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Thema: SPICE soll die Erde kuehlen

  1. #1
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    Standard SPICE soll die Erde kuehlen

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    http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...790111,00.html

    Laut Bericht soll ein Ballon nächstes Jahr starten und dann erstmalig Partikel in die Hochatmosphäre bringen. Was meint ihr? Könnte man mit Geo-Engineering vielleicht das ganze Problem mit der Klimaerwärmung billig und schnell lösen? Was wären die Nebenwirkungen?

    mfg Kibo

  2. #2
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    Was wären die Nebenwirkungen?
    Großteils wohl unvorhersehbar...
    Aus diesem Grund finde ich die Idee des "Geo-Engineering" auch sehr heikel. Wir sollten einfach unseren CO2-Ausstoß drastisch senken und die Erde "den Rest selber machen lassen". Das ist am sichersten.
    Stolzer Finder eines Exoplaneten!

  3. #3
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    Standard

    und dauert am längsten...
    Ob es so einfach ist den CO2-Ausstoß zu senken würde ich bezweifeln wollen.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Kibo Beitrag anzeigen
    Was wären die Nebenwirkungen?
    Wenn bei dem Versuch lediglich Wasser in die Atmosphäre gesprüht wird, fände ich das als zusätzliche Absicherung zu Maßnahmen zur CO2-Reduktion schon OK. Eine Abkühlung der Atmosphäre sollte man im Erfolgsfall IMO dann auch nicht als Nebenwirkung bezeichnen.
    Gruß

  5. #5
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Wenn bei dem Versuch lediglich Wasser in die Atmosphäre gesprüht wird, fände ich das als zusätzliche Absicherung zu Maßnahmen zur CO2-Reduktion schon OK. Eine Abkühlung der Atmosphäre sollte man im Erfolgsfall IMO dann auch nicht als Nebenwirkung bezeichnen.
    Gruß

    Himmel-Herrgott Nein!!

    Wasserdampf ist ein sehr effektives Treibhausgas!!! 25-mal effektiver als CO2.

    Das in die Hochatmosphäre zu sprühen wäre wie Benzin ins Feuer.


    Schwefel muss man rauslassen. Der bildet u.a. Kondensationskeime.

  6. #6
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    Zitat Zitat von _Mars_ Beitrag anzeigen
    Schwefel muss man rauslassen. Der bildet u.a. Kondensationskeime.
    Hallo _Mars_,

    angeblich sollen ja verschiedene Ausbrüche von Supervulkanen das globale Klima deutlich in dieser Art beeinflusst haben. Die Frage ist allerdings, ob die Politik da mitmacht . Aus ökologischer Sicht hat Wasser(dampf) einen deutlich besseren Ruf. Wenn der gewünschte Effekt aufgrund des Treibhauseffektes aber ausbleibt, wäre das Projekt natürlich komplett sinnlos.
    Gruß

  7. #7
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    Wasserdampf ist ein sehr effektives Treibhausgas!!! 25-mal effektiver als CO2.
    Keine Sorge - so dumm sind die Leute, die das vorschlagen, schon nicht...

    Wasserdampf ist zwar ein relativ effektives Treibhausgas, aber es ist unter den Temperatur- und Druckbedingungen der Erdatmosphäre "kondensierbar" - das heisst, wenn es einen bestimmten Anteil an der Atmosphärenzusammensetzung überschreitet, passiert etwas ganz wunderbares: es regnet (was beim CO2 ja leider nie passiert). Deshalb kann man den Wasserdampfgehalt der Erdatmosphäre schon erhöhen, ohne dass man deswegen schlimme Konsequenzen zu befürchten hätte - ausser ein bisschen mehr Regen (in diesem Fall sollen die Tröpfchen allerdings in der Statosphäre ausgebracht werden). Allein die zusätzliche Wärme durch das zusätzliche CO2 bringt viel, viel mehr Wasserdampf in die Atmosphäre als jegliche "direkte" Geoengeneering-Massnahmen wie die im Spiegel-Artikel diskutierte jemals könnten.

    Der viel wichtigere Aspekt hier ist daher, dass Wassertröpfchen Sonnenlicht reflektieren - das wirkt kühlend.

