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Thema: Die Kolonisierung des Mars als Privatsache.

  1. #1
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    Beitrag Die Kolonisierung des Mars als Privatsache.

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    Ist es möglich, sich ohne die Federführung von Regierungen und deren Raumfahrtorganisationen in privater Initiative einen sicheren bemannten Weg zum Mars zu bahnen, konfortabel dorthin zu kommen, unbegrenzt zu bleiben und diesen Himmelskörper schließlich für alle Menschen Gewinn bringend zu kolonisieren? Ich sage ja!
    Der erste Schritt zur Realisierung ist die allgemeine Einsicht, dass jedes noch so ambitioniertes Staatsprojekt zur bemannten Planetenreise unweigerlich das Schicksal von Apollo teilen wird:
    Einmal (vielleicht zweimal) Mars - hurra - Nationalstolz aufpoliert - 600 Milliarden weg.
    Nutzen nicht erkennbar - Steuerzahler sauer - Ende von Marskolonialisierung.
    Die Vorstellung, dass auf Basis privater Initiativen ein derartiges Mammutprogramm realisiert werden könnte, scheint im ersten Moment utopisch - aber nur im ersten Moment. Es ist sogar viel einfacher, als sich selbst geborene Optimisten unter den Träumern vorzustellen vermögen.
    Spricht Euch das Thema: "Marskolonialisierung" generell an? Reizt Euch der Gedanke, irgendwann selbst mal zum roten Planeten aufzubrechen? Wählt man Australien oder Amerika zum Vergleich, wie könnte der Mars in 50, 100, 150, 200 Jahren nach der ersten Besiedlungswelle Eurer Meinung nach aussehen? (Hinweis: Konflikte mit Indianern oder Aboriginals sind nicht zu erwarten)
    Schreibt fleißig. Mit interplanetaren Grüßen, Euer Marspilot.
    Geändert von Marspilot (18.01.2006 um 02:42 Uhr)
    [QUOTE][/Das erste Ziel der Menschheitsentwicklung ist: Alles zu erreichen, was nur möglich ist.
    Und es gilt: alles ist möglich, solange es nicht gegen die Naturgesetze verstößt.
    Ist dieses Ziel erreicht, dann werden wir uns dem zweiten und letzten Ziel widmen: Dem Ersinnen und Erlassen neuer Naturgesetze.

  2. #2
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    Standard

    Spricht Euch das Thema: "Marskolonialisierung" generell an? Reizt Euch der Gedanke, irgendwann selbst mal zum roten Planeten aufzubrechen?
    Hallo Marspilot,

    ich war lange nicht hier im forum und habe das Thema jetzt erst entdeckt.
    Ich finde es sehr interessant und diskussionswürdig.
    Aber ich bin nicht der Ansicht, daß es jemals „Auswandererschiffe“ geben wird, die die überschüssige Bevölkerung zum terraformten Nachbarplaneten bringen werden.

    Der Mars wird ganz langsam besiedelt, angefangen mit temporären Forschungsstützpunkten, über ständig bemannte Habitats und schließlich die ersten dort geborenen echten Marsianer.

    Das Terraforming des Mars wird das Jahrtausendprojekt der Menscheit sein, erst in tausend Jahren sollte der Mars soweit bewohnbar und auch bewohnt sein, daß man von einer „Besiedlung“ sprechen kann.

    btw, es gibt die „Mars Society Deutschland e.V.“ sie betreibt Informationsarbeit und führt eigene technisch-wissenschaftliche Projekte durch, wie den Bau eines simulierten Marshabitats.

    Sie ist der German Chapter der internationalen Mars Society, einer Organisation, die am 15. August 1998 auf der Mars Society Founding Convention in Boulder, Colorado (USA) mit einer Gründungsdeklaration ins Leben gerufen wurde. Mittlerweile ist sie mit mehr als 70 Untergruppen in über 20 Ländern der Erde vertreten. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Wissenschaftler und Ingenieure der NASA, sowie bekannter Universitäten und Raumfahrtfirmen aber auch eine Vielzahl interessierter Laien.

    Es gibt auch ein deutschsprachiges diskussionsforum der MS

    http://www.marssociety.de/html/index...viewforum&f=11

    Gruß von Ispom
    Gruß von Ispom

  3. #3
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    Standard

    Ich sehe das Terraforming sehr skeptisch! Es gelingt uns ja nicht einmal, die Wüsten auf der Erde bewohnbar zu machen... Und so wird es auch keine Kolonialisierung geben.

    Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es private Flüge zum Mars geben wird. Da es einige Privatpersonen gibt, deren Vermögen so manchen Staatshaushalt übersteigt und bald alle möglichen Erdumrundungen vollzogen sein werden, werden sich Superreiche vielleicht ein neues Abenteuer suchen.

    Gruss,
    Miora

  4. #4
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    Standard

    Naja, was das Bewohnbarmachen von Wüsten angeht - bisher hat man das ja kaum im grossen Stil versucht, es gibt soviel ich weiss nur kleine, lokale Projekte, alles andere ist zu teuer.

    Auf dem Mars hingegen ist es insofern anders, dass es mit der Zeit wesentlich billiger sein könnte, den Mars zu terraformen, als ständig neue Druckkuppeln zu bauen, Wassereis abzubauen und elektrisch zu spalten, unterirdische Schutzräume zu errichten und den feinen Marsstaub zu bekämpfen. Daher denke ich, sollte sich auf dem Mars einmal eine ständige Bevölkerung etablieren, dürfte es sich ab einem gewissen Punkt mit Sicherheit lohnen, mit dem Terraforming zu beginnen.

    Private Flüge zum Mars halte ich für denkbar, aber nicht auf Hohmann-Bahnen (spricht, Flugzeit = 400 Tage oder so). Möglich wäre, in der Mars-Opposition mit einem MagSail oder gar MagBeam-Antrieb schnell (maximal einige Wochen) hinzurasen, dem Planeten einen Besuch abzustatten und dann schnell wieder zur Erde zurückfallen, bevor der Mars die Oppositions-Stellung wieder verlassen hat. Diese Touristenschiffe könnten dann etwa alle zwei Jahre starten. Und nebenbei Proviant für die Wissenschaftsstationen mitnehmen.
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  5. #5
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    Miora,
    die irdischen Wüsten zu bewässern ist wahrlich viel einfacher als den Mars bewohnbar zu machen.
    Und die Ölscheichs haben ja auch schon beachtliche Erfolge erzielt. Leider unter verwendung von Erdöl zur Meerwasserentsalzung. Aber technisch ist die Bewässerung der irdischen Wüsten kein Problem, und, politisch geeignete Verhältnisse vorausgesetzt, auch in den nächsten Jahrzehnten machbar.

    Die Kolonisierung des Mars ist aber eine Aufgabe, die sich der Menschheit in den nächsten Jahrhunderten stellt.
    Es ist eben das „Jahrtausendprojekt“.
    Jede Besiedlung beginnt mit dem ersten Schritt, und der ist so um 2030 zu erwarten.
    Und wird 100 Milliarden kosten.
    Soviel ich weiß, kann sich das selbst Bill Gates nicht leisten....

    Gruß von Ispom
    Gruß von Ispom

  6. #6
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    100 Milliarden haben nicht annähernd gereicht, um Ostdeutschland an die westlichen Standards heranzuführen....

    Für 100 Milliarden braucht es bloss Gates, Buffett und Mittal...(und jeder könnte 5 Mrd. für das Nötigste auf seinem Konto lassen...)

    Auf der Erde gibt es zumindest Wasser, dass man entsalzen kann. Und auf dem Mars? Eis zu schmelzen braucht viel Energie.

    Wie stellt ihr euch ein Terraforming vor? Wie viel Zeit würde das benötigen?

    Gruss,
    Miora
    Geändert von Miora (07.03.2006 um 12:34 Uhr)

  7. #7
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    auf die Schnelle:

    zum beispiel so wie hier beschrieben:

    http://www.astrobio.de/terraforming.html

    http://wissenschaft.marcus-haas.de/z...raforming.html

    zu ergänzen wäre, daß man auch Phobos vorher noch gezielt abstürzen lassen sollte, denn er wird sonst langsam und unkontrolliert runterkommen....

