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Thema: Wird es jemals interstellare Raumfahrt geben?

  1. #21
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    Zitat Zitat von Bynaus
    Ja natürlich, niemand dürfte so wahnsinnig sein, den Schirm zu schliessen (sonst heissts dann gute Nacht...). Bei der Erde könnte man vielleicht auch die Abdunklung regional dosieren, also in den Wüstengebieten etwas weniger (die überschüssige Energie wird gesammelt und per Mikrowelle zur Erde gestrahlt), eventuell könnte man damit auch das Wetter kontrollieren.
    Sollte man können. Wenn man zum Beispiel den Ozean unter der Temperatur hält, oberhalb der Hurrikans entstehen. Oder ihnen auch durch gezielte Abkühlung die Energie entziehen und ähnliche Sachen. Man könnte auch gezielt mehr Energie als sonst auf ein Gebiet lenken und z. B. in Nord-Sibirien Getreide anbauen.
    Allerdings sind Wettermanipulationen imho etwas, wovon man besser die Finger lassen sollte - wir kriegen ja nicht mal eine brauchbare Wettervorhersage über mehr als ein paar Tage...

    Solarkollektoren auf die Schirmstruktur zu bauen wäre auch ne gute Idee. Bei der Fläche müssten die nicht einmal sonderlich effizient sein. Oder man nimmt andere Systeme.
    Do you think Evolution to be 'just a theory'?
    Then fasten your seat belt - so is Gravity!

  2. #22
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    Zitat Zitat von Bynaus
    Genau das meinte ich - man könnte das Segel im Librationspunkt L1 des Erde-Sonne-Systems platzieren. Und ja, es stimmt, man bräuchte exakt ein Viertel des Materials, das man für eine die Erde umgebende Hülle brauchen würde.

    Mir scheint die Fabrikation eines solchen Segels viel einfacher als das Terraforming zu sein. Es ist zwar eine ganz grosse Struktur, das stimmt schon. Und wenn man alle Rohstoffe dafür von der Erde hochschaffen müsste, wäre es wohl tatsächlich sehr schwierig. Aber vermutlich könnte man sich einen mittelgrossen, kohlenstoffreichen Asteroiden vornehmen und den Kohlenstoff daraus allmählich zu diesem Segel umbauen (mit Nanotubes und anderen Kohlenstoffstrukturen). Wenn das Segel einen Radius von 6400 km hat und eine Dicke von 1 mm, dann hat es ein Totalvolumen von etwa 128 Milliarden Kubikmetern. Bei einem Anteil von 1.5% Kohlenstoff in einem Kohligen Chondriten (einem häufigen Meteoritentyp), würde dafür ein Asteroid mit 25 km Durchmesser reichen. Das scheint mir zwar immer noch sehr aufwändig, aber machbar.

    Das klingt schon weitaus realistischer. Ja, ich glaub du hast recht, das könnte klappen.
    Allerdings müsste man dann noch eine weitere Sache berücksichtigen. ich hab einfach nochmal nach Angaben zu den Librationspunkten gesucht [hatte das nicht mehr so im Kopf]:

