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Thema: Wird es jemals interstellare Raumfahrt geben?

  1. #101
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    Weils so schön zum Thema passt:
    http://www.antipope.org/charlie/blog...ier_redux.html
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  2. #102
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    danke für den link, Bynaus.
    Wird eine Weile dauern, bis ich mich da durchgefresen habe

    interesante Argumente sind schon dabei, wie ich beim überfliegen festgestellt habe,
    zB sollte die Menschheit erstmal die Wüste Gobi besiedeln, bevor sie den Mars kolonisiert,
    naja, ich denke wir sind uns hier darüber einig, daß die Weltraumfahrt nicht das Problem der Übervölkerung lösen kann, erst recht nicht die interstellare Raumfahrt.

    Wenns keinen Urwald mehr zu besiedeln gibt, kommen vielleicht auch die Wüsten dran,
    jährlich einen Bevölkerungsüberschuß von 150 Millionen (wie derzeit) von der Erde weg zu transportieren,
    das traue ich bei allem Optimismus unseren Nachkommen nicht zu.

    Gruß von Ispom
    Gruß von Ispom

  3. #103
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    Cool Antworten, erste Hälfte

    Hi an alle,

    jetzt war ich mal drei Tage nicht online (war im wunderschönen Harz ), und schon haben sich Beiträge in zwei "heiß umkämpften" Themen in "Millionenhöhe" angesammelt! - Wie soll man da nur noch mit dem Antworten nachkommen?? Na ja, ich werd's trotzdem mal versuchen ...

    Es ist leider (aufgrund der vielen, inzwischen hinzugekommenen Beiträge) etwas mehr geworden und so musste ich meinen Beitrag splitten.

    @ ispom:
    Zitat Zitat von ispom Beitrag anzeigen
    1.
    irgendwann werden unsere Nachkommen die is reise antreten
    2.
    das wird nie geschehen

    dann bin ich eindeutig bei 1.
    Ich auch. Aber dafür wird die Menschheit noch viel, viel Zeit benötigen. Meine Schätzungen/Vermutungen gehen nicht von diesem Jahrhundert, nicht vom nächsten Jahrhundert und auch nicht vom übernächsten Jahrhundert aus. - Und warum blicke ich da so pessimistisch in die Zukunft?

    Ernüchterung. Nein, nicht weil wir dies technisch nicht lösen könnten, sondern weil die Menschheit viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Da werden in größten Maßstäben Eitelkeiten wie im Kindergarten gepflegt, da werden Bündnisse im gemeinsamen gegeneinander geschmiedet, anstatt (wir haben ja schließlich nur den einen Planeten) miteinander die Probleme dieser Welt anzugehen! Und dieses internationale Gehabe ist es, was natürlich auch auf die wissenschaftliche Welt überspringt. Internationale Zusammenarbeit (und ich meine damit nicht nur die innehalb der ESA oder ESA und NASA) ist ein solch weltweites Fremdwort, dass, wenn es wirklich einmal dazu kommt, es sofort an die große Glocke gehängt werden muss. Es sind wirkliche Einzelfälle, die uns aber prinzipiell in kaum einer Weise voranbringen, sondern eben nur dem Image der gepflegten Eitelkeiten dienen.

    Siehst Du, ispom, "Eitelkeit" gehört einer der Eigenschaften der Menschen an, von denen ich meine, sie müssen erst überwunden und ausgerottet werden wie eine der weltweiten Seuchen. Eitelkeit, Gier und Aggressivität gegenüber anderen Individuen sind einige der generellen Eigenschaften, die die Menschen erst überwinden müssen, bevor sie unser Sonnensystem verlassen können. - Das ist meine persönliche Meinung, die ich auch hartnäckig vertreten werde. Dies alles hat mit wissenschaftlich-technischen Errungenschaften absolut nichts zu tun, aber diese werden uns, so lange die obigen Eigenschaften den Menschen als Wesen dominieren, uns nie wirklich voranbringen.

