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Thema: ISS: Drittes ATV soll Edoardo Amaldi heißen

  1. #1

    Standard ISS: Drittes ATV soll Edoardo Amaldi heißen

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    Das dritte Automated Transfer Vehicle (ATV) der ESA soll nach dem italienischen Physiker und Raumfahrtpionier Edoardo Amaldi benannt werden. Der erste europäische Raumfrachter, der 2008 zur Versorgung der ISS gestartet wurde, hieß Jules Verne. Das zweite ATV, dessen Start noch in diesem Jahr geplant ist, wird den Namen Johannes Kepler tragen. (16. März 2010)

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  2. #2
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    Zitat Zitat von astronews.com Redaktion Beitrag anzeigen
    Das dritte Automated Transfer Vehicle (ATV) der ESA soll nach dem italienischen Physiker und Raumfahrtpionier Edoardo Amaldi benannt werden.
    Ich freue mich über eine weitere Würdigung, die Edoardo_Amaldi (1908-1989) hiermit erhalten hat. Allerdings hatte ich E. Amaldi bisher nur als Pionier der Neutronenphysik in Erinnerung.

    Amaldi gehörte zu einer Gruppe von Physikern, die sich 1934 in Rom um Enrico Fermi geschart und systematisch mit der Neutronenbestrahlung von chemischen Elementen begonnen hatten. Sie entdeckten bei ihren Experimenten als erste die durch Neutronenbeschuss in vielen Elementen entstehende künstliche Radioaktivität, insbesondere in Form von Beta- und Gammastrahlung.

    Ein weiteres bedeutsames Ergebnis ihrer Untersuchungen war die Entdeckung, dass die Wirksamkeit der Neutronenbestrahlung (d. h. die Reaktionsraten) sich erhöhte, wenn die Neutronen auf ihrem Weg zum Targetmaterial mit wasserstoffhaltigen Materialien wie Paraffin oder Wasser in Berührung kamen. Mit diesen Untersuchungen legten sie den Grundstein für die Anfänge der Neutronenphysik. Auf dieser Grundlage begannen erste experimentelle und theoretische Untersuchungen zum Transport von Neutronen in Materialien, insbesondere in Wasser. Nach der Entdeckung der Kernspaltung durch O. Hahn et al. (Dezember 1938) erlangten diese Untersuchungen besondere Bedeutung bei der Realisierung einer sich selbst erhaltenden nuklearen Kettenreaktion in geeigneten Anordnungen aus Uran und Moderatormaterial und für die Theorie von Kernreaktoren.

    In einem Interview, das Amaldi 1969 gab, bezeichnete er die Schaffensperiode mit E. Fermi als die befriedigendste seines Lebens:

    Amaldi:
    Well, it was the period when Fermi was there—there is no doubt. Also because maybe we were younger. That's also a factor. You have more energy; there's more excitement. It is difficult now to say. But this was a period that was successful and very pleasant, and the relationships were very nice. I should say that we have talked about that on many occasions—also with Fermi and Segrè—and I believe that also for them this has been the unique period, even if they had other periods very satisfactory. The atmosphere in Rome has been extremely pleasant and nice. Things came out in a natural way. It seemed natural to find a new radioisotope every second day—pleasant but natural—and that was very nice.
    Nach dem 2. WK wandte sich Amaldi der Untersuchung der kosmischen Strahlung zu. Im erwähnten Interview äusserte er sich über die Gründe, wobei er sich auf ein Nachkriegstreffen mit Fermi bezog (Fermi emigrierte 1938 in die USA):

    Amaldi:
    When I went to Chicago and I talked about neutrons with Fermi, he was talking completely freely up to a certain point, and then it was quite clear he did not want to give more information—not because he did not want, but he could not because a lot of work was classified. I found that extremely unpleasant. I found that was one of the most unpleasant things—the fact that we could not talk any more freely. So I did not want to work in a field where the people were not able to talk freely.

    ... we realized there were reactors that had beams of neutrons that were millions of times stronger than we could dispose. Then why work in a field where there are people who can do in five minutes what we can do in months of work? It did not make much sense. But if you work on cosmic rays, cosmic rays are equal for everybody. Experimenting on cosmic rays is the same here as anywhere else, so why not do cosmic rays research?
    Erwähnenswert ist auch, dass Amaldi einer der Gründer des CERN war.

    Gruss
    hardy
    Geändert von hardy (20.03.2010 um 17:40 Uhr)

  3. #3
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    Danke für den schönen Beitrag, hardy!

  4. #4
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    Dem Dank von Maenander möchte ich mich anschliessen.

  5. #5
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    Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Amaldi als Wissenschaftler auch ein hohes Mass moralischer Verantwortung lebte und sich gegen das atomare Wettrüsten engagierte. So war er beispielsweise auch in der Pugwash Bewegung organisiert, die sich als Konsequenz des Russell-Einstein-Manifest begründete.

    Grüsse galileo2609
    RelativKritisch | Pseudowissenschaft auf dem Sezierteller

  6. #6
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    galileo
    Das erstaunt mich auf Grund dessen, was hardy geschrieben hat, nicht.

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