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Thema: Die Kolonisierung des Mars als Privatsache.

  1. #11
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    Zitat von Komet:
    Ich halte die Besiedelung des Mars für ein reines Hirngespinst.
    ....
    Mir kommt ehrlich gesagt alles hoch wenn ich sehe wie Amerika beispielsweise mit seinen "unbegrenzten" Finanzmitteln umgeht und eine völlig sinnlose Mission zum Mars plant. Was soll das bringen, hinfliegen einen auf "wir sind die Größten" machen und wieder nach Hause, für was bitteschön?

    Als die ersten primitiven Flugapparate konstruiert und gebaut wurden, ging es den Flugpionieren darum zu zeigen, daß es für einen Menschen möglich ist, die Natur zu überlisten und ein klein wenig wie ein Vogel durch die Luft zu schweben.
    Damals hätte niemand erwartet, daß einige hundert Jahre später ein weltumspannendes Luftverkehrsnetz die Jumbos um den Globus jetten läßt...
    Als vor 70 Jahren die ersten primitiven Versuche zur Atomkernspaltung durchgeführt wurden, war die Triebkaraft einzig nur die Neugier, zu wissen wie die Materie aufgebaut ist. Die größten Experten dieser Zeit (Rutherfort etwa) erklärten kategorisch, daß eine technische Nutzung der Kernenergie unmöglich sei. Heute haben wir fast 500 Kernkraftwerke auf der Erde, mit ständig steigender Tendenz (die paar deutschen, die man abschalten will, fallen da nicht ins gewicht).

    So, wie wir heute auch nur erahnen können, welche grundlegenden Veränderungen die Gentechnik für die Menschheit (auch für die Tier-und Pflanzenwelt) mit sich bringt, sowenig können wir voraussagen, was die Marsbesiedlung und alles was damit zusammenhängt, den Menschen an Überraschungen beschert.

    Aber machen wir es nicht......
    nunja, wenn es die Flugpioniere nicht gegeben hätte,
    und die Leute, die gesagt haben:
    das ist gotteslästerlich, wenn gott gewollt hätte, daß der Mensch fliegt, hätte er ihm flügel gegeben
    wenn die sich also durchgesetzt hätten,
    wäre das besser gewesen????

    ich finde es großartig, daß es die Amis wagen.
    Wenn sie es nicht tun, sind es einige Jahre später die Chinesen.
    Und sie geben nicht Milliarden aus, um sagen zu können:
    „jetzt sind wir halt mal da gewesen“
    sondern weil jede Besiedlung mit dem ersten Schritt beginnt.

    optimistische Grüße von Ispom
    Gruß von Ispom

  2. #12
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    Zitat von Bynaus:
    Phobos abstürzen zu lassen wäre wohl etwas gar übereilt - er wird erst in vielen Millionen Jahren herunter kommen (bzw. zuerst zerbrechen), und bis dahin dürfte es wohl (wenn schon) kein Problem sein, ihn auf eine höhere Bahn zu schieben, so dass er den Mars in einer Zeit umkreist, die grösser ist als dessen Rotationszeit (ab dieser Höhe sorgen die Gezeiten dann dafür, dass er sich - wie unser Mond - langsam entfernt).
    Diese Berechnung gilt wohl für den derzeitigen Zustand der Marsatmosphäre,
    aber ein Terraforming wird diese Atmosphäre verdichten und vergrößern,

    dann wird der Phobos sicher für eine Gefahr...

    meint Ispom
    Gruß von Ispom

  3. #13
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    Phobos kommt ja nicht wegen der Atmosphäre runter, sondern wegen den gleichen Gezeitenkräften, die bei unserem Mond zu einer langsamen Vergrösserung der Entfernung führen. Phobos ist immerhin fast drei Planetenradien entfernt - in dieser Entfernung ist wohl selbst die Exosphäre vernachlässigbar dünn.
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  4. #14
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    Zitat Zitat von Bynaus
    Phobos kommt ja nicht wegen der Atmosphäre runter, sondern wegen den gleichen Gezeitenkräften, die bei unserem Mond zu einer langsamen Vergrösserung der Entfernung führen. Phobos ist immerhin fast drei Planetenradien entfernt - in dieser Entfernung ist wohl selbst die Exosphäre vernachlässigbar dünn.
    aha, wieder was dazugelernt.
    dankende Grüße von Ispom
    Gruß von Ispom

  5. #15
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    Ich habe mir die gestern genannten Artikel zum Terraforming nun durchgelesen. Gerade den ersten Link fand ich schön ausführlich, allerdings lesen sie sich doch eher wie "Unmachbarkeitsstudien". Wenn ich mir Siedlungen vorstellen kann, dann höchstens in Glaskuppelstädten. Und solche Bedingungen wären nur zum Arbeiten interessant: Forschung, Pharmazeutika und Bergbau. Und bei letzterem - wir hatten das schon irgendwo diskutiert - bin ich der Meinung, dass es sich nicht lohnt, riesige Massen interplanetar zu transportieren.

