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Thema: Der Nordatlantik-Strom

  1. #1
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    Standard Der Nordatlantik-Strom

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    Ich hab in Kürze ein Referat über den Klimawandel. Hab schon ziemlich viel Stoff zusammengebracht, eines interessiert mich aber noch:

    Der Nordatlantikstrom:
    Also für mich sieht das so aus:
    Warmes Meereswasser fließt knapp auf der Oberfläche des Meeres von Süden nach Norden "hält" dazwischen in der Karibik. Das Warmwasser erwärmt unser Klima in Europa und Nordamerika.
    Er kühlt am Nordpol ab, das Wasser sinkt zu Boden und treibt wieder nach Süden wo das Wasser allgemein abkühlt und sich wieder erwärmt.
    Wenn der Strom jetzt aber durch das stetige Schmelzen des Nordpoles und der steigenden Temperatur zu warm wird bzw zuviel Süßwasser in den Strom reinfließt (was diesen leichter macht) so wird der Strom also allgemein wärmer und instabiler und die Globale "Heizung" ist ausgeschaltet und die Eiszeit ist da.

    Sollte das stimmen und der Nordatlantikstrom schon bei 2 Grad Erhöhung deutliche Veränderungen aufweißt, könnte dieses Ereignis nicht schon in naher Zukunft eintreten und unsere Generation noch betreffen?

    Sollte hier etwas nicht stimmen dann schreibt mir bitte in einfacherer Sprache und unkompliziert wie das ganze System abläuft, ich will das nämlich einer Klasse präsentieren und mit Fremdwörten fang ich da leider nichts an

    Danke schon mal für die Hilfe.

  2. #2
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    Hi Mr. Holmes

    Ein Blick in Wikipedia ins Stichwort Nordatlantikstrom würde Dich schon weiter bringen. Alternativ (oder zusätzlich) kannst Du dir auch den Artikel Golfstrom durchlesen.

    Zum Abschmelzen der Polkappen: Das Eis der Arktis (Nordpol ) ist gefrorenes Meereis. Dessen abschmelzen würde weder den Salzgehalt des Meeres verringern noch den Meeresspiegel erhöhen. Die einzigen, die das Abschmelzen vermutlich bedauern würden sind die Eisbären

    Was jedoch einen Einfluss auf den Motor des Golfstroms haben könnte wäre das Abschmelzen des Eises auf Grönland.

    Mir persönlich wäre das viel zu wenig Süsswassereintrag über eine viel zu lange Zeit, als dass dies den Golfstrom abreissen lassen könnte. Was ihn wohl in der Vergangenheit einmal abreissen liess war wohl der Durchbruch eines riesigen Binnensees in Nordamerika, der sich plötzlich und massiv durch das schmelzende Eis Bahn brach und sich in den Antlantik ergoss.

    Ob der Golfstrom tatsächlich derart sensibel auf Temperaturveränderungen reagiert (unabhängig von der temperaturbedingten Eisschmelze) ist bisher nur eine geäusserte Befürchtung von Klimatologen. Berichte über eine bereits gemessene Abschwächung des Golfstroms haben sich als unhaltbar erwiesen, da für diese Aussage viel zu wenig historische Messungen vorliegen und darüberhinaus der Golfstrom starken natürlichen Schwankungen unterliegt.

    Sollte der Golfstrom tatsächlich abreissen, so würde sich lokal in Europa das Klima um geschätzte 5 Grad abkühlen. Dies würde aber bei weitem nicht dazu führen, dass sich wieder ein kilometerdicker Eispanzer über Europa legt.

    Falls Du dich im Referat kritisch zum allgemeinen Trend der Klimahysterie äussern willst: Ich habe von einem Kritiker (Mitglied der IPCC) mal eine schöne Geschichte gehört. Er erzählte von einem Journalisten, der mit ihm in der Arktis war. Sie fuhren zu den Abrisskanten der Gletscher am Meer. Der Journalist wollte von ihm ein Statment, dass durch die Klimakatastrophe die Gletscher schmelzen. Seine Antwort war: Ja, sie schmelzen und grosse Brocken Eis fallen mit Getöse ins Meer. Das tun sie aber schon die ganze Zeit, so wie im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen.