    Dar Problem beim Geoengeneering ist halt, dass bei praktisch allen Massnahmen die Schutzwirkung in kürzester Zeit wegfällt, wenn man damit aufhört. Wenn z.B. in einer Wirtschaftskrise diese Massnahmen zurückgefahren werden, folgt darauf gleich ein regelrechter Klimaschock, mit allen denkbaren negativen Konsequenzen. So lange man Geoengeneering nicht "nachhaltig" machen kann, ist das eher eine zusätzliche Gefahr als eine Lösung für das Problem.
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  8. #8
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    Ob die Atmosphäre jetzt gekühlt wird (Kühlen ist ja eines dieser Worte, die vor scheinbarer Positivität leuchten) oder nicht: was soll uns das bringen? Man kann es doch nicht Fortschritt nennen, wenn man eine Blume endlich nur noch hundert statt zweihundert Grad Celsius aussetzt. Ob ich jetzt einen Weg schneller oder langsamer gehe, letzten Endes wird der falsche Weg weitergegangen. Das Ziel ist und bleibt immer noch, eine praktisch umsetzbare Maßnahme zu entwickeln, die die Gefahren, die uns bedrohen, zu Boden schlägt - und nicht diese hinauszögert. Und eigentlich sehe ich hier nichts weiter als Hinauszögerung.

    Gibt es denn inzwischen zumindest Zahlen, die einem eine ungefähre Vorstellung erlauben, wie effektiv diese Maßnahme bestenfalls sein kann?

    Andererseits:

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Dar Problem beim Geoengeneering ist halt, dass bei praktisch allen Massnahmen die Schutzwirkung in kürzester Zeit wegfällt, wenn man damit aufhört. Wenn z.B. in einer Wirtschaftskrise diese Massnahmen zurückgefahren werden, folgt darauf gleich ein regelrechter Klimaschock, mit allen denkbaren negativen Konsequenzen. So lange man Geoengeneering nicht "nachhaltig" machen kann, ist das eher eine zusätzliche Gefahr als eine Lösung für das Problem.
    kann eine Wirtschaftskrise wirklich so schlimm sein und dazu führen, eine so notwendige Methode abzubrechen (sie wird ja notwendig sein, wenn man damit erst richtig angefangen hat)? Gerade wegen so einem Schock wird man doch wohl eher alles Denkbare versuchen, um die Starts der Ballons fortzusetzen. Im Artikel wird auch darauf hingewiesen, dass die Aufwandskosten gering sind. Aber davon abgesehen sehe ich auch wieder das Problem einer großen Abhängigkeit.

    Und was wäre dann mit allem, was die Sonne braucht? Einfach mal die Sonnenstrahlen zu reduzieren hätte auch negative Folgen für die Vegetation - im Grunde für alles, was sich bisher einen Vorteil durch sie verschafft hat. Aus meiner Sicht ist das Ganze eher eine Unterdrückung als eine Lösung.
    Geändert von Infinity (12.02.2012 um 22:56 Uhr)

  9. #9
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    Zitat Zitat von Infinity
    was soll uns das bringen?
    Zeit. Zeit, um vom CO2 wegzukommen, und es wieder teilweise aus der Atmosphäre zu filtern, bevor es den Ozean zu stark aufwärmen und die Eisschilde destabilisieren kann.

    Das sollte jetzt nicht so gelesen werden, dass ich ein Befürworter des Geoengeneering wäre.

    Gerade wegen so einem Schock wird man doch wohl eher alles Denkbare versuchen, um die Starts der Ballons fortzusetzen.
    Wenn das Geld in die Ballons statt in Suppenküchen fliesst, was meinst du, wie lange es geht, bis die Klimaleugner Mehrheiten finden? Vermutlich heisst es dann: was sollen diese Ballonstarts, sie sind überflüssig, das Klima hat sich ja gar nicht erwärmt...

    Einfach mal die Sonnenstrahlen zu reduzieren hätte auch negative Folgen für die Vegetation
    Zumindest diese Massnahme, die hier vorgeschlagen wurde, ist wohl ohne grosse Folgen für die Vegetation. Das Sonnenlicht wird nur um einen kleinen Bruchteil der tatsächlichen Leistung vermindert - die Lichteinbusse ist gering, aber die Wärmeeinbusse des Klimasystems beträchtlich. Das sieht man z.B. in der Gleichung, mit der man die Gleichgewichtstemperatur der Erdoberfläche berechnet: die Temperatur hängt in vierter Potenz vom Faktor 1-Albedo (=dem Bruchteil des Sonnenlichts, das nicht reflektiert wird) ab.

    Aus meiner Sicht ist das Ganze eher eine Unterdrückung als eine Lösung.
    Ja. Aber wenn die erstbeste Lösung scheitert, was dann?
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  10. #10
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    Hallo

    Hat man denn schon mal ausgerechnet, welche Mengen da ausgebracht werden müßten? Die gegenwärtigen (natürlichen und künstlichen) Emissionen, die ohnehin in die Hochatmosphäre gelangen sind ja erheblich. Ob da so ein Krümelchen, wie man mit einem Ballon ausbringen kann, überhaupt messbar ins Gewicht fällt, bezweifele ich mal.

    Gruß Diethard.

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