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Thema: Warum denn in die Ferne schweifen ....

  1. #1
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    Standard Warum denn in die Ferne schweifen ....

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    Hallo

    Ich möchte mal folgende Gedanken zur Diskussion stellen. Warum sollten Menschen überhaupt die Erde verlassen und sich irgendwo (Habitat, anderer Planet) nieder zu lassen? Gefällt Euch die Erde nicht mehr? Im Grunde haben wir doch nur ein Problem und das ist die rasant steigende Anzahl der Menschen, die sich zwangsläufig die Erde teilen müssen. Aber muß das immer so weitergehen? Jede lineare Interpolation der Gegenwart in die Zukunft wird irgendwann nicht mehr funktionieren. Zu Jules Vernes Zeiten war man der festen Meinung, das in ferner Zukunft mindestens 7 Dampfmaschinen pro Familie der Standard sein würden. Wo sind meine Dampfmaschinen? Mein Lieblingsautor Stanislaw Lem war sogar der Meinung, dass irgendwann genau das Gegenteil der prognostizierten Zukunft eintreten würde.

    Wäre es nicht viel einfacher, die Zahl der Menschen auf sagen wir mal 500 Millionen zu begrenzen. Wir würden die Biosphäre nicht mehr mit unserer bloßen Existenz überfordern, alle könnten prima und ohne Existenzängste leben. 500 Millionen wären wahrscheinlich genug um ewig (im Rahmen der kosmischen Möglichkeiten) hier weiter gut zu leben. Ich gebe zu, der Gedanke daran das Wachstum irgendwie zu stoppen bereitet mir auch Unbehagen. Freiwillig wird das nicht funktionieren, also müsste man wahrscheinlich mit Zwangsmaßnahmen vorgehen oder z.B. Lebensmittel so manipulieren, das deren Verzehr dauerhafte Unfruchtbarbarkeit vieler Menschen zur Folge hat. Moralisch höchst verwerflich, aber technisch wahrscheinlich möglich.

    Andererseits, wenn das Wachstum so weiter fortschreitet wie bisher, werden die dann 12 oder 15 Milliarden die letzten Resourcen auffressen, sodaß dann eine Ausreise wohin auch immer, mangels Masse auch nicht mehr möglich sein wird.

    Was meint ihr, wie das weitergehen wird?

    Freundliche Grüße vom düsteren Diethard.

  2. #2
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    Standard

    Warum sollten Menschen überhaupt die Erde verlassen und sich irgendwo (Habitat, anderer Planet) nieder zu lassen?
    Kommt halt drauf an, wen du hier fragst...

    Im Grunde haben wir doch nur ein Problem und das ist die rasant steigende Anzahl der Menschen, die sich zwangsläufig die Erde teilen müssen. Aber muß das immer so weitergehen?
    Nein, definitiv nicht. Das Wachstum wird in etwa 40-50 Jahren zu Ende sein und sich dann in eine Schrumpfung umwandeln. Von selbst, ohne jegliche Zwangsmassnahmen. Wohlstand und Kinderreichtum vertragen sich nicht.

    Deshalb sehe ich nicht, dass dereinst unzählige Menschen auf anderen Welten permanent leben werden. Ich denke aber, dass es plausibel ist, dass wir im Verlauf der nächsten Jahrzehnte beginnen werden, das Sonnensystem und seine Ressourcen zu nutzen - so wie wir heute Ressourcen der Meere oder der Artkis nutzen: ohne Wunsch, uns dort permanent niederzulassen oder sie gar aktiv in menschenfreundlichere Umgebungen umzuwandeln.

    Wäre es nicht viel einfacher, die Zahl der Menschen auf sagen wir mal 500 Millionen zu begrenzen.
    Für eine Zivilisation, die auf fossilen Rohstoffen aufbaut, vielleicht. Eine Zivilisation, die auf nuklearen Rohstoffen aufbaut, könnte wohl deutlich grösser sein bei kleinem Einfluss auf die Umwelt.