    Was würde denn passieren, wenn ein solch gigantomanisches Raumschiff mit zehntausenden Menschen und einer geschlossenen Biosphäre an Bord in einem fremden Sonnensystem auf einen bewohnten Planeten treffen täte, dessen Bewohner uns Menschen wissenschaftlich-technisch weit unterlegen oder maximal ebenbürtig sind und man nach ...zig Jahren der Suche genau diesen Planeten braucht, um Reparaturen durchzuführen, Sauerstoff, der durch ...zigfachen Regenerationsprozess immer weniger wurde, aufzufrischen - oder ganz einfach nur, um eine Kolonie zu gründen. - Und man gar nicht bemerkt hat, dass es eine intelligente Spezies dort gibt?! - Würde man nicht aggressiv reagieren? Würde die Gier dieser Menschen nach den dort verfügbaren Rohstoffen nicht zu einer Eskalation, gar zu einem Konflikt mit den dortigen Wesen führen? Wenn die dortigen Wesen anfangen, sich gegen die "außerirdischen Invasoren" zu wehren, kommt es zwangsläufig zu einem Krieg der Welten.

    Und um genau dieses zu verhindern, muss sich zunächst der Mensch soziologisch weiterentwickeln, muss diese Eigenschaften überwinden und ausmerzen wie eine ansteckende Seuche! - Aus diesem Grunde sind die Entfernungen zwischen den Sternen nämlich so groß. Und deswegen dauert eine bemannte und befraute Reise zu einem unserer Nachbarsterne noch mindestens 500, 1000 oder auch mehr Jahre.

    Zitat Zitat von ispom Beitrag anzeigen
    die Physiker werden auch in Zukunft revolutionäre neue entdeckungen machen, von den wir jetzt noch nichts ahnen, und darunter könnte eine solche (heute noch scifi-)Möglichkeit stecken
    Dem kann ich trotzdem ohne weiteres zustimmen. Doch wird sich unsere interstellare Fernerkundung erst einmal bis auf unabsehbare Zeit nur auf Teleskope beschränken, da neue Antriebsmöglichkeiten, mit denen selbst Sonden nicht Jahrtausende sinnlos unterwegs wären, mit unserer heutigen Physik nicht nur nicht möglich, sondern schlichtweg undenkbar sind. - Na ja, und kein Staat oder Staatenbund der Erde wird sich auf eine sämtliche Budgets sprengende Einwegmission einlassen, die ihm in den folgenden Jahrzehnten nicht irgend einen Nutzen bringt. Wenn man bemannte Missionen ins All schickt, so sollten diese auch zurückkehren und ihr gesammeltes Wissen (bei Nichtgelingen/Unkolonisierbarkeit des angeflogenen Systems) nebst der gescheiterten Astronauten wieder bei uns auf der Erde abliefern können.

    Schau Dir die Vorbereitungen zu einem bemannten Marsflug an! Seit Jahrzehnten versuchen die Weltraumorganisationen mit Sonden den Roten Planeten vorzuerkunden, geeignete Landeplätze und Ressourcenlagerstätten zu erspähen, um eine solche Landung nicht aufs Geradewohl geraten zu lassen. Was meinst Du, wie lange die Vorbereitungen zu einem interstellaren Trip der Menschheit dauern werden werden? - Ich werd's Dir sagen: Um genau das Vielfache dessen, was der betreffende Stern von uns gegenüber dem, was der Mars entfernt ist.

    Zitat Zitat von ispom Beitrag anzeigen
    wenn auch die Technik erst in 1000 Jahren so ausgereift ist, daß sich eine crew damit auf die Reise wagt.
    Hmm, ispom, es geht nicht darum, ob sich einzelne Menschen (die "Crew") damit auf die Reise wagen. Wenn sie sich einmal gemeldet haben, ausgesucht wurden und die Reise geplant und vorbereitet ist, dann wird auch geflogen, egal ob sich nun jemand traut oder auch nicht mehr. Dann gibt es halt Ersatzleute. - Aber wie gesagt: Ohne Rückfahrkarte wird es eine solche Mission überhaupt nicht geben!

    -----------------------------------------------------------------------

    @ maru:
    Zitat Zitat von maru Beitrag anzeigen
    Hi Toni, der ist gut, den muss ich mir merken für mein nächstes Usermeeting
    In Ordnung. Ich melde auch keine Copyrights dafür an.

    Zitat Zitat von maru Beitrag anzeigen
    Das ist mir nun wirklich neu, dass je ein Wissenschaftler eine neue Physik entwickelt hat.
    Wo habe ich geschrieben, dass dies "je ein Wissenschaftler" getan hätte?? Da komme ich irgendwie nicht ganz mit. Ich schrieb doch lediglich zu bestehenden und geplante Antriebssystemen:
    "Es müssen diesbezüglich völlig neue Konzepte und möglicherweise auch eine völlig neue Physik entwickelt werden."
    Irgendwie scheinst Du mit Deiner Aussage nicht mich zu meinen, oder ...?