    Zitat Zitat von Wikipedia
    Die ersten drei Lagrangepunkte sind nur in der Ebene senkrecht auf der Verbindungslinie zwischen den beiden großen Körpern stabil. Am einfachsten kann man dies anhand des L1-Punkts sehen. Eine Testmasse, die vom L1 aus senkrecht von der Verbindungslinie entfernt wird, spürt eine Kraft zurück in den Gleichgewichtspunkt. Dies liegt daran, dass die waagerechten Kraftkomponenten der beiden großen Körper sich gegenseitig aufheben, während sich ihre senkrechten Kraftkomponenten addieren. Wird hingegen ein Objekt aus dem L1-Punkt heraus etwas näher an einen der beiden anderen Körper bewegt, so ist die Gravitationskraft des Körpers, dem er näher ist, größer. Somit heben sich die Kräfte nicht mehr vollständig gegenseitig auf, und die Testmasse wird weiter in Richtung des näheren Körpers beschleunigt. Die Punkte L1 und L2 sind dennoch von Nutzen, da geringe Korrekturmanöver eines Satelliten ausreichen, um ihn dort zu halten.
    Man müsste dem ganzen Ding also noch einen Korrekturantrieb verpassen, wenn man die Größe minimieren wollte. Da helfen dann ja vielleicht die Solarkollektoren.
    Allerdings stimme ich Nachor zu, dass man nicht zu sehr am Wetter rumbasteln sollte. Könnte ja durchaus sein, dass wenn auf einmal die Wüsten abkühlen, das Gesamtklima dermaßen stark verändert wird, dass heute stark bewohnte Gebiete unbewohnbar würden. Bestes Beispiel sind die Polarkappen. Damit haben wir ja sowieso ein Problem.

  3. #23
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    Mit dem Schirm könnte man die gesamte Menschheit mit Energie versorgen (und ihn nebenbei auch auf Kurs halten). Ich hab mal gelesen, dass bei nur 10% Effizienz ein Feld von 700 x 700 km Solarzellen in der Sahara reichen würde, um die Menschheit mit Energie zu versorgen. Da ist der Schirm rund 250 mal grösser... (aber gut, er absorbiert ja nicht alle Energie, sonst wirds ja dunkel)

    Vermutlich würde das Klima viel regelmässiger und vorhersehbarer sein, wenn man es durch den Schirm kontrollieren könnte. Aber ja, das müsste man natürlich zunächst mal im Detail simulieren...
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  4. #24
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    ich finde es unverständlich, daß in der diskussion bisher niemand auf den „Bussard ramjet“ zu sprechen kam.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Bussard_ramjet

    http://www.erkenntnishorizont.de/rau...php?screen=800

    dies ist ein Antrieb, der auf der Fusion von wasserstoff beruht und sich seinen Treibstoff im interstellaren Raum selbst aufsmmelt.
    (Großer Trichter aus Draht, vergrößert auf das zehnfache durch ein elektrostatisches Feld).

    Es gibt ernstzunehmende technisch durchdachte Projekte, die eine „Raumarche“ mit diesem antrieb auf die Reise schicken.

    In meiner vorstellung ist das Terraforming des Mars das derzeitige Jahrtausendprojekt,
    angefangen hat es schon durch die Roboter,
    in einigen Jahrzehnten wird der erste Schritt eines Menschen dort erfolgen,
    in hundert jahren wird auf einer ständig bemannten Station das erste Kind geboren, der erste echte Marsianer.
    in tausend Jahren ist der Mars, wenn auch mit spezifischen Eigenheiten, ein bewohnbarer Planet.

    Wie weiter?
    vielleicht eine Dysonsphäre?
    jedenfalls wird in der absehbaren zeit von ein bis dreitausend Jahren das Sonnesystem so genutzt und frequentiert wie heute unser Globus.

    aber irgendwann ist auch der Expansions- und Forscherdrang des Menschen gepaart mit den technischen Möglichkeiten, das sonnensystem zu verlassen.

    Das Projekt „Bussard“ hat seine Schwächen, klar.
    Ist ja auch noch längst nicht spruchreif. Aber immerhin ein technischer Ansatz.

    Was hätte ein guter Techniker wie James Watt geantwortet, wenn man ihm die Aufgabe gestellt hätte, ein U-Boot zu bauen, das quer durch den Atlantik fahren soll?

    Mit einem technischen wissen, das in der Dampfmaschine gipfelt, hätte er es für nicht machbar angesehen, so viel Luft und treibstoff mitzunehmen, daß ein dampfgetriebener U-Boot-motor die Atlantiküberquerung schafft.

