Anzeige
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 20

Thema: Most Earthlike exoplanet started out as gas giant

  1. #1
    Registriert seit
    27.06.2008
    Ort
    Smiltene (Lettland)
    Beiträge
    1.168

    Standard Most Earthlike exoplanet started out as gas giant

    Anzeige
    Schaut mal was auf der AAS noch bekannt gegeben wurde:

    http://www.floridatoday.com/article/...t+as+gas+giant

    TOM

  2. #2
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.414

    Standard

    Nun ja, etwas mehr Details wäre schon pricklender... Wie sind die genau darauf gekommen, dass Corot-7-b mal ein Gasriese war? Die Idee an sich ist ja nicht neu (ich habe sie in einem Post gestern gerade erst noch als Möglichkeit genannt).

    EDIT: Mit der Aufforderung nach mehr Details war natürlich der Zeitungsartikel, nicht TomTom333 gemeint. Anderseits, kann man sowas ja auch nicht von einer Feld-Wald-und-Wiesen-Zeitung erwarten. Ich suche gerade, ob ich ein preprint finde.

    EDIT2: Jep, hier ist das abstact: http://adsabs.harvard.edu/abs/2010AAS...21533905J
    Geändert von Bynaus (07.01.2010 um 12:21 Uhr)
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  3. #3
    Registriert seit
    06.01.2008
    Ort
    nahe Stuttgart
    Beiträge
    383

    Standard

    Leider bringt der Abstract auch nicht mehr Details als der Artikel aus Floridatoday. Immerhin scheint sich meine frühere Vermutung nun doch, zumindest teilweise, zu bestätigen.

    Wenn ihr euch erinnert, habe ich in dem Tread über die Braunen Zwerge schon mal eine ähnliche Ansicht vertreten und bin damals ganz schön abgeblitzt!

    Meiner Meinung nach entstehen solche grossen Gasplaneten zusammen mit dem Stern in der Staubscheibe bevorzugt in einer engen Umlaufbahn, da dort die Dichte am grössten ist. Wenn sie dann durch die hohen Temperaturen einen Teil ihrer Masse verloren haben und dadurch ihre Gravitation nachlässt, driften sie weiter nach aussen, bis bei abnehmender Temperatur der Massenverlust gestoppt wird.
    Jetzt scheint es doch neue Theorien zu Planetenentstehung zu geben!

    Gruss, Delta3.

  4. #4
    Registriert seit
    06.01.2007
    Beiträge
    6.040

    Standard

    DELTA
    Deine Überlegung ist nach wie vor falsch. Die sich ändernde Masse eines Satelliten hat auf seine Gravitationsbeschleunigung und somit auch auf seine Umlaufbahn keine Auswirkung. Das hat bereits Galileo in seinem Fallgesetz festgeschrieben, mit dem er Aristoteles' Vorstellung widerlegte, die offenbar immer noch in Deinem Hinterkopf eingenistet ist. In der entsprechenden Gleichung
    a = GM/R^2
    kommt nur die Masse M des Zentralkörpers vor.

    Orbit

  5. #5
    Registriert seit
    01.02.2005
    Ort
    St. Gallen, CH, Erde
    Beiträge
    7.414

    Standard

    Planeten entstehen nicht in engen Umlaufbahnen. Auf engen Umlaufbahnen hat es gar nicht genügend Masse, um einen Gasriesen zu formen! Die Masse in Staubscheiben (durch Beobachtungen bestätigt) liegt vor allem aussen - die Dichte nimmt zwar ab, aber der Raum, über den die Masse verteilt ist, nimmt deutlich schneller zu als die Dichte abnimmt - deshalb ist die meiste Masse einer Gas- und Staubscheibe jenseits von ~5 AU (bei einem sonnenähnlichen Stern) zu finden.