  3. #3
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    Das mit dem Abschmelzen kann man so auch nicht sagen. Es schmilzt tatsächlich stärker als in der Vergangenheit.

    Aber zurück zum Strom:
    Durch die Erwärmung und des stetigen Verschwinden des Eises würde auch der Nordpol an Kälte verlieren wo der Strom doch abkühlt. Süßwasser kommt durch das Grönlandeis ja auch ziemlich viel ins Meer, könnten diese beiden Faktoren nicht den Zusammenbruch des Stromes herbeiführen?

    Ich lese auch ziemlich viel darüber, auch auf Wikipedia (glaub ich jetzt), dass der Zusammenbruch schon in naher Zukunft passieren könnte, wenn es mit dem "Verschmutzen" der Umwelt so weitergeht.

    P.S. Wo hast du das her, dass das Abschmelzen der Polkappen nichts beeinflußt?

  4. #4
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    Zitat Zitat von Mr. Holmes Beitrag anzeigen
    P.S. Wo hast du das her, dass das Abschmelzen der Polkappen nichts beeinflußt?
    Lege einen Eiswürfel in ein mit Wasser gefülltes Glas und markiere den Wasserstand.
    Dann warte bis das Eis geschmolzen ist.
    Der Wasserstand hat sich nicht geändert.

    -> Daher kann nur Eis das auf Landmassen schmilzt den Meeresspiegel erhöhen.

    Gruß
    Helmut

  5. #5
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    Hallo Mr. Holmes,

    Zitat Zitat von Mr. Holmes Beitrag anzeigen
    P.S. Wo hast du das her, dass das Abschmelzen der Polkappen nichts beeinflußt?
    'Der Polkappen' ist falsch. Das gilt nur für die Nordpolkappe, die schwimmt auf dem Polarmeer. Die Südplkappe liegt auf dem antarktischen Kontinent.

    Herzliche Grüße

    MAC

  6. #6
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    Hi Mr. Holmes

    Aragorn hat das Prinzip erklärt, ich füge jetzt nur noch den Namen hinzu: das Archimedische Prinzip. Vielleicht wird es deutlicher was passiert wenn Meereis schmilzt, wenn man sich den umgekehrten Vorgang ansieht, also wenn Meereis gefriert: Ist das Wasser einmal 4 Grad kalt, so hat es seine grösste Dichte. Wird es noch kälter, dann schwimmt es an der Oberfläche. Gefriert es dann unter Null, so dehnt es sich noch etwas weiter aus und wird als Eis aus dem Wasser gehoben.

    Die thermische Ausdehnung des Wassers der Meere hat tatsächlich einen gewissen Einfluss auf die Höhe des Meeresspiegels. Allerdings nicht die der schwimmenden Eisberge. Eine moderate Erwärmung der nordpolaren Meeres kann sogar tendenziell einen Beitrag zur Senkung des Meerespiegels leisten, nämlich dann, wenn es sich auf 4 Grad erwärmt, denn dann ist das Wasser ja am dichtesten. Natürlich wird dieser Effekt durch die Erwärmung und damit Ausdehnung aller übrigen Meeresgebiete mehr als überkompensiert. Aber man sollte es zumindest mal im Kopf behalten

    Zurück zum Strom: Der Motor ist - nach allem, was ich über ihn gelesen habe - in erster Linie durch den unterschiedlichen Salzgehalt der Wasserschichten angetrieben, erst in zweiter Linie durch die Temperaturunterschiede. Der Eintrag von schmelzendem Süsswasser muss also in das Verhältnis gesetzt werden zu der Menge an strömenden Meerwasser. Und da der Golfstrom etwa 100 mal mehr Wasser führt als alle Flüsse der Erde zusammen glaube ich nicht, dass das langsam abschmelzende Inlandeis Grönlands ein Kippen des Golfstroms auslösen könnte.

