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Thema: Auswirkungen moderner Astronomie/Physik auf unser Leben?

  1. #1
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    Standard Auswirkungen moderner Astronomie/Physik auf unser Leben?

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    Nach naturwissenschaftlicher Sicht sind wir Menschen ja nichts weiter als eine speziell strukturierte Anhäufung von Milliarden Protonen und Elektronen verschiedenster Anzahl, die miteinander interagieren. Wenn wir sterben, so schichten sich diese Ladungen lediglich um, d.h. am Ende sind wir alle Teil des Universums, dass so unvergleichlich groß ist, dass man bei dem Gedanken daran fast jedes menschliche Problem als irrelevant abtun könnte. In der Tat erscheinen selbst Kriege u.a. peanuts im Vergleich zu den großen Veränderungen im U. (Supernovas, Kometeneinschläge, SLöcher...)

    Eigentlich ist daher das derzeitige Weltbild fast geeignet es als Religionsersatz herzunehmen.

    Wie ist eure Einstellung? Seht ihr Astronomie und Physik streng isoliert als Naturwissenschaft oder macht ihr euch darauf hin schon euren Reim für euer Leben?

  2. #2
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    Standard

    Um es kurz zu beantworten:
    Der wache Geist sollte das.
    Natürlich ist die Astronomisch Forschung auch aus philosophischer sehr wichtig, aber den Ottonormalverbraucher interessiert das leider Herzlich wenig weils ihm wenig nutzt. Wenn man dem fragt was die Raumfahrt einem gebracht hat fällt dem doch nur das Teflon an seiner Bratpfanne ein.
    Um durchs Leben zu kommen brauch man Astronomie nicht genau so wenig wie die meisten großartigen Arbeiten unserer Wissenschaftler. Man muss halt nicht wissen wie ein Computer funktioniert um ihn zu benutzen.


    mit deprimierten Grüßen

  3. #3
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    Standard

    Ich finde aber, dass uns die moderne Astrophysik durchaus auch philosophisch weiterhelfen kann. Ich hab es ja in meinem Ausgangspost angedeutet. Früher war sie als Religionsersatz nicht geeignet, weil wir zu wenig wussten. Da war Gott ein nachvollziehbarer Platzhalter. Aber jetzt?

    Wenn ich mal im Alltag irgendein Problem hab, was mich umtreibt, dann denke ich meistens daran, wie irre winzig unsere Erde und damit auch mein Problem aus den Fernen des Alls ist - und fühle mich gleich besser.

    Und den Tod kann man mE auch besser begegnen, wenn man die Geschichte unseres U. kennt und sich klarmacht, dass wir - wie jedes Objekt von Materie - nur eine Ansammlung von Protonen sind, um die Elektronen kreisen. Dadurch verliert das Leben diese "Höhe", die oft dafür verantwortlich ist, dass man den Tod fürchtet.

    Ich frage mich, was Astrophysiker da so denken, zB der Harald Lesch, dessen Sendungen auf BR a ich oft verfolge....

  4. #4
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    Standard

    Zitat Zitat von kibo
    Um durchs Leben zu kommen brauch man Astronomie nicht genau so wenig wie die meisten großartigen Arbeiten unserer Wissenschaftler.
    ...
    mit deprimierten Grüßen
    Warum bist du deswegen deprimiert?
    Das sollte dich doch trösten, so wie mich dies tröstet:
    Zitat Zitat von kibo
    Man muss halt nicht wissen wie ein Computer funktioniert um ihn zu benutzen.

    Orbit

  5. #5
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    Standard

    Zitat Zitat von Pippen
    Ich finde aber, dass uns die moderne Astrophysik durchaus auch philosophisch weiterhelfen kann.
    Was du meinst, was dir hier weiter helfe, ist aber nicht moderne Astrophysik, sondern deine private Vorstellung davon. Und die hat mit moderner Astrophysik nichts zu tun.

    Orbit

  6. #6
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    Hallo Pippen,
    Zitat Zitat von Pippen Beitrag anzeigen
    Ich finde aber, dass uns die moderne Astrophysik durchaus auch philosophisch weiterhelfen kann. Ich hab es ja in meinem Ausgangspost angedeutet. Früher war sie als Religionsersatz nicht geeignet, weil wir zu wenig wussten. Da war Gott ein nachvollziehbarer Platzhalter. Aber jetzt?
    anhand deiner Frage fühle ich mich jetzt doch einmal, auch mit Blick auf deine 'kosmologische Idee', gefordert, nach deinem intellektuellen Hintergrund zu fragen.

    Die Entwicklung der modernen Naturwissenschaften ist nicht ohne die historische gesellschaftliche Aufklärung zu verstehen, die in ihren wesentlichen Anteilen auch zur Säkularisierung beitrug. Jeder noch so geringe Fortschritt in den Naturwissenschaften hat dazu beigetragen, die Dominanz religiöser Interpretationen der Erscheinungen in Frage zu stellen und letztere auf der Basis menschlicher Vernunft zu lösen. Dieser Prozess ist in den westlichen Ländern nun schon einige hundert Jahre alt, wenn sicherlich noch nicht abgeschlossen.

