Anzeige
Seite 27 von 150 ErsteErste ... 1725262728293777127 ... LetzteLetzte
Ergebnis 261 bis 270 von 1494

Thema: Brauchen wir die Kernenergie?

  1. #261
    Registriert seit
    14.12.2005
    Ort
    Gebürtig in der Kurpfalz - dem Herzen Deutschlands :-) Mittlerweile im tiefsten Schwabenland lebend
    Beiträge
    1.621

    Standard

    Anzeige
    Genau so ists, daher ja auch meine Bitte um Kontra

    Woran ich mich übrigens immer immens störe ist der Umstand, daß in den Medien - und zwar egal wo! - Elektroautos immer als "Nullemissions-Fahrzeuge" und ähnliches bezeichnet werden, dabei wird der Dreck der in die Luft geht nur vom Auspuff zum Kohlekraftwerk verlagert.
    Schon vor Jahren habe ich mal eine Studie gesehen (sorry, keine Ahnung mehr wo das war) in der dieses Vorurteil, Elektroautos seien irgendwie umweltschonend, gründlich zerlegt wurde.

    Und das fing dort nichtmal mit den Abgasen durch die Kraftwerke an sondern mit der Förderung der für die Batterien nötigen Elemente.

    Was mich auch immens stört ist das unglaubliche Defizit an naturwissenschaftlichen Kenntnissen bei unseren Politikern. Meinetwegen dürfen die gern auch aus ideologischen Positionen heraus argumentieren solange sie auch naturwissenschaftlich begründbar sind.

    Daß Sonne und Wind niemals die Hauptlast an Strom tragen können scheinen die wenigsten von denen zu begreifen wie den Umstand daß Wasserstoff keine Energiequelle ist.

    Und mit der Diskussion über KKWs geht es dann gerade weiter.

    Ich bin ja auch ein Gegner dieser lobby- und konzernhörigen Politik, aber auch Konzerne können einmal Recht haben.

    Das hat man ja eindrucksvoll bei der Brent Spa gesehen, wo sich Greenpeace vollends blamiert hat - seitdem bewerte ich deren "Studien" schlicht als unglaubwürdig.

    Gruß Alex

  2. #262
    Registriert seit
    17.09.2006
    Beiträge
    1.922

    Standard

    Woran ich mich übrigens immer immens störe ist der Umstand, daß in den Medien - und zwar egal wo! - Elektroautos immer als "Nullemissions-Fahrzeuge" und ähnliches bezeichnet werden, dabei wird der Dreck der in die Luft geht nur vom Auspuff zum Kohlekraftwerk verlagert.
    Alex, das ist nicht wahr. Es wird in fast jedem Bericht über e-Autos betont, daß das Ganze nur Sinn macht, wenn der Strom aus regenerativen Quellen kommt.
    Daß Sonne und Wind niemals die Hauptlast an Strom tragen können scheinen die wenigsten von denen zu begreifen
    Dieses statement müsstest Du mal etwas ausführlicher begründen.
    Much more attention has been paid to carbon organic chemistry than to silicon organic chemistry, largely because most biochemists we know are of the carbon, rather than the silicon, variety (Carl Sagan)

  3. #263
    Registriert seit
    14.12.2005
    Ort
    Gebürtig in der Kurpfalz - dem Herzen Deutschlands :-) Mittlerweile im tiefsten Schwabenland lebend
    Beiträge
    1.621

    Standard

    Alex, das ist nicht wahr. Es wird in fast jedem Bericht über e-Autos betont, daß das Ganze nur Sinn macht, wenn der Strom aus regenerativen Quellen kommt.
    Es ist jedenfalls mein Eindruck und man kann nicht bestreiten daß in den Kopfzeilen oder Überschriften solcher Artikel dieses Detail nie erwähnt wird.