    Zitat Zitat von maru Beitrag anzeigen
    Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass Du unter dem Star Trek-Syndrom leidest
    Dieses Syndrom kenne ich leider gar nicht. Wie äußert sich denn so etwas??

    -----------------------------------------------------------------------

    @ Orbit:
    Zitat Zitat von Orbit Beitrag anzeigen
    Ich habe ein Verständnisproblem bezüglich dieser Idee, Antriebskraft aus Antimaterie zu gewinnen
    Ich eigentlich nicht. Dass es prinzipiell möglich ist, wird ja auch aus dem Wiki-Artikel verständlich. Es ist derzeit nur nicht technisch realisierbar, da unsere irdische Technik leider noch meilenweit davon entfernt ist.

    Zitat Zitat von Orbit Beitrag anzeigen
    Müsste da ein Raumschiff, das mit dem Prinzip der Anihilation von Materie und Antimaterie angetrieben wird, nicht einen Speicherring an Bord haben? Kann man den beliebig verkleinern?
    Die erste Frage ist logischerweise eindeutig mit "ja" zu beantworten. Die zweite Frage allerdings wahrscheinlich eindeutig mit "nein", denn magnetfelderzeugende Strukturen brauchen sicherlich einiges an Platz. Jedoch ist dieser bei weitem nicht so riesig anzusehen wie bei der Eindämmung von Fusionsprozessen, wo Millionen von Grad herrschen und aus Strahlungsgründen ein gewisser Abstand zum umgebenden "Gehäuse" gewährleistet sein muss. Zudem ist bei solchen Anlagen immer eine zweite Energiequelle nötig, die unabhängig von der Fusionsherd- oder Antimaterieeindämmung stets funktionieren muss.

    Zitat Zitat von Orbit Beitrag anzeigen
    Könntest Du erklären, wie genau Du Dir das vorstellst?
    Gruss Orbit
    Das würde mich auch interessieren. Schon rein Sci-Fi-mäßig.


    Fortsetzung folgt gleich!
    Alle Vermehrung unseres Wissens endet nicht mit einem Schlusspunkt, sondern mit vielen weiteren Fragezeichen.
    Hermann Hesse

  4. #104
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    Cool Antworten, zweite Hälfte

    Hier nun folgt der Rest!

    @ Bynaus:
    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    (...) wieviele Gasriesen planetengrosse, bewohnbare Monde haben (es scheint zwar so, als sei ein Verhältnis von 1/10000 typisch (...)
    Worauf beziehst Du hier das von Dir angegebene Verhältnis von 1/10000? Das habe ich nicht ganz verstanden.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Meine Aussage ist da sehr viel konservativer
    Hier hast Du meine uneingeschränkte Zustimmung!

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Und so lange du nicht glaubwürdig ein besseres Modell vorlegen kannst, sehe ich nicht ein, warum ich auf deinen "bewohnbaren-Planeten-Jubelzug" aufspringen soll...
    Hähä, der "Jubelzug" ist prima! Aber ich bin leider kein Physiker, nur ein logisch denkendes Wesen (keine Sorge, ich komme nicht vom Vulcan ). Und als solches kann ich nur Vorschläge machen, über die "schlauere Köpfe" dann von mir aus diskutieren können.

    -----------------------------------------------------------------------

    @ maru:
    Zitat Zitat von maru Beitrag anzeigen
    Leute wie Michael Hart (Icarus 1979), R.Breuer (Kontakt mit den Sternen 1978) u.a. haben durch Computersimulationen aufgezeigt, wie sensibel die Wechselwirkung eines Sternes mit einem Erdkandidaten sein muss, um eine Evolution hervorzubringen, parallel zu unserer Erde. Bereits eine 1% weitere, oder eine 5% engere Erdumlaufbahn um die Sonne, hätte laut Hart die Evolution zum scheitern gebracht. Und eben diese Tatsache ist es, die unserer Erde praktisch einzigartig macht im Universum.
    Oha, da haben diese Leute aber äußerst schlecht recherchiert!!
    Wie weit ist die Erde von der Sonne entfernt? - 149,6 Mill. km. Wie weit entfernt ist sie im Aphel und im Perihel? - 152,1 und 147,1 Mill. km, also eine jeweils 2,5 Mill. km weitere oder engere Umlaufposition. Wieviel Prozent sind das nun? - 1,67%. Und? Wo sind in diesen Positionen Punkte, wo die Evolution nicht mehr stattfinden könnte??? Erleben wir alle halbe Jahre einen klimatischen Prozess, der alles Leben erstarren oder verbrennen würde???