    Aber langfristig gesehen frage ich mich halt, was mit der Gesellschaft passiert, wenn die Technologie, die jedem Menschen zur Verfügung steht, immer mächtiger wird. Wenn z.B. (nur als Beispiel) jeder sein eigenes Raumschiff hätte, heisst das eben auch, dass jedem theoretisch die Sprengkraft von der Grössenordnung einer Atombombe zur Verfügung steht (indem er sein Raumschiff aus dem All kommend auf ein Ziel zubeschleunigt, oder es benutzt, um einen kleinen Asteroiden abzulenken etc). Es muss nicht einmal "jeder" sein, es reicht, wenn es eine Gruppe von Leuten mit bestimmten Absichten ist, oder ein verfeindeter Staat. Eine solche Entwicklung könnte die menschliche Gesellschaft nachhaltig transformieren: Städte, die einfach so auf der Oberfläche eines Planeten aufsitzen, wären wehrlose Ziele - Relikte, die angepasst sind an eine Zeit (bzw., die ein Produkt der sozio-ökonomisch-technologischen Umgebung waren, in der sie existierten), in der der einzelne Mensch viel schwächer war. Ich weiss nicht, was stattdessen kommen könnte, aber es könnte durchaus auch in die Richtung gehen, dass Menschen die Erde im grossen Stil verlassen, weil sie sich darauf nicht sicher fühlen können - und ihren Wohnsitz stattdessen auf flexible, kontrollierbare Umgebungen wie ein Raumschiff verlegen (das hängt natürlich auch davon ab, welche Technologien wirklich möglich sind).
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  3. #3
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    Standard Wir leben durch Zufall und Glück

    Wir leben durch Zufall und Glück:
    Es wäre falsch über das Leben nur paar Worte zu schreiben denn Das Leben ist durch aus mehr als wir denken Kompliziert. Aber es soll keine Sorgen machen um die Zukunft denn es wird so wie es sein soll kommen, es wird sich selbst regulieren mit Energie, Nahrung und Zahl der Menschen .Wen es so weit ist das wir übertrieben haben den wir die Natur uns bestrafen durch ein Virus ader Bakterium oder ein andre Natur Katastrophe und nicht weil wir es verdient haben sondern die Natur hat eben ihr Zufall Wirkung und kraft die sich selbst ihre Bestimmung durch Gesetze reguliert und weiter geht mit oder ohne Menschen. Wir sind nicht weiter als ein Teil davon die nur gering Überfluss haben. Jetzt über Raumschiffe zu schreiben ist nur Zukunft Musik sinnvoll wäre wen wir und unsere Regierung langfristige Politik machen würden aber jetzt ist nicht der Fall. Es bleibt auch bei Menschen das gleiche wie das Wetter ohne vorhersage.

  4. #4
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    "Die Natur" als Wesen zu personalisieren ist Unfug. Natur bestraft nicht und belohnt nicht sondern funktioniert einfach nach ihren Regeln und wenn man diese lernt zu verstehen kann man sie für sich nutzen. Der Mensch macht das nun seit einigen tausend Jahren zunehmend erfolgreich. Daß die Politik in dieser Zeit nun endlich mal anfängt langfristiger zu denken würde ich mir aber auch wünschen.

  5. #5
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    Hallo Diethard,
    Zitat Zitat von Diethard Beitrag anzeigen
    Was meint ihr, wie das weitergehen wird?
    Irgendwan ist kein Wachstum mehr möglich. Dann kann es nur noch Wandlung geben wie im Leben in der Natur.
    Trotzdem soll und wird der Mensch die Erde irgendwann verlassen:
    a) Menschen sterben aus!
    b) Mensch flieht in Weltraum weil Erde nicht mehr lebenswert. antropologisch oder natürlich.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Nein, definitiv nicht. Das Wachstum wird in etwa 40-50 Jahren zu Ende sein und sich dann in eine Schrumpfung umwandeln. Von selbst, ohne jegliche Zwangsmassnahmen. Wohlstand und Kinderreichtum vertragen sich nicht.
    Das sehe ich genau so!

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Deshalb sehe ich nicht, dass dereinst unzählige Menschen auf anderen Welten permanent leben werden.
    Wenn Menschen oder Nachfahren die Möglichkeit haben im Weltraum zu leben dann wird es geschehen oder vorher aussterben. Spätestens wenn die Sonne groß wird.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Für eine Zivilisation, die auf fossilen Rohstoffen aufbaut, vielleicht. Eine Zivilisation, die auf nuklearen Rohstoffen aufbaut, könnte wohl deutlich grösser sein bei kleinem Einfluss auf die Umwelt.
    Ja - aber eine nukleare Gesellschaft wird zwangsläufig irgendwann nuklearen Endzeitkrieg führen.
    Eine solare Gesellschaft ist stabil und nutzt genug Energie, besonders wenn Solarenergie aus Weltraum dazu kommt.