    Ich denke, wir sind in einer ähnlichen situation.
    Es gilt als unseriös, mit noch zu erfindenden Techniken zu spekulieren.
    Ich denke aber, es ist genau so unseriös anzunehmen, es würde in den nächsten tausend Jahren nichts grundsätzlich neues mehr erfunden.

    Unsere Nachkommen werden sich vielleicht amüsieren über den Bussard-Ramjet, der uns noch utopisch erschien, für sie aber möglicherweise so antiquiert erscheint, wie uns heute die dampfmaschine.

    Ich denke, es wird eine Interstellare Raumfahrt geben. Nicht als Tourismusschlager oder Rohstofftransport, aber als ein Vehikel, die menschliche Rasse zu einem geeigneten benachbarten Sternsystem zu exportieren.

    meint Ispom
    Geändert von ispom (17.03.2006 um 17:24 Uhr)
    Gruß von Ispom

  5. #25
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    Ich finde deine Zeitangaben recht pessimistisch.
    Nutzung aller Resourcen des Sonnensystems in 1000 Jahren. Das ist ziemlich lang, wenn man bedenkt was in den letzten 100 Jahren passiert ist, und der Fortschritt wächst bekanntlich exponentiell.
    Und in einigen Jahrzehnten haben wir Quantencomputer, die uns genau sagen können wie man einen Warpantrieb bauen muss. Also ich denke in 200 Jahren bauen wir Rohestoffe auf Pluto ab.

  6. #26
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    Dilaton, ich bin deshalb so pesimistisch:

    Weil nicht die Menschheit mit beballter Kraft die weltraumprojekte in Angriff nimmt, sondern hier auf der erde mit so viel unsinn beschäftigt ist.

    Du siehst es ja am schrumpfenden NASA Budget.

    Man kann politisch für oder gegen die Antiterrorprojekte -und Kriege sein...

    leugnen kann man nicht, daß statt des Irakkrieges der Marsflug hätte stattfinden können, mit heutiger technik.

    Und ich denke, die zur Raumfahrt fähigen Staaten werden künftig noch mehr als bis jetzt auf Landesverteidigung achten als auf Forscherdrang...

    pessimistische Grüße von Ispom
    Gruß von Ispom

  7. #27
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    Zitat Zitat von Dilaton
    Also ich denke in 200 Jahren bauen wir Rohestoffe auf Pluto ab.
    Kaum, weil es in 199 Jahren einen Krieg über die Abbaurechte auf Pluto geben wird. Und dieser Krieg wird vermutlich nicht auf dem Quaoar stattfinden, wo es nur ein bisschen schade wäre, wenn wir Menschen den "in den Kuipergürtel" sprengen würden

    Und bis sich die möglichen Bakterien auf Europa oder Enceladus zu neuen Menschen evolutioniert haben, wird noch so mancher Eiskristall auf dem Mars gefrieren ... - und Spirit und Opportunity werden senden, aber niemand wird es hören ............
    Geändert von ralfkannenberg (17.03.2006 um 18:28 Uhr)

  8. #28
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    "leugnen kann man nicht, daß statt des Irakkrieges der Marsflug hätte stattfinden können, mit heutiger technik."
    So hab ich das noch nicht gesehen. Stimmt aber leider.
    Ich will kein Mensch mehr sein.

  9. #29
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    Zitat Zitat von Dilaton
    So hab ich das noch nicht gesehen. Stimmt aber leider.
    Ich will kein Mensch mehr sein.
    Vielleicht hat Gott uns beide geschaffen, um etwas gegen solche unsinnigen Kriege zu unternehmen !

    Damit Spirit und Opportunity auch in einigen Jahren noch Gehör finden ...
    Freundliche Grüsse, Ralf

  10. #30
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    nun laßt mal wieder die Witze beiseite,
    was sagt ihr denn zum Bussard ramjet?

    doch interstellare Raumfahrt?

    fragt Ispom
    Gruß von Ispom

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