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Thema: Überleben im All in einem Kühlschrank?

  1. #1
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    Standard Überleben im All in einem Kühlschrank?

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    Nein, das ist kein Spam oder Scherz sondern eine ernst gemeinte Frage.

    Es ist ja bekannt dass der Mensch im Weltall nicht lebensfähig ist aufgrund des fehlenden Sauerstoffs, der Kälte, der Sonneneinstrahlung und des fehlenden Drucks. Aber es scheint auch fest zustehen dass der Mensch eine halbe Minute bis eine Minute im Weltraum überleben könnte ohne Folgeschäden davon zu tragen (gut, darüber lässt sich bereits streiten, aber für mich ist diese Annahme eine Voraussetzung um darauf aufzubauen).

    Nun stellt sich mir die Frage, wie lange ein Mensch im All überlebensfähig wäre wenn er sich innerhalb eines normalen Kühlschrank befinden würde? Zusätzlich hat die Person eine Sauerstoffflasche für geschätzte 60min bei sich und für den unmittelbaren Druckausgleich (weil der Kühlschrank über kurz oder lang den Innendruck verliert) hat er Oropacks und eine große Taucherbrille bei sich. Als Wärmequelle hat die Person vielleicht auch Wärmekissen dabei und ist in eine gut isolierende Decke eingepackt.
    Würde die Person die volle 60min im All überleben können?

    Weil das Sauerstoff Problem ist zeitlich gelöst, die Sonneneinstrahlung sind auch keine unmittelbare Gefahr mehr, der Kälteaspekt hinausgezögert, aber hält der Mensch auch den Druckunterschied 60min aus? Weil selbst luftdichte Kühlschränke würden über kurz oder lang den Druck verlieren.

    Zur Information, der Kühlschrank wäre von innen verschließbar und das ganze ist für eine Kurzgeschichte, die zwar physikalische Gesetze beachtet aber eben so weit wie möglich zu dehnen versucht.
    Geändert von goodspeed (08.08.2010 um 19:47 Uhr)

  2. #2
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    Zitat Zitat von goodspeed Beitrag anzeigen
    Weil das Sauerstoff Problem ist zeitlich gelöst, die Sonneneinstrahlung sind auch keine unmittelbare Gefahr mehr, der Kälteaspekt hinausgezögert, aber hält der Mensch auch den Druckunterschied 60min aus? Weil selbst luftdichte Kühlschränke würden über kurz oder lang den Druck verlieren.

    Zur Information, der Kühlschrank wäre von innen verschließbar und das ganze ist für eine Kurzgeschichte, die zwar physikalische Gesetze beachtet aber eben so weit wie möglich zu dehnen versucht.

    Hallo goodspeed

    Wie kommst Du auf einen Kühlschrank?
    Ein gasdichter Raumanzug wäre die bessere Lösung, damit die lebenswichtige Atmung funktioniert.
    Der ausreichender Partialdruck muss vorhanden sein, um eine Sauerstoffsättigung des Blutes zu gewährleisten.
    ...und Willkommen im Forum.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Raumanzug

    Gruss Spacewalk

  3. #3
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    Es ist für eine Kindergeschichte und das "Gefährt" muss aus Alltagsgegenständen zusammenbaubar sein. Und ein Kühlschrank war die logische Konsequenz weil dieser das Kälteproblem löst und man (wenn man davon ausgeht dass er wirklich luftdicht ist) er auch einen Innendruck bewahren kann. Der einzige Zweck des Kühlschranks soll sein seinen Insassen am Leben zu erhalten.

    Danke für den Link, ich schau mal was ich noch daraus ziehen kann.

  4. #4
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    Hallo goodspeed,

    ohne Luft(Gas)druck geht es nicht. Das Blut hat die normale Körpertemperatur und fängt an zu 'Kochen' ohne den entsprechenden Gegendruck. Die feinen Gasbläßchen erschweren den Bluttransport durch die Kapilargefäße so sehr, daß das Gewebe nicht mehr ausreichend versorgt wird.

    Dieser Vorgang ist im Grunde der Taucherkrankheit sehr ähnlich. Man kann das wohl für einige ganz wenige Minuten überleben, aber nicht länger.

