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Thema: Welchen Sinn hätte ein Universum ohne jedes Leben?

  1. #11
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    Hallo Monod - Ich weiß Du magst solche "querdenkerischen" Ansätze nicht aber ich denke daß diese frischen Ideen nicht unbedingt in Widerspruch zu klassischen Philosophien stehen müssen auch wenn sie aus dem Land der inzwischen nicht mehr ganz so unbeschränkten Möglichkeiten kommen.
    Interessant auch daß der Mann Stammzellenforscher ist.

    Biozentrismus
    Professor Dr. Robert Lanza hat den Begriff des Biozentrismus geprägt. In seinem Buch beschreibt er folgende sieben Prinzipien die das biozentrisches Weltbild charakterisieren:
    Was wir als Realität wahrnehmen ist ein Prozess das unser Bewusstsein einbezieht. Eine “externe” Realität, falls diese existiert, würde per Definition in einem Raum existieren. Aber das hat keinen Sinn, da Raum und Zeit keine absoluten Realitäten sind, sondern eher Werkzeuge des Geistes.
    Unsere äußere und innere Wahrnehmung sind untrennbar ineinander verflochten. Diese sind die zwei Seiten von ein und der selben Münze und können nicht voneinander getrennt werden.
    Das Verhalten der subatomaren Teile, tatsächlich aller Partikel und Objekte, ist untrennbar von der Gegenwart eines Beobachters abhängig. Ohne die Gegenwart eines bewussten Beobachters existieren diese bestenfalls nur als nicht festgelegte Zustände von Wahrscheinlichkeitswellen.
    Ohne Bewusstsein weilt Materie nur in einem indeterminierten (unbestimmten) Wahrscheinlichkeitszustand. Jedes Universum das vor dem Bewusstsein existiert hätte, hätte nur als ein Wahrscheinlichkeitszustand existiert.
    Die Struktur des Universums ist nur durch den Biozentrismus erklärbar. Das Universum ist fein abgestimmt für das Leben, was nur richtig Sinn macht wenn die Lebewesen das Universum erschaffen und nicht andersherum. Das “Universum” ist einfach die gesamte Raum-Zeit Logik des Selbst.
    Zeit hat keine reale Existenz außerhalb der Wahrnehmung eines Lebewesen. Es ist der Prozess durch welches wir Änderungen im Universum wahrnehmen.
    Raum, wie auch die Zeit, ist nicht ein Objekt oder ein Ding. Raum ist eine weitere Art eines biologischen Sinnes und hat keine unabhängige Realität. Wir tragen Raum und Zeit mit uns herum, so wie Schildkröten ihren Schildkrötenpanzer mit sich herum tragen. Daher existiert keine absolut eigenständige Matrix in welche alle physikalischen Ereignisse sich unabhängig vom Leben ereignen.

    Robert Paul Lanza (born 11 February 1956) is an American Doctor of Medicine, scientist, Chief Scientific Officer of Advanced Cell Technology (ACT)[1] and Adjunct Professor at the Institute for Regenerative Medicine, Wake Forest University School of Medicine.[2]
    "How Life and Consciousness are the Keys to Understanding the Universe"

    Gruß
    MTom

  2. #12
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    Das würde ich als ein wirklich homozentrisches Weltbild bezeichnen. Ich bin, also ist die Welt. Ich halte das für eine überdrehte Aussage, die durch nichts begründbar ist. Naja, der Mann ist Mediziner, da kommt man schon auf solche Gedanken.

    Gruß Diethard

  3. #13
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    Zitat Zitat von Diethard Beitrag anzeigen
    Ich halte das für eine überdrehte Aussage, die durch nichts begründbar ist.
    Dann mal bitte flugs her mit den wissenschaftlichen Gegenargumenten. Dass jemand Medizinier ist, ist schonmal keines.
    cs, Frank
    frank-specht.de

  4. #14
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    Hallo,

    interessante Diskussion die ich hier nicht erwartet hätte!
    Zitat Zitat von Major Tom Beitrag anzeigen
    Was wir als Realität wahrnehmen ist ein Prozess das unser Bewusstsein einbezieht. Eine “externe” Realität, falls diese existiert, würde per Definition in einem Raum existieren.
    Dies ist eine zentrale Aussage im Kontext.
    Die meisten älteren Philosophien kommen zu dem Ergebnis, dass Raum und Zeit eine Illusion ist. (zB. Tao, Buddhismus, Lolla) Dann ist auch das Universum eine Illusion. Real ist nur das Bewusstsein.
    Dem gegenüber ist die Wissenschaft.
    Die Wissenschaft sagt, dass Bewusstsein ist eine Illusion. Raum, Zeit Materie sind real.