    Um einen Gasriesen zu formen, muss zudem die Planetenbildung sehr schnell gehen - dann, wenn das Gas noch da ist (nach 5 bis max 10 Mio Jahren ist es verschwunden)! Das geht nur, wenn Eis eine Rolle bei der Planetenbildung spielt - es beschleunigt die Akkretion von "Kernen", die sich dann gerade noch schnell genug bilden, um sich eine dichte Gashülle anzueignen. Eis gibt es jedoch nur jenseits der Schneelinie (im solaren Nebel - jenseits von 3.5 AU).

    Ein Planet kann auch nicht durch den eigenen Massenverlust "nach aussen driften". Oder driftet die ISS nach oben davon, wenn das Shuttle abdockt? Du hast da quasi eine aristotelsche Gravitationsvorstellung (gemäss der schwerer Objekte schneller fallen).

    Im Abstract schlagen sie einen ganz anderen Mechanismus vor: der Planet wird aussen gebildet, nähert sich dem Stern durch Migration, bis durch die Wirkung von Gezeiten die Annäherung beschleunigt wird. Nun setzt der Massenverlust ein, der aber der Gezeitenbremsung entgegenwirken soll (mir ist noch nicht klar, wie), so dass sich ein Gleichgewicht einstellt. Interessant ist, dass sie sagen, der Planet habe schon einige Erdmassen an schweren Elementen verloren. Da er selbst nur einige Erdmassen schwer ist, heisst das, er wird über kurz oder lang verschwinden. Was mich dann zur Frage bringt - gab es auch bei uns mal eine Super-Erde nahe am Stern?

    Es gibt allerdings schon so was wie eine "Verdampfungs-Lücke". Im Bereich zwischen 0 und 0.035 AU gibt es keine Planeten, die weniger als ca. 1.2 Jupitermassen haben (aber es gibt dafür einige "Supererden" in diesem Bereich). Das wurde auch schon so interpretiert, dass Planeten mit geringeren Massen eine zu wenig starke Gravitation haben, um ihr Gas festzuhalten, und auf den Kern zusammenschrumpfen.

    Ihr seht die Lücke hier: http://www.exoplanet.eu/catalog-RV.php?mdAff=diag#tc
    0 bis 0.1 für Semi-Major-Axis und 0 bis 2 für Masse eingeben. Zwischen 0 und 0.02 AU gibt es tatsächlich NUR heisse Supererden mit ca 6 Erdmassen. Wobei man sich das jetzt im Detail genau anschauen würde, z.T. kann das auch damit zu tun haben, dass das Planeten von Roten Zwergsternen sind, und diese Systeme sind ohnehin kompakter. Aber die oben angesprochene Lücke ist deutlich sichtbar.
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten
    Final-Frontier.ch - Auf zu neuen Welten

  6. #6
    Registriert seit
    23.10.2007
    Beiträge
    761

    Standard

    Hi Delta,

    Guck mal hier: Nizza-Modell

    Da wird die Entstehung/Migration von Gasriesen beschrieben. Was in unserem Sonnensystem funzt, sollte auch woanderst funzen...

    Grüße
    Sissy

  7. #7
    Registriert seit
    06.01.2008
    Ort
    nahe Stuttgart
    Beiträge
    383

    Standard

    Hallo Bynaus,

    danke für die ausführliche Erklärung.
    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Planeten entstehen nicht in engen Umlaufbahnen. Auf engen Umlaufbahnen hat es gar nicht genügend Masse, um einen Gasriesen zu formen!
    Das wusste ich nicht. Ich dachte bisher immer, dass die Zusammensetzung der Gas- und Staubscheibe überall gleich ist, da sie sich ja aus einer Wolke gebildet hat, und dass deshalb die Bedingungen zur Planetenbildung überall gleich sind. Mn lernt eben nie aus!

    Ein Planet kann auch nicht durch den eigenen Massenverlust "nach aussen driften". Oder driftet die ISS nach oben davon, wenn das Shuttle abdockt? Du hast da quasi eine aristotelsche Gravitationsvorstellung (gemäss der schwerer Objekte schneller fallen).
    Das habe ich in einem späteren Beitrag ja bereits eingeräumt, dass diese Vorstellung falsch war.

