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Thema: Reise im Winterschlaf

  1. #21
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    Zitat Zitat von Schnapprollo Beitrag anzeigen
    Hi ispom,

    möchtest Du derjenige sein (oder deinen Kindern zumuten) Dein Leben auf paar m² Raumschiff zu verbringen und in die Weiten des Universums zu starren?

    Gruß
    Gunter
    ich bin sicher, es werden sich mehr Freiwillige finden, als Platz im Raumschiff haben

    in meinen Jugendjahren hätte ich wohl auch freudig zugesagt.
    Vergiß nicht, daß in einigen hundert Jahren, wenn diese Sorte Raumschiff zum Einsatz kommt,
    alle Freuden des irdischen Daseins virtuell so simuliert werden können, daß sie von den realen kaum noch zu unterscheiden sind!

    Gruß von Ispom
    Gruß von Ispom

  2. #22
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    Zitat Zitat von mac Beitrag anzeigen
    Und zumindest für die nächsten 4 Milliarden Jahre: Wozu?.
    Wozu?
    das haben sich auch viele Leute gefragt, als die klassischen Expeditionen zum Südpol aufgebrochen sind.

    Einfach um das machbare auch zu tun.
    Es liegt in der Natur des Menschen.
    meint Ispom
    Gruß von Ispom

  3. #23
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    Zitat Zitat von Schnapprollo
    Grundumsatz: 4,2 kJ/h und kg Körpermasse, bei Verwendung der molaren Reaktionsenthalpie und -entropie von Wasser bedeutet das, dass bei einer (theoretischen!!!) Herabsetzung der Körperthemperatur von 37°C auf 0°C immernoch ~64% Energieumsatz (2,7kJ/h und kg KM) stattfinden.
    Diese Rechnung wird mit Nichtwissen ( ) bestritten. Wenn ein Winterschläfer nach dieser Rechnung noch immer ca. zwei Drittel seines Grundumsatzes benötigen würde, so müsste er innerhalb der 3-4 Monate Winterruhe trotz Speckschicht wohl verhungern. Der Siebenschläfer mit seinen fast sieben verpennten Monaten ganz bestimmt.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang der Abschnitt in Wikipedia über Gedächtnisverluste während des Winterschlafs. Da beim Menschen etwa 70% des Grundumsatzes im Gehirn verbraucht werden, dürften Menschen nach einer längeren Raumfahrt im Winterschlaf nicht nur Muskel- und Knochenmasse verlieren, sondern könnten nach dem Aufwachen sich vielleicht überhaupt nicht mehr zurechtfinden.

  4. #24
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    Zitat Zitat von Ispom
    Wozu?
    das haben sich auch viele Leute gefragt, als die klassischen Expeditionen zum Südpol aufgebrochen sind.
    Diese haben aber auch nicht ein vielfaches des globalen jährlichen Sozialprodukts gekostet, was eine Generationenraumschiff ohne Zweifel verschlingen würde. Es geht nicht darum Freiwillige zu finden, die mitfliegen, sondern darum Freiwillige zu finden, die es finanzieren und danach nicht mitfliegen und auch niemals einen return dafür erwarten können. Eine solche Gesellschaft müsste derart altruistisch sein, dass im Gegensatz dazu Thomas Morus' Utopia eine geradezu barbarisch egoistische Gesellschaft wäre.

  5. #25
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    Hallo ispom,
    da gibt es aber einen 'kleinen' Unterschied: Die die zum Südpol aufbrachen hatten eine, wenn auch kleine Chance, ihn zu erreichen und wieder zurück zu kommen. Die die zu einer anderen Sonne aufbrechen, kommen nicht dort an.

    Herzliche Grüße

    MAC

    PS jonas war schneller, hab' ich aber erst nach dem Antworten gemerkt.

  6. #26
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    Hi jonas,

    bitte denke daran, dass diese Berechnung ausschließlich für menschengroße Versuchskaninchen (entspr. Volumen, Oberfläche, innere Fläche, Normaltemperatur, usw.) war und nicht für Murmeltiere. Energietechnisch gesehen - wenn man mal die Wärmeabstrahlung der Körperoberfläche vernachlässigt weil Murmeltiere auch nicht im Freien überwintern und ein dichtes Fell haben - ist der Wirkungsgrad ihres Energieumsatzes wesendlich höher. Es ist also nicht einfach so auf Murmeltiergewicht und -größe übertragbar.

    Gruß
    Gunter
    'Zwei Gefahren bedrohen beständig die Welt, die Ordnung und die Unordnung' - Paul Valéry

  7. #27
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    Zitat Zitat von jonas Beitrag anzeigen
    Diese haben aber auch nicht ein vielfaches des globalen jährlichen Sozialprodukts gekostet, was eine Generationenraumschiff ohne Zweifel verschlingen würde..
    des heutigen globalen Sozialprodukts,
    in einigen hundert Jahren dürfte dieses für uns unvorstellbar hoch sein.