    Also, ich halte diese Angaben von Hart und Breuer für ziemlichen Schmarrn. Sie entsprechen in keinster Weise der Realität. Die Strahlung, welche die Erde von der Sonne empfängt, ist kaum messbar anders im Aphel, als sie es ein halbes Jahr zuvor im Preihel war. Und das sind immerhin schon 3,34% Bahnunterschied!!

    Zitat Zitat von maru Beitrag anzeigen
    Und eben diese Tatsache ist es, die unserer Erde praktisch einzigartig macht im Universum.
    Und eben meine dargelegte Berechnung ist es, die diese Aussage wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen lässt.

    Zitat Zitat von ispom Beitrag anzeigen
    Breuer kenne ich auch als einen Verfechter des religiös anmutenden "Anthropischen Prinzips"
    Aha! Daher weht also der Wind! Es geht wieder mal um die religiöse Aussage (die man pseudowissenschaftlich zu untermauern versucht), die Erde sei der einzige, leben tragende Ort im gesamten Universum! - Dankeschön für den Hinweis, ispom.

    -----------------------------------------------------------------------

    @ lierob:
    Zitat Zitat von lierob Beitrag anzeigen
    dabei problematische punkte die untereinander abhängig sind z.b.:
    - die entfernung (wobei es bis zu 10 lichtjahren bereits ca. ein dutzend sterne gibt)
    Dies ist nicht ganz richtig. Bis zu 10 Lichtjahren Entfernung haben wir lediglich 7 Nachbarsonnensysteme mit 11 Sternen insgesamt. Hier ein kleiner Auszug aus meiner Tabelle:

    Lfd. Nr.
    Gebräuchlichste Bezeichnung
    Entf. in Lichtj.
    =========================
    1
    Sonne
    ,000016

    2
    Proxima Centauri
    Toliman A
    Toliman B
    4,2243
    4,3963
    4,3963

    3
    Barnards Stern
    5,9410

    4
    Wolf 359
    7,7826

    5
    Lalande 21185
    8,3147

    6
    Sirius
    Ra (Sirius B)
    8,6018
    8,6018

    7
    Luyten 726-8 A
    Luyten 726-8 B
    8,7281
    8,7281

    8
    Ross 154
    9,6929


    Wer an mehr Daten zu dieser Tabelle (zumindest bei mir in der WORD-Datei ) interessiert sein sollte, muss es mir sagen. Dann werde ich natürlich auch mehr davon ins Forum setzen (aber vielleicht in einem neuen Thread).

    Zitat Zitat von lierob Beitrag anzeigen
    - mögliche antriebe (bereits mit einem hypothetischen kernfusionsantrieb und 5% lichtgeschwindigkeit wären die reise möglich)
    Mit 5% LG braucht man bemannte Missionen gar nicht erst loszuschicken. Die wären selbst bei Proxima erst nach 85 Jahren Reisezeit angekommen!

    Zitat Zitat von lierob Beitrag anzeigen
    - die kosten
    - die reisedauer
    - der sinn/gesellschaftliche akzeptanz
    Die Kosten wären immens (!) und müssten von allen Staaten der Erde getragen werden! Die Reisedauer, selbst zum nächstgelegenen Stern, wäre völlig inakzeptabel! Der Sinn einer solchen Langzeitmission wäre ebenso infrage zu stellen.

    Das alles bringt mich wieder zurück zu der Überzeugung, dass unsere herkömmlichen (und auch in absehbarer Zukunft erforschbaren) Antriebstechnologien für interstellare Reisen völlig inakzeptabel sind, weil sie allesamt immer noch auf dem Rückstrahlprinzip beruhen und wir deshalb eine völlig neue Art von Antrieb benötigen werden, den sich zu erträumen bisher nur Sci-Fi-Schriftsteller wagten.

