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Thema: Frauen und Einparken

  1. #1
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    Standard Frauen und Einparken

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    Hallo allerseits,

    bestimmt haben einige von Euch Berichte über diese Studie gesehen, die gerne in diversen Boulevardmagazinen aufgegriffen wurde - oft um sie als lächerlich hinzustellen:

    http://www.wissenschaft.de/wissensch...ws/312223.html

    Gerade weil dazu viel Unsachliches gesagt wurde wollte ich hier mal etwas dazu schreiben;

    Ich hatte 2002 einen Job bei den Mannheimer Parkhausbetrieben angenommen.
    Die erste Frage die ich an meine Kolleginnen dort hatte war: "Na, und wie stehts mit dem Vorurteil daß Frauen nicht einparken können?"
    Prompte Antwort: "Vorurteil?! Nee, die können wirklich nicht einparken!"
    Diese Meinung teilten alle (im Schnitt über 10 Jahre beschäftigten!) Kolleginnen dort.
    Auch in meiner eigenen Zeit dort (bis 2004) wurde dieser Eindruck bei mir sehr verstärkt; einerseits immer wenn man mal wieder zusehen konnte, wie eine Frau drölfundfuffzig mal rangiert und am Ende immernoch genauso schief auf dem Parkplatz steht, oder wenn einem beim Kontrollgang total schief parkende Autos auffielen und man diese später hinausfahren sah...mit einer Frau am Steuer.
    Übrigens gilt das gleiche auch für ältere männliche Verkehrsteilnehmer, mit einem Unterschied: viele der älteren Herren sind nicht nicht zu fein am Kassenhaus zu fragen ob man denn beim Einparken nicht behilflich sein könne.

    Gruß Alex

  2. #2
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    Meine Frau hat bisher jedes unserer Autos genau einmal auf französisch eingeparkt. Der jüngste Fall ist versicherungstechnisch noch nicht ausgestanden, sieht aber nach Bagatellschaden aus.
    Dafür fehlt mir (scheinbar wie vielen anderen Männern auch) oft der Überblick in sozialen Belangen, sodaß ich meine Frau dort für "Einparkhilfe" sorgen muss.
    Mir ist z.B. bis heute nicht klar, warum in Kindergärten händeringend nach Kerlen zur Betreuung der Kleinen gesucht wird. Frauen können das m.M. nach besser, ist aber off-Topic, also Schluss damit...

  3. #3
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    So off-Topic isses glaub gar nicht. Männer und Frauen haben Unterschiede, das kann man ja ruhig sagen. Ich glaube niemand würde diese Studie dazu benutzen um zu sagen "Ätsch, Männer können halt alles besser", weil eben auch Frauen viele Dinge besser können.

  4. #4
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    Seltsamerweise setzen aber Bergbaubetriebe gerade auf Frauen. Weibliche Fahrer gehen mit den 250 bis 400 Tonnern (Nutzlast) sorgsamer und reifenschonender um als ihre maennlichen Kollegen und das bei gleicher Foerderleistung.

    Martin

  5. #5
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  6. #6
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    Hi "Jungs",

    beim Einparken kommt es wie bei anderen Tätigkeiten auf verschiedene Dinge an:

    - räumliches Sehen zwecks Entfernungsabschätzung
    - Feinmotorik
    - Übung

    diese Dinge sind nicht geschlechtsspezifisch. Sie sind auch nicht unbedingt genetisch verankert.

    Die Studie hat für mich den Charakter einer selbsterfüllenden Prophezeihung. Es wurden viel zu wenig Probanden getestet, unter ungleichen Bedingungen und nicht besonders sauber analysiert.

    Es stimmt, daß Fahrerinnen öfter einen kleinen Blechschaden beim Einparken ihrer Versicherung melden. Aber wenn man in eine Werkstadt geht und dort die Fahrzeugreparaturen eines Jahres durchforstet, kommt was anderes zum Vorschein. Männer haben öfter einen Blechschaden, als der Versicherung gemeldet. Aus Stolz wird der net gemeldet sondern selber gezahlt...

    Frauen legen statistisch weniger km pro Jahr zurück, haben also weniger Übung. Auch die äußere Form eines Kfz hat was mit der Einparkpraxis zu tun.

    Das "übliche" Frauenauto ist klein, rundlich, hat kleine Räder und ein kleines Lenkrad. Durch die kürzere Körpergröße sieht Frau im Rück- und Seitenspiegel alles aus einer etwas niedrigeren Perspektive als ein Mann. Ich würde gerne mal empirisch ausprobieren, wie ein gestandener Fahrer mit einem typischen "Frauenauto" einparkt.