    Zitat Zitat von Butik Beitrag anzeigen
    Wir leben durch Zufall und Glück:
    Wissenschaftler argumentieren so. Aber Beweis kann nicht erbracht werden.

    Zitat Zitat von Butik Beitrag anzeigen
    sinnvoll wäre wenn wir und unsere Regierung langfristige Politik machen würden, aber jetzt ist nicht der Fall. Es bleibt auch bei Menschen das gleiche wie das Wetter ohne Vorhersage.
    Das ist richtig in meinen Augen.


    Namaste
    Die das Privileg haben zu wissen, haben die Pflicht zu handeln.
    (A.Einstein) zum Thema Ethik und Glauben
    Namaste

  6. #6
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    Spätestens wenn die Sonne groß wird.
    Die Menschheit wird niemals so lange existieren, dass sie das noch erlebt bzw. sich darüber Sorgen machen muss.

    Ja - aber eine nukleare Gesellschaft wird zwangsläufig irgendwann nuklearen Endzeitkrieg führen.
    Nein, das glaube ich nicht - nicht mit dieser "Zwangsläufigkeit". Es ist auch völlig illusorisch, zu glauben, die Atomtechnologie würde irgendwann wieder aus der Existenz verschwinden. Atomwaffen existieren, und sie werden weiterhin existieren, ganz egal, wo wir unsere Energie herbeziehen. Aber wir können uns fragen, ob wir nur die negativen Seiten der Atomtechnologie wollen oder auch die guten.

    Eine solare Gesellschaft ist stabil und nutzt genug Energie, besonders wenn Solarenergie aus Weltraum dazu kommt.
    Wenn riesige Solarsatelliten Gigawatts aus dem Weltall zur Erde strahlen, kann man diese Technologie auch dazu nutzen, um Städte auch ganz ohne Atombomben komplett zu vernichten.
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  7. #7
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    Hallo Diethard,


    Zitat Zitat von Diethard Beitrag anzeigen
    Ich möchte mal folgende Gedanken zur Diskussion stellen. Warum sollten Menschen überhaupt die Erde verlassen und sich irgendwo (Habitat, anderer Planet) nieder zu lassen?
    weil es möglich werden kann.


    Zitat Zitat von Diethard Beitrag anzeigen
    Gefällt Euch die Erde nicht mehr?
    Doch! Sehr!



    Zitat Zitat von Diethard Beitrag anzeigen
    Im Grunde haben wir doch nur ein Problem und das ist die rasant steigende Anzahl der Menschen, die sich zwangsläufig die Erde teilen müssen.
    damit unterscheiden wir uns in keinster Weise von jeder anderen Spezies auf diesem Planeten. Wir alle vermehren uns so lange exponentiell, bis wir anfangen zu verhungern. Wenn Du jetzt einwerfen möchtest: „Bei uns in Europa und Nordamerika ist das doch schon lange anders!“ Antworte ich: Das hatte auf die Verdoppelungsrate der Menschheit nur marginalen Einfluß, und drei bis vier Generationen sind dabei nicht lange.



    Zitat Zitat von Diethard Beitrag anzeigen
    Aber muß das immer so weitergehen?
    bisher sehe ich keinen wirklich praktikablen Ausweg. Wir haben dieses Thema hier http://www.astronews.com/forum/showt...ight=Mittelweg schon mal ausführlicher diskutiert.

    Ich kann die von Dir gemeinte Ernsthaftigkeit Deiner Lösungsstrategien dazu nicht einschätzen und will Dir dabei auch nichts unterstellen. Du könntest sie aber vielleicht noch einmal überdenken, nachdem Du Dich, (gemeinsam mit ihnen) entschieden hast, welche Deiner Kinder Du zwangssterilisieren lassen möchtest.



    Zitat Zitat von Diethard Beitrag anzeigen
    Jede lineare Interpolation der Gegenwart in die Zukunft wird irgendwann nicht mehr funktionieren.
    Ja.



    Zitat Zitat von Diethard Beitrag anzeigen
    Wäre es nicht viel einfacher, die Zahl der Menschen auf sagen wir mal 500 Millionen zu begrenzen.
    Wie? Mit einer Quotenregelung für die einzelnen Staaten? Nach Fläche? Nach jetziger Bevölkerungszahl? Mit oder ohne Vetorecht für die dafür ausreichend Mächtigen?

