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Thema: Wahrscheinlichkeit und Einzigartigkeit von Leben

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  1. #1
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    Standard Wahrscheinlichkeit und Einzigartigkeit von Leben

    Hallo,

    es werden ja verschiedene Ausgangspunkte für den Start des Lebens auf unserem oder anderen Planeten diskutiert. Beispielsweise, an schwarzen Rauchern, in austrocknenden Pfützen an der Küste, durch Meteoriten, in der Atmosphäre durch Blitze etc.
    Wird in den ganzen Theorien davon ausgegangen, dass dies nur ein einmaliges Ereignis war, oder dass das Aufkeimen von Leben an mehreren Stellen passierte?

    - Wenn es ein einmaliges Ereignis war, muss ich es mir also so vorstellen, dass das ganze Leben auf der Erde von einer einzigen "Urzelle" ausgeht?
    Also es sich ein einziges Mal in irgend einer Pfütze auf dem Planeten die Konstellation von Zellmembran und -kern gebildet hat?
    Dann wäre die Entstehung von Leben doch ein sehr unwahrscheinlich/ungewöhnliches Ereignis.

    - Es in der Entwicklungsgeschichte der Erde nur eine sehr kurze Zeitspanne bestand, wo sich Leben bilden konnte. Damit meine ich, dass in einer Epoche alle Bedingungen genau die richtigen waren, so dass sich in mehreren Pfützen/Wolken/Einschlagskrater Zellen Bilden konnten. Wären die dann verwandt? Hat es dann nur einer dieser Zellhaufen geschafft zu einem mehrzelligen Organismus weiterzuentwickeln, der dann den ganzen Planeten "besiedelt" hat? Also eigentlich die gleiche Frage wie bei dem Einzeller.

    - Oder stellt man sich vor, dass sich auch heute noch ständig neue Einzeller oder Zellhaufen bilden? Noch weiter gedacht, dass ständig Einzellerzellhaufen den Evolutionären Schritt gehen und sich zu einem mehrzelligen Organismus "verschmelzen".

    Wo war dann aber die Grenze, dass alles weiterentwickelte Leben auf wirklich einen gemeinsamen Ursprung zurück geht? Der "Urzellhaufen", der sich dann planetweit ausgebreitet hat. Oder waren diese Urzellhaufen gar nicht wirklich verwandt?

  2. #2
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    Standard

    Hallo Conz,

    wenn erstmal Leben entstanden ist, vermehrt es sich und verbreitet sich nach überall, wo die Bedingungen OK sind.
    Es frisst die Ursuppe auf, setzt Sauerstoff frei, und verhindert so, daß sich ein zweites Mal Leben bildet.

    Grüße
    SK

  3. #3
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    Standard

    Hallo Schmidts Katze,

    der Sauerstoff als begrenzender Faktor klingt gut. Ging das denn so rasend schnell mit der Verbreitung? Wie groß wird denn der Zeitraum gewesen sein von der ersten Zelle, bis dann der Anteil an Sauerstoff in der Atmosphäre so hoch stieg, dass keine Bildung von neuem Leben mehr möglich war?

    Das klingt für mich aber schon so, dass sich die Entstehung von Leben in einer Ursuppe als sehr unwahrscheinlich darstellt.

    Es gab eine Zeit, wo stellenweise (oder überall) auf der Erde die richtigen Bedingungen geherrscht hatten. (Druck, Temperatur, Zusammensetzung der Ursuppe etc.)
    Dann hat sich nur an einem Ort eine Zelle entwickelt, die sich teilen konnte.
    Diese haben sich so rasend schnell verbreitet, dass es (trotz der optimalen Bedingungen) keine vergleichbare Kombination aufgetreten ist und es somit keinen Konkurrenten gab. (Diese Übergangsphase finde ich erstaunlich)

    Dann ab einer bestimmten Verbreitung konnte kein weiteres Leben entstehen, da zuviel Sauerstoff in der Atmosphäre vorhanden war. Kann heute schon gesagt werden, ab wie vielen Teilen Sauerstoff in der Umgebungsluft keine Bildung von Leben mehr möglich ist?
    Und auch nur Nachkommen der Urzelle haben es geschafft mit dem steigenden Sauerstoff zu "überleben"?

    Jedenfalls scheint mir die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Leben sehr geringen (nicht Null, sonst würde es uns ja nicht geben), wenn alles Leben nur auf einen Kern zurückzuführen ist.
    Oder hat sich vll. doch mehrfach Leben gebildet und nur die uns bekannte Form hat sich dann durchgesetzt?

    Gruß
    Conz

  4. #4
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    Standard

    Hallo Conz

    Du kannst mal die (erweiterte) Forensuche mit folgenden Stichwörtern füttern: "Entstehung Leben", user "Mahananda", Beiträge anzeigen. Dort findest Du sehr interessante Beiträge zum Thema.

    In wikipedia wäre der Artikel Chemische Evolution auch recht interessant.

    Man hat bis heute keine gesicherte Vorstellung wie das Leben auf der Erde entstand. Persönlich glaube ich aber, daß es an mehreren Stellen der Erde entstand und möglicherweise auch mehrfach wieder zerstört wurde.

    Was den Sauerstoff betrifft: Dazu braucht es erstmal Zellen, die die Photosynthese betreiben. Diese muss also nach der Entstehung des ersten Lebens erst "erfunden" werden. Und danach dauert es eine halbe Ewigkeit bis die Atmosphäre langsam freien Sauerstoff anreichert.

