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Thema: Außerirdische: Gut oder Böse?

  1. #431
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    Zitat Zitat von astrofreund Beitrag anzeigen
    Mir wurde vor gut zwei Jahren von einem klugen Menschen - der die Chaostheorie in einem Vortrag vorstellte - erklärt, dass genau die Chaostheorie verhindert, brauchbare Wettervorhersagen länger als für drei Tage machen zu können. Das machen leistungsfähigere Superrechnereinrichtungen nicht besser. Die vielen leistungsstarken Server in diesen Systemen lassen die Rechnung einer höheren Auflösung innerhalb sinnvoller Zeiten zu. Aber keine längere Vorhersage.
    Hallo Astrofreund,

    ich staune immer wieder, wenn ich Publikationen über das Verhalten von Körpern im Kuipergürtel oder von irregulären Monden lese, da werden bisweilen Vorhersagen über 4 Milliarden Jahre gemacht. Was wird da gemacht: da wird eine Umlaufbahn genommen und mit Gravitationspotential-Algorithmen unter Berücksichtigung zahlreicher Störkörper, also meistens neben der Sonne auch die grossen Planeten und ggf. einige Zwergplaneten, über den genannten Zeitraum durchgeführt. Manchmal werden auch synthetische Störkörper zufällig zugefügt. Zusätzlich wird die Berechnung mit sogenannten "Clones" durchgeführt, die sich im Parameterraum geringfügig ändern, mit geeigneter Schrittweite innerhalb des zu ändernden Parameters.

    Nehmen wir ein vereinfachtes Beispiel: man betrachtet Perihele zwischen 45 und 83 AU, Exzentrizitäten zwischen 0 und <1 sowie Bahnneigungen zwischen 0° und 95°. Natürlich sind die Werte astronomisch unsinnig und müssen je nach Aufgabenstellung geeignet ausgewählt werden, aber es geht jetzt nur darum, die Methode zu beschreiben.

    Dann legt man die Schrittweite wie folgt fest: Perihele: 2 AU, Exzentrizitäten: 0.05 (es wäre natürlich besser, hier Richtung 1 feiner zu granulieren) und Bahnneigungen 5°.

    Das liefert also 20 Werte für die Perihele, 20 Werte für die Exzentrizitäten und ebenfalls 20 Werte für die Bahnneigungen, also insgesamt 20*20*20 Werte-Kombinationen, d.h. 1 Original und 7999 Clone. Und dann analysiert man das Verhalten der 8000 Objekte über den gewünschten Zeitraum. Meist ist das Original in der Mitte vom Parameterraum und die Clone dann gleichabständig drumherum.



    Zitat Zitat von astrofreund Beitrag anzeigen
    Aber vielleicht kann man bessere Methoden der Physik und Mathematik finden, die das trotz Chaostheorie weitaus besser hinbekommen.
    Es ist sicherlich viel gewonnen, wenn man "stabile" Bereiche findet, in denen auch dieselben Attraktoren angelaufen werden, und in den anderen Bereichen die Granulierung weiter verfeinert.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  2. #432
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    Zitat Zitat von SRMeister Beitrag anzeigen
    Die Frage ist, ob man überhaupt Angst haben braucht vor dem First Contact. In Filmen wird ja oft angenommen dass Aliens bösartige Absichten besitzen.
    "Bösartig" ist eine moralische Wertung, die kaum auf andere Lebensformen als den Menschen anwendbar ist. Nehmen wir mal Krankheitserreger und Unkraut als Beispiel. Beide besitzen kein Gehirn, also bringt es nichts, ihr Verhalten, dass für den Menschen schädlich ist, moralisch zu werten. Selbst bei einem bissigen Hund macht es nicht wirklich Sinn über ihn moralisch zu urteilen, denn die Gedanken, die sich ein Hund macht sind ganz andere als die sich der Mensch macht.

    Davon abgesehen würde ich aber von einer Schädlichkeit außerirdischen Lebens für den Menschen ausgehen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird außerirdisches Leben, mit dem wir eventuell in Konkakt treten werden, uns entweder sehr unter- oder überlegen sein. Das Wahrscheinlichste ist, dass es uns sehr unterlegen sein wird (beispielsweise Mikroben in der Venusatmosphäre). Derartiges Leben strebt aber immer nur nach der eigenen Vermehrung, und wird daher ein in seinen Möglichkeiten schädliches Verhalten zeigen (z. B. indem es giftig oder krankheitserregend ist). Sofern es Leben gibt, dass die menschliche Entwicklungsstufe erreicht hat, ist es hingegen sehr wahrscheinlich, dass es dort nicht stehen geblieben ist, sondern sich so weit weiterentwickelt hat, dass wir ihm gnadenlos unterlegen sind und nichts zu bieten haben. In dem Fall ist es wahrscheinlich, dass es versuchen wird, uns zu versklaven oder auszurotten. Etwa so wie wir mit Tieren umgehen.

    Notwendig für einen Frieden mit Außerirdischen wäre ein Gleichgewicht des Schreckens und der Kultur. Wenn die militärische Angriffsstärke beider Seiten die Defensive der jeweils anderen Seite überbieten kann, besteht ein Drang zum Frieden, da ein Krieg beiden Seiten mehr schadet. Im Falle einer kulturell etwa gleichen Höhe bei großer Andersartigkeit, wäre es zudem für beide Seiten erstrebenswert, vom anderen zu lernen und sich etwas abzuschauen das man noch nicht kannte. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall einer kulturell-militärischen Augenhöhe und friedlichen Absichten, wäre aber ein Kontakt höchst gefährlich, da auf beiden Seiten eben auch niedere Organismen im Spiel sind, wie Krankheitserreger, die niemals friedlichen Absichten haben können. Gutmenschliche christliche Missionare, die durch Kleidergeschenke ganze Indianerstämme ausgerottet haben, zeigen das. Es ist aber ohnehin so unwahrscheinlich, dass wir gleichstarken oder uns überlegenen Außerirdischen begegnen, dass wir da keine große Angst vor haben müssen. Überlegene Außerirdische in unserer Reichweite wären wahrscheinlich längst hier.

    Zitat Zitat von SRMeister
    Welche Gesellschaft könnte schon ihren Wohlstand erhalten, wenn sie immer in Konflikt wäre?
    Naja, z. B. Kühe einzusperren, zu melken und schlachten bringt halt Wohlstand. Atomkrieg mit Russland hingegen nicht. Schon gegenüber dem Iran wird hingegen viel mit dem Säbel gerasselt. Wäre schon ein sehr seltsamer Zufall wenn Außerirdische genau so stark wie Russland, die NATO oder China wären. Es handelt sich wahrscheinlich eher um Mikroben, oder um eine totale Übermacht, die aber so weit entfernt ist, dass wir uns keine Sorgen machen müssen.

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