    Dieses statement müsstest Du mal etwas ausführlicher begründen.
    Es muß immer genau so viel Strom erzeugt werden wie verbraucht wird.
    Die Grundlast können daher nur Kraftwerke liefern, die unabhängig von äußeren Einflüssen ins Netz speisen können.
    Ob Wind- und Sonnenenergie also überhaupt irgendeine tragendere Rolle spielen können hängt stark davon ab ob man deren Strom der zu Zeiten geringen Bedarfs erzeugt wird hinreichend speichern wird können.
    Den einen Energiespeicher hierfür gibt es nicht: entweder kann viel Energie gespeichert, aber nur langsam abgerufen werden oder die Speicher stehen schnell zur Verfügung, halten aber nicht lange oder sind teuer.
    Eine adäquate Lösung mag wohl darin liegen, einem Wind- oder Sonnenkraftwerk direkt mehrere unterschiedliche Speicher zuzufügen, so daß es immer annähernd konstant Energie liefern kann - das aber ist dann kaum wirtschaftlich weil immens teuer. Jedenfalls nach heutiger Sicht und Ausblick in die nähere Zukunft (und meinem Kenntnisstand).

    Gruß Alex

  4. #264
    Registriert seit
    17.09.2006
    Beiträge
    1.922

    Standard

    Gut, es ging Dir um die Grundlastfähigkeit bzw. das Problem der Speicherung von Energie. Das hatte ich zwar vermutet, war mir aber dessen nicht ganz sicher. Daher meine Nachfrage.

    In diesem Sinne ist aber Dein Vorwurf:
    Zitat Zitat von Alex74 Beitrag anzeigen
    Was mich auch immens stört ist das unglaubliche Defizit an naturwissenschaftlichen Kenntnissen bei unseren Politikern. Meinetwegen dürfen die gern auch aus ideologischen Positionen heraus argumentieren solange sie auch naturwissenschaftlich begründbar sind.

    Daß Sonne und Wind niemals die Hauptlast an Strom tragen können scheinen die wenigsten von denen zu begreifen wie den Umstand daß Wasserstoff keine Energiequelle ist.
    ebenfalls nicht gerechtfertigt. Denn auch die Grünen wissen, daß es einmal windstill sein kann, und dass es ab und an mal Nacht wird. Ihre Argumentation ist hier dergestalt, daß bei ausreichend großer flächenmäßiger Verteilung von Windkraftanlagen immer irgendwo Wind weht und so eine kontinuierliche grundlastfähige Stromerzeugung aus Windkraft möglich wird.

    Was man dieser Argumentation entgegenhalten muß ist jetzt nicht mangelnde Einsicht in die Physik, sondern mangelnde Einsicht in die Ökonomie. Denn dieser Ansatz erfordert eine massive Überkapazität an Leistung. Es müssen also Anlagen mit einer Nennkapazität bei Volllast von 10 gigawatt gebaut werden um eine Nutzleistung von 1 gigawatt über alle 8760 Stunden im Jahr zu garantieren. Und das macht den Umstieg auf Ökostrom sehr teuer. Das ist es, was die Grünen gerne unter den Tisch fallen lassen, denn höhere Stromreise zu versprechen ist nicht gerade ein Wahlkampfschlager.
    Much more attention has been paid to carbon organic chemistry than to silicon organic chemistry, largely because most biochemists we know are of the carbon, rather than the silicon, variety (Carl Sagan)

  5. #265
    Registriert seit
    23.03.2007
    Ort
    Greifswald
    Beiträge
    292

    Standard

    Zitat Zitat von Alex74 Beitrag anzeigen
    Selbst Tschernobyl geriet nur durch das absichtliche Ignorieren von Sicherheitsbestimmungen, übergehen von Sicherheitssperren und nichtmal am Mangel von Sicherheitseinrichtungen hops, ...
    Hallo Alex,

    diese Aussage kann ich nicht unkommentiert stehenlassen.

    In meinem Beitrag #22 hatte ich geschrieben:

    "Der Grund für die Katastrophe von Tschernobyl waren Fehler der Bedienungsmannschaft des Reaktors in Kombination mit der sicherheitstechnisch ungenügenden Auslegung des Reaktors ..."

    Zu den Auslegungsmängeln gehörten ungenügende inhärente Sicherheit (Möglichkeit eines grossen positiven Dampfblasen-Koeffizienten) und Mängel bei der Auslegung des Abschaltsystems (keine schnelle Abschaltung, Möglichkeit eines 'positiven Abschalteffektes').

    Ich stimme Dir zu, dass ein Unfalltyp wie in Tschernobyl (prompt-überkritische Leistungsexkursion) bei den Leichtwasserreaktoren westlicher Bauart 'hier und heute' undenkbar ist.

