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Thema: SETI - Warten bis in alle Ewigkeit?

  1. #1
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    Standard SETI - Warten bis in alle Ewigkeit?

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    Alle kennen SETI - viele helfen bei der Suche mit. Doch besteht wirklich eine Chance, Signale ausserirdischer Zivilisationen aufzufangen? Nicht, dass diese nicht existieren würden - die Frage ist vielmehr: nach welcher Art von Signalen halten wir Ausschau?

    Man hört ja oft, SETI suche nach "ausserirdischen" Fernsehsendungen, wie sie auch von der Erde ausgehen - das stimmt so nicht: denn solche Sendungen haben eine Reichweite von knapp 10 Lichtjahren. Wenn es also nicht auf Alpha Centauri eine hochentwickelte Zivilisation gibt (was schwerlich anzunehmen ist, sonst hätten wir sie mittlerweile entdeckt), dann haben wir keine Chance, solche Signale einzufangen. Da Signale umso mehr Energie brauchen (quadratisch zunehmend mit der Reichweite) müssen die Ausserirdischen irgendwann gewaltige Sender aufstellen, damit wir sie überhaupt noch finden können - doch wer würde dies tun? Direkte Anpeilung der Erde wäre natürlich am einfachsten - doch wer ausserhalb von ca. 10 bis max. 50 Lichtjahren weiss schon, dass die Menschheit existiert? Fernsehsendungen kommen, wie gesagt, nicht weit, und einzelne intensivere Sendungen waren stets sehr fokussiert - die Chance, dass eine ausserirdische Zivilisation von uns weiss, sind praktisch Null.

    Ich habe diese Gedanken in einem Artikel auf meiner Seite noch etwas ausführlicher ausformuliert:

    Planeten.ch Artikel: SETI - Warten bis in alle Ewigkeit?

    Müssen wir wirklich bis in alle Ewigkeit warten, bis wir Antwort bekommen? Wäre es nicht viel sinnvoller, nach Ausserirdischen Artefakten (SETA) Ausschau zu halten?
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  2. #2
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    Ich habe auch gehört, das ein Signal von Aliens so schwach wäre, das man es nicht mehr vom Rauschen eines Sterns unterscheiden könnte

  3. #3
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    Außerdem müssen die Aliens ja erst mal so eine Technik entwickelt haben. Vielleicht sind wir ja die mit den Raumschiffen
    Wir sind ja auch gerade mal knapp 100 Jahre in der Lage Funkwellen ins All zu schicken.

  4. #4
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    Zitat Zitat von CaptProton
    Vielleicht sind wir ja die mit den Raumschiffen
    Wir sind ja auch gerade mal knapp 100 Jahre in der Lage Funkwellen ins All zu schicken.
    Halte ich für sehr unwahrscheinlich, wenn man davon ausgeht das Leben spontan da entsteht wo die bedingungen günstig sind, wir sind in diesem Sinne ein sehr junges Volk. Aber, möglich wäre es schon.

  5. #5
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    Aber zwischen "Leben" und "Intelligenten Leben" ist es ein weiter Weg...

  6. #6
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    Hallo,

    ich habe diesen alten Thread mal wieder ausgebuddelt, weil Bynaus' Eingangspost die Frage nach SETA aufwirft. Ich habe vor einigen Monaten einen Text von Robert A. Freitas gelesen, der sich mit diesem Thema beschäftigt. Er stellt eine "Artefakt-Hypothese" auf. Sie Lautet wie folgt:

    Eine technologisch hochentwickelte außerirdische Zivilisation hat ein Langzeit-Programm interstellarer Erforschung unter Zuhilfenahme der Entsendung stofflicher Artefakte durchgeführt.
    Nach einer Beleuchtung der theoretischen Hintergründe gelangt er zu der Feststellung:

    Aktive, sich selbst reparierende, interstellare Sonden bilden die wahrscheinlichste Klasse von ETI-Sonden innerhalb des Sonnensystems. Dieses Ergebnis erlaubt uns, ein besonderes Beobachtungsprogramm zu planen, um experimentell die Richtigkeit der Artefakt-Hypothese zu überprüfen.
    Da die Erde für ein Forschungsprogramm das interessanteste Beobachtungsobjekt darstellt und die Sonde als Energiequelle auf die Sonne zurückgreifen dürfte, müsste sie in Sonnennähe stationiert werden, um einerseits eine günstige Position zur Erdüberwachung zu haben und andererseits Zugang zu einer hinreichend großen Energiemenge zu haben. Freitas engt die Suche auf fünf Orbitalklassen ein:

    1. geozentrische Umlaufbahnen zwischen zwei erdzentrierten konzentrischen Sphären mit Radien zwischen 70.000 und 326.400 km;

    2. selenozentrische Umlaufbahnen (Mond als Mittelpunkt) zwischen 3.000 und 58.100 km lunarer Höhe;

    3. stabile synodische Librationsbahnen im Erde-Mond-System (Lagrangesche Punkte L4 und L5);

    4. Erde-Mond-Halobahnen nahe den Lagrangeschen Punkten L1 und L2;

    und 5. Sonne-Erde-L4/L5-Lagrange-Bahnen.
    So viel ich weiß, hat die Suche in diesen 5 Orbitalklassen bislang nichts erbracht, aber es gibt die Vermutung, dass das Objekt 1991 VG möglicherweise künstlichen Ursprungs sein könnte.