    Zukunftsweisende Grüße von
    Toni
    Geändert von Toni (19.06.2007 um 12:29 Uhr)
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  5. #105
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    [QUOTE]
    Zitat Zitat von Toni Beitrag anzeigen
    @ ispom:
    Ich auch. Aber dafür wird die Menschheit noch viel, viel Zeit benötigen. Meine Schätzungen/Vermutungen gehen nicht von diesem Jahrhundert, nicht vom nächsten Jahrhundert und auch nicht vom übernächsten Jahrhundert aus. - Und warum blicke ich da so pessimistisch in die Zukunft?
    Totale Zustimmung, Toni:

    Für meine Vorstellung ist die zeitspanne von tausend Jahren ausreichend, aber auch notwendig für zwei markante Ziele:
    1.
    der Mars ist besiedelt, ökonomisch stabil und autark
    2.
    das erste bemannte interstellare Raumschiff macht sich auf die Reise.

    aber im Gegensatz zu Dir sehe ich es für die crew als eine no return mission,
    zu gut deutsch: als Reise mit oneway ticket

    abenteuerliche Grüße von Ispom
    Gruß von Ispom

  6. #106
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    Worauf beziehst Du hier das von Dir angegebene Verhältnis von 1/10000?
    Sorry, da waren die Gedanken mal wieder schneller als die Tastatur... Das Massenverhältnis zwischen Planet und Monden ist bei Jupiter, Saturn und Uranus etwa 1/10000. Da Jupiter 318 Erdmassen hat, heisst das, seine Monde machen zusammen nicht mehr als 0.03 Erdmassen aus. Und umgekehrt heisst das, wenn wir unsere Gasriesen (mit Ausnahme Neptuns, der Triton eingefangen hat, der wiederum dessen andere Monde aus dem System gekegelt hat und damit als Spezialfall gelten muss - natürlich kann das aber auch in extrasolaren Planetensystemen geschehen!) als typisch ansehen, dann müsste ein Planet 10000 Erdmassen haben, um einen erdähnlichen Mond besitzen zu können, immerhin 31 Jupitermassen, also auf jeden Fall ein Brauner Zwerg.
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  7. #107
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    Daumen hoch

    Ah, ja! Danke, Bynaus, das war logisch.
    Es muss natürlich nicht unbedingt ein massemäßig gleichschwerer Planet/Mond sein, damit eine Kugel mit erdähnlichen Voraussetzungen existiert. Nehmen wir einen marsschweren Körper, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Dann kann man die 31 Jupitermassen schon mal durch 9,3 teilen (dem Vielfachen der Erd- gegenüber der Marsmasse) und man hat es nur noch mit einem jupiterähnlichen Gasriesen von 3,333 Jupitermassen zu tun. Natürlich dürfte der marsgroße Mond nicht seine Atmosphäre verloren haben (durch schwere Einschläge usw.) und allein seine geringere Masse für das Verschwinden einer Atmosphäre verantwortlich zu machen, halte ich als Theorie für den derzeitigen Zustand des Mars für nicht mehr tragbar.

    Massenvergleichende Grüße von
    Toni
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    Hermann Hesse

  8. #108
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    Standard

    Meine Güte, mir ist ganz schwindelig vom Lesen aller Beiträge in diesem Thread.

    Kurz und knapp:

    Ja, die "Menschheit", oder besser gesagt, ein paar Menschen werden eines Tages den Kosmos virtuell oder real begreifen.
    Sie werden ihn auch befahren, ganz real.

    Doch , doch, die Geschwindigkeit der technischen Revolution bewegt sich ja in einem atemberaubendem Tempo nach oben.
    Zwar schiessen wir immer noch Steinzeitraketen ins All, aber auch das wird sich sagen wir mal in den nächsten 50 bis 100 Jahren absolut ändern.

    Durch das explosionsartige Lernen von für uns neuen Gegebenheiten im Universum, wird auch das Transportwesen verändert. Wenn wir plötzlich, zum Beispiel durch Aliens..., bestens informiert werden über die Zusammenhänge der Physik, Technik und dem Sinn des Kosmos, werden auch die gegenwärtigen Zweifel und Skrupel schlagartig beseitigt. Ein paar Spezies von uns werden in einem relativ kleinem Raumschiff durch den Kosmos sausen, fast zeitlos, und die Wunder kennenlernen.

    Schade, dass ich nicht zu ihnen gehören werde...

    So genug von wollen, werden, eventuell und others

    zurück zu den Niederungen der Gegenwart

    albert

  9. #109
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    und allein seine geringere Masse für das Verschwinden einer Atmosphäre verantwortlich zu machen, halte ich als Theorie für den derzeitigen Zustand des Mars für nicht mehr tragbar.
    Was denn sonst? (zudem: jeder Mond wird früher oder später massive Einschläge erleben, insbesondere, wenn er einen massiven Gasriesen umkreist, der ja in der Mitte eines gewaltigen Einzugsbereichs liegt...)