    Trifft das tatsächlich und ausschließlich den Kern des Problems? Schau Dich mal um, welche Staaten die Ressourcen dieses Planeten am meisten ausbeuten – die, deren Bevölkerung am stärksten wächst?

    Zitat Zitat von Diethard Beitrag anzeigen
    Andererseits, wenn das Wachstum so weiter fortschreitet wie bisher, werden die dann 12 oder 15 Milliarden die letzten Resourcen auffressen, sodaß dann eine Ausreise wohin auch immer, mangels Masse auch nicht mehr möglich sein wird.
    An eine ‚Ausreise‘ mit Hilfe von ausschließlich irdischen Ressourcen glaube ich dabei nicht. Der Weg, wenn er denn beschritten würde, sähe eher so aus, daß wir von der Erde aus vergleichsweise winzige ‚Samenkörner säen‘, die sich dann durch ihre eigenen Wachstumsfähigkeiten so erfolgreich vermehren, daß das irdische Leben, selbst wenn es unverändert fortbestehen würde, nach einigen Jahrhunderten nur noch eine ‚Randexistenz‘ darstellt. Vielleicht auch als exotisches Urlaubsziel?



    Zitat Zitat von Diethard Beitrag anzeigen
    Wir würden die Biosphäre nicht mehr mit unserer bloßen Existenz überfordern, alle könnten prima und ohne Existenzängste leben.
    Ja, hört sich wie ein Paradies auf Erden an. Nur, wir funktionieren nicht so. Bei uns haben seit gut 4 Milliarden Jahren immer nur die überlebt, die besser, schneller und anpassungsfähiger waren, als ihre Nahrungskonkurrenten. Das prägt. Das geht sogar weit über bloße Prägung hinaus. Jeder der sich so verhält, hat einen Überlebensvorteil gegenüber seinen Konkurrenten, die dabei nicht ganz so gut mithalten können und das, obwohl es immer in die unvermeidliche Hungersnot führt.

    Unsere gesamte Wirtschaft z.B. funktioniert nach diesem Prinzip und obwohl wir genau wissen, daß das in den Untergang führt, können wir es bisher nicht stoppen. Es genügt schon, sich daran weniger intensiv zu beteiligen, als die unmittelbare Konkurrenz und schon wird man überflügelt. Klar, es gibt hier auch Nischen, aber spielen die eine Rolle, bezogen auf die Gesamtproblematik?



    Zitat Zitat von Diethard Beitrag anzeigen
    die 500 Millionen wären wahrscheinlich genug um ewig (im Rahmen der kosmischen Möglichkeiten) hier weiter gut zu leben.
    ich vermute, daß Du mit ‚ewig‘ die wenigen hundert Millionen Jahre meinst, in denen die Erde noch flüssiges Wasser haben wird? Es sieht aber nicht danach aus, als könnten wir uns auch nur einen Bruchteil dieser Zeit noch ungestört weiter entwickeln. Und selbst dieses Wissen haben wir nur deshalb erlangt, weil ein ‚sich bescheiden mit dem Erreichten‘ eben nicht in unserer Natur liegt. Dieses Glück öffnet uns ein, vielleicht nur winzig kleines Zeitfenster, in dem wir es schaffen könnten unsere totale Abhängigkeit vom irdischen Schicksal zunächst wenigstens etwas abzumildern.



    Bynaus schreibt: ‚Wohlstand und Kinderreichtum vertragen sich nicht.‘ Das ist, bei geeigneter Auswahl der Gruppengröße, wohl richtig. Aber macht es eine belastbare Aussage dazu, welche dieser beiden Strategien auf Dauer erfolgreicher sein wird?


