ich schätze mal, dass man vom Mars auch mit einer einstufigen Rakete in den Orbit kommt wo das Transferraumschiff dann wartet. Aber da gibt es auch noch viel zu bequatschen...muss erstmal zur Arbeit.
    Grüße
    CAP

  4. #14
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    Was die Selbstversorgung angeht, bin ich auch erst einmal etwas skeptisch: wir wissen so gut wie überhaupt nichts darüber, wie gut Nahrungspflanzen auf dem Mars gedeihen würden. Gerade die Frage mit den 0.38 Ge ist doch zurzeit ungeklärt, oder? Das Licht ist schwächer, die Bodenqualität unvergleichbar. Ich würde auch gerne mal eine Abschätzung sehen, wie gross denn das Gewächshaus sein müsste, damit es die vier, acht, zwölf, etc. Astronauten / Siedler versorgen kann.

    Gemäss der Webseite sind zwei Kommunikationssatelliten geplant: einer im areostationären Orbit über der Station, einer in einem Lagrange-Punkt der Erde. So soll, mit Ausnahme von zwei Stunden pro Marsjahr, die ständige Kommunikation sichergestellt sein (was für ein wunderbarer Ausgangspunkt für Geschichten... ).

    Auch wenn es um Einiges einfacher ist, glaube ich nicht, dass es eine Mission ohne Rückflugticket geben wird.
    Ich denke es wird ähnlich wie auf der ISS laufen wird und immer neue Astronauten kommen und die alten wieder zurückfliegen.
    Bloss ist das technisch deutlich schwieriger als bei der ISS. Man muss nämlich zwei Mal auf einer Gravitationssenke raus (selbst wenn das beim zweiten Mal einstufig geht!), und man muss entweder allen Treibstoff dafür mitnehmen, oder ihn vor Ort herstellen - beides hat die Konsequenz, die Mission in Umfang und Komplexität deutlich "aufzublasen".

    Eine einfache Hinflug-Mission hat dieses Problem nicht. Und da sie im Fall von Mars One nicht von staatlichen Akteueren durchgeführt wird, die nur schon aus patriotischen Gründen die Raumfahrer zurückholen müssen, scheint mir das durchaus ein durchführbarer Ansatz zu sein.
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  5. #15
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Amundsen und Scott hatten keine Garantie, dass ihre Polexpeditionen gelingen würden - und Scott hat seine Abenteuerlust dann auch mit dem Leben bezahlt.
    Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen Risiko und Gewissheit...
    No-Return halte ich persönlich für ethisch fragwürdig. Die Möglichkeit sollte, wenn auch auf längere Sicht, zumindest im Plan vorkommen.

    P.S.
    Wenn die Teilnehmer nach den typischen Richtlinien anderer Reality-Shows ausgewählt werden (sprich: Zickenkrieg, damit das Programm interessant bleibt), dann braucht man wahrscheinlich doch keine Return-Mission... :-D
    Geändert von joeydee (04.06.2012 um 10:29 Uhr) Grund: P.S.

  6. #16
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    Die Möglichkeit sollte, wenn auch auf längere Sicht, zumindest im Plan vorkommen.
    Tut sie auch - siehe FAQ. Wenn die Station lange genug durchhält und funktioniert, wenn dank der Station auch Regierungen ihre Astronauten hinschicken und zurückholen, ergibt sich für die Pioniere die Möglichkeit, zur Erde zurückzukehren. Falls sie das überhaupt wollen.
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  7. #17
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Nun ja, man muss aber schon auch einsehen, dass Pionierarbeit nun mal nicht mit Vollkasko-Rundumschutz-Versicherung zu haben ist.
    Davon spreche ich nicht, sondern vom sicheren Todesurteil.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Die Seefahrer des Mittelalters wussten auch nie, ob sie von ihrer Reise zurückkommen, und viele sind in die neue Welt aufgebrochen ohne je an eine Rückkehr zu denken (man denke z.B. auch an die Besiedlung Mikronesiens).
    Von mac (glaube ich) habe ich mal gelesen, dass man davon wegkommen sollte Weltraumreisen mit der Seefahrerromantik vergangener Tage zu vergleichen. Das sehe ich genau so. Glaubst du wirklich das Risiko einer Seefahrerreise vergangener Tage ist mit einer No-Return-Mission zum Mars in zehn Jahren vergleichbar?