    Da man in Zukunft immer mehr Medikamente und vielleicht auch Nahrungsbestandteile aus genetisch veränderten Organismen herstellt, wird man vielleicht auch verstärkt mit ziemlich gefährlichen Bakterien/Viren arbeiten, um deren Stoffwechselprodukte zu nutzen. Eine Erforschung/Produktion solcher Substanzen könnte ich mir unter Umständen auf dem Mars vorstellen. Die Gewinnspannen sind enorm, das Risiko für die Menschheit/Erdflora/Erdfauna wäre stark reduziert.

    Darin sehe ich auch eine Möglichkeit des Terraforming. Ich halte industrielle Produktion von Gasen in ausreichenden Mengen für energetischen Wahnsinn. Aber vielleicht kann man einfache Wesen auf Marsbedingungen trimmen. Diese könnte man Aussetzen und dann müsste man eben Abwarten und viel Tee trinken...

    Gruss,
    Miora

  6. #16
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    Zitat Zitat von ispom
    ich finde es großartig, daß es die Amis wagen.
    Wenn sie es nicht tun, sind es einige Jahre später die Chinesen.
    Und sie geben nicht Milliarden aus, um sagen zu können:
    „jetzt sind wir halt mal da gewesen“
    sondern weil jede Besiedlung mit dem ersten Schritt beginnt.
    Dass wir technisch in der Lage sein werden einen Flug zum Mars zu unternehmen ist ja auch gar nicht die Frage, aber muss der erste Schritt gerade jetzt stattfinden? Was bringt es momentan einmal zum Mars zu fliegen? Ich finde es gar nicht großartig wenn die Amis so etwas planen. Momentan halte ich es für völlig unverantwortlich so einen Gedanken überhaupt in Betracht zu ziehen. Da sieht man erst mal wie realitätsfremd die Bush-Regierung agiert. Die sollten erst mal ihre globalen Angelegenheiten regeln bevor sie sich in solche Projekte stürzen.
    Deine Chinesen sind im übrigen noch Jahrzehnte davon entfernt überhaupt Menschen bis zum Mond zu schicken, geschweige denn bis zum Mars. China hat im Gegensatz zu Amerika überhaupt keine Erfahrung mit bemannter Raumfahrt, da reicht es nicht aus, lediglich ein paar Ingenieure im Ausland studieren zu lassen und Technologien zu stehlen, wie sie es beispielsweise jetzt beim Transrapid machen. Amerika befindet sich in keinster Weise in irgendeinem Wettlauf wie es noch im Kalten Krieg mit der UDSSR der Fall war, der auch ausschalggebend für eine Mondmission war.
    Wenn wir schon dabei sind, was haben die Mondlflüge der Menschheit gebracht? Um in Erfahrung zu bringen, dass der Mond erdähnliches Gestein aufweist, hätte man ebenso mit ein paar unbemannten Missionen wesentlich kostengünstiger herausfinden können.
    Was momentan wirklich etwas bringen würde, ist die Weiterentwicklung der ISS so wie sie ursprünglich geplant war und vor allem eine Entwicklung eines Rettungssystems für die Raumstation. Es ist ja wohl ein absolutes Armutszeugnis, dass als einziges Rettungssystem eine 35 Jahre alte Sojus-Kapsel dient, die im übrigen immer noch zu den zuverlässigsten Systemen zählt.

  7. #17
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    Zitat von Komet:
    Deine Chinesen sind im übrigen noch Jahrzehnte davon entfernt überhaupt Menschen bis zum Mond zu schicken, geschweige denn bis zum Mars.
    „meine Chinesen“ haben ja auch noch einige Jahrzehnte Zeit

    Wenn wir schon dabei sind, was haben die Mondlflüge der Menschheit gebracht?
    ich denke, dies ist eine rhetorische Frage, und du kennst die Ergebnisse dieser Missionen.
    Wenn man eine Mondbasis errichten will, dann müssen diese Schritte vorher erfolgen:
    Testen der spacesuits, Erfahrungen mit dem Regolith, Erprobung von Transportfahrzeug und Kommunikation von Mensch zu Mensch....