    Die Hauptlast der Säkularisierung trugen in der Anfangszeit allerdings die Geisteswissenschaften, während die sich entwickelnden Naturwissenschaften die freigekämpften Nischen besetzten und zur Blüte reiften. In 'heutiger' Zeit ist eher eine Art zweite Säkularisierung zu beobachten, die sich nicht mehr an dem Gegensatz zwischen menschlicher Rationalität und religiöser Weltdeutung reibt (von Scharmützeln mit z. B. dem Kreationismus abgesehen). Religion ist Privatsache geworden und auch ein religiöser Mensch kann ein hervorragender (Natur)wissenschaftler sein. Heute ist zu fragen, was die Geisteswissenschaften, vorrangig die Philosophie, noch zur Weltdeutung beitragen können. Wenn man sich den universitären Output so ansieht, eher wenig. Es ist aus meiner Sicht richtig, dass die Naturwissenschaften einen Grossteil der kulturellen Produktion in unseren aufgeklärten Gesellschaften übernommen haben und Orientierung geben. Selbst wenn Harald Lesch hin und wieder zusammen mit Wilhelm Vossenkuhl 'philosophiert', kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Philosophie nur noch ein Schattendasein führt.

    Unsere Welt orientiert sich an anderen Prozessen, die mit den erhabenen Diskursen der Vergangenheit nicht mehr zu vergleichen sind. Ob man das bedauern will, aus sentimentalen oder anderen Gründen, sei dahingestellt. Jedenfalls ist es so, dass seit Jahrhunderten viele Menschen keinen 'Religionsersatz' benötigen. Sie machen sich ihr eigenes Bild, als Naturwissenschaftler oder als normal Sterbliche. Und das ist gut so.

    Grüsse galileo2609
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  7. #7
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    Zitat Zitat von galileo2609 Beitrag anzeigen
    kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Philosophie nur noch ein Schattendasein führt.
    Das ist so sicherlich falsch. Die Philosophie produziert nur wenig verwertbare Ergebnisse, ja. Aber sie ist axiomfrei und damit der Motor moderner wiss. Entwicklungen, die in der Regel darauf basieren, dass bisherige Axiome einfach anders oder umformuliert werden. Außerdem formuliert sie den Rahmen wiss. Erkenntnis. Ohne Popper zB ist Naturwissenschaft heute fast sinnlos, weil der Wissenschaftler gar nicht begreifen würde, wie sie Erkenntnisse zu bewerten sind.

    Jedenfalls ist es so, dass seit Jahrhunderten viele Menschen keinen 'Religionsersatz' benötigen.
    Der Mensch benötigt Religionsersatz seit er selbständig denken kann...und das wird sich auch nicht sehr bald ändern. Es gibt nur ganz wenige, die ohne Staunen & Zweifeln über die Welt leben, die sich nie die Fragen stellen, die unbeantwortbar sind und wohl bleiben müssen. Daraus muss der Verstand einen Ausweg finden...Gott, naturwiss. Deutung, Skepsis oder einfach sex & drugs....

  8. #8
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    Zitat Zitat von Pippen
    Daraus muss der Verstand einen Ausweg finden...Gott, naturwiss. Deutung, Skepsis oder einfach sex & drugs....
    Die naturwissenschaftliche Deutung gehört nicht in diese Aufzählung.
    Als weiteren Ausweg kannst du dort aber deine handgestrickte Privatkosmologie einfügen.

    Orbit

  9. #9
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    Hallo Orbit,
    Zitat Zitat von Orbit Beitrag anzeigen
    Ich denke, hier ist mittlerweile ein kollektives Verhalten angesagt
    ich weiß, es fällt manchmal schwer...

    Gruß,
    Christian

  10. #10
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    Hallo Pippen,
    Zitat Zitat von Pippen Beitrag anzeigen
    Das ist so sicherlich falsch. Die Philosophie produziert nur wenig verwertbare Ergebnisse, ja. [...] Ohne Popper zB ist Naturwissenschaft heute fast sinnlos, weil der Wissenschaftler gar nicht begreifen würde, wie sie Erkenntnisse zu bewerten sind.
    Poppers wegweisende Ansichten zur Wissenschaftstheorie, die er 1934 in seinem Werk Logik der Forschung erstveröffentlichte, sind nun auch schon ein paar Jährchen alt. Und die Naturwissenschaftler haben seine Vorgaben gerne angenommen und in die 'Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis' gegossen. Jeder Philosoph, der sich an dieser Qualitätssicherung beteiligt, ist herzlich willkommen. Nur, meist kommt nichts. Im Gegenteil, Paul Feyerabends Angriff auf den Methodenzwang in den 1960er Jahren markiert einen vorläufigen Höhepunkt der Flaute bei den philosophischen Denkern. Anyway, die Naturwissenschaftler und auch die Kollegen in anderen Disziplinen, sind auf diese Clowns mit Sicherheit nicht angewiesen, um ordentliche Arbeit zu leisten.
    Zitat Zitat von Pippen Beitrag anzeigen
    Der Mensch benötigt Religionsersatz seit er selbständig denken kann...und das wird sich auch nicht sehr bald ändern.
    Wenn du das meinst. Das läuft dann wahrscheinlich wieder auf das Pippen Langstrumpf Prinzip hinaus. Ich fürchte mit dir kann man einfach nicht diskutieren und daher schliesse ich mich auch hier Orbits Empfehlung an, die er für den Nachbarthread ausgesprochen hat.

    Grüsse galileo2609
    RelativKritisch | Pseudowissenschaft auf dem Sezierteller

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