    Ich hatte dann angenommen, dass der Planet durch Gezeitenwirkung beschleunigt wird, wie das ja auch bei unserem Mond der Fall ist, der sich ja immer weiter von der Erde entfernt, weil sich die Erde schneller dreht, als der Mond umläuft.

    Im Abstract schlagen sie einen ganz anderen Mechanismus vor: der Planet wird aussen gebildet, nähert sich dem Stern durch Migration, bis durch die Wirkung von Gezeiten die Annäherung beschleunigt wird. Nun setzt der Massenverlust ein, der aber der Gezeitenbremsung entgegenwirken soll (mir ist noch nicht klar, wie), so dass sich ein Gleichgewicht einstellt.
    Das ist mir auch nicht klar. Durch Gezeitenwirkung kann er doch nur abgebremst werden, wenn der Stern nicht rotiert oder langsamer rotiert, als der Planet umläuft. Wenn der Stern schneller rotiert, müsste der Planet beschleunigt werden (siehe Erde-Mond System).

    Gruss, Delta3.

  8. #8
    Registriert seit
    06.01.2007
    Beiträge
    6.040

    Standard

    Das habe ich in einem späteren Beitrag ja bereits eingeräumt, dass diese Vorstellung falsch war.
    Warum also zitierst du denn diese falsche Vorstellung trotzdem wieder?
    Orbit

  9. #9
    Registriert seit
    06.01.2008
    Ort
    nahe Stuttgart
    Beiträge
    383

    Standard

    Hi Sissy,

    Zitat Zitat von Sissy Beitrag anzeigen
    Da wird die Entstehung/Migration von Gasriesen beschrieben. Was in unserem Sonnensystem funzt, sollte auch woanderst funzen...
    Bei dem Nizza-Modell verstehe ich nur 'Bahnhof'. Ich kann die vielen Abkürzungen nicht zuordnen. Es scheint sich um die Migration der äusseren Gasplaneten in unserem Sonnensystem zu handeln, die offenbar nach Aussen gedriftet sind, wobei Uranus und Neptun sogar die Bahnen 'getauscht' haben.

    Hier geht es aber um das innere Planetensystem, wobei man offenbar jetzt annimmt, dass die Gesteinsplaneten, was ich schon seit längerem vermute, aus Gasriesen oder Hot Jupiters entstanden sind, deren Gashülle durch die Hitze des nahen Zentralsterns 'verbraten' worden ist, so dass nur der feste Kern übrig geblieben ist.

    Ausserdem 'spinne' ich weiter, dass diese Planeten im Lauf der Entwicklung des Systems durch Gezeitenwirkung nach aussen gedriftet sind (unter der Voraussetzung, dass der Stern schneller rotiert, als der Planet umläuft).

    Da ich nicht weiss, wie stark die Gezeitenwirkung sein kann, die ja von der Grösse und Rotation des Sterns und dem Abstand des Planeten abhängt, würde mich interessieren, ob so ein Modell denkbar wäre, wobei noch offen bleibt, wie ein Planet in eine so enge Umlaufbahn gelangen kann.

    Gruss, Delta3.

  10. #10
    Registriert seit
    06.01.2008
    Ort
    nahe Stuttgart
    Beiträge
    383

    Standard

    Anzeige
    @Orbit:

    Zitat Zitat von Orbit Beitrag anzeigen
    Warum also zitierst du denn diese falsche Vorstellung trotzdem wieder?
    Orbit
    Weil es mir nur um den Massenverlust von grossen Gasplaneten in engen Umlaufbahnen ging und ich meine damalige Aussage nicht unvollständig wiedergeben wollte.

    Gruss, Delta3.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | Flattr & freiwilliges Bezahlen | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2013. Alle Rechte vorbehalten.  W3C