    Zitat Zitat von Conz
    Diese haben sich so rasend schnell verbreitet, dass es (trotz der optimalen Bedingungen) keine vergleichbare Kombination aufgetreten ist und es somit keinen Konkurrenten gab. (Diese Übergangsphase finde ich erstaunlich)
    Diese Übergangsphase, die Du meinst, dürfte die Kambrische Explosion sein. Wenn man davon ausgeht, daß das erste Leben vor dreieinhalb milliarden Jahren entstanden ist und die kambrische Explosion vor gut 500 Millionen Jahren, so dauerte dieser Konkurrenzkampf unter den Einzellern 3 milliarden Jahre. Es war also wohl wahrlich kein kurzer heftiger Kampf der ersten Zellen nach dem nur eine Art übrig blieb.

  5. #5
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    Standard

    Danke Jonas für die spitzen Links und Schlagworte. So wie Du es zusammengefasst hast scheint es mir auch wahrscheinlicher.

    Gruß
    Conz

  6. #6
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    Standard

    Zitat Zitat von jonas Beitrag anzeigen
    Hallo Conz

    Du kannst mal die (erweiterte) Forensuche mit folgenden Stichwörtern füttern: "Entstehung Leben", user "Mahananda", Beiträge anzeigen. Dort findest Du sehr interessante Beiträge zum Thema.
    Das werde ich jetzt erstmal tun.
    Den Wiki-Artikel finde ich auch sehr gut.

    Mit dem Sauerstoff hast du wohl recht, das hat zu lange gedauert.

    Aber das Auffressen der Ursuppe:
    Es wird auf der frühen Erde sicher nicht jede Woche neues Leben gegeben haben.
    Wenn es Leben erstmal gibt, wird es sich sicher schnell in jede Pfütze verbreitet haben, und da verbraucht es die ganzen Bestandteile der Ursuppe, aus denen sonst Leben entstehen könnte.
    Die ökologische Nische ist besetzt.

    Grüße
    SK

  7. #7
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    Standard

    Die ökologische Nische ist besetzt.
    So wie Du diesen Begriff benutzt, hättest Du von meinem alten Bio Lehrer links und rechts eine bekommen

    Die ökologische Nische ist nicht örtlich zu verstehen. In der selben Pfütze können viele ökologische Nischen existieren und damit auch eine Vielzahl von unterschiedlichen Lebensformen. Nicht jeder frisst das Gleiche und nicht jeder frisst gleich den anderen auf

  8. #8
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    Standard

    Angeregt durch diesen Thread hier lese ich aktuell "Im Anfang war der Wasserstoff" von 'Hoimar von Ditfurth'.

    Dort wird auch, wie schon "Schmidts Katze" meinte, der Sauerstoff als begrenzender Faktor für die Entstehung weiteren Lebens aufgeführt. (Es wird dort nicht explizit ausgeschlossen, dass Leben mehrfach entstanden ist.)

    Zitat Zitat von Schmidts Katze Beitrag anzeigen
    ... Es frisst die Ursuppe auf, setzt Sauerstoff frei, und verhindert so, daß sich ein zweites Mal Leben bildet.
    ...
    Nicht ganz so wie bei "Schmidts Katze" aber später dann ähnlich in der Konsequenz.

    Zusammengefasst :
    "Da bei Vorhanden sein von Sauerstoff keine Überdauern von komplizierten Molekülen, Aminosäuren und Polypeptide, Nukleinsäuren und Porphyrine möglich ist, entsteht in der späteren Entwicklungsgeschichte der Erde / heute kein neues Leben mehr. "

    Nun hatte ich nebenbei eine Doku im TV gesehen (habe leider keinen Titel), wo in einem Nebensatz jemand erwähnt wurde, der in Sümpfen und Mooren nach der Entstehung von Leben zu unserer Zeit sucht. (Da dort auch häufig partiell Luftabschluss herrscht)

    Die von Mehanda favorisierte Möglichkeit der Entstehung im Watt würde heute nicht mehr möglich sein. (da direkte Kontakt mit Umgebungsluft und damit Sauerstoff). (Dann auch keine direkte Entstehung in der Atmosphäre - in Wolken etc. mehr)

    Jetzt werden ja auch noch folgende andere Möglichkeiten diskutiert:
    1. Entstehung des Lebens in Gasblasen im Eis. (Eis dient anfangs als Art "Hülle")
    2. Entstehung von Leben an schwarzen Rauchern. (Da sollte doch eigentlich auch nicht so viel Sauerstoff sein)

    In beiden Fällen wäre doch ein Abschluss vor Sauerstoff gegeben.

    Wird sich aktuell noch irgendwo auf der Erde Leben bilden oder ist das total ausgeschlossen?
    Geändert von Conz (17.12.2008 um 18:05 Uhr)

  9. #9
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    Zitat Zitat von Conz Beitrag anzeigen
    Angeregt durch diesen Thread hier lese ich aktuell "Im Anfang war der Wasserstoff" von 'Hoimar von Ditfurth'.
    'Brandneuer Stoff', von 1972, den habe ich damals auch verschlungen.
    Frage an Mahananda: Ist das alles noch aktuell?

  10. #10
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    Standard

    Kurze Frage, kurze Antwort: Nein, denn die Nischen sind besetzt.

    Viele Grüße, Frohe Festtage und ein gesundes neues Jahr an alle!

    Ich bin erst ab Januar wieder hier. Bis dahin ...

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