    Ich weiß genau, wovon ich rede. Fahre ein "Männerauto" und hatte nie Probleme mit dem Einparken. Die Parklücke muß 70 cm länger sein als mein Auto, dann steht meine Karre nach dem Einparken so am Bordstein, wie sie soll. Fahre ich dagegen mit einem kleinen Auto, brauch ich oft 2 Anläufe, bis ich richtig stehe...

    Nach 32 Jahren Fahrpraxis auf diversen Schleudern park ich mit allen Fahrzeugen ein, egal ob Lkw, Pkw oder Transporter. Aber mit den niedlichen, runden "Frauenautos" ist es für mich tatsächlich schwieriger, den exakten Abstand nach hinten und zum Bordstein abzuschätzen.

    Sissy

  7. #7
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    - räumliches Sehen zwecks Entfernungsabschätzung
    Dazu gehört, diese Informationen gut bearbeiten zu können, und das können Männer im Durchschnitt erwiesenermaßen besser.

    auf diversen Schleudern park ich mit allen Fahrzeugen ein
    Glaube ich Dir - hier geht es ja auch nicht um Dich sondern um den Durchschnitt der Männer und Frauen.

    Viele überbewerten solche Studien daher immer etwas und beziehen "die Männer" und "die Frauen" gleich auf sich selbst, dabei muß das nicht sein.

    Männer fahren im Schnitt z.B. agressiver als Frauen und verursachen mehr Unfälle. Ich dagegen fahre selten schneller als 100, halte immer genug Abstand und gehöre auch nicht zu denen, die unbedingt noch überholen müssen obwohl sie es nicht eilig haben und die nächste Ausfahrt eh raus müssen.
    Dafür habe ich andere Schwächen; ich fahre aufgrund meiner Höhenangst keine Achterbahnen, während da viele 10-jährige Mädels sogar die Looping-Dinger fahren.

    Solche Studien sollte man daher so lassen wie sie sind: ein "Aha, so und so sind die Unterschiede also gewichtet" und ein bißchen Belustigung darüber sind OK, aber man darf diese Ergebnisse nicht auf sich als Individuum beziehen.

    Dann entsteht auch kein Rechtfertigungszwang.

  8. #8
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    Hallo, nicht nur Sissy,



    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Durch die kürzere Körpergröße sieht Frau im Rück- und Seitenspiegel alles aus einer etwas niedrigeren Perspektive als ein Mann.
    Spiegel an Autos lassen sich verstellen und dann legt nur ihre Position im und am Auto fest, was man durch sie hindurch sehen kann. Ich bin knapp 20 cm größer als meine Frau und mein Abstand zu den Spiegeln ist deshalb größer, weil ich weiter weg vom Lenkrad sitzen muß, damit sich meine Beine nicht zwischen Pedalen Armaturen und Lenkrad verkeilen. Dann ist aber auch der Winkelbereich den ich durch die Spiegel auf einen Blick sehe (etwas) kleiner als bei ihr.



    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Aber wenn man in eine Werkstadt geht und dort die Fahrzeugreparaturen eines Jahres durchforstet, kommt was anderes zum Vorschein. Männer haben öfter einen Blechschaden, als der Versicherung gemeldet.
    das mag ein Indiz sein, aber wie gut ist es? Wieviele Männer/Frauen bringen das Auto der Frauen/Männer zur Werkstatt?


    Vor rund zehn Jahren lese ich der Familie nach dem Frühstück aus der Zeitung vor: Doppelt so viele Unfälle wurden im Jahr 1999? von Männern verursacht, als von Frauen und die absoluten Zahlen wurden genannt und sie waren rund doppelt so hoch. Ich gestehe, daß ich mich über die Qualität der aufgeschriebenen Schlußfolgerungen aus diesem Artikel geärgert habe. Am selben Tag sind wir von zu Hause nach Essen zu einer Ausstellung gefahren und haben auf dem Hin und dem Rückweg gezählt, wie viele Autos von Männern und wie viele von Frauen gefahren wurden, die uns begegneten. Fünf mal mehr Männer als Frauen kam dabei um diese Uhrzeit an diesem Tag auf dieser Strecke heraus und der Zwilling der die Frauenautos gezählt hat, war enttäuscht daß er ‚verloren‘ hatte. Aus solchen, noch dazu journalistisch aufbereiteten ‚Statistiken‘ sind, besonders bei einer solchen Gemengelage aus Empfindlichkeiten und political correctness nur schwer brauchbare Informationen zu gewinnen.

