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Thema: Pentagon "plant" Interstellares Jahrhundertraumschiff

  1. #31
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    Zitat Zitat von Anac
    Aus der Tatsache, dass die Hochkulturen der Geschichte mittlerweile ebendies, nämlich Geschichte, sind, lässt sich keineswegs ableiten, dass auch unsere heutige globale Zivilisation irgendwann untergeht.
    Das stimmt. Aber eben auch nicht das Gegenteil, wie oft behauptet. Wenn die Erde bisher 100 Hochkulturen gehabt hätte, und 99 davon sind untergegangen - dann bräuchte man schon ein besonders gutes Argument, warum das für Nummer 100 gerade nicht gelten sollte.

    Zudem bedeuteten viele der sogenannten Untergänge von Hochkulturen de facto für die Menschen und deren kulturellen/technischen Fortschritt keinen wirklichen Einschnitt, sondern waren oft nur politischer Natur.
    Das scheint mir doch etwas gar untertrieben. Gerade frühe Hochzivilisationen zeichnen sich dadurch aus, dass es einer politischen Gruppe/Entität gelingt, eine Organisationsstruktur zu schaffen, in der auch Spezialisten (Krieger, Ingenieure, Handwerker, Banker, Wissenschaftler...) überleben können. Bricht diese Kontrolle weg, schaut jeder wieder für sich - und die Spezialisten bleiben nur allzu oft auf der Strecke. Ein politischer Zusammenbruch kann ganze Städte und Länder entvölkern, wie man z.B. auch bei den Maya gesehen hat.

    Hafenstädte sind in der Geschichte immer wieder verlandet oder durch Katastrophen zerstört worden oder konnten durch Vergrößerung der Schiffe nicht angefahren werden. Bremen z.B. war seit dem 17. Jhd. bis zum Ende des 19. Jhdts. keine Hafenstadt mehr. Dann wurde die Fahrtrinne in der Weser tiefer ausgehoben und der Seehandel explodierte förmlich, aber dann seit den 1980ern ist mit dem Hafenstadtstatus schon wieder Schluss. Jetzt wird der Jade-Weser-Port gebaut...
    Wenn gewisse Hafenstädte zu gewissen Zeiten verlanden (oder sonst unzugänglich werden), ist das kein Problem: es gibt ja noch andere, die das gerade dann nicht tun, verschiedene können miteinander konkurrieren, etc. Wenn der Meeresspiegel weltweit rapide steigt, versinken die Hafenstädte, und zwar alle. Mal ganz abgesehen vom menschlichen Leid, vom Verlust kulturell und historisch wichtiger Städte bedeutet das eben auch ganz praktisch, dass man kaum mehr irgendwo Schifffracht laden und löschen kann. Der weltweite Handel hängt aber kritisch von der Hochseeschiffahrt ab. Keine Häfen, keine Schiffe, kein internationaler Handel, keine globale Zivilisation.
    Geändert von Bynaus (28.06.2011 um 17:22 Uhr)
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  2. #32
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    Wenn der Meeresspiegel weltweit rapide steigt, versinken die Hafenstädte, und zwar alle
    Ich denke nicht, dass der Meeresspiegel so rapide steigt, dass man nicht neue Häfen an höher gelegenen Stellen bauen kann. Das ist wirklich planbar, da wir von Zeiträumen von Jahrzehnten bis Jahrhunderten sprechen.
    Stolzer Finder eines Exoplaneten!

  3. #33
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    Ich denke nicht, dass der Meeresspiegel so rapide steigt, dass man nicht neue Häfen an höher gelegenen Stellen bauen kann.
    Man kann schon - aber der Meeresspiegel wird noch für Jahrhunderte weitersteigen. Es müsste auch ein Ort sein, an dem man eine relativ steile Küste hat, damit sich die Topografie der Küste mit steigendem Meeresspiegel nicht allzusehr verändert. Ist die Küste flach, kann es ja auch sein, dass das überschwemmte Land darunter zu flach ist, um einen Tiefseehafen zu ermöglichen, etc. Man darf nicht vergessen, dass man hier von langfristig grossen Meeresspiegelveränderungen redet: Wenn es heisst, der Meeresspiegel würde um 1 bis 2 m - in diesem Jahrhundert - steigen, dann heisst das eben auch, dass er in den kommenden Jahrhunderten weitersteigen wird, und zwar bereits gegen Ende des Jahrhunderts deutlich schneller (~1 cm/Jahr) als heute (~0.3 cm/Jahr). Je länger wir dem Klimasystem erlauben, mit dem CO2-Gehalt ins Gleichgewicht zu treten, desto schwieriger wird es werden, diesen Anstieg zu stabilisieren. Im Equilibrium (dh, nach einigen Jahrhunderten bis Jahrtausenden) entspricht etwa jedes zusätzliche Grad einem etwa 10 bis 30 m höheren Wasserstand. (siehe hier: http://www.pik-potsdam.de/~stefan/Pu...ience_2007.pdf) Wenn wir also das 3°-Ziel gerade noch so schaffen, heisst das, dass dann langfristig gesehen die Meere um 30-90 m steigen werden. Man muss sich also bewusst sein, dass in nochmals soviel Zeit, wie seit Kolumbus' Reise vergangen ist, sowohl die Stadt, von der er abgelegt hat als auch der Ort, an dem er an Land gegangen ist, für immer (nach menschlichen Masstäben) in den Fluten verschwunden sein werden.

    Allerdings hast du schon recht, dass es in dieser Grössenordnung (~1 cm/Jahr) denkbar erscheint, dass man damit umgehen kann, wenn man vor- und weitsichtig genug plant. Es kann auch sein, dass bis dahin Schiffe für die Zivilisation keine Rolle mehr spielen, etwa, weil wir dank persönlichen Fabrikatoren alle Produkte lokal herstellen können, oder weil wir alle auf gigantische Frachtzeppeline umgestiegen sind . Okay, war vielleicht etwas gar zuviel der Schwarzmalerei.
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