    Herzliche Grüße

    MAC

  8. #8
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    Bynaus schreibt: ‚Wohlstand und Kinderreichtum vertragen sich nicht.‘ Das ist, bei geeigneter Auswahl der Gruppengröße, wohl richtig. Aber macht es eine belastbare Aussage dazu, welche dieser beiden Strategien auf Dauer erfolgreicher sein wird?
    Wenn man annimmt, dass die "kinderarmen Reichen" irgendwann aussterben, weil sie von den "kinderreichen Armen" irgendwann verdrängt werden, trifft man auch die Annahme, dass diese Reichen keine anderen Mittel haben, sich gegenüber den Armen durchzusetzen. Wenn es so wäre, gäbe es - überspitzt gesagt - wohl nur noch Mäuse in der Welt. Man kann eben nicht nur die Anzahl Nachkommen ansehen, sondern muss auch überlegen, welche Möglichkeiten diese haben, ihre Gene weiterzugeben. Weiter muss man sehen, dass seit der Trennung von Sex und Fortpflanzung (über den leichten Zugang zu Verhütungsmitteln) der Mensch nicht mehr mit Sex zu mehr Nachkommen "geködert" werden kann (und unerwünschte Schwangerschaften jederzeit abgebrochen werden können). Dank Sozial- und Rentensystemen haben Nachkommen auch ihre früheren sozialen Funktionen verloren, und die sich stetig verbessernde Medizin hat die Zeitspanne des produktiven Lebens stark verlängert. Nachkommen zu haben, ist zu einer ganz bewussten Entscheidung für einen bestimmten Lebensstil geworden, wie z.B. die Entscheidung, nur noch Biogemüse zu kaufen (etwas drastisch, aber wohl nicht falsch, ausgedrückt). Es gibt gute Gründe dafür - aber man kann sich auch dagegen entscheiden und trotzdem (oder, je nach Ausgangslage, überhaupt erst) ein völlig zufriedenes, erfülltes Leben führen. Ich sehe nicht, wie sich andere Staaten zu modernen Gesellschaften entwickeln könnten, ohne dieselben Folgen zu tragen. Menschen wollen sich von Zwängen befreien (ausser jenem zur Bequemlichkeit, vermutlich), und die Investition beträchtlicher Ressourcen in den Nachwuchs in ein (evolutionärer) Zwang, von dem wir uns erst kürzlich befreit haben.

    Ich denke, langfristig wird dies dazu führen, dass die Wissenschaft (unter massivem politischem Druck) uns auch vom letzten evolutionären Zwang befreien wird, der noch verbleibt: dem Altern (und den tödlichen Krankheiten). Und dann sind wir definitiv in einer Situation angekommen, wo das evolutionäre Modell grundsätzlich in Frage gestellt wird. Eine Gesellschaft, die einen Viertel der Lebenszeit ihrer Individuen darauf verwenden muss, diese so auszubilden, dass sie für die nächsten zwei Viertel ihrer Lebenszeit arbeitend dazu beitragen können, den auszubildenden und den sich im Rentenstand befindlichen Viertel durchzufüttern, hat keine Chance gegen eine Gesellschaft, in der weder Ausbildung noch Rentenleistungen anfallen (die Produktivität wird mindestens um einen Faktor 4 erhöht - der Übergang dahin kann eine stetige Quelle wirtschaftlichen Wachstums in einer sonst stagnierenden Welt sein, z.B. 2% Wachstum, 70 Jahre lang). Wenn das Altern erst besiegt ist, wird sich dieses neue Gesellschaftsmodell rasant und weltweit durchsetzen. Die Bevölkerung wird dann schon noch für einige Zeit weiterwachsen. Zumindest so lange bis der Bruchteil der Menschen, die sich von sich aus für Nachkommen entscheiden, eine Fruchtbarkeitsrate erreicht, die nicht mehr in der Lage ist, diesen Bruchteil selbst zu ersetzen plus die Todesfälle in der Restbevölkerung (denn natürlich kann man trotz dem medizinischen Stopp der Alterung immer noch sterben, etwa an Unfällen oder in Kriegen) zu kompensieren. Die langfristige Frage ist dann: findet man genügend, auch genügend motivierte Menschen, die gerade so viele Kinder in die Welt zu setzen, wie nötig ist, um die Bevölkerung zu halten? Die Politik jener Zeit könnte dann, je nach gewünschtem Bevölkerungsverlauf, bestimmte Anreize setzen, um die Fruchtbarkeitsrate des reproduktiven Teils der Gesamtbevölkerung hoch- und runterzuschrauben. Aber das wird natürliche Grenzen haben - wenn diese so sind, dass die Bevölkerung langfristig nur schrumpfen kann, dann wird die Menschheit über kurz oder lang entweder aussterben oder die Sterberate muss - durch robustere Formen bzw. "Körper" für den menschlichen Geist - ständig weiter fallen.
    Geändert von Bynaus (07.02.2012 um 18:55 Uhr)
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  9. #9
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    Hallo Bynaus,

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Wenn man annimmt, dass die "kinderarmen Reichen" irgendwann aussterben, weil sie von den "kinderreichen Armen" irgendwann verdrängt werden, trifft man auch die Annahme, dass diese Reichen keine anderen Mittel haben, sich gegenüber den Armen durchzusetzen.
    Klingt ein wenig nach ‚Zardoz‘?



