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Thema: Was ist der Unterschied zwischen interstellarer, -galaktischer, -planetarer Materie?

  1. #1
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    Standard Was ist der Unterschied zwischen interstellarer, -galaktischer, -planetarer Materie?

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    Hallo Leute,
    ich hab die Frage jetzt schon mehrmals bei "frag astronews.com" abgeschickt, aber leider noch keine Antwort bekommen. Daher wollte ich jetzt hier noch einmal die Frage stellen.
    Ich habe schon sehr viel über Materie im All gelesen. Es kommen auch immer wieder die 3 "Fachbegriffe" : Interstellare Materie, Intergalaktische Materie und interplanetarische Materie vor, aber genau beschrieben, was der Unterschied zwischen den 3 ist, macht weder das teuerste Physikbuch noch irgendein Lexikon.
    Ich hoffe jemand von euch weiß es.
    Danke schon mal im Voraus.
    lg Elyssa

  2. #2
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    Naja, der wichtigste Unterschied ist: Der Ort! (nicht ganz, aber im grossen und ganzen...)

    Intergalaktische Materie ist zwischen den Galaxien, interstellare zwischen den Sternen, interplanetare zwischen den Planeten.

    Die Zusammensetzung ist aber schon auch wichitg:

    Intergalaktische Materie ist vorwiegend Wasserstoff und Helium. Interstellare Materie ist Wasserstoff, Helium und eine Menge Staub, sowie kleine, eisige Körper, die während der Planetenbildungsphase eines Sterns aus dessen System geschleudert wurde.

    Interplanetare Materie sind Meteoriden (Bruchstücke von Asteroiden, die wir, einmal zur Erde gefallen, Meteoriten nennen), Interplanetare Staubpartikel (Bruchstücke von Meteoriden, Asteroiden, Kometen...), aber kein Gas.
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  3. #3
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    Die bekannteste interstellare Materie sind die Staubwolken des Sagittaris-Armes, Sie versperren uns die Sicht auf das Zentrum der Milchstraße.

    Der kosmische Staub besteht aus Kohlenstoff, Silizium und Sauerstoff.
    Insgesamt sitzen in unserer Galaxie 100 Millionen Sonnenmassen dieses Staubes. Der eine Temperatur von minus 255 Grad Celsius aufweist. Ein interstellares Staubteilchen ist selten größer als ein tausendstel Millimeter.
    Bei der Sternbildung schützt der Staub junge Sterne vor extremer UV-Strahlung der Nachbarsterne. Zudem strahlt der Staub die Energie der kollabierenden Molekülwolke in den Weltraum ab und ermöglicht so, dass sich die „stellaren Keimlinge“ zu richtigen Sternen entwickeln können.

    MfG Daniel
    In jedem Wassertropfen befindet sich ein ganzes Universum, man muss nur genau hinsehen um es zu erkennen.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Naja, der wichtigste Unterschied ist: Der Ort! (nicht ganz, aber im grossen und ganzen...)

    Intergalaktische Materie ist zwischen den Galaxien, interstellare zwischen den Sternen, interplanetare zwischen den Planeten.

    Die Zusammensetzung ist aber schon auch wichitg:

    Intergalaktische Materie ist vorwiegend Wasserstoff und Helium. Interstellare Materie ist Wasserstoff, Helium und eine Menge Staub, sowie kleine, eisige Körper, die während der Planetenbildungsphase eines Sterns aus dessen System geschleudert wurde.

    Interplanetare Materie sind Meteoriden (Bruchstücke von Asteroiden, die wir, einmal zur Erde gefallen, Meteoriten nennen), Interplanetare Staubpartikel (Bruchstücke von Meteoriden, Asteroiden, Kometen...), aber kein Gas.
    heißt das, dass nur in der interstellaren materie sterne entstehen können, da bei der intergallaktischen kene staubteilchen vorhanden sind?
    interplanetare materie wird doch auch die abgestoßene äußere gashülle eines sterbenden Sterns, der zum Roten Riesen wird, genannt, oder?
    Alles ist möglich im Universum, wenn es nur genügend unvernünftig zu sein scheint.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Elyssa Beitrag anzeigen
    heißt das, dass nur in der interstellaren materie sterne entstehen können, da bei der intergallaktischen kene staubteilchen vorhanden sind?
    Hallo Elyssa

    Zur Sternentstehung sind keine Staubteilchen erforderlich. Sterne bestehen fast ausschließlich aus Wasserstoff und Helium, wobei diese Elemente aus der Nukleosynthese des Urknalls stammen. Die ersten Sterne im Universum werden deshalb auch als Population III Sterne bezeichnet, da diese ausschließlich H und He enthielten. Schwere Elemente wurden erst in den darauffolgenden Sternphasen "erbrütet", wonach sich erst schwerere Elemente entwickelten, kannst du hier vollständig nachlesen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Sternentstehung

    viel Spaß und Gruß

  6. #6
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    Hallo Elyssa,

    Zitat Zitat von Elyssa Beitrag anzeigen
    heißt das, dass nur in der interstellaren materie sterne entstehen können, da bei der intergallaktischen kene staubteilchen vorhanden sind?
    das ist hauptsächlich eine Frage der Dichte, Temperatur und Zusammensetzung der Materie.