    Wenn aber der Druck der Versicherungen dazu führt, daß die Autohersteller durch solche Untersuchungen die Chance wahrnehmen z.B. durch brauchbare Einparkhilfen mehr Geld zu verdienen, ist allen geholfen. Es macht sich schließlich auch kein vernünftiger Mensch darüber lustig, daß kleine Kinder ungesichert bereits einen Aufprall mit 30 Stundenkilometern kaum noch überleben.

    Welche Schlußfolgerung kann man denn aus der Beobachtung ziehen, daß es anscheinend geschlechtsspezifische Unterschiede gibt? Ist jemand der mehr Muskelmasse hat mehr wert, als jemand der befruchtete Eizellen zur Reife bringen kann? Ist jemand der ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen hat besser als jemand der ein besseres Vorstellungsvermögen zu Sozialstrukturen hat?

    In meinen Augen macht es keinen Sinn solche Fähigkeiten gegeneinander aufzurechnen. In meiner Familie findet meine Frau das abgestellte Auto nur dann zuverlässig wieder, wenn Sie ohne mich unterwegs ist. Gehen wir gemeinsam, delegiert sie diese Aufgabe stillschweigend an mich. Ich weiß daß ich eine zuverlässigere Vorstellung meiner Umgebung habe und Sie vertraut darauf. Sie weiß, daß sie Menschen besser einschätzen kann als ich und ich vertraue darauf, ohne deswegen völlig hilflos zu sein ohne sie.

    Meine Jungs erzählen mir, daß die Mädchen ihrer Klasse fast alle wesentlich besser auswändig lernen konnten als die Jungs, folglich in fast allen Fächern, aber besonders in den sprachlichen Fächern besser waren. Erst als es in Mathe und Physik nicht mehr fast ausschließlich um das Lernen von Formeln und Verfahren ging, sondern zunehmend intensiv um das Verstehen von Zusammenhängen, änderte sich dieses Gefälle in der Leistungsfähigkeit dramatisch.

    Was genau aber ändert sich da? Was spielt sich im Selbstbewußtsein eines Mädchens ab, das bisher mit seinem Arbeitspensum und seiner Lerntechnik immer zu besseren Leistungsbewertungen kam, als die meisten Jungs in ihrer Klasse und nun auf einmal sogar von denen scheinbar mühelos ausgestochen wird, denen sie immer weit ‚überlegen‘ war? Und umgekehrt, welchen Motivationsschub bekommen diejenigen die, egal was sie auch anstellen mochten, keine Schnitte bekamen gegen die meisten Mädchen ihrer Klasse und auf einmal, sogar ohne jeden Lernaufwand einfach nur nachdenken müssen, um eine Frage zu beantworten.

    Welchen Anteil hat dadurch ausgelöste Euphorie auf der einen Seite und die vielleicht sogar erstmalige Erfahrung eigenen ‚Versagens‘ auf der anderen Seite, an den Unterschieden? Sind sie wirklich so groß, wie sie zunächst mal wahrgenommen werden? Versagen an dieser Stelle die Bezugspersonen, dann geht diese Talfahrt vielleicht weit über die objektiven Unterschiede hinaus.

    Wir müssen die Unterschiede wahrnehmen, zulassen und dann an den daraus erwachsenden Nachteilen arbeiten. Sich nur darüber lustig machen, mag zwar akut jeweils als Befreiung gesehen werden, hilft aber nicht nachhaltig.

    Herzliche Grüße

    MAC

  9. #9
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    Hi alle miteinander,

    mir gings nicht drum, daß ich besser einparke, mir gings um den Blickwinkel. Je tiefer man im Auto sitzt, desto weniger erkennt man auch bei optimal eingestelltem Spiegel von der Umgebung.

    Außerdem ist ein Versuch mit 48 Probanden nicht wirklich geeignet, eine saubere Statistik zu machen...

    Grüße
    Sissy

  10. #10
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    ...daher habe ich das mit meinen Erfahrungen im Parkhaus, und vor allem denen meiner weiblichen Kollegen die der selben Meinung sind unterstützt

    Das mit dem "tiefer sitzen" mag sein, allerdings stellen sich Frauen die Sitze meist viel höher und senkrechter ein als Männer (die oft vollkommen bescheuert flach drin liegen weil sie meinen das wäre "sportlicher", dabei aber überhaupt keinen Seitenhalt mehr in den Sitzen haben und so eher langsamer um die Kurven kommen )

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