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Ist das Risiko denn wirklich so viel geringer bei einer technisch viel anspruchsvolleren Rückkehrmission?
    Ja, ich denke das Risiko ist bei einer staatlich durchgeführten Rückkehrermission geringer als bei dieser privaten Fernsehmission (natürlich weit entfernt von Risiko=0). Vor allem ist die Rückkehrermission darauf ausgerichtet, dass die Astronauten überleben. Die Raumfahrer der Fernsehmission werden auf dem Mars relativ schnell den Tod finden (über einen genauen Zeitraum möchte ich aber nicht spekulieren).
    Geändert von Kosmo (04.06.2012 um 15:30 Uhr)

  8. #18
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    Zitat Zitat von Kosmo Beitrag anzeigen
    Davon spreche ich nicht, sondern vom sicheren Todesurteil.
    Was, wenn ich dir jetzt sagen würde, dass du bis an das Ende deines Lebens auf der Erde leben musst?
    Ich versteh diese Analogie nicht.
    Nur weil sich jemand dazu entscheidet, auf einem anderen Planeten als der Erde zu verenden, unterzeichnet er kein "Todesurteil".
    Stehen die Überlebenschancen auf der Erde besser? Wird man hier auf magische Art und Weise unsterblich, sollte man sich dazu entscheiden, den Brocken niemals zu verlassen?
    Geändert von Entropie (04.06.2012 um 18:36 Uhr) Grund: ausgeführt

  9. #19
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    Zitat Zitat von Kosmo Beitrag anzeigen
    In nur gut 10 Jahren kommt der Trip ohne Rückflugticket doch einem Todesurteil gleich.
    Das sehe ich wie mein Namensvetter (war mir gar nicht aufgefallen, daß es den schon gab). Sterben muß jeder irgendwann. Ich sehe keinen qualitativen Vorteil darin dies auf der Erde zu erledigen.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Ich bin der Idee gegenüber eher aufgeschlossen, aber ich frage mich, wie sie langfristig finanziell funktionieren soll. Wahrscheinlich hofft man wirklich, dass irgendwann die Regierungen einspringen und die geschaffenen Möglichkeiten nutzen und - natürlich - auch finanzieren.
    Wahrscheinlich, ja. Aber es gibt ja auch die Möglichkeit, daß sich bestimmte Unternehmen an so etwas beteiligen könnten. Hier sprach schon jemand von Product Placement. Es gibt doch aber auch Forschungsfelder für ganze Industriezweige. Nehmen wie beispielsweise die Düngemittel-Industrie, die da tatsächlich wertvolle Erkenntnisse gewinnen könnte. Oder auch die Nahrungsmittelindustrie, die da viel zielgerichteter an genmanipulierten Pflanzen forschen könnte. Theoretisch ist es sogar möglich, daß sich bestimmte Produkte auf dem Mars viel einfacher herstellen und/oder benutzen ließen. Ich denke hier zum Beispiel an Einkristalle oder Supraleiter oder andere komplizierte Dinge.

    Und falls die Kolonie funktioniert gibt es dann ja auch noch die Möglichkeit sehr seltene Ressourcen auszubeuten. Den Profit daran werden sich natürlich diejenigen unter den Nagel reißen, die in die Erkundung und in den Transport zur Erde investieren.

    Zitat Zitat von Entropie Beitrag anzeigen
    Noch ein Gedanke zur geplanten "Selbstversorgung". Wie genau wollen sie sich selber versorgen? Wollen sie dann dort aus heiterem Himmel anfangen Kartoffeln und Radieschen zu züchten? Wäre es nicht zuersteinmal angebracht, zu testen, inwiefern das funktioniert? Viele Pflanzen sind hier stark auf die Jahreszeiten abgestimmt und halten sich auch streng daran. Wie genau stellen die sich das vor?
    Naja, im Wesentlichen reagieren Pflanzen doch nur auf ihr Umfeld. Solange sie Kohlendioxid und Wasser sowie die von ihnen benötigten Minerale haben wachsen sie vom Boden in die Höhe und/oder dem Licht entgegen.Auf dem Mars bräuchte man wohl Pflanzen, die sehr anspruchslos sind, mit wenig Licht und möglicherweise nährstoffarmen Böden auskommen. Hier auf der Erde würden wir so etwas als Unkraut bezeichnen. Aber ich bin mir sicher, daß es viele Pflanzenarten in extremen Erdregionen gibt, die auf dem Mars auch gedeihen würden. Und da wird es ja wohl auch welche geben, die als Nahrung nutzbar sind.


    Die No-Return Variante hat übrigens sogar einen Vorteil: falls es tatsächlich irgendwelches bakterielles Leben oder Mikroben oder so auf dem Mars geben sollte, dann werden die durch so eine Mission nicht unabsichtlich auf die Erde zurück transportiert, da es ja keinen Rückflug gibt. Ich hätte nichtmal die Spur einer Idee, wie man das bei einer Mission mit Rückflug sicherstellen wöllte.

  10. #20
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    Standard Mars-One um jeden Preis

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    Kostenreduktion scheint der einzige Grund für No-Return Missionen zu sein.

    Bei der Frage der Freiwilligkeit bin ich mir nicht so sicher. Hier entsteht auch der Eindrück, dass
    auf dem Mars so etwas wie eine Strafkolonie entstehen könnte.

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