    Für beide Philosophien gibt es starke Hinweise. Keine der Philosophien kann die andere wiederlegen.

    Es ist wie mit „Teilchen oder Welle“? lol


    Namaste
    Die das Privileg haben zu wissen, haben die Pflicht zu handeln.
    (A.Einstein) zum Thema Ethik und Glauben
    Namaste

  5. #15
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    Zitat Zitat von FrankSpecht Beitrag anzeigen
    Dann mal bitte flugs her mit den wissenschaftlichen Gegenargumenten. Dass jemand Medizinier ist, ist schonmal keines.
    Mich erinnert dieser Biozentrismus-Popanz stark an den radikalen Konstruktivismus. Beide sehen Bewusstsein als ein absolutes, eigenständiges Ding an, das irgendwann mal im Laufe der Evolution aus dem Nichts emporsteigt und uns eine Welt vorgaukelt.

    Dabei ist es doch so, das sich das menschliche Bewusstsein als Erfolgsmodell entwickelt hat, um die Umwelt so realitätsgetreu abzubilden, das sich die Lebewesen darin super zurechtfinden und sie sogar manipulieren können. Das Bewusstsein ist nicht mehr als die Summe aller Sinnesempfindungen, incl. der Gedankenwelt, und die Sinnesempfindungen richten sich nach den vorherrschenden Bedingungen auf dem Gestirn. Also Lichtfrequenz, Schallwellen etc. etc. pp.

    Absurd wird es, wenn sogar behauptet wird, das das Bewusstsein (komischerweise benennt der Autor dieses nicht als Konstruktion seiner selbst, so wie Raum und Zeit) sinnstiftend wird und der unbestimmten Welt der Quanten auf einmal in einen definierten Zustand presst (die Wellenfunktion zum Kollabieren bringt). Wann soll denn die Grenze des Bewusstsein erreicht sein? Beim Schwamm, Pilz, Ammonit, Dinos, Säuger oder erst dem Menschen?Wo soll die Grenze sein, vor der alles unbestimmt war, und warum gibt es aus ihr Zeitzeugen, also bspw. Fossilien, Gesteine, Klimaarchive?

    Ganz ehrlich, für solche pseudoreligiös-wissenschaftlichen Erhöhungen des menschlichen Bewusstseins hab ich genauso wenig übrig wie für jeden anderen Zentrismus-Mist.

  6. #16
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    Die Frage des Treaderstellers lautete: "Welchen Sinn hätte ein Universum ohne jedes Leben?"

    Naturgemäß kann die Wissenschaft nur Fragen nach dem "wie" aber nicht nach dem "warum" beantworten. Das ist klassischerweise Aufgabe der Theologie.

    Jetzt gibt es eben einige - mehr oder weniger gelungene - Ansätze einen Spagat zwischen den Disziplinen zu versuchen.

    Die von mir gepostete Quelle stellt einen dieser Versuche dar.

    Die ultimative Antwort auf die Sinnfrage habe ich leider auch noch nicht gefunden.

    Gruß
    MT

  7. #17
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    Wie gesagt, "Sinn" ist ein rein für denkende Wesen anwendbarer Begriff.
    Wenn ich ein Haus baue dann ist das für mich sinnvoll. Wenn ich dadurch ein altes Haus das unter Denkmalschutz steht habe abreißen lassen dann war das für Historiker nicht sinnvoll. Sinnhaftigkeit und Sinnlosigkeit können bei exakt der gleichen Sache also nebenher existieren, es gibt sie also rein durch Bewertung eines denkenden Wesens.
    Das gilt auch für die Natur soweit sie uns betrifft: daß sich mal ein Felsplanet in rund 150 mio.km Abstand zur Sonne bildet war für uns hier sehr sinnvoll. Und das ohne daß da jemand hat Sinn stiften müssen. In etwa so, wie der Meteorit vor 65 mio. Jahren für uns sehr sinnvoll war. Aber nicht für eine evtl. heute aufgrund dieses Ergeignisses möglicherweise nicht existierende intelligente Reptilienart.

    Dem Universum ist das alles egal. Das scheint für viele Menschen problematisch zu sein: zu erkennen daß man sich und seinem Leben selbst einen Sinn geben muß und damit einen Schritt hin zur Eigenverantwortlichkeit tut.
    Die Alternative ist nämlich mittelalterlich: "Der liebe Gott (oder wer auch immer den Sinn der Welt stiftet) wirds schon richten."

