Ich bin im Internet über eine interessante Initiative gestolpert: Mars One.

http://mars-one.com/

Ihr Ziel ist es, bis 2023 eine erste bemannte Marsbasis zu errichten. Vier Astronauten sollen ohne Rückkehrticket (dafür als "grösser Medienevent aller Zeiten") zum Mars fliegen, und alle zwei Jahre Gesellschaft von vier weiteren Kollegen (Kolleginnen?) bekommen. Eingesetzt wird ausschliesslich verfügbare Technologie: Raumkapseln und Raketen von SpaceX, Kommunikationssatelliten, Roboter, Solarzellen und Raummodule von etablierten Herstellern. Ziel ist eine halb-autarke Kolonie, die sich selber mit Essen, Wasser, Sauerstoff und evtl. Ziegeln / Plastikware versorgt. Es soll eine kommerzielle Mission werden, die Astronauten werden danach ausgewählt, wie gut sie zusammenpassen (soll in irdischen Kopien der Marsbasis getestet werden). Eine allfällige Rückkehr in ferner Zukunft wird nicht ausgeschlossen, hängt aber wohl von der langfristigen Entwicklung der Marsbasis ab.

Was denkt ihr dazu?

Das Projekt ist spannend, kreativ, visionär, aber ich bezweifle, dass es sich auf diese Weise langfristig finanzieren lässt - irgendwann wird es doch auch für den hartgesottensten Fan langweilig, den Astronauten beim Pflanzenziehen zuzusehen. Und dann? Lässt man sie auf dem Mars eingehen? Bringt man sie in einem weltweiten Hilfeaufruf zurück? Die Reise zum Mars müsste erst günstig genug werden, dass Philantropen sie langfristig finanzieren können. Eine Marskolonie hat ohne staatliche (wissenschaftliche/militärische) Unterstützung kaum eine Chance, wirtschaftlich autark zu werden - sie werden immer Güter von der Erde einführen müssen, doch womit könnten sie diese Güter bezahlen, wenn nicht mit Goodwill?