    Es ist ja wohl ein absolutes Armutszeugnis, dass als einziges Rettungssystem eine 35 Jahre alte Sojus-Kapsel dient, die im übrigen immer noch zu den zuverlässigsten Systemen zählt
    da gebe ich dir Recht.
    Für die bemannte Raumfahrt steht viel zu wenig Geld zur Verfügung

    meint Ispom
    Gruß von Ispom

  8. #18
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    Zitat von Miora:
    Darin sehe ich auch eine Möglichkeit des Terraforming. Ich halte industrielle Produktion von Gasen in ausreichenden Mengen für energetischen Wahnsinn. Aber vielleicht kann man einfache Wesen auf Marsbedingungen trimmen. Diese könnte man Aussetzen und dann müsste man eben Abwarten und viel Tee trinken...
    Ja, weißt du, ich sehe das so:
    wir versuchen mit unserem heutigen Wissen zu beschreiben, wie unsere Nachkommen in 1000 Jahren die Besiedlung des Mars bewerkstelligen könnten.
    Versuchen wir doch einmal, uns in Leonardo hineinzuversetzen, einen universell gebildeten Ingenieur seiner Zeit,
    wenn er das Problem lösen sollte, jeden Tag einige zehntausend Passagiere durch die Luft innerhalb weniger Stunden über den Atlantik zu transportieren.
    Da er außer Wind, Muskelenergie und Verbrennungswärme nichts anderes einsetzen konnte, ist ihm diese Aufgabe wohl nahezu unlösbar erschienen, obwohl kein Naturgesetz dagegen spricht (soweit damals bekannt).

    Wir sollten die Erfindungsgabe unserer nachkommen nicht unterschätzen.....

    meint Claus
    Gruß von Ispom

  9. #19
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    Ich stimme ipsom zu - was von den Naturgesetzen nicht ausgeschlossen wird und nützlich sein könnte, hat eine gute Chance, eines Tages verwirklicht zu werden, auch wenn der Aufwand mit heutigen Mitteln unverhältnissmässig gross wäre. So hätte man auch im Mittelalter theoretisch eine F-16 bauen können (wenn man die Baupläne dafür gehabt hätte) - bloss hätte es die koordinierte Anstrengung der gesamten Menschheit dafür erfordert.

    Ich halte industrielle Produktion von Gasen in ausreichenden Mengen für energetischen Wahnsinn.
    Da war mal die Rede davon, stark klimaaktive Chlorkohlenwasserstoffe (die aber keine grosse Auswirkung auf eine allfällige, sich bildende Ozonschicht haben sollen) in vergleichsweise geringen Mengen auf dem Mars herzustellen. Alles, was es dafür braucht, wären chemische Fabriken auf dem Mars, die auch völlig autonom mit Hilfe von Sonnenlicht diese CKWs herstellen würden und einige Jahrhunderte lang laufen würden (woher das Chlor kommen soll, weiss ich jetzt allerdings nicht mehr... Möglicherweise aus Salzen?). Diese CKWs könnten dann die Temperatur stark (einige 10° im Schnitt, vielleicht auf etwa 0°?) erhöhen, worauf Untergrundeis schmelzen könnte und den heute in Gesteinen gebundenen Sauerstoff freisetzen würde. Mit wärmeren Temperaturen, einem höheren Luftdruck und zumindest Anteilen an freiem Sauerstoff liesse es sich auf dem Mars schon viel besser leben als heute, ohne dass der Planet dadurch stark verändert worden wäre. Man könnte vielleicht nur mit leichter Schutzkleidung und einem unterstützenden Atemgerät nach draussen gehen, und durch die zunehmende Wassermenge im Kreislauf würde wohl auch das grösste Problem, der feine Staub, gebunden und damit entschärft. Alles andere (Stickstoff, Wasserkreislauf, Pflanzen, etc.) kommt später. Dieses "Terraforming Light" könnte ich mir schon für dieses Jahrtausend, sogar für die erste Hälfte davon realisiert vorstellen.

    Schade wäre die ganze Sache natürlich in geologischer Hinsicht. Eine solche Umformung würde bestimmt einen grossen Teil der Oberfläche völlig verunstalten, geologisch gesehen. Viele Zeugen der Vergangenheit könnten dadurch für immer verloren gehen.
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  10. #20
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    Schade wäre die ganze Sache natürlich in geologischer Hinsicht. Eine solche Umformung würde bestimmt einen grossen Teil der Oberfläche völlig verunstalten, geologisch gesehen. Viele Zeugen der Vergangenheit könnten dadurch für immer verloren gehen.
    Tja, man kann kein Omelett machen, ohne Eier zu zerschlagen
    und muß entscheiden, welches von beiden man will:
    ein geologisches „Marsmuseum“ in Echtzeit
    oder einen grünenden, blühenden Planeten,
    das bis dato größte Zeugnis menschlichen Triumphes über lebensfeindliche Naturbedingungen.

    Mit den schon heute üblichen oder in naher Zukunft zu erwartenden Mitteln der Dokumentation
    (Holographie) wird man später zu jeder Zeit das feeling des heutigen Mars „genießen“ können,
    auch Bohrkerne und Staubproben lasen sich in beliebiger Menge nachträglich noch erforschen...

    schade, ich wäre gern dabei
    Ispom
    Gruß von Ispom

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