    Temperatur = Bewegung von Teilchen. Dabei bewegen sich aber nicht alle gleich schnell, sondern die Teilchen folgen einer Verteilungskurve, die von Temperatur und Masse des Teilchens abhängt. JEDER Planet (auch Jupiter) verliert konstant einen Teil seiner Atmosphäre - bloss variiert die Verlustrate in Abhängikeit des Anteils der Geschwindigkeitsverteilungskurve, der über die Fluchtgeschwindigkeit hinaus "hängt". Je nach dem, wie gross dieser Anteil ist, lässt sich schätzen, in welchen Zeiträumen ein Planet eine bestimmte Teilchensorte aus seiner Atmosphäre verlieren wird. Wenn wir als Zeitraum die Grössenordnung "1 Millliarde Jahre" ansetzen, dann verliert der Mars bei seiner heutigen Temperatur (und erst recht bei einer früher höheren Temperatur) einen Grossteil seines Wassers, seines Methans und seines Wasserstoffs. Stickstoff und Sauerstoff liegen an der Grenze, in der nächstgrösseren Grössenordnung "10 Milliarden Jahre" sind aber auch sie verschwunden. Nur CO2 bleibt noch längere Zeit erhalten.

    Wir müssen schon das "Leben auf einer Planetenoberfläche"-Denkmuster verlassen, um über Leben auf mondgrossen Körpern zu sprechen, etwa, indem wir Leben in einem rhadamanthischen Ozean (wie Europa einen hat) einbringen.

    Trotzdem, um es nochmals zu sagen, und, um zum Thema zurück zu kehren: Ich bleibe bei meiner ursprünglichen Aussage: Es gibt da draussen praktisch nichts, was für den Homo sapiens sapiens in seiner heutigen Form problemlos bewohnbar wäre (und das gleichzeitig in einigermassen nützlicher Frist erreichbar ist). Die "Kolonisation" des Weltraums, so sie dann einmal kommen sollte, wird sich immer auf eine ganze Menge komplexer Technologie stützen müssen. Niemand will sein Leben lang in dem äquivalent eines Campinganhängers verbringen müssen: Die Menschheit wird, da bin ich überzeugt, in den kommenden Jahrhunderten das Sonnensystem erforschen, bemannt und unbemannt, und dabei auch auf dem einen oder anderen Mond eine Forschungsstation errichten. Doch diese "Systemzivilisation" wird immer die Erde im Fokus haben (praktisch niemand wird sich permanent im Sonnensystem niederlassen, genausowenig, wie die Leute auf Bohrinseln leben - sie arbeiten, und kehren dann zurück zu ihren Familien), und sie wird ihrem Schicksal folgen: bricht die Zivilisation auf der Erde zusammen, folgt ihr die Zivilisation im Sonnensystem sehr schnell (ähnlich, wie die Forschungsstationen in der Antarktis wohl kaum den Kollaps der Zivilisation überleben würden - und die Antarktis ist, verglichen mit der Oberfläche von, sagen wir, Iapetus, immer noch sehr viel lebensfreundlicher!). Aber sehr viel weiter werden die Homo sapiens sapiens nicht kommen - im Gegensatz zu den künstlichen Wesen, die sie vielleicht dereinst erschaffen werden.
    Geändert von Bynaus (19.06.2007 um 14:52 Uhr)
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  10. #110
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    Hoi albert,
    Zitat Zitat von albert Beitrag anzeigen
    Meine Güte, mir ist ganz schwindelig vom Lesen aller Beiträge in diesem Thread.
    hier hast Du ein paar sarkastische Smileys vergessen:

    Zitat Zitat von albert Beitrag anzeigen
    So genug von wollen, werden, eventuell und others

    zurück zu den Niederungen der Gegenwart
    Falsch, albert! Dies hier ist der Thread über "Wird es jemals interstellare Raumfahrt geben?", eingebettet im Unterforum "Blick in die Zukunft", nicht in "Blick auf das Alte" oder "Blick auf das Bestehende, das unbedingt erhalten werden muss, weil es der Weisheit letzter Schluss ist".

    Gott zum Gruß!
    Toni
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    Hermann Hesse

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