    Zitat Zitat von Elyssa Beitrag anzeigen
    interplanetare materie wird doch auch die abgestoßene äußere gashülle eines sterbenden Sterns, der zum Roten Riesen wird, genannt, oder?
    anders herum. Diese, von alternden Sternen 'weggeblasene' Materie, und die Materie, die bei SN-'Explosionen' weggeschleudert wird, sind auch Bestandteil der Interstellaren Materie. Dieser Anteil hat die ursprüngliche Zusammensetzung (überwiegend Wasserstoff und Helium) im Laufe der Jahrmilliarden verändert, so daß inzwischen eben nicht mehr nur Wasserstoff und Helium existieren.

    Herzliche Grüße

    MAC

  7. #7
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    Hallo Komet007


    Zitat Komet007
    Zur Sternentstehung sind keine Staubteilchen erforderlich. Sterne bestehen fast ausschließlich aus Wasserstoff und Helium, wobei diese Elemente aus der Nukleosynthese des Urknalls stammen.
    In unserer Galaxie entstehen Jährlich nur sieben bis acht neue sonnenähnliche Sterne.
    Der Grund dafür ist die ultraviolette Strahlung junger Sterne.
    Sobald eine Wasserstoffwolke zu einem Stern kondensiert, setzt sie ab einer gewissen Dichte Strahlung frei, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet und die Zusammenballung anderer Wolken verhindert.

    Diese Staubteilchen begünstigen die Sternenentstehung mit einem Schützenden Effekt vor UV-Strahlung der Nachbarsterne, haben aber mit der eigentlichen Sternenentstehung nichts zu tun.



    MfG Daniel
    In jedem Wassertropfen befindet sich ein ganzes Universum, man muss nur genau hinsehen um es zu erkennen.

  8. #8
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    Zitat Zitat von mac Beitrag anzeigen

    anders herum. Diese, von alternden Sternen 'weggeblasene' Materie, und die Materie, die bei SN-'Explosionen' weggeschleudert wird, sind auch Bestandteil der Interstellaren Materie. Dieser Anteil hat die ursprüngliche Zusammensetzung (überwiegend Wasserstoff und Helium) im Laufe der Jahrmilliarden verändert, so daß inzwischen eben nicht mehr nur Wasserstoff und Helium existieren.
    anders herum?
    Alles ist möglich im Universum, wenn es nur genügend unvernünftig zu sein scheint.

  9. #9
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    Hallo Elyssa

    Zitat Zitat von Elyssa Beitrag anzeigen
    anders herum?
    ja. Denn Du hast geschrieben:
    Zitat Zitat von Elyssa Beitrag anzeigen
    interplanetare materie wird doch auch die abgestoßene äußere gashülle eines sterbenden Sterns, der zum Roten Riesen wird, genannt, oder?
    und das ist eben nicht die ursprüngliche interstellare/intergalaktische Materie. Diese Art von Materie ist erst im laufe der Jahrmilliarden hinzugekommen. Ursprünglich bestand die Interstellare und intergalaktische Materie nur aus Wasserstoff und Helium (und einem sehr geringen Anteil schwererer Elemente).

    Die genaue Verteilung der intergalaktischen Materie kenne ich nicht. Aber es gab in Spektrum der Wissenschaft Mai/2007 einen Artikel 'Gegenwind aus dem schwarzen Loch' Seiten 34 bis 41 in dem eine Quelle für diese Materie beschrieben wurde
    So schleudern (die zentralen) schwarzen Löcher große Materiemengen mit hoher Geschwindigkeit aus ihren Galaxien heraus ... ... die Gesamtmasse dieses heißen Plasmas ist größer als die Masse aller Sterne in allen Galaxien des Haufens
    Wenn die zentralen schwarzen Löcher die Ursache (oder ein Teil der Ursache) für die intergalaktische Materie sind, dann muß deren Zusammensetzung der Zusammensetzung der interstellaren Materie zumindest ähneln.

    Herzliche Grüße

    MAC

  10. #10
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    Zitat Zitat von mac Beitrag anzeigen
    Wenn die zentralen schwarzen Löcher die Ursache (oder ein Teil der Ursache) für die intergalaktische Materie sind, dann muß deren Zusammensetzung der Zusammensetzung der interstellaren Materie zumindest ähneln.
    Hallo Mac

    bisher ging ich davon aus, dass die von den zentralen Schwarzen Löchern ins All geschleuderte Materie größtenteils gravitativ von der Galaxie wieder eingefangen wird und sich vorwiegend in deren Halo ansammelt.

    Gruß

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