  7. #7
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    Ok, und wie sieht es mit der Antarktis aus? Die schmilzt doch auch oder?
    Ich weiß Wikipedia darf man jetzt nicht alles trauen, deshalb ist das Forum eine gute Unterstützung

    Bei Wikipedia steht zB dass 75% der weltweiten Süßwasserreservern in der Antarktis sind. Ich meine jetzt nicht das komplette Abschmelzen, aber von der Antarktis her kommt doch auch ein großer Teil von Süßwasser ins Meer oder seh ich da was falsch?

    Ansonsten danke ich euch schon mal für die große Mühe die ihr euch da antut

    @ Mac, ich hab natürlich die Nördlichen Polkappen gemeint
    Geändert von Mr. Holmes (08.11.2007 um 00:45 Uhr)

  8. #8
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    Ich bin zwar nicht unbedingt am Puls der seriösen wissenschaftlichen news im Bereich Klimawandel - dafür gibt es zuviel Müll und Desinformation in diesem Bereich. Allerdings ist die Nachricht aus dem Süden des Globus die, dass die Antarktis kälter wurde.

    Auf der anderen Seite gibt es Berichte über den Abbruch sehr grosser Schollen am Rand der Antarktis. Gesamteffekt dieser beiden Erscheinungen wäre dann, dass der Eispanzer auf der Antarktis dicker wird, aber wegen des kürzeren Weges bis zum Meer nun schneller "abfliesst". Das Wort "abfliesst" in Gänsefüsschen deswegen, weil es Eisströme sind, die fliessen, nicht Wasser. Statt ein paar hundert bis tausend Jahre dauert es nun nur noch hunderte bis tausende Jahre minus x bis eine auf der Antarkts gefallene Schneeflocke wieder das Meer erreicht.

    Also wie gesagt, die Antarktis schmilzt nicht ab, sie ist kälter geworden. Dennoch gibt sie mehr Wasser in die Meere als früher, weil die Gletscher nun schneller fliessen.

  9. #9
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    Zitat Zitat von jonas Beitrag anzeigen
    Zum Abschmelzen der Polkappen: Das Eis der Arktis (Nordpol ) ist gefrorenes Meereis. Dessen abschmelzen würde weder den Salzgehalt des Meeres verringern noch den Meeresspiegel erhöhen.
    Ist es nicht so dass Eis kein bzw weniger Salz enthält als flüssiges Meerwasser? Ich glaube mich daran erinnern zu können irgendwo mal gehört zu haben dass Schiffbrüchige ihren Süsswasserbedarf durch Eis stillen können weil eben das Eis kein Salz enthält. bei wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Meereis) stehts auch so:

    Das Salz des Meerwassers (etwa 35 Promille Salzgehalt) wird beim Eiswachstum nicht in das Kristallgitter des Eises eingebaut, sondern teilweise in den Ozean abgegeben und teilweise in Form von Soletaschen gespeichert. Der Salzgehalt des Meereises beträgt nur etwa drei bis fünf Promille.

    Beim Eiswachstum wird somit die Salinität (der Salzgehalt) (und die Dichte) des Ozeans erhöht, was zur Destabilisierung der Dichteschichtung und Konvektion (thermohaline Zirkulation) führen kann. Die thermohaline Zirkulation ist elementar für die Tiefenwasserbildung und damit für die gesamte Ozeanzirkulation.
    Gruß Markus
    Geändert von Garvey (08.11.2007 um 08:58 Uhr)
    „Knowledge is power.“

  10. #10
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    Hallo Mr. Holmes,

    wir haben hier: http://www.astronews.com/forum/showthread.php?t=1386
    schon mal ziemlich ausführlich über Klimawandel diskutiert. Ziemlich mühsam, aber doch einige brauchbare Links.

    Herzliche Grüße

    MAC

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