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Wenn es so wäre, gäbe es - überspitzt gesagt - wohl nur noch Mäuse in der Welt.
    Richtig! Zwar nicht nur noch, aber extrem viel mehr, sogar am Gesamtgewicht gemessen.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Man kann eben nicht nur die Anzahl Nachkommen ansehen, sondern muss auch überlegen, welche Möglichkeiten diese haben, ihre Gene weiterzugeben.
    unbestritten.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Weiter muss man sehen, dass seit der Trennung von Sex und Fortpflanzung (über den leichten Zugang zu Verhütungsmitteln) der Mensch nicht mehr mit Sex zu mehr Nachkommen "geködert" werden kann (und unerwünschte Schwangerschaften jederzeit abgebrochen werden können).
    was bisher jedenfalls zu einem rasanten Aussterben derjenigen führt, die das unter rein ökonomischen Abwägungen praktizieren. Nicht daß mir das echte Sorgen bereitet – bis sich das rausmendelt, wird aber noch viel Zeit vergehen. Das eigentliche Problem (beim Rausmendeln) scheint dabei aber zu sein, daß eine gewisse Proportionalität zur Qualität der Ausbildung damit einher geht. http://de.wikipedia.org/wiki/Kinderlosigkeit#Ab_2008 Aber ok, Du willst dem ja deutlich zuvor kommen.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Dank Sozial- und Rentensystemen haben Nachkommen auch ihre früheren sozialen Funktionen verloren
    Hast Du Dir diese Passage wirklich gut überlegt?



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    und die sich stetig verbessernde Medizin hat die Zeitspanne des produktiven Lebens stark verlängert. Nachkommen zu haben, ist zu einer ganz bewussten Entscheidung für einen bestimmten Lebensstil geworden, wie z.B. die Entscheidung, nur noch Biogemüse zu kaufen (etwas drastisch, aber wohl nicht falsch, ausgedrückt)
    Hm. Also bei mir hat diese Entscheidung einen fundamentalen Unterschied. Die Entscheidung für oder gegen Biogemüse kann ich nach Belieben ändern.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Es gibt gute Gründe dafür - aber man kann sich auch dagegen entscheiden und trotzdem (oder, je nach Ausgangslage, überhaupt erst) ein völlig zufriedenes, erfülltes Leben führen.
    richtig! Zumindest eine Zeit lang. Und je nach Entscheidung mehr oder minder auf Kosten der Anderen, oder besser gesagt, auf Kosten der Kinder der Anderen. Mal sehen, wie die das dann sehen werden, wenn es Not tut.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Ich sehe nicht, wie sich andere Staaten zu modernen Gesellschaften entwickeln könnten, ohne dieselben Folgen zu tragen.
    das sehe ich auch nicht.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Menschen wollen sich von Zwängen befreien (ausser jenem zur Bequemlichkeit, vermutlich), und die Investition beträchtlicher Ressourcen in den Nachwuchs in ein (evolutionärer) Zwang, von dem wir uns erst kürzlich befreit haben.
    haben wir das?



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Ich denke, langfristig wird dies dazu führen, dass die Wissenschaft (unter massivem politischem Druck) uns auch vom letzten evolutionären Zwang befreien wird, der noch verbleibt: dem Altern (und den tödlichen Krankheiten).
    langfristig ist schwierig vorzustellen, kurzfristig (knapp 100 Jahre) verlieren wir gerade eine, von so manchem, inzwischen älteren Träumer bereits sicher geglaubte Schutzmauer. Und mit dem dann, nach Deiner Vorstellung nicht mehr stattfindenden Generationenwechsel verlieren wir auch noch den letzten Schutz vor denen, die sich dann trotzdem immer noch vergleichsweise rasant anpassen können. Und wenn Du auch noch darüber hinaus gehen willst, dann sind wir genau bei der Alternative zum Verhungern derjenigen die zu viel da sind - nämlich dem Aussterben.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Und dann sind wir definitiv in einer Situation angekommen, wo das evolutionäre Modell grundsätzlich in Frage gestellt wird.
    Glaubst Du? Ich noch lange nicht! Dieses Modell war trotz zahlreicher apokalyptischer Katastrophen, trotz gigantischer Veränderungen der Umweltbedingungen, wahrscheinlich sogar mehr als vier Milliarden Jahre lang außerordentlich erfolgreich.