    Stell dir vor :
    für die Wikinger wäre ein Luxuskreuzfahrtschiff ebenso unerschwinglich erschienen....

    sie konnten sich eben auch nicht vorstellen, daß 600 Jahre später das Bruttosozialprodukt so groß sein würde, daß solche Schiffe und tausende Jumbos in der Luft ständig über dem Atlantik unterwegs sind...
    Gruß von Ispom

  8. #28
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    Zitat Zitat von mac Beitrag anzeigen
    Hallo ispom,
    da gibt es aber einen 'kleinen' Unterschied: Die die zum Südpol aufbrachen hatten eine, wenn auch kleine Chance, ihn zu erreichen und wieder zurück zu kommen. Die die zu einer anderen Sonne aufbrechen, kommen nicht dort an.

    Herzliche Grüße

    MAC

    PS jonas war schneller, hab' ich aber erst nach dem Antworten gemerkt.
    die zu anderen Sternen aufbrechen, wissen, daß sie nicht selbst ankommen,
    daß vielleicht "der Weg das Ziel" ist, sie werden aber sehr viel komfortabler reisen und sterben als ihre "Südpol-Kollegen"....

    diese Reise wird wohl ähnlich riskant sein, wie heute die zum Mars.
    Aber ich bin sicher, so wie es jetzt auf jeden Platz im ersten bemannten Marsraumschiff hunderttausende Interessenten gibt,
    so wird auch das erste interstellare Raumschiff in ähnlicher Größenordnung überbucht sein

    meint Ispom
    Gruß von Ispom

  9. #29
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    Hi ispom,

    ich spreche Dir ja nicht den Enthusiasmus ab, für Dich zu entscheiden ob du so eine Reise antrittst oder nicht. Aber du willst diese Entscheidung auch für deine Kinder und Enkel treffen? Mit welchem moralischem Recht? Weil Du jetzt ebenmal der Bestimmer bist haben deine Nachkommen deine Entscheidung auszubaden? und das nur wegen Deinem Interesse?
    ... neee ispom, nehm ich dir nich ab, ich kenn dich anders

    Gruß
    Gunter
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  10. #30
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    Hi Ispom

    Mit diesem Einwand habe ich gerechnet

    Aber vergiss bitte nicht, dass wir bereits heute schon langsam an der Grenze dessen sind, was wir an Erzen aus der Erde kratzen können. Das heisst, die Ressourcen sind begrenzt.

    Nun ist das nächste Argument natürlich: Nachbarplaneten und Asteroiden. Aber auch diese sind begrenzt, solange man nicht auf die Idee kommt die metallhaltigen Kerne der Planeten anzubohren

    Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass das Generationenraumschiff, welches ich als einzig mögliche mir vorstelle ein solches ist, dass mehrere hundert Kilometer lang ist und einen Durchmesser nicht unter 30 Kilometern hat. Grund: Lebensraum für mindestens 500.000 Menschen, Agrarraum zur Ernährung dieser Menschen, Weideflächen für Nutztiere, Waldflächen zur Sauerstoffregeneration. Und auch: Lebensraum für Wildtiere, denn die domestizierten könnten sehr leicht an Seuchen aussterben (Schweinepest, Maul- und Klauenseuche, etc, etc), dann bräuchte man Alternativen. Aber vor allen Dingen: Viel, viel Vorratsraum für Treibstoff.

    Die Menge Stahl, die ein solches Ungetüm verschlingen würde dürfte nach meiner groben Einschätzung die Menge sämtlichen in allen Metropolen dieser Erde verbauten Stahl übersteigen. Dieser Werkstoff dürfte der gewaltigste Humpen sein, den die Erdbewohner den Auswanderern überlassen müssten.

    Dann kommt als nächstes der Treibstoff, der auch erstmal erzeugt werden will. Selbst bei Kernfusion: Der muss erstmal produziert werden. Aber vielleicht kann man den Jupiter "anpumpen", im vorbeigehen.

    Der Bau des Schiffes selbst würde ebenfalls ungeheure Anstrengungen bedeuten. Geht man davon aus, dass künftige Volkswirtschaften ihren Bedarf an Gütern aus vollautomatisierten Fabriken beziehen, und sich die menschliche Arbeitskraft fast ausschliesslich in den Dienstleistungssektor konzentriert haben wird, so muss man zum Bau der Produktionsanlagen für die Fertigung der GenSchiffes sehr viele Arbeitskräfte aus diesem Sektor abziehen. Du kannst es vielleicht damit vergleichen, als ob heute eine Situation entstünde, in der 20-30% der Arbeitnehmer plötzlich in die Ställe zum melken und auf die Felder zum pflügen beordert würden. Es wäre eine volkswirtschaftliche Situation ähnlich wie die im zweiten Weltkrieg, als auf Kriegswirtschaft umgestellt werden musste und Millionen Menschen als Soldaten abgesaugt wurden - weltweit!

    Daher stelle ich mir auch bei einer recht fortschrittlichen Zivilisation den Sprung von der Beherrschung des Sonnensystems nach jenseits desselben als unglaublichen Kraftakt vor - und das für eine Handvoll Auswanderer, die wirklich nie mehr zurück kommen, geschweige denn jemals etwas von der neuen Welt zurückschicken werden.

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