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Thema: Die Kolonisierung des Mars als Privatsache.

  1. #21
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    Mit den schon heute üblichen oder in naher Zukunft zu erwartenden Mitteln der Dokumentation
    (Holographie) wird man später zu jeder Zeit das feeling des heutigen Mars „genießen“ können,
    auch Bohrkerne und Staubproben lasen sich in beliebiger Menge nachträglich noch erforschen...
    Nicht wirklich - wenn da mal Wasser in grossen Mengen fliesst, dann werden urtümliche Signaturen, seien es Isotopen- oder Elementverhältnisse, aber auch Strukturen in Sand und Staubverwehungen, die sehr viel Information über die Geschichte des Mars und marsähnlicher Planeten enthalten und vielleicht auch die Frage nach dem ursprünglichen Leben auf dem Mars beantworten könnten, zerstört.

    Im Übrigen: Was ist, wenn sich erweist, dass es schon marsianisches Leben gibt? Was passiert dann mit den Terraforming-Plänen?
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  2. #22
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    Ich denke, wir haben aneinander vorbeigeredet, bynaus.
    Wir sollten sobald wie möglich ( und das tun wir ja schon seit Jahren) die ursprünglichen (heute anzutreffenden) umweltbedingungen sogut wie möglich dokumentieren.
    Und ich denke, wenn die zeit der ersten bodengebundenen Marsexpeditionen gekommen ist, wird sich die Technik der holographischen bildaufzeichnung so weit vervollkommnet haben, daß man tausend Jahre später aufgrund dieser Belege beliebig oft das heutige „Marsfeeling“ nachempfinden kann.

    Sollten wirklich die berühmten Marsbakterien gefunden werden, wird man sie behandeln wie hochinfektiöses Material. Und wenn sie sich als gefährlich erweisen, muß der Mars vor dem terraforming noch desinfiziert werden.
    Darin sehe ich aber kein ethisches Problem, eher ein technisches und finanzielles.

    Ein ethisches Problem gäbe es, wenn höher entwickelte Tiere gefunden werden, die in ökologischen Nischen eine Überlebensstrategie entwickelt haben. Das ist aber sehr unwahrscheinlich.

    Für wahrscheinlicher halte ich es, daß in einigen hundert Jahren die „rote“ Gentechnik soweit ist, irdische Tiere den marsianischen Gegebenheit anzupassen (vielleicht auch beim Menschen etwas nachzuhelfen?)
    eine gentechnische Anpassung von Pflanzen gilt heute schon als beschlossene Sache.

    optimistische Grüße von Ispom
    Gruß von Ispom

  3. #23
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    Naja, Dokumentieren allein - selbst mit noch so raffinierten Methoden - hilft nicht. Das ist etwa so, wie wenn man im Spätmittelalter alle älteren Gebäude in Kupferstichen abgebildet und erfasst hätte und sie dann abgerissen hätte. Die Leute damals konnten die Fülle an Instrumenten und Methoden, die wir heute gebrauchen, um der Natur ihre Geheimnisse zu entlocken, unmöglich voraus ahnen. Eine solche Dokumentation dürfte mit dem Fortschritt der Technik total wertlos werden...

    Darin sehe ich aber kein ethisches Problem, eher ein technisches und finanzielles.
    Du glaubst also, dass wir durchaus das Recht haben, das Leben auf einem ganzen Planeten auszulöschen, bloss weil wir hier gerne unsere zweite Erde aufbauen möchten? Das finde ich doch etwas krass... Zudem marsianisches Leben unsere vorerst einzige Möglichkeit wäre, extraterrestrisches Leben zu studieren. Auch hier wieder gilt: Dokumentation allein genügt nicht, da wir heute unmöglich wissen können, was noch alles an Instrumenten und Untersuchungsmethoden kommen wird... Es wäre äusserst schade, ein so wertvolles geologisch/biologisches(?) Reservoir zu zerstören...

    eine gentechnische Anpassung von Pflanzen gilt heute schon als beschlossene Sache.
    Naja, "beschlossen" ist noch gar nichts, zumal noch gar keine konkreten Pläne für den Marsflug, geschweige denn für das Terraforming bestehen. Natürlich kann man Ideen vorbringen (Pflanzen genetisch manipulieren ist eine davon), aber das heisst noch lange nicht, dass das auch so realisiert werden muss.
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  4. #24
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    Zitat von bynaus:
    Du glaubst also, dass wir durchaus das Recht haben, das Leben auf einem ganzen Planeten auszulöschen, bloss weil wir hier gerne unsere zweite Erde aufbauen möchten? Das finde ich doch etwas krass...
    wenn das Leben nur aus Bakterien besteht, die für uns gefährlcih sind: unbedingt ja.