    Allerdings sind andere Szenarien vorstellbar, die zum Kernschmelzen und somit zu massiver Freisetzung von Radioaktivität aus dem Brennstoff führen. Es sind dies Szenarien mit (zeitweiligem) Ausfall sämtlicher Kühlung des abgeschalteten Reaktorkerns.

    Im Fall von Tschernobyl schmolz der Reaktorkern infolge der exponentiell zunehmenden Reaktorleistung. Beim Störfall in TMI-2 (Harrisburg, 1979) war der Reaktor längst automatisch abgeschaltet, bevor es durch unbemerkten Kühlmittelverlust (über das offene Druckhalter-Abblaseventil) und zeitweiliges Abschalten der Notkühlpumpen (durch das Betriebspersonal) allmählich zum Kernschmelzen kam. Glücklicherweise hielt der Reaktordruckbehälter der thermomechanischen Belastung durch die Kernschmelze stand, und das Containment sorgte dafür, dass trotz der Schmelze von zwei Dritteln des Reaktorkerns und ca. zwei Stunden lang offenem Druckhalter-Abblaseventil ein Grossteil der radioaktiven Stoffe zurückgehalten wurde.

    Was man landläufig als 'Supergau' bezeichnet, ist ein Kernschmelz-Szenario durch vollständigen Ausfall der Notkühlung PLUS Versagen des Containments als letzter Barriere gegen den Austritt radioaktiver Stoffe in die Umgebung. Ein solches Szenario erfordert das Eintreten von Mehrfachfehlern und ist daher, wie probabilistische Sicherheitsanalysen zeigen, extrem unwahrscheinlich. Um ein katastrophales Überdruckversagen des Containments zu verhindern, hat man (in D- und CH-KKW) eine gefilterte Druckentlastung nachgerüstet.

    Gruss
    hardy
    Geändert von hardy (16.11.2010 um 19:54 Uhr)

  6. #266
    Registriert seit
    08.09.2007
    Ort
    Varusschlacht
    Beiträge
    1.230

    Standard

    Zitat Zitat von hardy Beitrag anzeigen
    Glücklicherweise hielt der Reaktordruckbehälter ...
    Das ist exakt die Argumentation, die die AKWs so vertrauenswürdig macht!

    PS: Mir ist selbstverständlich klar, dass es sich um KKWs handelt.
    Geändert von Nathan5111 (16.11.2010 um 21:15 Uhr) Grund: PS

  7. #267
    Registriert seit
    08.09.2007
    Ort
    Varusschlacht
    Beiträge
    1.230

    Standard

    Irgendwie hätte ich an dieser Stelle und heute einige einfühlsame Kommentare von Hardy und ispom erwartet. (Vielleicht hat Hardy bei seiner letzten Aktivität heute um 18:14 Uhr dazu angesetzt?)

  8. #268
    Registriert seit
    25.06.2005
    Beiträge
    3.223

    Standard

    Hallo Nathan,

    derselbe Gedanke ging mir heute auch schon den ganzen Tag durch den Kopf. Möglicherweise wurden die beiden aber auch durch die bahnbrechenden Worte der deutschen Bundeskanzlerin am Abend in eine Art Wachkoma versetzt. Was ich wiederum gut nachvollziehen kann.

    Grüsse galileo2609
    RelativKritisch | Pseudowissenschaft auf dem Sezierteller

  9. #269
    Registriert seit
    12.05.2008
    Beiträge
    1.241

    Standard

    Zitat Zitat von Nathan5111 Beitrag anzeigen
    Irgendwie hätte ich an dieser Stelle und heute einige einfühlsame Kommentare von Hardy und ispom erwartet.
    Ich nicht.

    Grüße
    SK
    "There must be some way out of here," said the joker to the thief.

  10. #270
    Registriert seit
    08.09.2007
    Ort
    Varusschlacht
    Beiträge
    1.230

    Standard

    Anzeige
    Zitat Zitat von Schmidts Katze Beitrag anzeigen
    Ich nicht.
    Warten wir es ab.

Ähnliche Themen

  1. Sicherheit der KKW
    Von hardy im Forum Über den Tellerrand
    Antworten: 58
    Letzter Beitrag: 28.07.2007, 22:39

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | Flattr & freiwilliges Bezahlen | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2013. Alle Rechte vorbehalten.  W3C