Beobachtungsbericht

Beobachtungsdaten

Datum:
05.07.2007
Uhrzeit: 21:40 – 22:15 Uhr MESZ
Standort: Erfurt „AOE“ - Länge: 11:01:48, Breite: 50:58:12
Instrument: 70/700 Skylux Lidlscope “Melusine”
Okulare: 20mm K (35fach) und 4mm K (175fach)
Sonstiges Zubehör: Schreibkladde, Stift
Wetter: im Süden etwas aufgeklart, im Westen anfangs wolkig, später zum Ende der Beobachtung genau umgekehrt
Temperatur: Anfang: +16,2° C Ende: +15,2° C
Objekt: Venus und Jupiter
Themengebiet: Die Venusphase sowie Jupiter mit seinen Monden

Daten zu den Objekten:

Venus:

Sternbild:
Löwe
Elongation von der Sonne: 41.79°, östlich der Sonne (abends sichtbar)
Höhe: 12.54°
Koordinaten: Scheinbar: R.A. 9h 50m 10s Dec. + 13° 12' 18"
Aufgang: 09:01 Uhr MESZ
Transit: 16:13 Uhr MESZ
Untergang: 23:23 Uhr MESZ
Phase: 0,320
Phasenwinkel: 111,08°
Relativ beleuchtete Fläche: 0,320°
Visuelle Helligkeit: -4,5 mag
Durchmesser: 33,6“

Jupiter:

Sternbild:
Schlangenträger
Höhe: 16,15°
Koordinaten: Scheinbar: R.A. 16h 40m 03s Dec. - 21° 29' 32"
Aufgang: 18:55 Uhr MESZ
Transit: 23:02 Uhr MESZ
Untergang: 06.07.2007, 03:09 Uhr MESZ
Phase: 0,997
Phasenwinkel: 5,82°
Relativ beleuchtete Fläche: 0,997°
Visuelle Helligkeit: -2,5 mag
Durchmesser: 44,55“

(Daten von www.calsky.com)

Vorbericht

Erst war es wolkig, dann gab es mal vorübergehend am Nachmittag ein paar Wolkenlücken, dann zog es sich wieder zu. Doch gegen Abend kurz nach Sonnenuntergang ergab sich kurz eine Beobachtungsmöglichkeit, da sich wieder ein paar Wolkenlücken auftaten. Und so machte ich mich zügig an´s Werk, den Lidl aufzustellen.

Eigentliche Beobachtung

Venus:


Zuerst stellte ich das Teleskop mal auf die Venus ein. Schon mit 35facher Vergrößerung konnte ich eine Phase erkennen, ich schätzte die beleuchtete Fläche so zwischen 25 und 30 Prozent und wenn ich mir die Calsky-Daten so anschau, lag ich doch fast richtig damit. Ich versuchte es dann mit dem 4mm und somit einer 175fachen Vergrößerung. Die Sichelform trat jetzt aufgrund der Größe des Bildes noch deutlicher hervor, allerdings war das Bild ganz schön am wabbern und zeigte auch einen rötlichen Saum. Es lag aber auch an der gewissen Luftunruhe, die herrschte. Was ich aber auch sehen konnte, war das ein bisschen Übergreifen der Hörnerspitzen bei der Sichelform. Ebenso konnte ich wieder erkennen, wie der Terminator, also die Hell-Dunkel-Grenze bei der Sichelform der Venus nicht scharf abgrenzend, sondern eher verwaschen war. Ich hab dann auch eine Zeichnung gemacht. Kurz vor 22:00 Uhr zogen wieder Wolken vor das Venusbild.

Jupiter:

Dafür wurde der Südosten etwas von Wolken befreit und Jupiter kam zu Vorschein. Als erstens fiel mir doch wieder die Abplattung auf bei 175facher Vergrößerung, ich merkte da schon, dasz Jupiter keine Kugel im eigentlichen Sinne ist. Das Nördliche Äquatorband trat deutlicher hervor als das Südliche, das wiederum nur schemenhaft und lückenhaft zu sehen war. 3 seiner 4 galileischen Monde, nämlich Io, Europa und Ganymed habe ich östlich von Jupiter schön sehen können. Eigentlich hätte mir auf der Westseite auch Kallisto auffallen müssen, doch leider habe ich darauf nicht geachtet, weil ich nun mal Jupiter schon so lange nicht beobachtet hatte und dann sah ich halt auf der östlichen Seite des Planeten die Monde wie eine Perlenschnur schön aufgereiht. Davon hab ich auch eine Zeichnung erstellt. Ist halt doch immer wieder ein Erlebnis und wenn man bedenkt, Galileo Galilei war wohl der erste, der die Monde sah und entdeckte, was muss ihm dabei wohl durch den Kopf gegangen sein. Gegen 22:15 Uhr MESZ allerdings zogen auch im Südosten Wolken auf und ich musste die Beobachtung abbrechen.

Zeichnung der Venusphase:

http://i16.photobucket.com/albums/b6...s_05072007.jpg

Zeichnung des Jupiters und seiner Monde:

http://i16.photobucket.com/albums/b6...r_05072007.jpg

Fazit:

Eine kurze Beobachtung nur, weil halt die Wolken sich momentan über Deutschland eingenistet haben. Finde ich übel, wie gerne würde ich mal zum Steigerwald fahren und mit meinem Feldstecher den Südhimmel abmustern. So muss ich halt jede Wolkenlücke ausnutzen, um wenigstens mal die Planeten zu erblicken. Harren wir halt der Dinge, die da kommen, kann ja nicht ewig schlechtes Wetter sein.