    Siehe dazu: http://www-public.tu-bs.de:8080/~y0001095/1991VG

    Eine Mission zu 1991 VG ist meines Wissens (noch?) nicht geplant, aber ich denke, es wäre an der Zeit, solchen Hinweisen nachzugehen, statt mit 350 Radioteleskopen den Himmel abzusuchen.

    Viele Grüße!

  7. #7
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    Ich halte die Existenz von außerirdischen Lebensformen, die über eine ähnliche Technologie verfügen wie wir (Menschen) sie entwickelt haben und nutzen für nahezu ausgeschlossen. Eine Kontaktaufnahme in jedweder Form halte ich deshalb für gänzlich unmöglich. Die Existenz von intelligentem Leben außerhalb unseres Sonnensystems halte ich dennoch durchaus für möglich.

    Wer sagt denn aber, dass außerirdische "schlaue Köpfe" überhaupt ein Interesse am Weltraum, anderen Zivilisationen... einer Kontaktaufnahme haben? Wodurch ist das Interesse des Menschen begründet? Neugier? Ist Neugier ein zwingendes Kriterium damit intelligentes Leben evolutionär hervorgebracht werden kann? Ich denke nicht.

    Dann betrachte man sich die außerordentliche Artenvielfalt allein auf unserem Planeten und lediglich der Mensch ist überhaupt dazu in der Lage über "den Tellerrand zu blicken" und Energie für Dinge aufzubringen, die zuerst einmal nichts mit Fressen, Vermehren oder dem persönlichem Wohlempfinden des jeweiligem Individuums zu tun haben.

    Zum Objekt 1991 VG finde ich den aktuellen Wiki-Artikel objektiver als den von dir verlinkten Text von Hrn. Däniken aus dem Jahre 1995. Bei Wikipedia heißt es:
    Heute geht man davon aus, dass es sich bei 1991 VG um einen Felsbrocken handelt, der bei einem Meteoriteneinschlag auf dem Mond in den Weltraum geschleudert wurde, und seither selbständig um die Sonne kreist.
    http://de.wikipedia.org/wiki/1991_VG

    Grüße
    Matthias
    Geändert von FUNtastic (19.10.2007 um 21:07 Uhr)

  8. #8
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    Wer sagt denn aber, dass außerirdische "schlaue Köpfe" überhaupt ein Interesse am Weltraum, anderen Zivilisationen... einer Kontaktaufnahme haben?
    Das ist in der Tat ein Kriterium der (erweiterten) Drake Formel: Die Zivilisation muss kontaktbereit sein.

    Aber:
    Ist Neugier ein zwingendes Kriterium damit intelligentes Leben evolutionär hervorgebracht werden kann? Ich denke nicht.
    Widerspruch Neugier ist die Grundmotivation um zu lernen. Die Evolution bräuchte ewig um Wesen hervorzubringen, die alle Fartigkeiten bereits angeboren mitbringen. Und selbst dann: solche Wesen könnten nicht auf Umweltveränderungen reagieren und würden bei einer solchen recht schnell wieder verdrängt werden und aussterben.

    Jedes höhere Lebewesen zeigt Neugier und hat die Fähigkeit zu lernen. Lernen ist Denken, und Denken ist ein Gradmesser für Intelligenz. Neugier und Intelligenz hängen also unmittelbar zusammen.

  9. #9
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    Wenn es tatsächlich viele Zivilisationen gibt, dann halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass es in auch in unserem Sonnensystem solche ETI-Sonden gibt. Ich würde sie aber eher jenseits des Gravitationsfokus der Sonne vermuten (also jenseits von 550 AU), wo sie stets Kontakt mit der Heimatwelt halten können, deren Signale durch die Gravitation der Sonne enorm verstärkt würden, ohne dass wir sie bemerken würden. Für Erdbeobachtung wären dann natürlich kurze Exkursionen ins Innere Sonnensystem von Vorteil. Aber die Überlegungen von Freitas sind sicher auch nicht abwegig.

    Eine Expedition zu 1991 VG (ich bereite zur Zeit einen Artikel für meine Seite darüber vor) wäre sicher von grossem Interesse. Nicht nur, weil der Brocken so seltsame Eigenschaften hat (erklärt die Mondherkunft das seltsame Reflektionsverhalten???), sondern weil das Ergebnis in jedem Fall interessant sein könnte: ist es ein Stück vom Mond, wäre dies ein sehr interessantes Untersuchungsobjekt. Wäre es hingegen eine ausserirdische Raumsonde, wäre es hm... wohl die grösste Entdeckung in der Geschichte der Menschheit. 2008, gemäss Mahanandas verlinktem Text, ist aber etwas gar nah dafür - das reicht nicht mehr für eine Raumsonde. Aber vielleicht könnte man die Anfunk-Versuche wiederholen, bei denen damals angeblich Signale zurückkamen, deren Verzögerung dann das Sternbild Bootes und speziell den Stern Epsilon Bootes ergaben... (jetzt weiss ich endlich auch, woher "Mark Brandis" (kennt ihr die Serie?) die Sache mit der "Epsilon Bootes Sonde" herhatte...).
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  10. #10
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    "Mark Brandis" (kennt ihr die Serie?)
    Die hab ich alle gelesen, so bis Nr.25. Dann war ich zu alt.

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