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Thema: Sind wir hörbar?

  1. #1
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    Standard Sind wir hörbar?

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    Hallo allerseits,
    ich frage mich, ob die Erde überhaupt für Ausserirdische "hörbar" ist.
    SETI sucht nach Signalen aus dem All...aber würden Ausserirdische die Erde mit demselben Progamm finden können?
    Interessant dürfe es sein, Erdsignale aus grosser Entfernung zu messen, und zwar auf jenen Bändern, die auch SETI absucht.
    Die Pioneer- und Voyager-Sonden dürften sicherlich nicht dafür ausgerüstet sein .
    Und ihre Entfernung zur Erde ist alles andere als /weit/.

    OK, die Sonden können (Befehls-)Signale von der Erde empfangen - aber das sind gerichtete Sendungen. Wie aber sieht das mit dem Signallärm aus, den die Erde diffus abstrahlt?

    Dürfte ein interessantes Projekt sein, aus dem Signalbrei die Tagesschau von vor ein paar Monaten herauszufiltern.


    Gruß, Solitaire

  2. #2
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    "Unser" SETI würde eine Zivilisation wie die Erde nur mit viel Glück ausserhalb von 10 Lichtjahren erkennen (das heisst soviel wie: innerhalb von 10 Lichtjahren können wir Zivilisationen wie die Erde ausschliessen - wobei das wohl niemanden überrascht).

    Warum mit viel Glück? Der "EM-Abfall" (Radio- und Fernsehsendungen, etc.) unserer Zivilisation breitet sich kugelförmig um die Erde aus, die Chance, dass er einen bestimmten anderen Stern streift, ist also gegeben. Anderseits sind diese Signale ziemlich schwach. Dafür gibt es noch eine andere Art von Signalen, etwa der Radar, mit dem nach erdnahen Asteroiden gesucht bzw. diese untersucht werden. Das sind stark gebündelte, sehr helle Radarstrahlen, die da ins All hinausgesendet werden. Ein solches Signal kann auch noch in einiger Entfernung (vielleicht einige 100 bis einige 1000 LJ) empfangen werden, aber natürlich passiert der Strahl nur Sterne, die exakt in seiner Flugbahn liegen...

    Dazu kommt noch, dass die Erde sich in einer Art "interstellarem Funkloch" befindet. Signale, die jenseits von 550 AU von der Sonne entfernt abgestrahlt werden, werden von der Gravitation der Sonne fokussiert und verstärkt (aber nur für Gebiete, die in der direkten Verlängerung Quelle-Sonne stehen). Ein kugelförmig angeordnetes Netz von Signalstationen in dieser Entfernung hätte deutlich mehr Chancen, die Aufmerksamkeit anderer Zivilisationen auf uns zu ziehen.
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  3. #3
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    Hallo Bynaus,
    dann heisst das: wenn wir keinen speziellen Sender aufbauen, könnten wir uns mit SETI nicht einmal selbst finden?

    Gruß, Solitaire

  4. #4
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    So sieht es wohl aus

    Vielleicht kann man es mit einem Schiffbrüchigen vergleichen, der in seinem Boot auf dem Pazifik per Schreie versucht Rettung zu rufen. Er hat auch ein Megafon dabei. Und einen Spiegel.

    Alle drei Methoden habe unteschiedliche Reichweiten und Streubreiten. Wenn der Pazifik in dem Beispiel die Milchstrasse wäre und Schreie, Megafon und Spiegel unsere Methoden der Kontaktaufnahme, dann kannst Du dir vorstellen wie gut uns andere Intelligenzen im All hören können.

    Ich glaube, von den Grössenordnungen her kommt dieser Pazifikvergleich den tatsächlichen Verhältnissen recht nahe.

    Edit: Im Milchstrassen Massstab sind Schreie unsere normalen TV und Radiosignale. Das Megafon sind die Radarmessungen auf der Suche nach Asteroiden, und der Spiegel wären Lasersignale an irgendwelche Punkte im All.
    Geändert von jonas (15.11.2007 um 00:38 Uhr)

  5. #5
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    Schön gesagt, jonas. Ich möchte noch folgendes zu bedenken geben:

    In ein paar Jahren werden erstmals Satelliten gestartet werden, die nach erdähnlichen Planeten suchen sollen. Stellen wir uns vor, was passieren würde, wenn wir tatsächlich eine solche "Erde 2" finden. Man würde mal eine Botschaft senden, um zu sehen, ob was zurück kommt. Nach 2*(Distanz in LJ) Jahren käme natürlich keine Antwort, aber ich bin sicher, bis dann gäbe es private Gesellschaften (etwa so wie die Planetary Society heute), die sich anbieten würden, einen Sender auf irgend einem Jupitermond zu installieren, der mit Sonnenenergie gespiesen konstant Laser- oder Radio-Signale zur fernen Erde schickt, für den Fall, dass sie irgendwann intelligentes Leben hervorbringt. Genauso würden wir es mit allen anderen erdähnlichen Planeten machen, die wir finden, und selbst, wenn die Menschheit ausstirbt, die Sender wären wohl so konzipiert, dass sie noch viele Jahrhunderte, Jahrtausende oder gar Jahrmillionen weitersenden. Bei anderen Zivilisationen wäre das wohl ähnlich: auch wenn es ein paar geben wird, die eisern schweigen, es ist nicht anzunehmen, dass ausnahmslos ALLE die Klappe halten: nur schon, weil die Möglichkeit besteht, dass man diese Idee umsetzen könnte, dürfte es einige geben, die das auch tatsächlich getan haben. Zivilisationen, die in der Lage sind, erdähnliche Planeten zu finden, MÜSSTEN eigentlich hörbar sein.

    Allein schon aus dem Umstand, dass wir keine einzige solcher Sendungen empfangen, können wir schliessen, dass Zivilisationen dünn gestreut und kurzlebig sind.
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  6. #6
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    Standard Leuchtfeuer

    ...da kommt wieder der Moment, an dem die Diskussion aufkommt, wie sinnvoll es ist, quer durch's All zu brüllen.
    Obwohl ein Besuch von (neu)gierigen Nachbarn bekanntlich unwahrscheinlich ist, könnten viele Leute dafür plädieren, nichts zu riskieren.
    Könnte ja sein, dass die anderen einen guten Grund haben, zu schweigen?

    Ich lese ja viel SF, in denen auch oft spekuliert wird, wie solch ein Erstkontakt aussehen und ablaufen könnte.
    Zum Thema "Leuchtfeuer" erinnere ich mich an ein Buch, in dem eine extrem fortgeschrittene Rasse einen künstlichen Stern erbaut, der durch seine ungewöhnlichen Spektrallinien jedem Astronomen auffallen muss. Zusätzlich kreisen um diesen Stern gigantische Blenden, die das Licht im Rhytmus der Botschaft quasi ein- und ausschalten.
    OK, sehr sehr phantastisch, diese Idee. Und in der technischen Durchführbarkeit weit jenseits von dem, was wir uns vorstellen können.
    Aber, zugegeben, eine recht robuste Konstruktion, die bestimmt viele Jahrtausende funktioniert.

    Um solch ein Leuchtfeuer zu bauen, müsste eine Rasse schon sehr vereinsamt sein, oder ein extremes Mitteilungsbedürfnis haben

    Gruß, Solitaire

  7. #7
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    Hallo Solitaire,

    Zitat Zitat von Solitaire Beitrag anzeigen
    ...da kommt wieder der Moment, an dem die Diskussion aufkommt, wie sinnvoll es ist, quer durch's All zu brüllen.
    Obwohl ein Besuch von (neu)gierigen Nachbarn bekanntlich unwahrscheinlich ist, könnten viele Leute dafür plädieren, nichts zu riskieren.
    könnten. Die sehen das vielleicht ähnlich, wie bei der Asteroiden/Kometenabwehr, obwohl es (zumindest in der Vergangenheit) nochmal sehr viel unwahrscheinlicher war.

    Zitat Zitat von Solitaire Beitrag anzeigen
    ... Um solch ein Leuchtfeuer zu bauen, ...
    ein altes Leiden vieler SF-Autoren. Die eigene, doch so geniale Idee, blendet so stark, dass man jeden Schwachsinn in Kauf nimmt, nur um an der Idee festhalten zu können. Es ist wie mit dem Zauberer, der seltsamerweise immer dann vergisst zu zaubern, wenn er in ausweglose Lagen kommen soll, die eigentlich nur für Muggel ausweglos aussähen.

    Herzliche Grüße

    MAC

  8. #8
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    Obwohl ein Besuch von (neu)gierigen Nachbarn bekanntlich unwahrscheinlich ist, könnten viele Leute dafür plädieren, nichts zu riskieren.
    Was risikiert man denn?
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  9. #9
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Was risikiert man denn?
    Sprengung für die neue Autobahn.

  10. #10
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    Womit wir wieder bei einem alten SF-Schmöcker sind: 42

    Aber Danke mal an dieser Stelle mac für seine tiefsinnigen Posts. Eigentlich brauche ich nach seinen Comments keine Aliens-Botschaften mehr.

    Doch echt: Mit dieser art von Denken können wir mit der Zeit unsere Fragen und Rätsel Stück für Stück selber beantworten.
    Oder abstrakt gesagt: Eigentlich brauchen wir gar keine Aliens.
    Ob es sie gibt, na ja, diese Frage ist noch offen.

    Also: Unser Hirn hat alle Fähigkeiten, das Universum zu verstehen. Heute noch nicht aber Morgen?

    Geändert von albert (15.11.2007 um 15:45 Uhr)
    albert

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