    Selbst wenn sich alle Deine diesbezüglichen Träume verwirklichen lassen würden – über den Preis den wir dafür zahlen müssen werden, wissen wir bisher noch viel weniger, als über den Weg dahin. Sowas läßt sich ganz bestimmt nicht allein mit einigen Zälbits im Chromosomensatz austricksen.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    ebenso wenig wie Eine Gesellschaft, die einen Viertel der Lebenszeit ihrer Individuen darauf verwenden muss, diese so auszubilden, dass sie für die nächsten zwei Viertel ihrer Lebenszeit arbeitend dazu beitragen können, den auszubildenden und den sich im Rentenstand befindlichen Viertel durchzufüttern, hat keine Chance gegen eine Gesellschaft, in der weder Ausbildung noch Rentenleistungen anfallen (die Produktivität wird mindestens um einen Faktor 4 erhöht - der Übergang dahin kann eine stetige Quelle wirtschaftlichen Wachstums in einer sonst stagnierenden Welt sein, z.B. 2% Wachstum, 70 Jahre lang).
    glaubst Du wirklich, daß die Aufwendung für Ausbildung nicht mit der steigenden Lebenserwartung mit wächst?

    Ich nicht!

    Seit Jahrhunderten wächst sie sogar wesentlich stärker, als die Lebenserwartung. Das weißt Du aber auch! Du wurdest mit der Perspektive des lebenslangen Lernens sicher noch früher konfrontiert, als ich. Ich glaube, ich war 14 oder so.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Die langfristige Frage ist dann: findet man genügend, auch genügend motivierte Menschen, die gerade so viele Kinder in die Welt zu setzen, wie nötig ist, um die Bevölkerung zu halten?
    nö das ist keine wirkliche Frage. Spätestens dann, wenn die Bevölkerungszahl eine kritische Grenze unterschreitet, geht das für Deine Utopie zwingend notwendige Wissen verloren und wir fangen, mit deutlich schlechteren Startbedingungen, fast wieder von Vorne an, oder sterben eben aus.

    Ich glaube sogar, daß sich das Aussterben (außer durch Katastrophen) kaum schneller realisieren läßt, als durch ‚ewiges‘ Leben, noch dazu mit angepaßter Geburtenrate.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Die Politik jener Zeit könnte dann, je nach gewünschtem Bevölkerungsverlauf, bestimmte Anreize setzen, um die Fruchtbarkeitsrate des reproduktiven Teils der Gesamtbevölkerung hoch- und runterzuschrauben. Aber das wird natürliche Grenzen haben - wenn diese so sind, dass die Bevölkerung langfristig nur schrumpfen kann, dann wird die Menschheit über kurz oder lang entweder aussterben oder die Sterberate muss - durch robustere Formen bzw. "Körper" für den menschlichen Geist - ständig weiter fallen.
    und damit willst Du ernsthaft gegen die natürliche Variante konkurrieren?

    Herzliche Grüße

    MAC

  10. #10
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    Also wen ich heute das Welt sehe dann kann ich sagen Weltuntergang ist jedem Tag, heute für mich morgen für dich und übermorgen für jemand anderen selbst im Universum ist so je nach Glück und Lage hast du besserer schanzen. Heute leben wir Milliarden Menschen im Erde und einiger haben sehr gut andrer sterben ohne essen und trinken es kommt immer so eine Satz meist sind die selbst schult das stimmt nicht die meisten die ohne essen sterben sind Kinder Kinder die noch nichts von diesem Welt gesehen haben. Die Kinder sind die Zukunft nicht im einiger Länder bei Afrika die sterben früh ohne was von diesem Welt gesehen zu haben. Ein Glück für uns im Europa bessere Klima, und einiger andere Faktoren das Heute leicht für das gesamten was uns betrifft leichter ist. Wir haben essen und wir fühlen gut da durch haben wir auch Zeit über was anderes zu denken und wie die Welt funktioniert.

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