    Was würde die Erdbevölkerung machen, wenn sie mit einem Schlag alle Vogelgrippe-viren, TBC-Bakterien, Malaria-Mücken... ausrotten könnte?
    naja, bis auf eine paar grüne Spinner würde das doch die ungeteilte Zustimmung der ganzen Menschheit finden, denke ich
    Ispom
    Gruß von Ispom

  5. #25
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    Die Mars-Baketerien wären uns wohl kaum gefährlich - wir können gar nicht als Wirte dienen, da sie sich gar nicht an uns angepasst hätten.

    Eine allfällige "Sterilisation" des Mars wäre aber dennoch Irrsinn: Man würde das einzige ausserirdische Leben, das wir kennen, zerstören, die einzige Möglichkeit, "vergleichende Biologie" zu betreiben und mehr über das Leben an sich zu erfahren, wäre uns für immer verwehrt.

    Auf der Erde: die grösste Mehrheit der Viren und Bakterien ist völlig harmlos, ja sogar unverzichtbar in allen biologischen Systemen. Sie bilden in vielen Bereichen die Basis der Nahrungskette, beeinflussen sogar das Klima... würde / könnte man alle Bakterien auf einmal vernichten, würde das Ökosystem der Erde kollabieren. Die paar wenigen Bakterien und Viren, die uns Probleme machen, sind vergleichsweise leicht zu ertragen verglichen mit der Katastrophe, die sich ereignen würde, wenn es die anderen Bakterien nicht mehr gäbe...
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  6. #26
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    alles klar, bynaus,
    wenn die Marsbakterien uns nicht gefährlich werden können, lassen wir sie natürlich leben.
    Nur, die NASA sieht das nicht so optimistisch, selbst die Mondfahrer wurden nach ihrer rückkehr gründlich desinfiziert.
    Sagar für viele wochen in Quarantäne gesteckt.

    Die Sache mit den Erdbakterien war natürlich hypothetisch:
    wenn wir nur die schädlichen.....ausrotten könnten.

    geht leider nicht

    bedauert Ispom
    Geändert von ispom (09.03.2006 um 20:32 Uhr)
    Gruß von Ispom

  7. #27
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    Nur, die NASA sieht das nicht so optimistisch, selbst die Mondfahrer wurden nach ihrer rückkehr gründlich desinfiziert.
    Naja, trotzdem ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen. Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.
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  8. #28
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    hey bynaus,

    die beiden links in deiner Signatur:

    jetzt erst zur Kenntnis genommen -

    gute Informationsquelle !

    Gruß von Ispom
    Gruß von Ispom

  9. #29
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    Danke Wenn du mal Vorschläge für Inhalte hast... nur zu. Die Planeten.ch Seite wird (irgendwann innerhalb der nächsten paar Monate) eine grosse Überarbeitung erleben.
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  10. #30
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    Interessanter ethischer Aspekt: Was machen mit Marsorganismen, wenn es möglich wäre, den Mars zu terraformen...

    Bis ein eventuelles Terraforming in Gang käme, hätte man bestimmt schon >100 Jahre Zeit von hermitisch geschlossenen Forschungsstationen aus die Mars-Lebewesen zu untersuchen. Sollte es dann so weit sein, kann man mit dem Terraformen beginnen. Es wäre interessant, wie die Marsorganismen mit den neuen Bedingungen zurecht kämen, schliesslich haben sie sich wohl unter wesentlich lebensfreundlicheren Bedingungen entwickelt.

    Da die Menschheit stets Tier- und Pflanzenarten vernichtet und Lebensräume zerstört ohne sich auch nur irgendwelche Gedanken zu machen, wäre es schon fast "unmenschlich" auf ein paar Organismen Rücksicht zu nehmen...

    Gruss,
    Miora

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