    Wir haben dieses Thema hier vor einigen Jahren schonmal ausführlicher diskutiert, ich habe aber im Moment keine Zeit danach zu suchen.

    Entweder kann Dir ein anderer User den Link raussuchen oder Du wartest, bis ich heute oder morgen dazu komme.

    Herzliche Grüße

    MAC

  5. #5
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    Hi goodspeed

    Wilkommen im Forum

    Der thread, auf den sich mac bezieht ist hier. Und auf der ersten Seite hat IceAge einen guten link gepostet, der zeigt was mit einem Menschen passiert, der dem Vakuum ausgesetzt ist (leider englisch): http://www.geoffreylandis.com/vacuum.html
    Much more attention has been paid to carbon organic chemistry than to silicon organic chemistry, largely because most biochemists we know are of the carbon, rather than the silicon, variety (Carl Sagan)

  6. #6
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    Interessant, die Analogie zum Tauchen war mir bekannt, aber nicht dass das Blut zu kochen beginnt ohne Gegendruck. Danke, ich werd die Links mal studieren!

  7. #7
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    Standard

    Das Blut würde nicht kochen, aber andere im Blut gelösten Gase würden austreten.
    Much more attention has been paid to carbon organic chemistry than to silicon organic chemistry, largely because most biochemists we know are of the carbon, rather than the silicon, variety (Carl Sagan)

  8. #8
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    Also, würde man innerhalb des Kühlschranks (wie in einem Trockentauchanzug) für einen gleichmässigen Überdruck sorgen (von der Annahme ausgehend dass die Konstruktion des Kühlschranks und auch die Dichtungen dem Standhalten) dann wäre das Atmungs- und Blutproblem gelöst und der Insasse würde nicht in Ohnmacht fallen. Richtig?

    Wie verhält es sich eigentlich dem Wärmeverlust im All? Sollte theoretisch geringer sein als an der Luft und viel geringer sein als im Wasser, oder?

  9. #9
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    Nun, der Wärmeverlust ist primär durch Abstrahlung, und das merkt man schon recht plötzlich und heftig. Auch würde das Wasser auf bzw. die Feuchtigkeit in Deiner Haut tatsächlich zu "kochen" beginnen. Und dieses Abdampfen würde ebenfalls enorm kühlen.

    Zu Deinem Kühlschrank: Im Prinzip ist Dein Kühlschrank ja nichts anderes als ein Raumfahrzeug wie z.B. die ISS. Ist der Kühlschrank im Schatten, so wird er relativ rasch auskühlen, ist er in der Sonne, dann schmilzt recht bald die Butter Solange er den Druck halten kann (mindestens 0,5 bar), so lange hat der Insasse eine gute Überlebensmöglichkeit für Deine Eingangs erwähnten 60 Minuten. Kommt eben darauf an wie gut er wärmeisoliert ist.

    PS: habe gerade gesehen, daß Du den Kühlschrank als Raumfahrzeug für eine Kurzgeschichte für Kinder verwenden möchtest. Zwar kann man heute im Gegensatz zu früher die Kühlschränke von innen öffnen, lass Dir aber gesagt sein, daß vor nicht zu langer Zeit Kinder in Kühlschränken erstickten, weil sie hineingekrochen sind. Das passierte nicht selten.
    Geändert von jonas (08.08.2010 um 22:09 Uhr)
    Much more attention has been paid to carbon organic chemistry than to silicon organic chemistry, largely because most biochemists we know are of the carbon, rather than the silicon, variety (Carl Sagan)

  10. #10
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    Die Geschichte richtet sich an Jugendliche, geschätzt 14 Jahre aufwärts. Wenn es diese meinem Protagonisten gleichtun wollen dann wünsche ich denen viel Erfolg und hoffe dass das Gemüsefach nicht zu voll ist.
    Ne, im Ernst, man muss sich der pädagogischen Verantwortung unter Berücksichtigung des Zielpublikums stets bewusst sein, vor allem wenn man richtige Kinderbücher für die ersten Lebensalter schreibt und illustriert. Aber ich selber las mit 14 bereits diverse Stephen King, Poe und Lovecraft Romane und habs überlebt und nicht weniger erwarte ich von den heutigen Generationen (und noch mehr).

    Aber danke für die Hilfe, das hat mich schon weitergebracht!

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