    Gruß Alex

  8. #18
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    Zitat Zitat von Major Tom Beitrag anzeigen
    Die Frage des Treaderstellers lautete: "Welchen Sinn hätte ein Universum ohne jedes Leben?"

    Naturgemäß kann die Wissenschaft nur Fragen nach dem "wie" aber nicht nach dem "warum" beantworten. Das ist klassischerweise Aufgabe der Theologie.

    Jetzt gibt es eben einige - mehr oder weniger gelungene - Ansätze einen Spagat zwischen den Disziplinen zu versuchen.

    Die von mir gepostete Quelle stellt einen dieser Versuche dar.

    Die ultimative Antwort auf die Sinnfrage habe ich leider auch noch nicht gefunden.

    Gruß
    MT
    SINN. Auch Sinn ist nur eine Konstruktion. Sinn ist im Allgemeinen nur etwas, das dazu geeignet ist unserer Existenz zuträglich zu sein. Ist es das nicht, qualifizieren wir es als sinnlos herab.

    Dieselben Relativisten, die Raum, Zeit, Realität usw. als Konstruktion herabwürdigen, lassen schwammige Begriffe wie Sinn oder Bewusstsein absolut und undefiniert im Raum stehen, obwohl es das noch viel weniger dürfte als die vorher genannten Begriffe.

    Es ist nichts weiter als haltlose Esoterik, aufgepeppt mit physikalischen Phänomenen wie der Quantenwelt, die um den Sinneswahn drumrumgebaut wird.

  9. #19
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    Zitat Zitat von Alex74 Beitrag anzeigen
    Wie gesagt, "Sinn" ist ein rein für denkende Wesen anwendbarer Begriff.
    Wenn ich ein Haus baue dann ist das für mich sinnvoll. Wenn ich dadurch ein altes Haus das unter Denkmalschutz steht habe abreißen lassen dann war das für Historiker nicht sinnvoll. Sinnhaftigkeit und Sinnlosigkeit können bei exakt der gleichen Sache also nebenher existieren, es gibt sie also rein durch Bewertung eines denkenden Wesens.
    Das gilt auch für die Natur soweit sie uns betrifft: daß sich mal ein Felsplanet in rund 150 mio.km Abstand zur Sonne bildet war für uns hier sehr sinnvoll. Und das ohne daß da jemand hat Sinn stiften müssen. In etwa so, wie der Meteorit vor 65 mio. Jahren für uns sehr sinnvoll war. Aber nicht für eine evtl. heute aufgrund dieses Ergeignisses möglicherweise nicht existierende intelligente Reptilienart.

    Dem Universum ist das alles egal. Das scheint für viele Menschen problematisch zu sein: zu erkennen daß man sich und seinem Leben selbst einen Sinn geben muß und damit einen Schritt hin zur Eigenverantwortlichkeit tut.
    Die Alternative ist nämlich mittelalterlich: "Der liebe Gott (oder wer auch immer den Sinn der Welt stiftet) wirds schon richten."

    Gruß Alex
    Großartig, besser habe ich es auch nicht ausdrücken können.

  10. #20
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    Möglich ist es doch, dass derjenige, der der Meinung ist, das Universum müsse von Sinnhaftigkeit erfüllt sein, dieses Universum bewusst oder unbewusst als eine Art Käfig interpretiert, in dem die Lebewesen hausen (oder etwas verschärfter formuliert: gefangen sind). Daraus ergäbe sich dann durchaus eine nachvollziehbare Angelegenheit: ein Käfig ist dazu da, um ein Lebewesen entweder gefangen zu halten oder um ihm Lebensraum zu verschaffen. Anders gesagt: der Mensch baut den Käfig nur deshalb, weil es Dinge (Lebewesen) gibt, die er auch in den Käfig verbannen kann. Einen solchen aber zu bauen, ohne dass irgendwie etwas zum Gefangennehmen/Halten in Sicht ist, ist sinnlos; der Käfig wäre einfach nur da, ohne seine eigentliche Funktion zu erfüllen.

    In dem Fall wäre das Universum, das den Käfig (oder Lebensraum, wie man es auch bezeichnen will) darstellt, nur deshalb da, weil es Lebewesen gibt - und nicht andersherum, etwa weil es uns gibt, da es auch ein Universum gibt, in dem wir existieren können.

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