    Gruß von Ispom
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  8. #8
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    Ich halte die Besiedelung des Mars für ein reines Hirngespinst. So ein Projekt könnte nur die gesamte Menschheit finanzieren und nicht ein einzelnes Land. Wir schaffen es ja nicht mal die ISS wie geplant in Betrieb zu halten, geschweige denn einen Nachfolger für das Spaceshuttle zu bauen. Der Kosten/Nutzen-Faktor steht vor allem in keinem Verhältnis, dieser ist in jeder Demokratie ausschlaggebend für die Initiierung eines Projekts und vor allem besteht nicht die geringste Notwendigkeit. Mir kommt ehrlich gesagt alles hoch wenn ich sehe wie Amerika beispielsweise mit seinen "unbegrenzten" Finanzmitteln umgeht und eine völlig sinnlose Mission zum Mars plant. Was soll das bringen, hinfliegen einen auf "wir sind die Größten" machen und wieder nach Hause, für was bitteschön? Die sollten lieber mal das Kyoto-Protokoll unterschreiben und sich für die Belange auf der Erde einsetzten, als so eine Utopie zu verfolgen.
    Erst wenn die Menschheit ihre globalen Probleme gelöst und vor allem überlebt hat, kann sich eine solche Frage erst stellen, aber davon sind wir noch Jahrhunderte entfernt.

  9. #9
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    Zitat Zitat von ispom
    zu ergänzen wäre, daß man auch Phobos vorher noch gezielt abstürzen lassen sollte, denn er wird sonst langsam und unkontrolliert runterkommen....

    Gruß von Ispom
    Entweder das... oder man hebt seinen Orbit gezielt an. Was kaum mehr Energie kostet.
    Aber ganz so gut ist die Idee nicht. Zumindest ist sie nicht ungefährlich, wenn die Beschleunigung zu hoch wird, denn dann würde der Staub von Phobos Oberfäche im Orbit bleiben und würde zu einer lang andauernden Gefahr für jeden, der den Planeten anfliegen will, was ja mit interplanetarer Geschwindigkeit passieren würde.
    Außerdem könnte Phobos beim Eintritt in die Atmosphäre zerbrechen. Der Aufschlag der Trümmer wäre dann völlig unkalkulierbar.
    Dann vielleicht doch besser nach oben...
    Ach ja, enthält Phobos eigentlich Kohlenstoff? Dann könnte man ihn als Basis für einen Weltraumaufzug benutzen, man müsste ihn dafür allerdings weit nach draußen befördern. Aber das drittel g des Mars macht wiederum den Bau einfacher als auf der Erde...
    Do you think Evolution to be 'just a theory'?
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  10. #10
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    Phobos abstürzen zu lassen wäre wohl etwas gar übereilt - er wird erst in vielen Millionen Jahren herunter kommen (bzw. zuerst zerbrechen), und bis dahin dürfte es wohl (wenn schon) kein Problem sein, ihn auf eine höhere Bahn zu schieben, so dass er den Mars in einer Zeit umkreist, die grösser ist als dessen Rotationszeit (ab dieser Höhe sorgen die Gezeiten dann dafür, dass er sich - wie unser Mond - langsam entfernt).

    Ich glaube kaum, dass eine Besiedlung des Mars, sollte es sie geben, von der gesamten "Menschheit" finanziert werden wird - ohnehin denkt man in der Raumfahrt viel zu sehr im staatlich-subventionierten Rahmen. Nur die Privatwirtschaft mit ihren kleinen, aber effizienten Problemlösungen kann langfristig die Besiedlung des Mars voran treiben - nicht als grosser koordinierter Plan, sondern als konsequente Weiterentwicklung der Luftfahrt, suborbitalen Raumfahrt, orbitalen Raumfahrt...
    Das Hauptproblem der Raumfahrt waren bisher die hohen Startkosten, die durch teure, staatlich entwickelte Raketen verursacht wurden. Ich habe mal gelesen, würde man einen Jumbo genauso selten benützen wie einen Space Shuttle, würden für die Wartung, Instandhaltung und den Betrieb ähnliche Kosten anfallen. Im Umkehrschluss könnte dies bedeuten, dass der Zugang zum Weltraum wesentlich billiger zu haben wäre, wenn man ihn privaten, profitorientierten Firmen überlassen würde.
    Die Kosten von 100 Milliarden für einen Marsflug wurden natürlich von einer staatlich subventionierten Behörde wie der NASA entwickelt, die keinesfalls profitabel sein muss, im Gegenteil. Es gibt auch andere, billigere Ansätze.
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